REBE hat geschrieben:
Vielleicht kannst Du meine Gedanken zu diesem Gedankenexperiment nachvollziehen. Die ruhende Lichtuhr erklärt sich von selbst.
Die bewegte Lichtuhr in dem nach rechts fliegenden Raumschiff beginnt den Lichtimpuls von unten nach oben zu senden und soll laut RT den oberen Spiegel auf einer schrägen Linie erreichen. Ich sehe dies anders, wenn schon Erklärung dann richtig, wenn der Impuls nach oben geht, bewegt sich die gesamte Lichtuhr nach rechts und der Impuls kann den Spiegel nicht treffen weil der sich bereits weiterbewegt hat. Der Impuls läuft ins Leere und Schluß ist es mit der LIchtuhr. Das wäre die richtigere, wenn auch wieder falsche Erklärung durch die RT.
In Wirklichkeit verhält sich die Lichtuhr nach dem Relativitätsprinzip. Jede andere Erklärung verletzt dieses Prinzip. Der Lichtimpuls geht immer gleichmäßig zwischen den Spiegeln in der vorgegebenen Zeit hin und her, egal welche Geschwindigkeit genommen wird.
Die Erklärung, dass der Impuls eine Zick-Zack-Linie macht, ist ebenfalls falsch. Es wird keine Zick-Zack-Line beschrieben sondern einfach nur eine sinusförmige Kurve.
Der Satz des Pythagoras kommt ebenfalls nicht zur Anwendung weil es einfach, laut RT, eine Zick-Zack-Linie ist und kein Dreieck. Aus der Sinuskurve kann man ebenfalls kein Dreieck ableiten.
Ok - Du möchtest eine Lichtuhr die sich von links nach rechts bewegt - auch gut.
Allerdings stimmt Deine Vorstellung nicht, daher versuch ich es an einem "einfacheren" Beispiel.
In einem mit 30m/sek (ca. 100 km/h) fahrendem Zug sitzen links und rechts zwei Personen und werfen einen Ball hin und her.
IM Zug wird der Ball einfach 4 Meter hin und dann 4 m zurückgeworfen - soll jeweils 0,5 sek dauern. Was bedeutet, dass der Ball eine Geschwindigkeit von 2 m/sek hat.
Wie sieht das von außen betrachtet aus?
In diesen 0,5 sek bewegt sich der Zug 15 m nach vorne. Der Ball bewegt sich als 4 m seitlich und 15 m nach vorne je Wurf.
Ich weiß nicht wie Du auf eine Sinuskurve kommst, das ist definitiv unzutreffend - es ist wirklich eine lineare Bewegung und daher ergibt sich eine zick-zack Bewegung die man als Dreieck rechnen kann.
Die Gesamtstrecke (für einen Wurf) ergibt sich aus diesen 15 + 4 m (Dreieck also kommen 15,5 m heraus).
Um nun dies mit dem Problem der invarianten Lichtgeschwindigkeit zu vergleichen, muss man annehmen, das der Ball weiterhin nur mit 2 m/sek fliegt.
So verhält sich der Ball wenn er "Licht wäre" - er hat eine Geschwindigkeit die immer und unter allen Umständen gleich bleibt.
Nach der Betrachtung von außen müsste der Ball für die 15,5 m eine Zeit von 15,5 / 2 also etwas weniger als 8 Sekunden brauchen.
Nun sagen aber alle Leute im Zug - es hat aber messbar nur 0,5 Sekunden gedauert !
Also bleibt nur eine Schlussfolgerung: Das, was für den außen stehenden Beobachter 8 Sekunden dauern muss, dauert für den bewegten Beobachter nur 0,5 Sekunden - also geht die Uhr des bewegten Beobachters 16 mal langsamer als die des außen stehenden Beobachters, es hat ein Zeitdilatation gegeben - dann passt wieder alles.
Ich hoff, das Beispiel hinkt nicht zu sehr. Entscheidend in dem Beispiel ist, das der Ball von allen Beobachtern aus gesehen schneller niemals als 2 m/ sek sein darf - so wie Licht eben niemals schneller als 300000 km/s sein ist.
Und solange es nicht nachgeweisen wird, dass Licht sich mit mehr als 300000 km / sek bewegt, muss man derart eigenartige Effekte wie die ZD (oder in der Folge auch die LK) wohl oder übel schlucken ( auch wenn es völlig jeder "normalen" Erfahrung widerspricht).
Noch was zum Abschluss:
Du schreibst
"wenn der Impuls nach oben geht, bewegt sich die gesamte Lichtuhr nach rechts und der Impuls kann den Spiegel nicht treffen weil der sich bereits weiterbewegt hat." Wie Du siehst geht das aber im Zug mit einem Ball ganz prima, der Zug bewegt sich auch und niemand würde behaupten, das der Ball deswegen nicht zum andern hin geworfen werden kann, weil der Andere sich ja während des Ballfluges "weiterbewegt hat".