Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Beitragvon contravariant » Sa 10. Apr 2010, 15:20

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ich habe nirgendwo und nirgendwann behauptet, dass die Legislative oder die Exekutive per Gesetz oder per Polizeigewalt eine Kritik der SRT verhindern würde… :? Wo hast Du es wieder her?

Doch hast du, und dort tust du es schon wieder:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Der Staat handelt verfassungswidrig.

Also der Staat handelt verfassungswidrig und unterdrückt die "Kritiker", aber weder Legislative noch Judikative noch Exekutive haben irgendetwas unternommmen, um die "Kritiker" zu behindern oder die "Kritik" zu verhindern. Dann würde mich jetzt natürlich interessieren, in welcher Form der Staat das tut. Jetzt mal konkret, welche Entscheidung des Staates unterdrückt denn die "Kritiker".
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Re: Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Beitragvon contravariant » Sa 10. Apr 2010, 15:33

Gerhard Kemme hat geschrieben:Die Kritik an der Relativitätstheorie ist nun einmal verbunden mit den kritischen Positionen vor dem Zweiten Weltkrieg und wird dann pauschal als Deutsche Physik abgetan auch wenn sie mit exzellenten Physikern wie Philipp Lenard verbunden war.

Du verwechselst da etwas. Die Physik von Lenard wird dir keine Probleme bereiten. Wenn du allerdings dessen politische Ansichten teilst und diese frei artikulierst, dann kannst du unter Umständen tatsächlich Ärger bekommen. Und das völlig zu Recht.
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Re: Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Beitragvon Gerhard Kemme » Sa 10. Apr 2010, 15:43

contravariant hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ich habe nirgendwo und nirgendwann behauptet, dass die Legislative oder die Exekutive per Gesetz oder per Polizeigewalt eine Kritik der SRT verhindern würde… :? Wo hast Du es wieder her?

Doch hast du, und dort tust du es schon wieder:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Der Staat handelt verfassungswidrig.

Also der Staat handelt verfassungswidrig und unterdrückt die "Kritiker", aber weder Legislative noch Judikative noch Exekutive haben irgendetwas unternommmen, um die "Kritiker" zu behindern oder die "Kritik" zu verhindern. Dann würde mich jetzt natürlich interessieren, in welcher Form der Staat das tut. Jetzt mal konkret, welche Entscheidung des Staates unterdrückt denn die "Kritiker".


Selbstverständlich unterdrücken auch die staatlichen Organe eine Kritik an der SRT. Die Kritik an der SRT hängt nicht unhistorisch in der Luft, sondern reiht sich in den Kontext einer Vielzahl kritischer Arbeiten gegen die RT von A.E. in den Jahren 1910-1945 ein. Man wird den anthropologischen Sachverhalt widerstrebend zur Kenntnis nehmen müssen, dass der einzelne Wissenschaftler sich an den ihn umgebenden gesellschaftlichen Rahmen anpassen muss. Wenn dann wie in Deutschland und auch Österreich nach einem Krieg ein radikaler Systemwechsel vollzogen worden ist, dann sind die Wissenschaftler des vorherigen politischen Systems out - selbst, wenn sie zuvor fachlich objektiv nur wissenschaftlich exzellente Topleistungen erbracht haben. Und diejenigen, die heutzutage den fachlich hervorragenden Teil der Kritik an der RT eines Philipp Lenard unterstützen und diesen Anteil des Lebenswerkes trennen von dessen Zugeständnissen an das damalige politische System, die stehen ganz schnell mit einem Bein im Gefängnis, wenn sie sich intensiv zur Deutschen Physik auslassen oder gar Lehrstühle fordern, wo die kritischen Positionen von Wissenschaftlern unterstützt und entfaltet werden, die in den Nürnberger Prozessen verurteilt worden sind. Die entsprechenden Strafgesetze stehen irgendwo bei StGB § 82 und so. Entsprechende Verordnungen bezüglich des sogenannten Gedankengutes der damaligen Zeit könnte man vermutlich noch haufenweise finden.
Im Prinzip müsste die gesamte Kritik an der RT nocheinmal ohne jegliche historische Bezugnahme geschrieben werden, nur dass ist kaum möglich und wäre wissenschaftlich auch naiv. So bleibt einfach, dass die Qualität der Kritik den Mängeln der Relativitätstheorie gegenüber gestellt wird und die Gewissheit, dass sich Wahrheit zum Schluss durchsetzt.

