Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Mirko » Mo 31. Mai 2010, 14:27

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Es geht hier darum die Relativgeschwindigkeit in dieser 4. Konstellation (A und B bewegen sich beide zueinander) zu bestimmen. Dafür stehen zwei widersprüchliche Additionstheoremen zur Verfügung, die sich mathematisch gegenseitig ausschließen und physikalisch widerlegen - wenn ein wahr ist, ist der andere falsch:

Geschwindigkeitsaddition nach Galilei: c +/- v = x
Geschwindigkeitsaddition nach Einstein: c +/- v = c



Wenn Raumschiff und Asteroid mit jeweils 0,7 c und 0,5 c auf Kollisionskurs zueinander rasen, dann sollte das Besatzungsteam im Raumschiff sich beschleunigt entscheiden, welches Additionstheorem für diesen Fall stimmt… Ob die Berechnung der Relativgeschwindigkeit zwischen den beiden gemäß Galilei 1,2 c oder gemäß Einstein nur 1 c beträgt, bedeutet nämlich einen gewaltigen Unterschied in der Vorhersage des genauen Ortes und des genauen Zeitpunktes der Kollision. :shock: Es gib vielleicht doch noch ein bisschen Zeit, die Kollision zu vermeiden, die Besatzungsmitglieder sollten sich also nicht all zu lange darüber streiten, wer von Galilei oder Einstein Recht haben mag. Wenn ich dabei wäre, würde ich auf jeden Fall ohne zu zögern auf Galilei vertrauen und Einstein, der gerade auf einem Lichtstrahl reitend vorbei rauscht und uns die Zunge rausstreckt, seine wilden Fantastereien getrost überlassen. :P

Viele Grüße
Jocelyne Lopez


Von wo aus betrachtet haben die beiden denn diese Geschwindigkeiten - relativ zu was bewegen sie sich - und was MESSEN sie jeweils als Geschwindigkeit des anderen Objektes?
Mirko
 
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 31. Mai 2010, 16:53

Mirko hat geschrieben:Meine Frage ist ganz konkret nach der Messung, keine Berechnung:
Wer misst welche Geschwindigkeit? Der Versuchsaufbau hört sich so an, als gäbe es noch ein drittes Objekt, einen weiteren Beobachter, der misst: a bewegt sich so schnell, b wieder so schnell und relativ zu einander sind sie wiederum so schnell. Dieses Objekt ist offenbar der Strand. Oder der "Raum"

Normalerweise werden Geschwindigkeiten von Objekten in der Experimentalphysik von einem externen Beobachter gemessen, der Experimentator, indem er getrennt die Strecke und die Zeitdauer misst und die Formel Strecke/Zeitdauer berechnet. Ein beliebiges Objekt kann seine eigene Geschwindigkeit nämlich nicht messen, ich wüsste zum Beispiel nicht, wie ein Pferd oder eine Fliege oder eine Wasserwelle oder der Stab in der SRT von Einstein ihre eigenen Geschwindigkeiten messen könnte, einverstanden? ;) Also muss es ein externer Beobachter tun. Dasselbe gilt für die Messung der Geschwindigkeit eines Beobachters, wenn es darum geht, die Geschwindigkeit eines Beobachter auch zu bestimmen. Sie wird auch am besten von einem externen Beobachter gemessen, der Experimentator, indem er genauso die Strecke und die Zeitdauer getrennt misst und die Formel Strecke/Zeitdauer berechnet.

Mit der modernen Technologie kann aber ein Beobachter auch direkt seine eigene Geschwindigkeit relativ zu einem Objekt messen, sobald ein materieller Kontakt (eine Reibung) zu diesem Objekt besteht: zum Beispiel ein Autofahrer mit einem Tachometer relativ zur Straße, oder ein Flugzeug relativ zur Luft. Oder auch mit Radaren und Laserpistolen nach materiellem Kontakt mit dem Objekt (Zweiwegmessung hin- und zurück).

Es gibt also mehrere Messmethoden der Geschwindigkeiten von Objekten und Beobachtern, je nach Möglichkeiten, Gegebenheiten und Machbachkeit. Das enscheidet der Experimentator.

