Hallo Hannes
Hannes hat geschrieben:
Das Problem ist die Selbstüberschätzung der Menschen des auslaufenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.
Da hast du Dich wohl vertippt. Du meinst die Menschen des auslaufenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts, also jetzt. Da mußt Du dich nur umsehen; Selbstüberschätzung verbunden mit Vorteilsnahme überall; bei den Bankern, den Sportlern, den Politikern und und und.
Die Menschen des auslaufenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts hingegen waren zwar selbstbewußt, aber trotz ihrer erfogreichen Tätigkeit auf keinen Fall selbstüberschätzend. Sieh Dir die Biografien der Physiker, Mathematiker, Techniker und anderer Wissenschaftler an. Durch ihre effektive Forschung haben sie auf fast allen Gebieten den wisenschaftlich technischen Umbruch erarbeitet, dessen Früchte erst die heutige Entwicklung ermöglichen.
Und dazu gehört zweifellos auch Einstein, dessen Ideen wegweisend waren zur Berechnung empirisch bekannter Phänomene. Und das gilt bis heute. Daß er einen Ansatz wählte, der gegen die elementare Logik verstößt, spielt da nur eine untergeordnete Rolle. Das Ergebnis zählt. Man kommt auch mit einem anderen Ansatz auf identische Ergebnisse. Es muß auch an der SRT nichts fortentwickelt werden; das geht auch gar nicht. Denn dann wäre es keine SRT mehr.
Wie verträgt sich diese meine Auffassung mit der von mir bevorzugten Emissionsthese? Ich bin der Überzeugung, daß man eine identische Beschreibung physikalischer Vorgänge auch unter Beibehaltung der Gesetze der klassichen Mechanik (Ballistik) erzielen kann. Was den Vorteil hat, daß der Ansatz mit der herkömmlichen Logik konform ist. Und daß man damit nachweisen kann, daß einige gängige Folgerungen (ZP) aus der SRT falsch sind. Die Ursache dafür wäre dann nicht eine falsche SRT, sondern eine falsche Anwendung der SRT.
Die Ergebnisse der SRT sind nicht so paradox, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Sie gelten ja unter Annahme des zweiten Postulats, und damit für eine bestimmte Annahme für Zeit und Raum. Weil damit ein anderer Zeitbegriff wie in der klassischen Mechanik verwendet wird, entstehen scheinbar abweichende Ergebnisse. Aber eben nur wenn man Uhren mit nicht systemkonformer Skalierung und Synchronisation der entsprechenden Theorie benutzt.
Harald kann mit seinem Experiment demzufolge auch nicht die mathematischen Ausagen der SRT widerlegen. Er kann aber alternative Ansätze wie die LET begründen oder bei einem anderen Versuchsergebnis die Ballistik. Alles Ansätze für eine Physik, welche die Welt beschreibt, wie sie ist. Sie ist nun mal so wie sie ist. Und jeder physikalische Ansatz ist nur richtig, wenn er zu einem adäquaten Ergebnis führt. Ist das Ergebnis richtig, hat der Ansatz aber nur noch einen untergeordneten Wert. Wenn ich auch meine, es wäre schön, wenn er mit der herkömmlichen Logig kompatibel ist. Daher die Ballistik als mein Favorit
Aber das ist alles an dieser Stelle off topic
Gruß
Ernst