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Re: Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Beitragvon Gerhard Kemme » Sa 10. Apr 2010, 15:53

contravariant hat geschrieben:
Gerhard Kemme hat geschrieben:Die Kritik an der Relativitätstheorie ist nun einmal verbunden mit den kritischen Positionen vor dem Zweiten Weltkrieg und wird dann pauschal als Deutsche Physik abgetan auch wenn sie mit exzellenten Physikern wie Philipp Lenard verbunden war.

Du verwechselst da etwas. Die Physik von Lenard wird dir keine Probleme bereiten. Wenn du allerdings dessen politische Ansichten teilst und diese frei artikulierst, dann kannst du unter Umständen tatsächlich Ärger bekommen. Und das völlig zu Recht.


Solche Trennung wird sicherlich schriftlich teilweise möglich sein, in konkreten Unterredungen und Live-Diskussionen wird eine solche Trennung nicht zugelassen, wobei auch eine gewisse Freiheit der Erörterung benötigt wird, was bei heutiger Gesetzeslage kaum vorhanden ist.

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Re: Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Beitragvon Jocelyne Lopez » Sa 10. Apr 2010, 16:30

contravariant hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ich habe nirgendwo und nirgendwann behauptet, dass die Legislative oder die Exekutive per Gesetz oder per Polizeigewalt eine Kritik der SRT verhindern würde… :? Wo hast Du es wieder her?

Doch hast du, und dort tust du es schon wieder:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Der Staat handelt verfassungswidrig.

Also der Staat handelt verfassungswidrig und unterdrückt die "Kritiker", aber weder Legislative noch Judikative noch Exekutive haben irgendetwas unternommmen, um die "Kritiker" zu behindern oder die "Kritik" zu verhindern. Dann würde mich jetzt natürlich interessieren, in welcher Form der Staat das tut. Jetzt mal konkret, welche Entscheidung des Staates unterdrückt denn die "Kritiker".

Ich habe doch ein paar konkrete Nachweise aufgelistet, wo der Staat (also das öffentliche Bildungs- und Forschungssystem) die Kritik an der Relativitätstheorie verleugnet, unterdrückt, diffamiert und ausgeblendet hat, also verfassungswidrig gehandelt hat:

- Ist es nicht Identifikation mit einer Theorie, wenn der Staat 10 Mio Euro aus der Steuerkasse allein für die Feierlichkeiten im „Einstein-Jahr 2005” ausgibt, ohne je ein einziges Cent für die Vermittlung der Kritik dieser Theorie im Bildungssystem seit Jahrzehnten ausgegeben zu haben? Siehe z.B. hier.

- Ist es meinungsneutrale Wissenschaftspflege und Vermittlung der Wissenschaft an die nächstfolgende Generation, wenn anlässlich der teueren Feierlichkeiten des Einstein-Jahrs die kritischen Einträge von 2 Bürgern (darunter vom Kritiker Christoph von Mettenheim) kommentarlos aus dem Gästebuch des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gelöscht wurden? Siehe z.B. hier.

- Ist es meinungsneutrale Wissenschaftspflege und Vermittlung der Wissenschaft an die nächstfolgende Generation, wenn anlässlich der teueren Feierlichkeiten des Einstein-Jahrs in einer vom Bundesministerium finanzierten Aufstellung in Berlin die Kritik der Relativitätstheorie einzig und allein durch Aufstellung des Buches eines Kritikers (Gehrke) in einer Vitrine dem Publikum vorgestellt wurde, in unmittelbarer Nähe einer Maschinenpistole des Typs, mit dem 1922 Rathenau ermordert wurde? Ist es meinungsneutrale Wissenschaftspflege und Vermittlung der Wissenschaft an die nächstfolgende Generation, dem Publikum zu suggerieren, Kritiker der Relativitätstheorie seien Mörder und Terroristen? Siehe z.B. hier.