Es geht aber hier in diesem Thread nicht um Messmethoden, sondern um die mathematische Weiterverarbeitung der gesammelten Messdaten, es geht um die Bestimmung einer Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Objekten. Und die Berechnung muss zwingend dieselbe Relativgeschwindigkeit ergeben, egal mit welchen Methoden die Geschwindigkeiten der beteiligten Objekte gemessen wurden. Ob die Relativgeschwindigkeit zwischen einem Raumschiff und einem Asteroid von der Erde aus mit Paralaxemethoden oder vom Raumschiff aus mit Laserpistole berechnet wird, muss sie die gleiche sein. Ob die Geschwindigkeit eines Autos auf der Autobahn mit Tachometer, mit Messung der Strecke und der Zeitdauer durch einen Experimentator oder mit einer Laserpistole durch einen bewegten oder ruhende Polizisten gemessen wird, muss sie in alle Fällen die gleiche sein, sonst sind sie unbrauchbar, das leuchtet wohl jeder, einverstanden?

Es geht also hier nicht um verschiedene Messmethoden, sondern es geht um die Geschwindigkeitsadditionen von Galilei oder von Einstein, die leider nicht einmal in guter Näherung die gleiche Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Objekten ergeben, die also sich gegenseitig auschliessen und in gar keinen Fall beide richtig sein können.
Das sehen wir in den beiden untersuchten Beispielen:

Relativgeschwindigkeit zwischen Raumschiff und Asteroid nach Galilei: 1,2 c
Relativgeschwindigkeit zwischen Raumschiff und Asteroid nach Einstein: 1 c
Ein ganz anderes Ergebnis, nichts mit „Spezialfall“ und „gute Näherung“… :?


Relativgeschwidigkeiten zwischen Wasserwelle und Bebachtern nach Galilei: 80, 90, 100, 110 km/h
Relativgeschwindigkeiten zwischen Wasserwelle und Beobachtern nach Einstein: 70 km/h.
Ganz andere Ergebnisse, nichts mit „Spezialfall“ und „gute Näherung“… :?


Mirko hat geschrieben:
Ja - man bewegt sich in Bezug auf die *Gegend* - mit einer ganz bestimmten Geschwindigkeit. Und man bewegt sich in Bezug auf ein anderes Objekt wiederum mit einer ganz bestimmten Geschwindigkeit. Diese beiden Geschwindigkeiten sind aber nicht zwangsläufig identisch.

Natürlich sind sie nicht identisch: Wir haben doch schon eindeutig vorweg definiert, dass die Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Objekten die Addition der jeweiligen Eigengeschwindigkeiten der Objekte (in Bezug auf einen gemeinsamen Bezugssystem) ist. :? Das Ergebnis einer Addition kann ja nicht identisch mit den Termen der Addition sein, es sei denn es handelt sich eben um eine Addition mit 0 (oder es handelt sich gar nicht um eine Addition…).

Mirko hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Und es ist klar: Ein Bewegungzustand existiert prinzipiell nur zwischen (paarweise) zwei Objekten und es können folgende Bewegungszustände (relativ zu einem gemeinsamen Bezugssystem) konkret und physikalisch in der Natur vorliegen:

1. A und B ruhen zueinander
2. A ruht und B bewegt sich
3. B bewegt sich und A ruht
4. A und B bewegen sich beide zueinander

Die Konstellationen 1 bis 3 sind nicht strittig, es herrscht völliger Konsens.
Allein die 4. Konstellation ist stark strittig und allein die 4. Konstellation ist diejenige, die wir hier mit zwei ähnlich gelagerten Gedankenexperimenten untersuchen (Strandexperiment und Raumschiff/Asteroid)

Auch hier wieder - wie und von welchem Standpunkt aus kann man diese Zustände feststellen? In Bezug auf was ruht A bzw. B bei 2. und. 3.?


Ein Fall für Konstellation 1 wo A und B zueinander ruhen: Könnte zwei parkende Autos sein.
Ein Fall für Konstellation 2, wo A ruht und B bewegt sich könnte sein: Auto A parkt und Auto B fährt
Ein Fall für Konstellation 3, wo B bewegt sich und A ruht könnte sein: Auto B fährt und Auto A parkt.

Hast Du genug Vorstellungskraft, Dir diese 3 Konstellationen vorzustellen?

