Harald Maurer hat geschrieben:Es gibt mehrere unterschiedliche Beschreibungen bzw. "Lösungen" des ZP. Mit Kräften und ohne Kräfte, rein kinematisch, mit und ohne Beschleunigung, mit und ohne ART ... Jeden selbstdenkenden Menschen sollte besonders diese Vielfältigkeit misstrauisch machen.
Na klar gibt es für unterschiedliche Problemstellungen entsprechende Lösungsansätze, und ein ZP mit gemeinsamen Ausgangs- und Rückkehrpunkt ohne Beschleunigung gibt es sowieso nicht, da gleichförmige Bewegungen einander gleichberechtigt sind und nur die Beschleunigungsphasen die Symmetrie zerstören.
Die kinematische Beschreibung ist die am wenigsten geeignete, denn sie entspricht nicht den Gegebenheiten, die dem Gedankenexperiment zugrunde lägen - wenn man es denn verwirklichen könnte. Unsere dynamische Welt ist auf Kräfte aufgebaut.
Das sehe ich nicht so, da eine kinematische Beschreibung die denkbar einfachste ist. Sofern nur die Raumzeit-Koordinaten von Interesse sind, können auf Kräfte, Impulse und Energien beiläufig verzichtet werden.
iele Paradoxa lassen sich mathematisch lösen, obwohl sie ein unmögliches Ereignis beschreiben. Ein Beispiel dafür wäre das Banach-Tarsky-Paradoxon: Mathematisch ist es möglich, eine Kugel im dreidimensionalen Raum in endlich viele Stücke zu zerlegen und diese dann so zusammenzusetzen, dass zwei Kugeln entstehen, die genau so groß sind wie die erste. Dieser erstaunliche Satz der Mengenlehre wurde 1924 von den polnischen Mathematikern Stefan Banach und Alfred Tarski formuliert und bewiesen. http://de.wikipedia.org/wiki/Banach-Tarski-Paradoxon
Das ist zwar interessant und lässt sich auf die nicht näher zu bestimmenden Kugelfragmente zurückführen, deren Volumina nicht mehr eindeutig definierbar sind. Aber das hat mir der SRT nichts gemein, da es in ihr keine undefinierten Parameter gibt.
Wenn Zeit das ist, was Uhren anzeigen, so wäre nicht nachvollziehbar. weshalb von 2 synchron laufenden Uhren eine diesem Grundsatz nicht entsprechen sollte.
In meinen Ausführungen darüber habe ich nur zwei gleichwertige mit gleichartiger Zeitbasis (z.B. SI-Sekunde) geeichte und zu Beginn der Reise auf Null gestellte Uhren verwendet. Dass diese über die gesamte Reise hinweg nicht mehr synchron zueinander sind, ist ja gerade Gegenstand des ZP.
Die beiden Bezugssysteme der Zwillinge sind von vornherein nicht gleichberechtigt. Dem Reisenden wird ein Wechsel des Inertialsystems unterstellt, vom Zurückgebliebenen wird behauptet, er würde in seinem Inertialsystem "ruhen" - und dabei wird negiert, dass sich der Erdling überhaupt nicht in einem Inertialsystem, sondern auf einem rotierenden Planeten befindet, der zudem um die Sonne kreist und daher ständigen Beschleunigungen ausgesetzt ist. Er wechselt deshalb ständig das Inertialsystem...
Die Auswirkungen der Erdrotation und der Erdgravitation sind verschwindend klein und können im ZP idealisierend vernachlässigt werden. Die Zwillinge könnten weit aussen im quasi-feldfreien Raum ihr Experiment von einem gemeinsamen Ausgangs- und Rückkehrpunkt aus durchführen.
Die mathematische Behandlung des Ereignisses mit Hilfe von Bezugssystemen stellt eine Beziehung zwischen den Zwillingen her, die naturgemäß gar nicht existiert.
Die Beziehung besteht sehr wohl in Form ihrer teilweise beschleunigten Relativbewegungen zueinander. Die Mathematik ist keine magische Akrobatik, sondern stellt diese qualitativ und quantitativ zueinander.
Aus Sicht von IS A bewegt sich aber auch IS B mit hoher Geschwindigkeit. Trotzdem laufen in den beiden Systemen A und B die Uhren synchron (was IS C auch so sieht).
Die Uhren in A und B (sofern ihre Geschwindigkeitsbeträge aus C betrachtet identisch sind) laufen nur in C synchron. In den gleichberechtigten Systemen A und B werden die Uhren gegenseitig (und gleichberechtigt) dilattert gemessen. Dieses Beispiel wird mit der relativistischen Addition von Geschwindigkeiten beschrieben. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn statt C die Bezugssysteme A oder B als ruhend angenommen werden, da sich ja die Ereignisse durch Wahl eines Bezugssystems oder Transformation in ein solches insgesamt nicht ändern.
Könnte eine Koordinatentransformation physikalische Einflüsse ausüben, wäre das wohl ein äußerst mächtiges Werkzeug für den Physiker.
Die Koordinatentransformationen üben keine physikalischen Wirkungen aus, sondern führen sie in andere Bezugssysteme über und beschreiben diese aus ihren jeweiligen Koordinatensystemen heraus.
Die Sache mit den Maxwell-Gleichungen ist einfach. Natürlich waren sie ursprünglich für den Absolutäther gedacht (als bevorzugtes Bezugssystem bei Ungültigkeit des Relativitätsprinzips!), in welchem sich das Licht isotrop mit c ausbreitet. Transformiert man mit Galilei in ein relativ zu diesem Äther bewegtes Bezugssystem, wird die Lichtgeschwindigkeit anisotrop und Maxwell gilt nicht mehr. Die Gleichungen bewahren ihre Gültigkeit aber in der SRT, die ja voraussetzt, dass das Licht sich in jedem (beliebig definierbaren) Inertialsystem isotrop mit c ausbreitet (so als hätte jedes Inertialsystem seinen eigenen Äther). Ganz klar, dass Maxwells Gleichungen damit kovariant sind, ohne relativistisch zu sein. Sie wurden einfach vom absoluten Ätherystem in die Inertialsysteme der SRT verpflanzt und mussten sich nicht verändern. Das ist alles.
Ja, so kann man das durchaus betrachten.
Gruss