- Ist es meinungsneutrale Wissenschaftspflege und Vermittlung der Wissenschaft an die nächstfolgende Generation, wenn die Verlage, die die Bücher zur Gestaltung der Lehre im öffentlichen Bildungssystem herausgeben, kein Wort über eine fachlich fundierte Kritik der Relativitätstheorie seit über 100 Jahren erwähnen, geschweige denn darlegen?

- Ist es meinungsneutrale Wissenschaftspflege und Vermittlung der Wissenschaft an die nächstfolgende Generation, wenn vom bekanntesten Lexikonverlag (Brockhaus) auf Anfrage eines Lehrers zur Gestaltung des Unterrichts die Auskunft erteilt wurde, es gäbe nur antisemitische und unseriöse Kritiker der Relativitätstheorie? Siehe hier.

- Ist es meinungsneutrale Wissenschaftspflege und Vermittlung der Wissenschaft an die nächstfolgende Generation, wenn das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in den Medien verbreitet, dass es nur antisemitische Kritiker der Relativitätstheorie gäbe? Siehe z.B. hier.

- Ist es meinungsneutrale Wissenschaftspflege und Vermittlung der Wissenschaft an die nächstfolgende Generation, wenn eine Bundesministerin für Bildung und Forschung den Kritikern der Relativitätstheorie lediglich private Mittel, privates Engagement, Selbstverlage und das Internet zur Verbreitung und Vermittlung ihrer kritischen Ansätze und ihrer Arbeiten zuweist? Siehe z.B. hier.

- Ist es meinungsneutrale Wissenschaftspflege und Vermittlung der Wissenschaft an die nächstfolgende Generation, wenn der Staat wissentlich den Kritikern der Relativitätstheorie Verleumdungen, Beleidigung und Hetze im Internet aussetzt und daran keinen Handlungsbedarf im Interesse der Allgemeinheit erkennt? Siehe z.B. hier.

Der Nachweis mit der größten Beweiskraft ist meiner Meinung nach der passive Nachweis, dass die Verlage, die die Bücher zur Gestaltung der Lehre im öffentlichen Bildungssystem herausgeben, kein Wort über eine fachlich fundierte Kritik der Relativitätstheorie seit über 100 Jahren erwähnen, geschweige denn darlegen. Oder kannst Du zufälligerweise Lehrbücher nennen, wo die Autore, die Argumente, die Einwände und die Experimente der Kritik genannt und Gegenpositionen dargestellt werden?

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Re: Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Beitragvon contravariant » Sa 10. Apr 2010, 16:56

Gerhard Kemme hat geschrieben:Solche Trennung wird sicherlich schriftlich teilweise möglich sein, in konkreten Unterredungen und Live-Diskussionen wird eine solche Trennung nicht zugelassen, wobei auch eine gewisse Freiheit der Erörterung benötigt wird, was bei heutiger Gesetzeslage kaum vorhanden ist.

Es ist definitiv möglich, über Äthertheorien zu forschen, zu lehren und zu publizieren ohne sich dabei in faschistischen und rassistischen Ergüssen zu ergehen.
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Re: Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Beitragvon contravariant » Sa 10. Apr 2010, 17:04

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
contravariant hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ich habe nirgendwo und nirgendwann behauptet, dass die Legislative oder die Exekutive per Gesetz oder per Polizeigewalt eine Kritik der SRT verhindern würde… :? Wo hast Du es wieder her?

Doch hast du, und dort tust du es schon wieder:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Der Staat handelt verfassungswidrig.

