bumbumpeng hat geschrieben:Mir scheint, dass da vermutlich nicht alles glatt zusammen passt? Irgendwie habe ich das Gefühl, wie wenn es da gewisse Unstimmigkeiten gibt im Text bei Lügenpedia?
Durchaus nicht, man muss sich halt mit der Materie auskennen.
Die Apollo-9-Mission (März 1969) war der erste bemannte Testflug der Mondlandefähre (Lunar Module, LM) im Weltraum. Das LM hatte zwei Teile:
Abstiegsstufe: Wird beim Abstieg zum Mond benutzt.
Aufstiegsstufe: Bringt die Astronauten wieder vom Mond zurück zur Kommandokapsel.
Bei Apollo 9 wurde die Fähre im Erdorbit getestet, da es ein reiner Testflug war – keine Mondlandung.
Was passierte mit "Spider"?
1. Nach dem Testmanöver im Orbit stiegen McDivitt und Schweickart wieder in das Kommandomodul "Gumdrop" zurück.
2. Die Mondfähre "Spider" wurde abgetrennt.
3. Man zündete ferngesteuert das Aufstiegstriebwerk, um sie von der Crew wegzubewegen.
4. Nach dem Ausbrennen des Treibstoffs blieb die Aufstiegsstufe von "Spider" in einer Umlaufbahn um die Erde.
5. Diese Bahn war hoch genug, dass sie erst am 23. Oktober 1981 wieder in die Erdatmosphäre eintrat und verglühte.
Warum hat das so lange gedauert?
Der Erdorbit, in dem "Spider" verblieb, war relativ hoch (Perigäum etwa 204 km, Apogäum über 500 km).
In solchen Höhen gibt es nur wenig atmosphärischen Widerstand – das heißt, die Bahn "verfällt" nur sehr langsam.
Es gibt keinen Antrieb mehr, also bleibt das Objekt im Orbit, bis es durch Atmosphärenschlepp irgendwann langsam absinkt.
Das dauerte in diesem Fall über 12 Jahre.