Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Hier werden andere Standardmodelle der Physik kritisiert oder verteidigt

Re: Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 3. Dez 2013, 07:12

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Die klare Beantwortung dieser Frage ist nämlich eine schwere Prüfung für einen Relativisten wie Possel, der nicht da ist, um die Theorie zu erklären bzw. der wissenschaftlichen Wahrheitssuche zu dienen, sondern einzig um die Theorie vor Kritik zu schützen. Pössel ist nicht blöd, er hat ganz genau meine Frage verstanden und er wusste ganz genau worauf es ankommt bei einer klaren Beantwortung der Frage. Und er hatte auch gar keine Lust meine Frage zu beantworten, konnte aber nicht anders - die Umstände waren so, dass er eine Antwort geben musste. Er hat sie auch unmissverständlich gegeben: Die Laengenkontraktion geht nicht mit materiellen Veraenderungen des Koerpers einher;

Ein bewegter Stab verkürzt sich also nicht materiell in der SRT. Das ist das, was ich unmissverständlich von ihm hören wollte, und Pössel wusste auch von vorneherein, dass ich das von ihm hören wollte. Das ist nämlich nicht nur meine persönliche Interpretation der SRT, sondern die Interpretation aller Kritiker der Relativitätstheorie seit 100 Jahren.


Das Bestreben der Kritiker, von den in der Wissenschaftsgemeinde etablierten Relativisten eine klare Antwort bzw. überhaupt eine Antwort auf wesentliche Fragen zu erhalten, die die Theorie in Frage stellen, ist nicht neu und auch nicht von mir erfunden, weit verfehlt: Dieses Bestreben besteht seit Aufstellung der Theorie, und zwar weltweit.

Auch das Verhalten von Markus Pössel als etabliertem Relativisten, möglichst Fragen „diplomatisch“ auszuweichen, um die Theorie vor Kritik zu schützen, ist nicht neu, es besteht auch seit Aufstellung der Theorie.

Ein spektakuläres Beispiel ist der Weg und die Erfahrung von Prof. Herbert Dingle, der als hochqualifizierter Wissenschaftler spätestens seit 1960 versucht hat, systematisch die Relativistengemeinde zu Antworten auf wesentliche Fragen zu bewegen – vergeblich, siehe hier.

Darüber berichtet die Forschungsgruppe G.O. Mueller, zum Beispiel hier:

Zitate G.O. Mueller :

Dingle stellt fest, daß keiner seiner Diskussionspartner auf sein Argument der strikten Symmetrie aufgrund des Relativitätsprinzips eingeht und es widerlegt. „All this, of course, is only an involved way of expressing the simple argument already cited, on which strange silence is maintained. Critics would save themselves many headaches if they would find the flaw in that instead of devising new ways of bypassing it
[...]
Dingle stößt hier auf die Taktik der Relativisten, auf vorgetragene Argumente der Kritik nicht einzugehen, weil sie sie nicht widerlegen können. Sein weiterer Weg als Kritiker wird diesen Sachverhalt immer krasser ins Licht rücken.
[...]
Dingle bringt hier bereits die Frage vor, auf die er später jahrelang – in theologischer Demut – von mehreren Instanzen und Autoritäten in Großbritannien Antwort verlangen wird, auf die er aber nur das verbissene Schweigen des Establishments erntet: Wie entscheidet die Theorie die Frage, welches von zwei Inertialsystmen … ? Dingle und mehrere andere Kritiker zeigen, daß die Theorie bereits durch konsequente Anwendung ihres eigenen „Relativitätsprinzips“ mit voller Gegenseitigkeit widerlegt wird.
[...]
Dingle denunziert das Totschweigen der Kritik durch die Relativisten: aber auch auf diese Denunziation, über die Jahre hin immer wieder vorgebracht, wird er keine Antwort erhalten.
Solange die „Omertà“ der Mafia derart perfekt aufrechterhalten wird, droht der Theorie keine Gefahr.
[...]
Dingle erlebt, daß man eine Theorie, die sozial abgesichert ist, physikalisch nicht zu kritisieren braucht. Eine Kritik, auf die niemand antwortet, hat nie stattgefunden: das ist das Operationsgeheimnis der Relativisten.
[...]
Dingle beklagt abschließend die Haltung der Relativisten, jede Kritik als Mißverständnis abzuwerten: „Unfortunately, the dogma that a refusal to accept special relativity theory is necessarily based on a misunderstanding of it has become so powerful that it is almost impossible for serious criticism to be read with sufficient care to evoke the awareness that it merits attention
[...]
Dingle zitiert als Beispiel für diese Haltung H. Arzeliès (1961): „La discussion sort du domaine de la physique; elle relève de la psychologie expérimentale ou de la psychiatrie. Je dis cela très sérieusement, sans aucune ironie … De toute façon, continuer à discuter entre physiciens, avec des arguments de physique ou de mathématique, est une perte de temps“. (NB von J. Lopez - Meine Übersetzung: Die Diskussion verlässt das Gebiet der Physik: sie gehört zur experimentalen Psychologie oder zur Psychiatrie. Ich sage dies sehr ernst, ohne jegliche Ironie... Auf jeden Fall ist die Fortführung einer Diskussion zwischen Physikern mit Argumenten der Physik oder der Mathematik ein Zeitverlust“). Damit gilt für Arzeliès jegliche Kritik von vornherein als erledigt. So hätten die Relativisten es gern: die Theorie ist unfehlbar, und es gibt kar keine Kritik, sondern nur „Fehlinterpretationen“, wie es mehrere ihrer Bücher bereits im Titel ausdrücken: „Interpretationen und Fehlinterpretationen …“; man möchte den Kritikern damit sogar den Status des Kritikers absprechen! Arzeliès geht noch einen, den vorerst letzten Schritt weiter: diese Leute (die Kritiker) sind krank, sie gehören in psychiatrische Behandlung, aus dem Verkehr gezogen, und das meint er „très sérieusement“ (sehr ernst), damit kein Zweifel bleibt.

