All hat geschrieben:
Aber, welche gemeinsame Grundlagen haben wir denn, um eine sinnvolle philosophische Diskussion zu führen?
Um eine sinnvolle Diskussion zu führen, müßte man sich kennen. So wirkt auf mich doch alles ziemlich ideologisch und interessengeleitet. Nach meiner Erfahrung bedarf es eines gemeinsamen Grundkonzeptes, um auf solcher Basis Gespräche führen zu können.
All hat geschrieben:
Ich stufe diese Auslegungen so ein, dass grundsätzlich alles was wir aus der Wahrnehmung ableiten, real so nicht existiert. Was real so nicht existiert, kann zwangsläufig auch gar nicht bewiesen werden.
Realitäten sind möglicherweise Produkte dessen, was uns der “Geist“ innerhalb seiner subjektiven Erfassungsweise vormacht. Wir können maximal alles nur deuten. Eine Deutung ist aber doch nur ein grobe Richtungsvorgabe, nichts reales Beständiges. Wir haben nach meiner Ansicht ein falsches Verständnis für Realität. Das schließt das Sein mit ein.
Das sind viele Aussagen, die dann letzten Endes immer auf den Punkt führen, dass "man" nix machen kann - allerdings wird dann von den Wissenschaftlern solch ein Medium wie das Internet doch gut beherrscht und über uns fliegen Flugzeuge. So haben wir eine Seinsumgebung in der wir uns bewegen und wissen, dass es
viele Betrachtungsebenen gibt:
Textverarbeitung
Darstellung alphanumerischer Zeichen
Darstellung von Pixel per Maschinencode
Elektronik eines Motherboards des Rechners
Digitale Funktionsweise eines Schaltwerkes
Funktionsweise elektronischer Bauelemende wie Transistor etc.
Freie Elektronen in der Leitungsbahn
Atome
Atomhülle
Elektronen
und so weiter
So werden wir auch in der Ontologie - der Lehre des Seins - viele Ebenen und Fragen finden, die wir allerdings nicht alle gleichzeitig erörtern können. Letzten Endes werden "wir" Menschen das tun, was letzten Endes Nutzen bringt oder worauf wir "Bock" haben. Was soll alles philosophieren über Realität, wenn du nackt im schneebedeckten winterlichen Wald leben sollst - ich kenne das - dann wirst du einen Schlafsack und Kleidung, die von Ingenieuren mit Hilfe von Textilmaschinen hergestellt worden sind, sehr zu schätzen wissen.
All hat geschrieben:
Was haben denn Physiker gemacht? Sie haben gemeinsame Anfangspunkte (Axiome) gesetzt auf die sie aufgebaut haben. Anders kann eine philosophische Erarbeitung des Universums auch nicht erfolgen.
Da sei nicht zu schnell mit Deinen Aussagen - meine ich. Ich kenne es eigentlich so, dass bereits ein Vorwissen vorhanden ist, d.h. es existieren Theorien, die fehlerhaft sind, wie Prototypen eines Automobils - darauf baut der Physiker dann auf. Nimm das Phänomen Schall, da gibt es vier Bedingungen, zu denen eine umfassende Erklärung zu finden ist:
Konstante Schallgeschwindigkeit
Wind erzeugt keinen deutlichen Schall
Bewegung eines Objektes mit Schallgeschwindigkeit erzeugt Geräusch
Stark beschleunigte Bewegung einer Membran ohne hohe Endgeschwindigkeit erzeugt Schall
Nach vielen Überlegungen komme ich zu dem Ergebnis:
So bleiben abschließend zwei grundsätzliche Möglichkeiten der Schallerzeugung:
Man hört nur einen Ton, wenn die Auslenkung mit Schallgeschwindigkeit oder mit mehr als Schallgeschwindigkeit erfolgt
oder wenn
die Auslenkung mit großer Beschleunigung erfolgt.
Es kommt vermutlich darauf an, dass durch hohe Geschwindigkeit oder große Beschleunigung des Schallerzeugers die Teilchen des Mediums sehr stark komprimiert werden und dann unter Energiefreisetzung solche Schallmauer durchbrochen wird. Wobei auch eine hohe kurzzeitige Beschleunigung zu einer solchen Schallmauer führt, da nicht nur die Massenträgheit der Teilchen direkt vor der auslenkenden Membran zu überwinden ist, sondern auch die Massen der Teilchen weit vor der Membran zu beschleunigen sind.
All hat geschrieben:
Schon allein die Frage sollte vorab geklärt sein, ob der Geist vom Körper getrennt zu sehen ist.
Wieder geht es um die Betrachtungsebenen - man könnte sagen, dass Körper und Geist wie Hardware und Software sind, d.h. die Informationsverarbeitung findet in irgendwelchen Organen statt. Wozu machen wir das alles - wir wollen durch Nutzung und Schaffung eines "geistigen Überbaus" die Natur nutzbar machen.
All hat geschrieben:
Ich für mich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass wir lediglich funktionieren. Das Universum zum Beispiel funktioniert nicht in diesem Sinne, es ist einfach da. Wenn es nach gewissen Prinzipien funktionieren müsste, wie wir, dann wäre es nicht existent, inklusive der Vielfalt die es auf der Erde gibt.
Da kann man tausende entsprechende Aussagen machen, d.h. der eine sagt dies und der andere jenes - worauf es ankommt sind Begründung und Überzeugungskraft des Gesagten. Wenn man den Begriff "Gott" einführt, dann wären die Aussagen völlig anders.
All hat geschrieben:
Aber mal zur Gravitation:
Was ist denn wenn es keine Gravitation gibt? Was ist, wenn alles nur fließt? Was ist, wenn alles nur Verschiebungen von Dichten sind. Was ist, wenn es für uns nur messbare Dichten und nicht messbare Dichten gibt. Dann leiten wir doch aus diesen Dichten alles mögliche ab.
Wir sind nicht auf den Stand der Kreatur - sondern nutzen einen unermesslichen Kosmos von Wissen. Verbal kann man alles notieren - es ist nun einmal so, dass hier im deutschsprachigen Raum und auch sonstwo in West-Europa und USA bestimmte Begrifflichkeiten, z.B. Gravitation, existieren und mit solchen Begriffen erfolgreich gearbeitet wird. Das wird sehr ideologisch, wenn der eine Gravitation oder Dichte sagt - und der andere sagt, es gibt weder Gravitation noch Dichte, d.h. es geht um eine zwischenmenschliche Situation mit entgegengesetzten Interessensphären - würde der eine "Monitor" sagen, dann würde der andere sagen, dass es keine "Monitore" geben würde - somit wäre keine gemeinsame Kommunikationsebene vorhanden.
All hat geschrieben:
Was ist, wenn wir sogar Werkzeuge erfinden, die in der Natur ebenfalls nicht existieren, so etwas wie Dimensionen, ja was ist denn dann?
Die geistigen Instrumente, die der Mensch benutzt, sind meistens in der Natur nicht vorhanden, d.h. es handelt sich um Abbildungen oder Modelle, durch welche die Natur auf die Verständnisebene des Menschen abgebildet wird - so dass er durch dieses Verständnis der Natur die Natur nutzbar machen oder zumindest begreifbar machen kann.
So wird man in der Natur Punkte, Ebenen, Räume und vierdimensionale Hyperräume finden - und damit man damit umgehen kann - wird euklidsche Geometrie betrieben.