Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Trigemina » So 26. Jul 2009, 17:51

Harald Maurer hat geschrieben:Es gibt mehrere unterschiedliche Beschreibungen bzw. "Lösungen" des ZP. Mit Kräften und ohne Kräfte, rein kinematisch, mit und ohne Beschleunigung, mit und ohne ART ... Jeden selbstdenkenden Menschen sollte besonders diese Vielfältigkeit misstrauisch machen.

Na klar gibt es für unterschiedliche Problemstellungen entsprechende Lösungsansätze, und ein ZP mit gemeinsamen Ausgangs- und Rückkehrpunkt ohne Beschleunigung gibt es sowieso nicht, da gleichförmige Bewegungen einander gleichberechtigt sind und nur die Beschleunigungsphasen die Symmetrie zerstören.

Die kinematische Beschreibung ist die am wenigsten geeignete, denn sie entspricht nicht den Gegebenheiten, die dem Gedankenexperiment zugrunde lägen - wenn man es denn verwirklichen könnte. Unsere dynamische Welt ist auf Kräfte aufgebaut.

Das sehe ich nicht so, da eine kinematische Beschreibung die denkbar einfachste ist. Sofern nur die Raumzeit-Koordinaten von Interesse sind, können auf Kräfte, Impulse und Energien beiläufig verzichtet werden.

iele Paradoxa lassen sich mathematisch lösen, obwohl sie ein unmögliches Ereignis beschreiben. Ein Beispiel dafür wäre das Banach-Tarsky-Paradoxon: Mathematisch ist es möglich, eine Kugel im dreidimensionalen Raum in endlich viele Stücke zu zerlegen und diese dann so zusammenzusetzen, dass zwei Kugeln entstehen, die genau so groß sind wie die erste. Dieser erstaunliche Satz der Mengenlehre wurde 1924 von den polnischen Mathematikern Stefan Banach und Alfred Tarski formuliert und bewiesen. http://de.wikipedia.org/wiki/Banach-Tarski-Paradoxon

Das ist zwar interessant und lässt sich auf die nicht näher zu bestimmenden Kugelfragmente zurückführen, deren Volumina nicht mehr eindeutig definierbar sind. Aber das hat mir der SRT nichts gemein, da es in ihr keine undefinierten Parameter gibt.

Wenn Zeit das ist, was Uhren anzeigen, so wäre nicht nachvollziehbar. weshalb von 2 synchron laufenden Uhren eine diesem Grundsatz nicht entsprechen sollte.

In meinen Ausführungen darüber habe ich nur zwei gleichwertige mit gleichartiger Zeitbasis (z.B. SI-Sekunde) geeichte und zu Beginn der Reise auf Null gestellte Uhren verwendet. Dass diese über die gesamte Reise hinweg nicht mehr synchron zueinander sind, ist ja gerade Gegenstand des ZP.

Die beiden Bezugssysteme der Zwillinge sind von vornherein nicht gleichberechtigt. Dem Reisenden wird ein Wechsel des Inertialsystems unterstellt, vom Zurückgebliebenen wird behauptet, er würde in seinem Inertialsystem "ruhen" - und dabei wird negiert, dass sich der Erdling überhaupt nicht in einem Inertialsystem, sondern auf einem rotierenden Planeten befindet, der zudem um die Sonne kreist und daher ständigen Beschleunigungen ausgesetzt ist. Er wechselt deshalb ständig das Inertialsystem...

Die Auswirkungen der Erdrotation und der Erdgravitation sind verschwindend klein und können im ZP idealisierend vernachlässigt werden. Die Zwillinge könnten weit aussen im quasi-feldfreien Raum ihr Experiment von einem gemeinsamen Ausgangs- und Rückkehrpunkt aus durchführen.

Die mathematische Behandlung des Ereignisses mit Hilfe von Bezugssystemen stellt eine Beziehung zwischen den Zwillingen her, die naturgemäß gar nicht existiert.

Die Beziehung besteht sehr wohl in Form ihrer teilweise beschleunigten Relativbewegungen zueinander. Die Mathematik ist keine magische Akrobatik, sondern stellt diese qualitativ und quantitativ zueinander.

Aus Sicht von IS A bewegt sich aber auch IS B mit hoher Geschwindigkeit. Trotzdem laufen in den beiden Systemen A und B die Uhren synchron (was IS C auch so sieht).