Wo waren die Physik und die übrige Naturwissenschaft 1961: haben sie Einspruch gegen Arzeliès erhoben, haben sie ihre eigenen Andersdenkenden geschützt? Wo sind sie heute? Das sind die Methoden des Stalinismus in der Relativistik, im Westen allerdings nicht so leicht zu machen.
[...]
Dingle als einer der direkt Betroffenen reagiert sanft resigniert, immer noch auf Gesprächspartner hoffend.

Aus seinen verzweifelten Fragen am Schluß gibt es einiges zu lernen:
(1) Die Branche hat andere Interessen als die „discovery of truth“.
(2) Sie weicht vorsätzlich von der Rechtschaffenheit ab.
(3) Die Branche glaubt sich so mächtig, daß sie eine Entdeckung der „Abweichung“ für immer verhindern kann.

Soweit nur aus Dingles Veröffentlichungen zu entnehmen ist (und deshalb wäre eine Biographie unerläßlich), hat er über seine Situation in Großbritannien hinaus nicht wahrgenommen, wie es den Kritikern in anderen Ländern ergangen ist: eine Internationale der Kritiker hätte das Lügensystem der Relativistik vor ein öffentliches Tribunal gezogen, und sie wird es einmal tun. Dingle hat leider nicht mehr erlebt, daß es heute eine ganze Schicht von kritischen Periodika und Veranstaltungen gibt, die die verlorengegangene Freiheit der Wissenschaft in die Physik wiedereinführen werden.


Parallelen zwischen den damaligen und jetzigen Umständen sind nicht zufällig. ;)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 3. Dez 2013, 11:51

Superluminar hat geschrieben:
blablabla, bla, blaba...


Ist schon gut Manuel xxx, über Deine eigene Interpretation von Markus Pössel hast Du Dich ausgiebig und überall in Eurem Netzwerk seit Jahren ausgelassen, ich kenne sie schon, keinen Bock sie noch einmal zu hören. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Jocelyne Lopez
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Re: Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Beitragvon All » Di 3. Dez 2013, 13:10

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Parallelen zwischen den damaligen und jetzigen Umständen sind nicht zufällig. ;)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez


Ich hol mal etwas weiter aus. ;)

Letztlich sollte klar sein, dass keiner von uns etwas erklären kann, was in seiner Substanz unbestimmt ist. Das ist nun mal bei „unserem“ Universum so. Das Universum ist in seiner „Existenz“ unbestimmt. Nicht bestimmt im Sinne von strukturlos. Strukturlos meine ich im Sinne von fehlenden Ordnungsstrukturen. Fehlende Ordnung meine ich im Sinne von fehlender ordentlicher Zusammenführung. Fehlende ordentliche Zusammenführung meine ich im Sinne von fehlenden Verknüpfungen, die einem gewissen fehlenden VORGEORDNETEN Wert entsprechen.