Strand- und Raumschiff/Asteroid-Gedankenexperimente stellen die 4. Konstellation dar: Hier bewegen sich beide Objekte mit Eigengeschwindigkeiten zueinander, auch per Definition (das wäre die Konstellation, wo Auto A und Auto B jeweils mit Eigengeschwindigkeiten zueinander fahren). Hast Du genug Vorstellungskraft, Dir auch diese Konstellation vorzustellen und zu erkennen, dass sie anders als die 3 anderen Konstellationen ist?

Wenn Du nicht genug Vorstellungskraft hast, Dir diese 4 Konstellation in der Natur vorzustellen, lohnt sich eigentlich eine Beteiligung in diesem Thread nicht, das hat keinen Sinn. :cry:

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon contravariant » Mo 31. Mai 2010, 18:57

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Natürlich sind sie nicht identisch: Wir haben doch schon eindeutig vorweg definiert, dass die Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Objekten die Addition der jeweiligen Eigengeschwindigkeiten der Objekte (in Bezug auf einen gemeinsamen Bezugssystem) ist. :? Das Ergebnis einer Addition kann ja nicht identisch mit den Termen der Addition sein, es sei denn es handelt sich eben um eine Addition mit 0 (oder es handelt sich gar nicht um eine Addition…).

Wir haben also zwei Autos. Das erste bewegt sich mit 100km/h auf der Autobahn, das Zweite mit 140m/h. Dann beträgt die Relativgeschwindigkeit also 240km/h...
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 31. Mai 2010, 19:54

Chief hat geschrieben:
contravariant hat geschrieben:Wir haben also zwei Autos. Das erste bewegt sich mit 100km/h auf der Autobahn, das Zweite mit 140m/h. Dann beträgt die Relativgeschwindigkeit also 240km/h...

Durchaus möglich... muss aber nicht sein da die Geschwindigkeit außer Betrag auch noch eine Richtung hat.

Gruß


Ja, dass die Relativgeschwindigkeit die Bewegungsrichtung berücksichtigen muss, habe ich schon auch von vornherein in die Definition gebracht. Die Geschwindigkeitsaddition lautet auch c +/- v.
Jocelyne Lopez
 
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon contravariant » Mo 31. Mai 2010, 20:04

Jocelyne Lopez hat geschrieben:a, dass die Relativgeschwindigkeit die Bewegungsrichtung berücksichtigen muss, habe ich schon auch von vornherein in die Definition gebracht. Die Geschwindigkeitsaddition lautet auch c +/- v.

Gut, dann halt mit Vektoren. Also Auto1 hat die Geschwindigkeit (in einem geeidneten BS) v1 = (100,0,0)^T km/h, Auto2 v2 = (140,0,0)^T km/h. Dann berechnet sich die Lopezsche Relativgeschwinigkeit durch v_LR = v1 + v2 = (240,0,0)^T km/h. Klingelts?
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Mirko » Di 1. Jun 2010, 05:59

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Normalerweise werden Geschwindigkeiten von Objekten in der Experimentalphysik von einem externen Beobachter gemessen, der Experimentator, indem er getrennt die Strecke und die Zeitdauer misst und die Formel Strecke/Zeitdauer berechnet. Ein beliebiges Objekt kann seine eigene Geschwindigkeit nämlich nicht messen, ich wüsste zum Beispiel nicht, wie ein Pferd oder eine Fliege oder eine Wasserwelle oder der Stab in der SRT von Einstein ihre eigenen Geschwindigkeiten messen könnte, einverstanden? ;) Also muss es ein externer Beobachter tun. Dasselbe gilt für die Messung der Geschwindigkeit eines Beobachters, wenn es darum geht, die Geschwindigkeit eines Beobachter auch zu bestimmen. Sie wird auch am besten von einem externen Beobachter gemessen, der Experimentator, indem er genauso die Strecke und die Zeitdauer getrennt misst und die Formel Strecke/Zeitdauer berechnet.


Hmmmmmmmmmmmm ..... und was ist dann der Beobachter, der bisher immer erwähnt wurde? Jetzt gibt es also noch einen weiteren Beobachter, der noch einen anderen Namen bekommt. Wer misst denn die Geschwindigkeit des externen Beobachters, wenn man selbst nicht feststellen kann, ob man sich bewegt? Dann kann der das ja auch nicht. Woher weiß der externe Beobachter, dass er sich wirklich nicht bewegt?