Die Uhren in A und B (sofern ihre Geschwindigkeitsbeträge aus C betrachtet identisch sind) laufen nur in C synchron. In den gleichberechtigten Systemen A und B werden die Uhren gegenseitig (und gleichberechtigt) dilattert gemessen. Dieses Beispiel wird mit der relativistischen Addition von Geschwindigkeiten beschrieben. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn statt C die Bezugssysteme A oder B als ruhend angenommen werden, da sich ja die Ereignisse durch Wahl eines Bezugssystems oder Transformation in ein solches insgesamt nicht ändern.

Könnte eine Koordinatentransformation physikalische Einflüsse ausüben, wäre das wohl ein äußerst mächtiges Werkzeug für den Physiker.

Die Koordinatentransformationen üben keine physikalischen Wirkungen aus, sondern führen sie in andere Bezugssysteme über und beschreiben diese aus ihren jeweiligen Koordinatensystemen heraus.

Die Sache mit den Maxwell-Gleichungen ist einfach. Natürlich waren sie ursprünglich für den Absolutäther gedacht (als bevorzugtes Bezugssystem bei Ungültigkeit des Relativitätsprinzips!), in welchem sich das Licht isotrop mit c ausbreitet. Transformiert man mit Galilei in ein relativ zu diesem Äther bewegtes Bezugssystem, wird die Lichtgeschwindigkeit anisotrop und Maxwell gilt nicht mehr. Die Gleichungen bewahren ihre Gültigkeit aber in der SRT, die ja voraussetzt, dass das Licht sich in jedem (beliebig definierbaren) Inertialsystem isotrop mit c ausbreitet (so als hätte jedes Inertialsystem seinen eigenen Äther). Ganz klar, dass Maxwells Gleichungen damit kovariant sind, ohne relativistisch zu sein. Sie wurden einfach vom absoluten Ätherystem in die Inertialsysteme der SRT verpflanzt und mussten sich nicht verändern. Das ist alles.

Ja, so kann man das durchaus betrachten.

Gruss
suum cuique
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 26. Jul 2009, 18:31

Trigemina hat geschrieben:Na klar gibt es für unterschiedliche Problemstellungen entsprechende Lösungsansätze, und ein ZP mit gemeinsamen Ausgangs- und Rückkehrpunkt ohne Beschleunigung gibt es sowieso nicht, da gleichförmige Bewegungen einander gleichberechtigt sind und nur die Beschleunigungsphasen die Symmetrie zerstören.


Die Beschleunigung stört m.E. bei dieser Rundreise nicht, weil sie von der Bremsung symmetrisch aufgehoben wird: der reisende Zwilling muß ja bremsen, wenn er sein Bruder wiedertreffen möchte, sonst verpasst er die Erde und fliegt zur anderen Ecke des Universums weiter, oder?

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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Trigemina » So 26. Jul 2009, 19:22

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben: Na klar gibt es für unterschiedliche Problemstellungen entsprechende Lösungsansätze, und ein ZP mit gemeinsamen Ausgangs- und Rückkehrpunkt ohne Beschleunigung gibt es sowieso nicht, da gleichförmige Bewegungen einander gleichberechtigt sind und nur die Beschleunigungsphasen die Symmetrie zerstören.

Die Beschleunigung stört m.E. bei dieser Rundreise nicht, weil sie von der Bremsung symmetrisch aufgehoben wird: der reisende Zwilling muß ja bremsen, wenn er sein Bruder wiedertreffen möchte, sonst verpasst er die Erde und fliegt zur anderen Ecke des Universums weiter, oder?

Die mindestens 2 Beschleunigungsphasen des reisenden Zwillings, die betragsmässig nicht identisch zu sein brauchen, sind sogar Bedingung für das ZP um zum Ausgangspunkt zurückzukehren und die Uhren zu vergleichen.

Gruss
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » So 26. Jul 2009, 23:35

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Sorry, aber Dr. Pössel meint sehr wohl, wie alle Forenrelativisten, dass die relativistischen Effekte "tausendfach" und sogar "tagtäglich" durch "konkrete" Messungen nachgewiesen wurden und dass die SRT experimentell die bestbewiesene Theorie ist!


Fachleute wissen, dass man Theorien nie beweisen kann. Wenn Dr. Pössel % Co behaupten, die SRT sei die "bestbewiesene Theorie", muss man an ihrer Fachkompetenz zweifeln. Zumindest kann man ihnen zugute halten, dass sie selbst glauben, was sie sagen.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Dass es wenig Aussicht auf Erfolg ist überhaupt kein Grund, dass man die Abschaffung einer Idiotie nicht anstreben sollte - die überdies die Weiterentwicklung der Physik blockiert.