Das eigentliche Problem ist aber der Übergang der natürlichen Sprache in eine formale Sprache, die letztlich nur den Sinn hat, die konstruierten Begriffe u.a. mathematisch verwenden zu können. Über Logik angewendet, werden diese so konstruierten Sachverhalte zu nutzbringenden technischen Anwendungen umgewandelt.

Die natürliche Sprache findet in ihren Erklärungen eine natürliche Bedeutung, wobei in einer formalen Sprache diese Natürlichkeit durch formale Bedeutung ersetzt wird, die mit der Natur schon nichts mehr gemein hat und lediglich auf mechanischer Funktion beruht, die wiederum aber das Universum nicht vollständig widerspruchsfrei erklären kann.

Auch sollte klar sein, dass wir aus einem solchen System heraus keine vollständigen Aussagen treffen können.

Soweit einige Physiker sagen, dass die Frage nach dem WARUM von der Physik nicht beantwortet werden kann und dafür die Kirche zuständig ist, zeigt doch, dass viele Physiker als auch anderweitige Wissenschaftler absolute sprachliche Laien sind. Fragen kann man nur innerhalb eines Systems stellen. Da Sprache auch ein System ist, welches weitere Systeme konstruiert, lassen sich Fragen logischerweise außerhalb dieses Sprachsystems weder stellen noch beantworten, weil außerhalb eines Systems alles unbestimmt ist und sich jede Frage als Rohrkrepierer entpuppt, weil der Bezug zu einem systematischen Zusammenhang fehlt. Fragestellungen sind immer nur innerhalb eines systematischen Zusammenhangs möglich. Außerhalb eines Systems existieren weder Fragen und noch Antworten.

Folglich sollte damit auch klar sein, dass jeder für sein Denken selbst verantwortlich ist.

Insofern kämpfst du nicht gegen eine Theorie, sondern gegen Menschen die einem Massenwahn unterliegen.

Versuche dies mal den Menschen zu erklären, die die natürlich Sprache als solche ablehnen, weil sie keine Anhaltspunkte für mathematisch formale Strukturen liefert. Vergleichsweise sind die auch nicht besser, als die 5 Milliarden Gläubigen, die nichts anderes zu tun haben, als sich gegenseitig zu beweihräuchern um im nächsten Moment den „Ungläubigen“ den Schädel einzuschlagen. Natürlich werden in unseren Breitengraden momentan keine Ungläubigen erschlagen. Man schlägt sie anders tot, man schlägt sie mit Verachtung und Diskreditierung. Psiram lässt grüßen.

Dieser Wahn geht doch teilweise so weit, dass man u.a. einen Mann der weit über 80 Jahre alt und gesundheitlich nicht mehr so auf der Höhe ist, vor Gericht zerrt, nur weil er eine andere Art hat, die von uns geschaffenen Strukturen zu verknüpfen. Dies nur als ein Beispiel.

Diese Perversion des Denkens ist so ausgebreitet, dass ich mich manchmal frage, welchen Sinn Bildung macht, wenn diese Bildung dazu genutzt wird andere Menschen in dieser Form zu bekämpfen.

Selbstverständlich kann man eine natürliche Sprache auch über eine formale Sprache
modellieren, hier wird aber nur eine sprachliche Grundstruktur erkennbar gemacht, die mit einer natürlichen Bedeutung nichts mehr gemein hat.

Sichtbar wird das bei dem Versuch des Mitglieds „Guten Tag“, als er versuchte seine vollkommen unlogische Aussage hinsichtlich K.Baist mittels formalistischer Sprache zu analysieren. Hier wurde doch deutlich, dass zwar eine formalistische Ordnung der natürliche Sprache möglich ist, allerdings nimmt diese formalistische Ordnung keinen Bezug mehr auf die inhaltliche Aussage eines natürlichen Sprachprozesses.