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Mit der modernen Technologie kann aber ein Beobachter auch direkt seine eigene Geschwindigkeit relativ zu einem Objekt messen, sobald ein materieller Kontakt (eine Reibung) zu diesem Objekt besteht: zum Beispiel ein Autofahrer mit einem Tachometer relativ zur Straße, oder ein Flugzeug relativ zur Luft. Oder auch mit Radaren und Laserpistolen nach materiellem Kontakt mit dem Objekt (Zweiwegmessung hin- und zurück).


Ein Flugzeug bewegt sich relativ zum (Erd)boden, nicht relativ zur Luft. Seine Geschwindigkeit wird aber von Wind beeinflusst. Aber wie misst man das wohl?
Außerdem ist das jetzt schon wieder eine ganz andere Situation. Beim Asteroiden/Raumschiffbeispiel gibt es also nicht nur Raumschiff, Asteroid und Erde, sondern auch noch ein viertes Objekt, den externen Beobachter. Und woher weiß jetzt der im leeren Raum, wie schnell er ist?

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Es gibt also mehrere Messmethoden der Geschwindigkeiten von Objekten und Beobachtern, je nach Möglichkeiten, Gegebenheiten und Machbachkeit. Das enscheidet der Experimentator.


Es geht doch gar nicht um die Methode, sondern um das direkte Messergebnis.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Es geht also hier nicht um verschiedene Messmethoden, sondern es geht um die Geschwindigkeitsadditionen


Dann eben explizit: was bedeutet es denn, wenn das FAHRENDE Polizeiauto zu einem anderen FAHRENDEM Auto eine Geschwindigkeit von 40 km/h misst?


Zur Erinnerung: es geht um die Behauptung, dass es unsinnig ist, den Beobachter als ruhend anzunehmen.

Mirko hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Auch hier wieder - wie und von welchem Standpunkt aus kann man diese Zustände feststellen? In Bezug auf was ruht A bzw. B bei 2. und. 3.?


Ein Fall für Konstellation 1 wo A und B zueinander ruhen: Könnte zwei parkende Autos sein.


Das können auch zwei FAHRENDE Autos sein, die mit derselben Geschwindigkeit unterwegs sind.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ein Fall für Konstellation 2, wo A ruht und B bewegt sich könnte sein: Auto A parkt und Auto B fährt
Ein Fall für Konstellation 3, wo B bewegt sich und A ruht könnte sein: Auto B fährt und Auto A parkt.


Wer ruht und wer sich bewegt, ist für das Ergebnis egal.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Hast Du genug Vorstellungskraft, Dir diese 3 Konstellationen vorzustellen?


Ich schon.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Strand- und Raumschiff/Asteroid-Gedankenexperimente stellen die 4. Konstellation dar: Hier bewegen sich beide Objekte mit Eigengeschwindigkeiten zueinander, auch per Definition (das wäre die Konstellation, wo Auto A und Auto B jeweils mit Eigengeschwindigkeiten zueinander fahren). Hast Du genug Vorstellungskraft, Dir auch diese Konstellation vorzustellen und zu erkennen, dass sie anders als die 3 anderen Konstellationen ist?


Ich kann mir das vorstellen, aber das war nicht meine Frage. Ich möchte wissen, wer hier bestimmt, was die "Eigengeschwindigkeit" welches Objektes in Bezug auf was ist.
Das ist vor allem beim Raumschiff und dem Asteroiden deutlich: Auf was beziehen sich diese Geschwindigkeiten? Ja, ich weiß, den "Raum". Aber was ist der Raum? Für mich ist das in diesem Fall ein fiktives Koordinatensystem, von dessen UNBEWEGTEN Nullpunkt aus gemessen bzw gerechnet wird. Dieses Koordinatensystem ist das Bezugssystem für die von dir angegebenen Geschwindigkeiten.
Frage: macht es für das Ergebnis einen Unterschied, ob man diesen fiktiven Punkt als unbewegt annimmt oder einfach entweder das Raumschiff oder die Erde oder den Asteroiden, je nachdem, von wo aus man die Geschwindigkeit der beiden anderen misst.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Wenn Du nicht genug Vorstellungskraft hast, Dir diese 4 Konstellation in der Natur vorzustellen, lohnt sich eigentlich eine Beteiligung in diesem Thread nicht, das hat keinen Sinn. :cry:

Viele Grüße
Jocelyne Lopez


Ob sich das für mich lohnt oder nicht, solltest du mir überlassen.
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Britta » Di 1. Jun 2010, 08:13

Mirko hat geschrieben:Dann eben explizit: was bedeutet es denn, wenn das FAHRENDE Polizeiauto zu einem anderen FAHRENDEM Auto eine Geschwindigkeit von 40 km/h misst?