Das muss man präzisieren: es ist eigentlich nicht die SRT, die die Weiterentwicklung der Physik blockiert. Es ist das Verhalten der science community; wissenschaftliche Arbeiten werden in der Regel zuerst auf Verträglichkeit mit der SRT abgeklopft und liegt diese nicht vor oder enthalten sie sogar ein Argument gegen die RT, ist die Chance auf Veröffentlichung praktisch Null. Da liegt der Hund begraben.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ich wüsste nicht, wo man die SRT "braucht". In der Alltagsphysik und in der Technologie auf jeden Fall nicht. Als Erklärung des Universums und als Weltbild auch nicht.


Deshalb habe ich "benutzen" ja unter Anführungszeichen gestellt. Die SRT wird benutzt, nicht gebraucht. Viele Technologien, in welchen die RT berücksichtigt werden, funktionieren auch ohne diese Berücksichtigung, in manchen Fällen ist es aber einfacher, sie zu berücksichtigen, weil - wie schon betont - manche Effekte "tatsächlich" vorliegen. Davor kann man natürlich die Augen verschließen und Wissenschaftler, die so arbeiten, als Lügner und Betrüger hinstellen... Das halte ich aber nicht für die richtige Einstellung, denn da müsste man Stringtheoretiker, Quantenphysiker und Kosmologen etc. auch derart abqualifizieren. Sie alle vertreten Theorien, die ebenso hinterfragbar sind wie die Relativitätstheorien. Und was die Irreführung von Studenten und Schülern angeht, muss ich feststellen, dass fast alles, was ich in meiner Jugend gelernt habe, heute überholt ist - und ich habe es gut überstanden.

Trigemina hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben: Die mathematische Behandlung des Ereignisses mit Hilfe von Bezugssystemen stellt eine Beziehung zwischen den Zwillingen her, die naturgemäß gar nicht existiert.

Die Beziehung besteht sehr wohl in Form ihrer teilweise beschleunigten Relativbewegungen zueinander. Die Mathematik ist keine magische Akrobatik, sondern stellt diese qualitativ und quantitativ zueinander.


Genau das ist der Unsinn im ZP. Eine nur aus Relativbewegung bestehende Beziehung, die Einflüsse auf die Beteiligten ausübt, indem Uhren konkret ihren Gang verändern oder Strecken sich verkürzen, wäre ein Bruch des Relativitätsprinzips und des Kausalitätsprinzips, da eine physikalische Wirkung bloß aus distanzierten Bewegungen nicht stattfinden könnte. Da müssten wohl eher kausale Wirkprinzipien dahinter stecken und nicht bloß beliebige Bewegungen vorliegen, von welchen die Beteiligten nicht mal etwas wissen könnten oder müssten.
Es genügt nicht, seine SRT-Schulaufgaben brav gemacht zu haben. Man sollte auch ein wenig darüber nachdenken ;)

Grüße
Harald Maurer
Zeit ist, was verhindert, dass alles auf einmal passiert ( John A. Wheeler)
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Hannes » Mo 27. Jul 2009, 08:04

Hallo Harald !

    Das muss man präzisieren: es ist eigentlich nicht die SRT, die die Weiterentwicklung der Physik blockiert. Es ist das Verhalten der science community; wissenschaftliche Arbeiten werden in der Regel zuerst auf Verträglichkeit mit der SRT abgeklopft und liegt diese nicht vor oder enthalten sie sogar ein Argument gegen die RT, ist die Chance auf Veröffentlichung praktisch Null. Da liegt der Hund begraben.

Deine Einstellung zur SRT kann man grundsätzlich verstehen und begrüßen.
Nur hast auch du zuwenig die Tatsache herausgearbeitet, dass nicht die Maße Meter und
Sekunde variabel sind, sondern die Phasengeschwindigkeit des Lichtes.
Und diese Behauptung einer INVARIABLEN LG ist die Ursache des Streites.
Mit Gruß Hannes
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Uli » Mo 27. Jul 2009, 09:51

Hannes hat geschrieben:Hallo Harald !
...
Nur hast auch du zuwenig die Tatsache herausgearbeitet, dass nicht die Maße Meter und
Sekunde variabel sind, sondern die Phasengeschwindigkeit des Lichtes.
Und diese Behauptung einer INVARIABLEN LG ist die Ursache des Streites.
Mit Gruß Hannes