Betrachtet man Einstein aus sprachlicher Sicht, so war er ein Scharlatan, der versucht hat die formale Bedeutung in eine natürliche Bedeutung umzuwandeln. Dass dieser Versuch der Srpachpanscherei fehlschlug, sollte jedem klar sein, der nur ein wenig über eine sprachliche Grundkenntnis verfügt. Natürlich hat Einstein ein Chaos hinterlassen, welches entsprechende Anhänger hat. Wenn du aber gegen diese Sprachpanscher vorgehen willst, so kannst du das nur, wenn du die sprachlichen Wunden offenbarst.

Ein geschlossenes System, wie die SRT, kannst du aus sich selbst heraus nicht widerlegen. Es sei denn du verletzt das System SRT durch Implatierung von nicht systemkonformen Sachverhalten. Das ist dann aber auch offensichtlich und von deren Seite angreifbar.

Allein die physikalische Aussage, dass Bewegung gleich Ortsveränderung mit der Zeit ist, zeigt doch schon die Abhängigkeit einer formalistischen Struktur (Anordnung=Ordnung). Wenn man allerdings bedenkt, dass das Universum aus Sicht der natürlichen Sprache weder einen Ort noch Zeit hat, so wird doch schnell deutlich, dass Bewegung ein Umstand ist, der als solcher in der Natur nicht eingeständig existiert. Welchen Ort soll das Universum als solches denn auch einnehmen? Es kann nicht weg, schon gar nicht irgendwo hin.

Diese einfachen Dinge werden gerne nur allzu oft übersehen. Die Frage ist, wann machen sich Wissenschaftler an dieses Problem ran und hören auf das Universum als zählbar und mengenbestimmbar zu betrachten?

Gruß

All
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Re: Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Beitragvon McDaniel-77 » Di 3. Dez 2013, 16:02

Hey All,

toller Aufsatz. Dein Sprachverständnis ist beeindruckend. Was du da sagst, dass ein in sich geschlossenes System, wie die SRT, nicht von außen angreifbar ist, hat man immer bei irrationalen Phantasiegebilden.

Man kann weder das Konzept "Gott" noch das Konzept "Leben nach dem Tod" beweisen oder widerlegen, das ist der Trick am System "Glauben". Opium für das Volk, so wird Religion genannt und Opium für die Spinner unter den Intellektuellen ist wohl die Relativitäts-Theorie und der ganze zum Luftschloß aufgeblasene Blödsinn der aktuellen Lehrmeinung über den Kosmos und die Entstehung der Welt.

Wo ist der Unterschied zur fiktionalen Religion und dem fiktionalen Urknall? Der erste Beweger heißt jetzt Symmetriebruch.

Lieber Superluminar,

Wenn ein Relativist gefragt wird, ob sich ein Objekt tatsächlich in der Länge verkürzt und dann als Antwort folgendes gesagt wird:

"Zur Realität der Längenkontraktion: Das Ergebnis einer Längenmessung ist in der Speziellen Relativitätstheorie keine intrinsische Eigenschaft eines Körpers, sondern vom Bezugssystem abhängig (denn, wie gesagt: Länge ist relativ). Die Längenkontraktion geht nicht mit materiellen Veränderungen des Körpers einher; die Verschiedenheit der Werte ergibt sich allein daraus, dass von unterschiedlichen Bezugssystemen aus gemessen wird." - Zitat Markus Pössel

Wie kann man das falsch verstehen ohne das Gesagte absichtlich zu verdrehen? Die Länge eines Körpers wird gemessen und diese Messung ist abhängig vom Bezugssystem, d.h. dass man für ein und denselben Körper aus zwei verschiedenen Bezugssystemen, zwei verschiedene Messergebnisse bekommt. Das hat mit der Lichtgeschwindigkeit als limitierender Faktor zu tun. Könnte man mit unendlicher Geschwindigkeit messen, dann würde man unabhängig vom Bezugssystem immer dieselbe Länge messen. Eine Längenkontraktion gibt es nicht, sie ist nur ein scheinbarer Effekt, wie es bereits von Jondalar leicht verständlich erklärt wurde.