Führerscheinentzug? :lol:
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 1. Jun 2010, 08:50

Mirko hat geschrieben:
Hmmmmmmmmmmmm ..... und was ist dann der Beobachter, der bisher immer erwähnt wurde? Jetzt gibt es also noch einen weiteren Beobachter, der noch einen anderen Namen bekommt. Wer misst denn die Geschwindigkeit des externen Beobachters, wenn man selbst nicht feststellen kann, ob man sich bewegt? Dann kann der das ja auch nicht. Woher weiß der externe Beobachter, dass er sich wirklich nicht bewegt?


Die untersuchten Konstellationen und die möglichen Messmethoden, um die Geschwindigkeiten im Rahmen dieser Gedankenexperimente zu messen, habe ich nun mal mehrfach dargestellt, mit mehreren anschaulichen Beispielen. Die Aufgabe ist klar: Es geht nur darum zu untersuchen, welches Additionstheorem zur Bestimmung der Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Objekten gilt (Galilei oder Einstein?) Die zu addierenden Geschwindigkeiten sind definiert, sie sind Meßdaten, sie sind zahlenmässig vorgegeben und stehen gleichermaßen für beide Additionstheoreme zur Verfügung: Die Zahlenbeispiele und die Aufgabe musst Du also schon akzeptieren können, sonst ist ja keine Diskussion über diese Gedankenexperimente möglich, das musst Du schon verstehen, oder? :(

Wenn Du Dir jedoch partout nicht vorstellen kannst, dass diese Konstellationen zustande kommen können, wie sie zustande kommen können und wie sie gemessen werden können, da ist nichts zu machen, kann ich leider nicht helfen. :( Ich kann nicht die Aufgabe, die zu lösen ist, ständig wiederholen, dazu habe ich die Zeit und die Lust nicht, ich bitte um Verständnis. Wenn Du wirklich keine Vorstellungskraft hast, Dir diese Konstellationen vorzustellen, selber nachzudenken und Dir Deine Fragen selbst zu beantworten - die ich Dir allerdings schon ein paar Mal in verschiedenen Variationen beantwortet habe - dann kann ich leider nicht helfen, das müssen andere versuchen. Die Aufgabe, die zu lösen ist, musst Du schon akzeptieren, sonst ist keine Diskussion möglich. Ich bin ehrlich gesagt auch nicht da, um mich ausschließlich mit Deinen Vorstellungsschwierigkeiten und Deiner Ablehnung der Gedankenexperimente zu beschäftigen, man wiederholt sich nur und die Elaborate nehmen dann erfahrungsgemäß kein Ende. Da wir uns also im Kreise drehen und uns jeweils nur wiederholen, schlage ich vernünftigerweise vor, erst einmal unseren Austausch zu beenden und erst einmal andere Teilnehmer zu Wort kommen lassen sollten, falls sie etwas Neues zu dieser Thematik beizutragen haben.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Zuletzt geändert von Jocelyne Lopez am Di 1. Jun 2010, 08:56, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Mirko » Di 1. Jun 2010, 08:52

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Mirko hat geschrieben:
Hmmmmmmmmmmmm ..... und was ist dann der Beobachter, der bisher immer erwähnt wurde? Jetzt gibt es also noch einen weiteren Beobachter, der noch einen anderen Namen bekommt. Wer misst denn die Geschwindigkeit des externen Beobachters, wenn man selbst nicht feststellen kann, ob man sich bewegt? Dann kann der das ja auch nicht. Woher weiß der externe Beobachter, dass er sich wirklich nicht bewegt?