Zudem ein völlig überflüssiger Streit, Hannes, denn die Invarianz der Vakuumlichtgeschwindigkeit ist ein beobachtetes Faktum, das die Physik nicht ignorieren darf !!
Zu Einsteins Zeiten mag dies ja noch eine begründete Arbeitshypothese gewesen sein; mittlerweile gibt es aber reichlich experimentelle Beobachtungen, welche dieses Postulat stützen.
Typische Kritikerhaltung wäre es nun zu fordern, dass ich dir die Quellen dafür raussuche; dafür ist mir aber meine Zeit zu schade - auch Kritiker wissen, wie man "googelt". :)

Gruß,
Uli
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 27. Jul 2009, 10:00

Harald Maurer hat geschrieben:
Fachleute wissen, dass man Theorien nie beweisen kann. Wenn Dr. Pössel % Co behaupten, die SRT sei die "bestbewiesene Theorie", muss man an ihrer Fachkompetenz zweifeln. Zumindest kann man ihnen zugute halten, dass sie selbst glauben, was sie sagen.
[...]
Das muss man präzisieren: es ist eigentlich nicht die SRT, die die Weiterentwicklung der Physik blockiert. Es ist das Verhalten der science community; wissenschaftliche Arbeiten werden in der Regel zuerst auf Verträglichkeit mit der SRT abgeklopft und liegt diese nicht vor oder enthalten sie sogar ein Argument gegen die RT, ist die Chance auf Veröffentlichung praktisch Null. Da liegt der Hund begraben.
[...]
Deshalb habe ich "benutzen" ja unter Anführungszeichen gestellt. Die SRT wird benutzt, nicht gebraucht. Viele Technologien, in welchen die RT berücksichtigt werden, funktionieren auch ohne diese Berücksichtigung, in manchen Fällen ist es aber einfacher, sie zu berücksichtigen, weil - wie schon betont - manche Effekte "tatsächlich" vorliegen. Davor kann man natürlich die Augen verschließen und Wissenschaftler, die so arbeiten, als Lügner und Betrüger hinstellen... Das halte ich aber nicht für die richtige Einstellung, denn da müsste man Stringtheoretiker, Quantenphysiker und Kosmologen etc. auch derart abqualifizieren. Sie alle vertreten Theorien, die ebenso hinterfragbar sind wie die Relativitätstheorien. Und was die Irreführung von Studenten und Schülern angeht, muss ich feststellen, dass fast alles, was ich in meiner Jugend gelernt habe, heute überholt ist - und ich habe es gut überstanden.


Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob eine Theorie sich als falsch oder überholt erweist, oder ob sie die Physik und den Verstand völlig auf den Kopf stellt!

Ich halte nicht die massive und ideologierte Durchsetzung der SRT seit Jahrzehnten in Bildung und Forschung für ein Kavalierdelikt, den man mit Fassung oder Resignation hinnehmen sollte, sondern für einen grundlegenden Missbrauch der Wissenschaft, der wohl seines Gleichen sucht und die Grundsätze, die die Wissenschaft sich selbst zugeschrieben hat, völlig vernichtet, wobei sie die Wissenschaft zur Märchenerzählerei und zur Scharlatanerie degradiert.

Ob die Science Community aus blinder Überzeugung, aus Duckmäusertum, aus Wahrung reinen persönlichen Interessen oder aus betrügerischen Absichten so etwas zulässt und durchzieht ist eigentlich nicht relevant und ist in der Tat kein Einzelfall in der Wissenschaft, wie die juristischen Strukturen zur Kontrolle des wissenschaftlichen Betriebes es dokumentieren, siehe zum Beispiel: Was sagen die Jura-Experten zur rechtlichen Untersuchung von "Lug und Trug" in den Wissenschaften?