Also der Staat handelt verfassungswidrig und unterdrückt die "Kritiker", aber weder Legislative noch Judikative noch Exekutive haben irgendetwas unternommmen, um die "Kritiker" zu behindern oder die "Kritik" zu verhindern. Dann würde mich jetzt natürlich interessieren, in welcher Form der Staat das tut. Jetzt mal konkret, welche Entscheidung des Staates unterdrückt denn die "Kritiker".

Ich habe doch ein paar konkrete Nachweise aufgelistet, wo der Staat (also das öffentliche Bildungs- und Forschungssystem) die Kritik an der Relativitätstheorie verleugnet, unterdrückt, diffamiert und ausgeblendet hat, also verfassungswidrig gehandelt hat:

Du bringst hier zwei Ebenen durcheinander das Schulsystem und die unversitäre Forschung. Die Wissenschaftsfreiheit bezieht sich nur auf die Wissenschaft und damit nicht auf das Schulsystem. Und du hast mehrfach behauptet, dass die Wissenschaftsfreiheit der "Kritiker" eingeschrängt worden wäre, ohne auch nur einen konkreten Fall nennen zu können. Und jetzt diesen albernen Publicitykram und eine Nichtnennung in einer Enzyklopädie (seit wann ist der Brockhaus staatlich?!) als "Verfassungsbruch" anzuführen, naja...
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Re: Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Beitragvon Gerhard Kemme » Sa 10. Apr 2010, 17:32

contravariant hat geschrieben:Du bringst hier zwei Ebenen durcheinander das Schulsystem und die unversitäre Forschung. Die Wissenschaftsfreiheit bezieht sich nur auf die Wissenschaft und damit nicht auf das Schulsystem. Und du hast mehrfach behauptet, dass die Wissenschaftsfreiheit der "Kritiker" eingeschrängt worden wäre, ohne auch nur einen konkreten Fall nennen zu können. Und jetzt diesen albernen Publicitykram und eine Nichtnennung in einer Enzyklopädie (seit wann ist der Brockhaus staatlich?!) als "Verfassungsbruch" anzuführen, naja...


Wobei es eine unzutreffende Auffassung ist, dass ein Freiheits-Gebot, z.B. Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit oder eben Wissenschaftsfreiheit von den staatlichen Stellen verlangt, dass sie sich neutral und passiv zu verhalten hätten. Das Gegenteil ist der Fall, der Staat hat durch den Einsatz seiner Staatsmacht dafür zu sorgen, dass diejenigen, die permanent in allen Grundrechten von z.B. internationalen Organisationen unterdrückt werden, noch Restbestände von Grund- und Menschenrechten abbekommen. Die staatlichen Bürokratien können vielfältigen Einfluss auf Universitäten und Allgemeinbildende Schulen ausüben - bei den Hochschulen z.B. über die Diplom-Prüfungsordnungen und das Prüfungspersonal, d.h. man sollte sich einmal die Prüfungsordnung für Diplomphysiker ansehen. Wenn dort also ein Prüfungsthema Relativitätstheorie gefordert wird, dann könnte in der Prüfungsordnung der Zusatz stehen, dass auch fundierte Kenntnis in der Kritik an der Relativitätstheorie nachgewiesen werden muss. Alleine mit einer solchen Forderung wäre ein Anreiz gegeben einen entsprechenden Lehrstuhl zu schaffen. Doch man könnte auch über Aliens oder Fliegende Untertassen diskutieren, wenn durch irgendein Wunder tatsächlich irgendwo eine solche Prüfungsordnung Gültigkeit bekäme, dann hätte man nur noch randalierende Studentenmassen.
Ein Grunddilemma ist auch, dass keine bekannten Persönlichkeiten als Vertreter einer Kritik der Relativitätstheorie zugelassen werden, während auf der anderen Seite Albert Einstein als zentrale Figur ständig publizistisch unterstützt wird.

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Re: Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Beitragvon contravariant » Sa 10. Apr 2010, 17:44

Gerhard Kemme hat geschrieben:Die staatlichen Bürokratien können vielfältigen Einfluss auf Universitäten und Allgemeinbildende Schulen ausüben - bei den Hochschulen z.B. über die Diplom-Prüfungsordnungen und das Prüfungspersonal, d.h. man sollte sich einmal die Prüfungsordnung für Diplomphysiker ansehen.