Die untersuchten Konstellationen und die möglichen Messmethoden, um die Geschwindigkeiten im Rahmen dieser Gedankenexperimente zu messen, habe ich nun mal mehrfach dargestellt, mit mehreren anschaulichen Beispielen. Die Aufgabe ist klar: Es geht nur darum zu untersuchen, welches Additionstheorem zur Bestimmung der Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Objekten gilt (Galilei oder Einstein?) Die zu addierenden Geschwindigkeiten sind definiert, sie sind Meßdaten, sie sind zahlenmässig vorgegeben und stehen gleichermaßen für beide Additionstheoreme zur Verfügung, die Zahlenbeispiele und die Aufgabe musst Du schon akzeptieren können, sonst ist ja keine Diskussion über diese Gedankenexperimente möglich, das musst Du schon verstehen, oder? :(

Wenn Du Dir jedoch partout nicht vorstellen kannst, dass diese Konstellationen zustande kommen können, wie sie zustande kommen können und wie sie gemessen werden können, da ist nichts zu machen, kann ich leider nicht helfen. :( Ich kann nicht die Aufgabe, die zu lösen ist, ständig wiederholen, dazu habe ich die Zeit und die Lust nicht, ich bitte um Verständnis. Wenn Du wirklich keine Vorstellungskraft hast, Dir diese Konstellationen vorzustellen, selber nachzudenken, Dir Deine Fragen selbst zu beantworten - die ich Dir allerdings schon ein paar Mal in verschiedenen Variationen beantwortet habe - kann ich leider nicht helfen, das müssen andere tun. Die Aufgabe, die zu lösen ist, musst Du schon akzeptieren, sonst ist keine Diskussion möglich. Ich bin ehrlich gesagt auch nicht da, um mich ausschließlich mit Deinen Vorstellungsschwierigkeiten und Deiner Ablehnung der Gedankenexperimente zu beschäftigen, man wiederholt sich nur und die Elaborate nehmen dann erfahrungsgemäß kein Ende. Da wir uns also im Kreise drehen und uns jeweils nur wiederholen, schlage ich vernünftigerweise vor, erst einmal unseren Austausch zu beenden und erst einmal andere Teilnehmer zu Wort kommen lassen sollten, falls sie etwas Neues zu dieser Thematik beizutragen haben.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez



Wenn man die Voraussetzungen seines eigenen Gedankenexperimentes nicht versteht, dann wird es schwierig mit der Erklärung desselben.
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Mirko » Di 1. Jun 2010, 09:14

Um das mal zusammenzufassen:

Der Begriff "Eigengeschwindigkeit" macht keinen Sinn. Da steckt die Vorstellung drin, es gäbe so etwas wie eine bestimmte dem Objekt eigene Geschwindigkeit. Intrinsisch dürfte der Fachbegriff sein.
Problem: wie will man bestimmen, was denn diese Geschwindigkeit ist? Man bräuchte einen absoluten Ruhepunkt im Universum, auf den man sich beziehen kann. Es ist wenig sinnvoll, alle Geschwindigkeiten bezogen auf die Erdoberfläche als Eigengeschwindigkeit von allem zu definieren.
Außerdem ist das auch unnötig, wenn man weiß, auf welches Bezugssystem man sich bei der Angabe der Geschwindigkeit bezieht.

Was das Gedankenexperiment betrifft, egal ob nun Strand oder Raumschiff: hier wird ein absoluter unbewegter Beobachter angenommen, der eben diese ganzen Eigengeschwindigkeiten misst. Nur wird der nicht explizit erwähnt - er heißt mal Strand, mal Raum, mal Straße.

Dazu kommt dann so eine Aussage
So kann man natürlich immer eine konstante Geschwindigkeit von c zu allen bewegten Beobachtern mathematisch herbeizaubern, wenn man die Eigengeschwindigkeit des Beobachters rein mathematisch verschwinden lässt und v=0 einsetzt!


Genau das wird aber gemacht, wenn man diesen externen Beobachter annimmt. Nämlich eben für diesen externen Beobachter, der über allem schwebt.

Der Fehler des Gedankenexperiments bzw. bei dessen Deutung entsteht dadurch, dass dieser externe Beobachter still und leise einfach ignoriert wird nachdem er seine Messungen gemacht hat, und man dessen Beobachtungen dann wieder auf die ursprünglichen Beobachter ohne Umrechnung überträgt. Daraus wird dann ein Widerspruch konstruiert, der aber gar nicht da ist, wenn man alles korrekt zuordnet.

Und dann kommt noch diese Frage:
Soll man auch darunter verstehen, dass ein Beobachter immer zu sich selbst ruht, auch wenn er sich bewegt,


Ja, natürlich! Was denn sonst?

Zitiert aus dem Brief an Herrn Pössel.
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