Bruno hat geschrieben:Nun kommt Ernst und behauptet ernshaft, die Relativgeschwindigkeit sei nach der Emissionstheorie unabhängig von den Absolutgeschwindigkeiten von Quelle und Beobachter.
Das hat mich auch total überrascht. Ich kenne die These von Walter Ritz, da gibt es c+v nur unmittelbar nach der Emission und danach pendelt sich die Lichttteilchengeschwindigkeit ein auf c (eine ziemlich willkürliche Konstruktion!); aber gegenüber einem bewegten Beobachter ist deren Geschwindigkeit nicht invariant. Da hat Ernst wohl noch eine andere Theorie in seiner Schatzkiste versteckt
Übrigens bezieht er sich wieder auf den Dopplereffekt. Die Frage war aber, ist die Geschwindigkeit der Photonen gegenüber einem bewegten Beobachter invariant oder nicht. Wenn invariant, heißt das: unterschiedlich schnell gegen Photonen bewegte Beobachter messen alle dennoch dieselbe Geschwindigkeit von diesen, nämlich "c". Soviel ich weiß, gibt's dieses Naturwunder nur in der SRT.
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Was hältst Du von den Aussagen von Prof. Bernard Schulz, dass
- das Experiment mit Doppelpulsaren von K. Brecher 1977 die Invarianz der LG relativ zur Quelle nachgewiesen habe
- das Experiment von Michelson-Morley die Invarianz der LG relativ zu bewegten Beobachtern nachgewiesen habe
Zwischen Invarianz der LG relativ zur Quelle und Unabhängigkeit der LG von der Geschwindigkeit der Quelle besteht ein Unterschied. Die Invarianz der LG zur Quelle wurde noch nie überprüft, weil es technisch sehr schwierig sein dürfte, auf einer Lampe sitzend die wegfliegenden Photonen zu messen. Dass die Geschwindigkeit der Lampe keinen Einfluss auf die em-Wellen haben kann, ist, wie gesagt, trivial. Um das nachzuweisen, braucht man keine Doppelpulsare. Diese Unabhängigkeit der Welle vom Verursacher bestätigt das Wellenmodell des Lichts als auch das Vorhandensein eines Mediums.
Das Experiment von Michelson-Morley kann die Invarianz zum bewegten Beobachter nicht nachweisen, weil es keinen bewegten Beobachter gibt. Alle Anordnungen des Versuchs sind stationär und nichts bewegt sich zueinander. Das MM-Experiment zeigt vordergründig bloß, dass die LG konstant zur Erdoberfläche bleibt. Dafür bietet sich als Lösung ein mitgenommenes Medium an, oder die Mitnahme von Licht durch Gravitation, aber auch die Emissionstheorien. Deshalb ist der MM-Versuch für die SRT keine Bestätigung.
Wenn Prof. Bernard Schutz behauptet, der MM-Versuch würde die Invarianz der LG relativ zum Beobachter beweisen, so ist das für einen Direktor des Albert Einstein Instituts schlichtweg ein Armutszeugnis !
Grüße
Harald Maurer
Zeit ist, was verhindert, dass alles auf einmal passiert ( John A. Wheeler)