Highway hat geschrieben:
Wieso wird in solchen Beispielen die der Erklärung dienen sollen davon ausgegangen, dass das Licht sich mit dem bewegten System fortbewegt? Wie ist der Wirkungsmechanismus?
Das ist eine sehr gute Frage und kann nicht a la Trigemina lapidar damit beantwortet werden, dass Licht sich eben nach allen Richtungen gleich schnell ausbreite, denn das Licht in der Uhr könnte ja ein Laserstrahl sein, womit auch rätselhaft wird, wieso der Strahl den richtigen Winkel annimmt, um die bewegten Spiegel zu treffen...
Die Lichtuhr ist Blödsinn. Wenn sie umfällt, funktioniert sie nicht mehr richtig und läuft nur dann gleich wie aufrecht, wenn sie sich verkürzt (Lorentzkontraktion) - auch dann, wenn sich ein Beobachter vorbei bewegt. Und diese Verkürzung muss eine
reale sein, keine scheinbare! Es ist aber nicht einzusehen, wieso sich eine umgefallene Lichtuhr real verkürzen sollte, bloß weil ein Beobachter vorbeiläuft
Mit der Lichtuhr habe ich mich schon mal hier
http://www.mahag.com/srt/uhr.php beschäftigt.
Zu den Myonen wäre zu sagen, dass zur Zeit des ersten Experimentes (Rossi&Hall, 1941) die diversen Zerfallskanäle, die zu Myonen führen, noch gar nicht bekannt waren. So wurde erst sechs Jahre nach dem Rossi&Hall Versuch das Kaon (K-Meson) von W. M. Powell entdeckt, und es stellte sich heraus, dass dieses Kaon bereitwillig Myonen liefert - und zwar auch auf der Erdoberfläche. Es ist ein sogenanntes seltsames Teilchen. Seltsam deshalb, weil es nach den Erhaltungssätzen der Teilchenphysik eigentlich stabil sein müsste und gemäß dem "Erhaltungssatz der Seltsamkeit" dürfte es auch keinesfalls zu Myonen zerfallen. Es geschieht trotzdem. Damit ist seine Halbwertszeit ein höchst unzuverlässiger Wert. Erwähnt soll auch sein, dass Kaonen immer und überall dort entstehen, wo hochenergetische Mesonen mit Nukleonen zusammenstoßen. Die "Myonenbeweise" für die SRT sind auch schon deshalb fragwürdig, weil ihre Bewegung zur Erdoberfläche gar nicht geradlinig gleichmäßig erfolgt, da ihr Fallen gekrümmt und beschleunigt ist. Die SRT ist demnach gar nicht anzuwenden. Die Diskrepanz, die entsteht, wenn man freien Fall und waagrechten Wurf mit der SRT berechnet, war übrigens der Grund für Einstein, die Notwendigkeit der Berücksichtigung der Gravitation einzusehen und die ART in Angriff zu nehmen.
Nichtsdestotrotz werden Myonenexperimente sogar von Schulklassen durchgeführt und das Ergebnis als Bestätigung der SRT gefeiert. Jede Religion braucht halt ihre Rituale
Grüße
Harald Maurer