Die Relativitäts-Theorie heißt ja nicht ohne Grund so. Relativ bedeutet, dass es veränderlich ist, abhängig vom Beobachter im Falle der SRT. Im Gegensatz dazu arbeite ich an der Realitäts-Theorie, welche womöglich den Anspruch einer Absolutheit erheben kann, wenn gleich manche Begriffe, wie "Energie" je nach Betrachtung, absolut oder relativ sein können.

Energie als kinetische Eigenschaft eines Objektes ist vom Partner, der zur Energieübertragung unbedingt notwendig ist, abhängig. Ein einzelnes Elektron besitzt keine Energie, nur in der Betrachtung des großen Ganzen hat es Sinn den Begriff "Energie" zu verwenden.

Gruß!

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Re: Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Beitragvon All » Di 3. Dez 2013, 16:27

McDaniel-77 hat geschrieben:Hey All,

Wo ist der Unterschied zur fiktionalen Religion und dem fiktionalen Urknall?



Da gibt es keinen Unterschied. In beiden Fällen wird nur an die Sprache geglaubt. In beiden Fällen wird nicht erkannt, dass Sprache eine Fiktion ist. Das ist aber ein weltweites Phänomen.

Wer war denn der erste "Beweger"? War das nicht Galileo? ;) :mrgreen:

Gruß

All


Nachtrag: Symmetriebruch= Jedes System hat am Anfang einen endlichen Fehler und am Ende einen unendlichen. ;)
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Re: Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 3. Dez 2013, 19:00

McDaniel-77 hat geschrieben:
Wie kann man das falsch verstehen ohne das Gesagte absichtlich zu verdrehen? Die Länge eines Körpers wird gemessen und diese Messung ist abhängig vom Bezugssystem, d.h. dass man für ein und denselben Körper aus zwei verschiedenen Bezugssystemen, zwei verschiedene Messergebnisse bekommt.


In der Antwort von Markus Pössel auf meine Frage, ob die Objekte in der SRT sich tatsächlich verkürzen, ist nicht nur die gängig angewandte Verwirrungstaktik zwischen den Worten "real" und "materiell" enthalten, sondern auch eine sehr gängig eingesetzte sprachliche Verwirrung mit den Begriffen "Messen" und "Berechnen", die auch in der Antwort von Markus Pössel enthalten ist:

Zitat Markus Pössel:

Zur Realitaet der Laengenkontraktion: Das Ergebnis einer Laengenmessung ist in der Speziellen Relativitaetstheorie keine intrinsische Eigenschaft eines Koerpers, sondern vom Bezugssystem abhaengig (denn, wie gesagt: Laenge ist relativ). Die Laengenkontraktion geht nicht mit materiellen Veraenderungen des Koerpers einher; die Verschiedenheit der Werte ergibt sich allein daraus, dass von unterschiedlichen Bezugssystemen aus gemessen wird – ganz analog dazu, wie sich die verschiedenen Werte fuer Relativgeschwindigkeiten ergeben. Die gemessenen Laengenwerte sind selbstverstaendlich real – so real wie die Messungen von Relativgeschwindigkeiten. Es handelt sich nicht um optische Taeuschungen oder dergleichen, sondern um die Ergebnisse konkreter Messungen. [Hervorhebungen durch J. Lopez]


Erst einmal sagt Pössel aus, dass die Objekte sich nicht real verkürzen, sprich dass das physikalische Ereignis "Längenkontraktion" nicht stattfindet, jedoch dass man es messen kann, und dass die Meßergebnisse keine "optische Täuschung oder dergleiche" seien, sondern dass es die Ergebnisse einer "konkreten Messung" sei.

Es stellt sich sofort die Frage: wie kann man etwas messen, das in der Natur nicht stattgefunden hat bzw. nicht existiert, ohne dass es eine Täuschung sein sollte?? Wenn keine verkürzten Objekte in der Natur existieren, kann man sie auch nicht als solche messen. Abgesehen davon, dass eine solche Messung weder brauchbar noch vom Interesse ist, wie kann eine solche Messung überhaupt technisch durchgeführt werden? Kann man eine Fata morgana messen? Kann man eine Fiktion messen?