Die Prüfungsordnungen an den Universitäten werden von den Universitäten festgelegt (Ausnahme: Staatsexamina, da steckt das ja auch schon im Namen). Die Festlegung der Prüfungsinhalte sowie die Berufung der Professuren werden durch die Wisssenschafts- und Lehrfreiheit gedeckt und sind damit ausserhalb des Einflussbereichs des Staates. Die Wissenschaftsfeiheit besagt weiterhin *nicht*, dass jeder, der seine Meinung für Wissenschaft hält, diese an eine Universität in die Prüfungsinhalte schreiben darf.
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Re: Eine Initiative zur Wissenschaftsfreiheit

Beitragvon Gerhard Kemme » Sa 10. Apr 2010, 18:24

contravariant hat geschrieben:
Gerhard Kemme hat geschrieben:Die staatlichen Bürokratien können vielfältigen Einfluss auf Universitäten und Allgemeinbildende Schulen ausüben - bei den Hochschulen z.B. über die Diplom-Prüfungsordnungen und das Prüfungspersonal, d.h. man sollte sich einmal die Prüfungsordnung für Diplomphysiker ansehen.

Die Prüfungsordnungen an den Universitäten werden von den Universitäten festgelegt (Ausnahme: Staatsexamina, da steckt das ja auch schon im Namen). Die Festlegung der Prüfungsinhalte sowie die Berufung der Professuren werden durch die Wisssenschafts- und Lehrfreiheit gedeckt und sind damit ausserhalb des Einflussbereichs des Staates. Die Wissenschaftsfeiheit besagt weiterhin *nicht*, dass jeder, der seine Meinung für Wissenschaft hält, diese an eine Universität in die Prüfungsinhalte schreiben darf.


Die gesetzlichen Normen werden durch die Landeshochschulgesetze vorgegeben. Für die meisten Hochschulen existiert zwar eine Selbstverwaltung, wobei allerdings etliche Bedingungen auch von den staatlichen Institutionen wie Parlament und Landesregierung vorgegeben werden. Im Einzelnen das Landeshochschulgesetz von Hamburg:
http://hh.juris.de/hh/gesamt/HSchulG_HA.htm#HSchulG_HA_rahmen

Die Hochschulen heißen sogar "Staatliche Hochschulen" und die Professoren werden entsprechend den Beamten besoldet, während Private Hochschulen staatlich anerkannt werden müssen. Die Prüfungsordnungen müssen dem Landeshochschulgesetz jeweils angepasst werden:
§ 127
Prüfungsordnungen
Hochschulprüfungsordnungen und staatliche Prüfungsordnungen nach § 65 Absatz 1 des Hamburgischen Hochschulgesetzes in der Fassung vom 2. Juli 1991 in der bis zum 27. Juli 2001 geltenden Fassung sind innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes den Vorschriften dieses Gesetzes anzupassen.


Es gibt Anteile von Selbständigkeit des Lehrpersonals und der Universitäten aber auch viele staatliche Einflussmöglichkeiten. Wenn von Seiten des Staates der Eindruck gewonnen wird, dass eine Universität nur noch einseitige Wissenschaft betreibt, dann kann eine solche Universität z.B. geschlossen werden, entsprechend glaube ich kaum, dass bei eklatanten Verstößen gegen die Dienstpflichten ein Prof noch lange sein Gehalt bekommt. Allerdings ist die Hochschulgesetzgebung ein weites Feld. Wenn es politischer Wille staatlicher Institutionen wäre, die Kritik an der Relativitätstheorie aufzuwerten, dann könnte dies formaljuristisch durchgesetzt werden.

mfg
Zuletzt geändert von Gerhard Kemme am Sa 10. Apr 2010, 18:43, insgesamt 1-mal geändert.
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