rmw hat geschrieben:
Die Analogie stimmt halt ganz einfach nicht.
Natürlich stimmt die Analogie nicht, weil verschiedene Messungen und Messmethoden durcheinander gebracht werden.
- Die Messung einer Frequenz ist: „Wie viel Ereignisse pro Zeiteinheit“.
Wenn der Beobachter, der eine Frequenz misst, sich relativ zum Sender bewegt, verändert sich also die Frequenz, sprich die Anzahl der Ereignisse pro Zeiteinheit. Ganz normal. Das stellt keiner in Frage, das versteht auch jeder, man braucht dafür keine endlosen Elaborate.
- Die Messung einer Länge ist: „Ein Objekt mit einem unveränderlichen Maßstab vergleichen“.
Wenn der Beobachter, der eine Länge misst, sich zum Objekt bewegt, misst er also prinzipiell immer dieselbe Länge, weil sein Maßstab prinzipiell und per Definition sich nicht verändert. Ganz normal. Das stellt auch keiner in Frage und versteht auch jeder.
Die Unveränderlichkeit des Maßstabes bei einer Längenmessung ist ein anerkanntes und unverrückbares Prinzip der Messkunde, es ist eine Konvention. Wenn man dieses Prinzip der Messung in Frage stellt, stellt man die ganze Physik als messende Wissenschaft in Frage. Verändert sich der Maßstab, sind also die Messungen wertlos, ungültig und unbrauchbar.
Auch bei der Messung einer Länge mit dem Licht hat man sinnvollerweise vorausgesetzt, dass der Massstab (die LG) sich nicht verändert und absolut konstant bleibt. Messen also unendlich viele bewegte Beobachter mit der LG unendlich viele Länge für ein und dasselbe Objekt sind die Messungen ungültig und unbrauchbar, weil es bedeuten würde, dass der Massstab sich verändert hat - was messtechnisch und auch per Konvention nicht sein darf. Man misst zwar gängig in der Praxis mit Lasermessgeräten verschiedene Längen für ein Objekt, was nun mal bedeutet, dass die LG nicht konstant ist, jedoch nimmt man diese Umpräzision in Kauf, weil sie in unserer Dimension und für unsere praktischen Zwecke vernachlässigbar ist.
Siehe auch ein Aufsatz von Helmut Hille Messen als Erkenntnisakt, zum Beispiel:
Als Kognitionsmuster heißt messen demnach: Kenntniserwerb von unbekannten Abmessungen durch Vergleichen mit Standardmaßen (Maßeinheiten, Normale). Kenntnis von einer unbekannten Abmessung wird dadurch erworben, indem man sie zu einer bekannten Maßeinheit durch Zahlwerte auf Maßstäben in Relation setzt (die Zahl der Maßeinheiten/Normale wird Maßzahl genannt). Relationen sind etwas Mentales. So ist auch alles Messen rein mental. Verstehen heißt: Das Zurückführen des Unbekannten auf ein Vertrautes, dem wir trauen, weil wir es kennen. So auch beim Messen: Als Bekanntes ist das Normal das in allem Messen Gleichbleibende mit dem verglichen wird. Daher muß die Wissenschaft der Messung, die Metrologie, durch geeignete Normale und Definitionen dafür sorgen, daß ihre Maßeinheiten möglichst unveränderlich sind und weltweit gelten. Ohne diese Voraussetzung wären Ergebnisse der Naturwissenschaften fraglich bis wertlos und die moderne Technik büßte an Reproduzierbarkeit ein.
Eine Messvorschrift, wo für ein und dasselbe Objekt unendlich viele Länge bestimmt werden ist also völlig wertlos und unbrauchbar, weil sie zwangsläufig einem und demselben Masstab unendlich viele Länge zuordnet, was völlig stupide ist.
Ein kritischer Teilnehmer sagte auch anschaulich in einem Forum, die Messvorschrift Einsteins sei "Messen mit einem Gummiband"... Sehr sinnvoll, oder?
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