Es stellt sich heraus, wenn man sich näher für die Relativitätstheorie interessiert, dass die (nicht stattgefundenen) Längenkontraktionen gar nicht die "Ergebnisse konkreter Messungen" sind, wie es Pössel behauptet, sondern einfach nur die Ergebnisse von mathematischen Formeln: Die (nicht verkürzten) Längen von Objekten werden gar nicht mit Meßinstrumenten gemessen, sondern einfach nur mit mathematischen Formeln berechnet, wobei diese Formel bewußt eine Fiktion beschreiben. :?

Nie wurde eine Längenkontraktion gemessen, nie. Eine Längenkontraktion misst man nicht in der SRT, man berechnet sie (mit der Lorentztransformation). Der Ausdruck von Markus Pössel "Ergebnisse konkreter Messnungen" für die nicht real verkürzten Objekten halte ich für eine gravierende Irreführung - die übrigens zum Märchen gehört, dass die Relativitätstheorie die experimentell bestbetätigte Theorie der Welt sei. :?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Beitragvon McDaniel-77 » Di 3. Dez 2013, 22:57

Hey All,

wir schweifen hier arg vom Thema ab, das wird Superluminar nicht gefallen.

Warum suchen wir Menschen in der Kosmologie einen Anfang mit Tendenzen Richtung Ende? Weil Menschen geboren werden und sterben. Ein Kommen und Gehen.

Es gibt kein Indiz dafür, dass das Universum in irgendeiner Weise altert, vergeht, entsteht, entstanden ist. Man hat noch nie beobachtet, dass etwas plötzlich auftaucht oder plötzlich verschwindet. Objekte verschwinden nicht, sie existieren einfach. Die Summe der Elementarladungen ist konstant.

Ein Symmetrie-Bruch kann nicht stattgefunden haben, da es uns sonst nicht geben würde. Wenn die Welt nicht absolut symmetrisch wäre, würde eine Tendenz bevorzugt sein und in dieser enden. Der Urknall mit der Entstehung aus dem Nichts, ist eigentlich der größte Blödsinn den man sich vorstellen kann.

Bei Wiki findet man Folgendes zum Urknall:

"Der Urknall bezeichnet keine Explosion in einem bestehenden Raum, sondern die gemeinsame Entstehung von Materie, Raum und Zeit aus einer ursprünglichen Singularität. Da keine konsistente Theorie der Quantengravitation existiert, gibt es in der heutigen Physik keine allgemein akzeptierte Theorie zum Zustand des Universums zu sehr frühen Zeiten, als seine Dichte der Planck-Dichte entsprach. Daher ist der Begriff „Urknall“ die Bezeichnung eines formalen Punktes, der durch Betrachtung des kosmologischen Modells eines expandierenden Universums über den Gültigkeitsbereich der zugrunde liegenden allgemeinen Relativitätstheorie hinaus erreicht wird. Nach dem kosmologischen Standardmodell ereignete sich der Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren."


Hier wurde alles mit einander Verwurstet.

Gruß.

McDaniel-77
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Re: Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 4. Dez 2013, 08:45

McDaniel-77 hat geschrieben:
wir schweifen hier arg vom Thema ab, das wird Superluminar nicht gefallen.

Warum suchen wir Menschen in der Kosmologie einen Anfang mit Tendenzen Richtung Ende? Weil Menschen geboren werden und sterben. Ein Kommen und Gehen.


Das stimmt, es fällt uns schwer, uns die Unendlichkeit vorzustellen, weil wir selbst endlich sind.

Deshalb suchen wir intuitiv immer nach einem Anfang und einem Ende für alles, was wir erleben oder empfinden. Die Unendlichkeit können wir nicht aus natürlicher Weise konkret erleben und empfinden, wie wir alle anderen Naturerscheinungen aus natürlicher Weise konkret erleben und empfinden können, da fehlen uns dafür die entsprechenden Sinne bzw. die entsprechenden Hirnwindungen. Sich als endlicher Mensch die Unendlichkeit vorzustellen (was jeder von uns wohl schon als Kind versucht hat) ist eine rein abstrakte Leistung unseres Geistes und sie ist zwangsläufig sehr primitiv, weil unser Gehirn eben nicht dafür gebaut ist, diese Abstraktion zu produzieren. Deshalb produzieren wir lieber in allen Kulturen und seit jeher Genesis-Geschichte, von religiöser Art, von weltanschaulicher Art und auch jetzt mit dem Urknall von „wissenschaftlicher“ Art.

