[EDIT] Besser spät als nie
Guten Tag Artie,
vielen Dank für den Link auf das Datenblatt der HP-Uhr. Damit hast Du eine sehr schöne Möglichkeit zum Nachweis tendenziöser Beurteilungen geliefert. Glühende RT-Verfechter würden das wohl "Laienpfusch" nennen, und glühende RT-Kritiker wahrscheinlich "gezielte Manipulation". Tatsache ist jedenfalls, dass:
1) 30 Tage genau 2,592 * 10^6 Sekunden (20*24*60*60 s := A) haben;
2) die Langzeit-Genauigkeit der HP5071A-high-performance laut oben verlinktem Datenblatt (S.8 in der Mitte) bei stabiler Umgebung bei <= 10-^14 liegt (:= B) (eine
relative Angabe
ohne Einheit!);
3) der Messfehler der Uhr bei
30 Tagen Laufzeit bei A*B liegt, d.h. bei 2,592 * 10^(6-14) s ~= 2,6 * 10^-8 s ~=
26 ns4) Bei einem Tag Laufzeit kommt man mit den Herstellerangaben auf etwa eine
dreiviertel Nanosekunde Ungenauigkeit.
Das nur zur Richtigstellung der irreführenden Berechnungen von weiter oben im Forum:
Artie hat geschrieben:
0.00000000000001s Fehlerquote der Uhr in 30 Tagen.
Dieser Wert ist offenkundig falsch - ich hoffe nicht vorsätzlich - auch wenn er beeindruckend viele Nullen enthält (schneller wäre man mit der Schreibweise "0.000 000 000 000 01s" = 10^-14 s darauf gekommen.)
Das eigentliche Tragische in diesem Zusammehang ist, dass wissenschafliche Physik notwendig Datenmanipulation ist - allein schon deshalb, weil Daten eine willentlich erzeugte Abstraktion sind. Willentlich wohlgemerkt, und nicht willkürlich. Doch wann wird ein willentliches Experiment willkürlich? Vielleicht dann, wenn ein Experiment mit so verengtem Erwartungshorizont angelegt ist, dass Überraschungen ausgeschlossen sind?
Artie unterscheidet "willkürlich" und "willentlich" offenbar durch die "Normalität":
Artie hat geschrieben:
Der Uhrenabgleich ist auch keine Manipulation, sondern eine ganz normale vorgehensweise.
Ich bin sicher, dass die Verirrungen der heutigen Wissenschaft eng mit heutiger "Normalität" und "Üblichkeit" zusammenhängen.
Wenn man jedenfalls mit einem Experiment "Gewissheit", und nicht Erfahrung oder Erkenntnis erzeugen will, dann ist man Dogmatiker, aber ganz sicher kein Forscher. Experimente zum "sicheren Beweis" jeglicher Theorie sind heutzutage vielleicht heroisch, ähnlich wie das Spiel der Kapelle auf der sinkenden Titanic, aber tiefere Relevanz haben sie nicht. Ein gutes Experiment eröffnet neue Handlungs- und Deutungsspielräume.
Genau das tut das Haefele/Keating-Experiment bis heute nicht, egal wieviel oder wenig daran manipuliert wurde.
Viele Grüße aus dem Labor der
realitätsphysik
P.S.: Verzeiht die späte Meldung, ich hatte zunächst die vielen anderen Beiträge übersehen, die aber nichts an meiner zentralen Aussage ändern - so ich weiter nichts übersehen habe.