Wie würden wir die Welt und die Naturerscheinungen erleben und empfinden, wenn wir nicht endlich wären, also wenn wir nicht das Bestreben hätten, zeitliche Abschnitte zu bilden, einen Anfang und ein Ende für alle zu suchen? Das kann eigentlich keiner sagen. Man könnte vielleicht sagen, dass wir dann zum Beispiel die Zeitdauer von Ereignissen nie messen würden, weil sie uns nicht interessieren würde und für uns die Zeit unbrauchbar und bedeutungslos wäre. Wie ist ein Dasein, wo die Zeit keine Rolle spielt, wo sie doch in unserem endlichen Dasein die grundlegende Rolle spielt?

Ich habe mich als Jugendliche beim Lesen des Romans „La Vouivre“ von Marcel Aymé mal diese Fragen gestellt, der Anlaß zu solchen Gedanken liefert. Der Roman erzählt einen Abschnitt im Leben der „Vouivre“: Nach einer Legende aus der Burgund ist „die Vouivre“ ein unsterbliches Mädchen, das wild im Wald lebt und ein Diadem mit einem großen Rubin trägt. Es wird von Schlangen geschützt, die sofort erscheinen und angreifen, wenn jemand sich dem Mädchen nähert. Eines Tages sieht ein junger Bauer die Vouivre beim Baden und nähert sich. Die Schlangen erscheinen sofort, aber das Mädchen pfeift sie zurück. Die beiden knüpfen dann einen Kontakt, der junge Mann verliebt sich an die Vouivre. Verliebt sich die Vouivre an den jungen Mann? Auf jeden Fall scheint seine Gesellschaft der Vouivre zu gefallen, sie erlaubt ihm, sie wieder zu besuchen und sie verabreden sich öfter. Durch irgendwelche Umstände kommt eines Tages der junge Mann ohne Verabredung, die Vouivre ist am Baden und sieht ihn nicht rechtszeitig, um die Schlangen zurückzupfeifen. Die Schlangen beißen den jungen Mann, der in den Armen der Vouivre stirbt.

Was hat die Vouivre empfunden? Das ganze Leben des jungen Mannes und ihre ganze gemeinsame zeitliche Zusammensein war für sie nicht einmal so lang wie der Bruchteil einer Sekunde. Hat sein Tod einen Schmerz ausgelöst, der nicht einmal so stark wie ein Nadelstich war? Oder womöglich gar nichts, gar nichts Wahrnehmbares, aus Mangel an Dauer?

Immer wenn ich nach Südfrankreich fahre, mache ich möglichst Halt an der Autobahnraststätte in der Burgund, die „La Vouivre“ heißt. Dort gibt es auch einen kleinen See. Badet sie immer noch da? Ich habe zwar immer geguckt, aber gesehen habe ich sie leider nie. ;)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Beitragvon All » Mi 4. Dez 2013, 09:23

Hey Daniel,

wir schweifen nicht vom Thema ab, da alles was wir beschreiben gewissermaßen Energie ist.

Es kommt also immer darauf an, welche Sichtweise man einnimmt.

Oder sollte ich besser sagen, welche Ausreden man findet?

Bei einem Symmetriebruch sollen sich ja Raum und Zeit, nach der Planckzeit nicht mehr vertragen haben. ;)



Was die Verwurstung betrifft:

Tatsächlich verwurstet die Logik alles, die meisten haben es nur noch nicht gemerkt. Ich schreibe da später noch was zu.

Gruß

All
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Re: Allgemein und eure Meinung: „Existiert es Energie?“

Beitragvon All » Mi 4. Dez 2013, 09:44

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
McDaniel-77 hat geschrieben:


Das stimmt, es fällt uns schwer, uns die Unendlichkeit vorzustellen, weil wir selbst endlich sind.



Das stimmt so nicht. Es ist alles nur Gewohnheit. Du kannst geistig auch ohne Unendlichkeit auskommen, du muss es nur wollen.

Der Wille fehlt bei den meisten. Und die meisten beschäftigen sich viel zu sehr mit sich selbst, als mit dem Universum.
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