Die interne Verantwortung des Wissenschaftlers realisiert sich in der Beachtung der Standards guter wissenschaftlicher Praxis. […] Jüngste Studien aus den Vereinigten Staaten belegen aber, dass diese gleichsam nur die Spitze eines Eisbergs bilden. So haben von rund 3000 anonym befragten Wissenschaftlern der National Institutes of Health ein Drittel zugegeben, in den vergangenen drei Jahren mindestens einmal gegen die Standards guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen zu haben. „Lug und Trug in den Wissenschaften" sind allerdings auch in Deutschland ein Thema, wie die dreistellige Zahl von Fällen, die dem Ombudsmann der DFG vorliegen […]

Die Aufklärung wissenschaftlichen Fehlverhalten durch die Wissenschaft selbst erfolgt primär im Rahmen von Ombuds- und Untersuchungsverfahren. Dahinter steht die Erkenntnis, die der Wissenschaftshistoriker Michael Hagner treffend auf den Punkt gebracht hat: „Die soziokulturelle Brisanz von Betrug und Fälschung besteht schlicht darin, dass wenn die Naturwissenschaften dieses Problem nicht in absehbarer Zeit von innen heraus lösen können, dann werden es andere für sie tun“.
(Prof. Dr. Martin Schulte)


Es ist unerträglich und unverantwortlich, dass man eine Theorie als gültig zulässt und tradiert, die - wie das Zwillingsparadoxon es dokumentiert - ihre eigene Prämisse (Reziprozität) verletzt und auf eine rationelle Kausalität verzichtet. Sogar Albert Einstein selbst empfand den Verzicht auf eine rationelle Kausalität in der Wissenschaft als unerträglich, wie er in einem Brief an Max Born 1924 bzgl. Vorgänge in der Quantenphysik es schrieb:

Zitat Albert Einstein:

Zu einem Verzicht auf die strenge Kausalität möchte ich mich nicht treiben lassen, bevor man sich nicht noch ganz anders dagegen gewehrt hat als bisher. Der Gedanke, dass ein einem Strahl ausgesetztes Elektron aus freiem Entschluß den Augenblick und die Richtung wählt, in der es fortspringen will, ist mir unerträglich. Wenn schon, dann möchte ich lieber Schuster oder gar Angestellter in einer Spielbank sein als Physiker. (Sigurd M. Daecke „Worte in Zeit und Raum“, 1991, S. 124)


Dann sollten die angehenden Physiker und Ingenieure im öffentlichen Bildungssystem nach der Vorstellung Einsteins lieber als Schuster oder Angestellter in einer Spielbank umgeschult werden, das wäre günstiger für die Wissenschaft.

Auch der Glauben an die Unfehlbarkeit und die Beweiskraft der Mathematik sind im Rahmen der Lehre der SRT katastrophal im Bildungssystem tradiert worden, so dass man auch angehende Mathematiker lieber zu Schustern oder Spielbankangestellten umschulen sollten.

Ich habe hier den Teilnehmer Uli, bedingungsloser Verteidiger der SRT, gefragt, ob ich folgende korrekte mathematische Ableitung, die im Forum von Ekkehard Friebe 2006 lange besprochen wurde, als richtig annehmen sollte: http://www.ekkehard-friebe.de/friebefor ... 6#post5856

In einem Bus befinden sich 5 Fahrgäste. An der nächsten Haltestelle steigen 7 Fahrgäste aus. Wiederum an der nächsten Haltestelle steigen 2 Fahrgäste ein - jetzt ist der Bus bis auf den Fahrer leer.


Er schweigt darüber und beantwortet meine Frage nicht. Ich darf also aus seinem Schweigen deuten, dass man diese mathematisch korrekte Argumentierung als richtig und sinnvoll betrachten sollte: Passagiere können aus einem Bus aussteigen bevor sie eingestiegen sind, nur weil man es mit korrektem mathematischem Formalismus so beschreiben kann. Hier greift wohl auch die Argumentierung der Relativisten im Rahmen der absurden relativistischen Effekte der SRT, die sie in allen Variationen wiederholen, sinngemäß: "Das widerspricht zwar die Intuition und das gesunde Menschenverstand, aber das ist nun mal richtig, die Natur richtet sich nicht nach unserer Intuition und unserem Verstand".

Ist so etwas zu akzeptieren und zu verantworten? Ist so etwas ein Kavalierdelikt, den man mit Fassung und Resignation hinnehmen muss?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 27. Jul 2009, 10:16

Uli hat geschrieben:
Zudem ein völlig überflüssiger Streit, Hannes, denn die Invarianz der Vakuumlichtgeschwindigkeit ist ein beobachtetes Faktum, das die Physik nicht ignorieren darf !!

Zu Einsteins Zeiten mag dies ja noch eine begründete Arbeitshypothese gewesen sein; mittlerweile gibt es aber reichlich experimentelle Beobachtungen, welche dieses Postulat stützen.
Typische Kritikerhaltung wäre es nun zu fordern, dass ich dir die Quellen dafür raussuche; dafür ist mir aber meine Zeit zu schade - auch Kritiker wissen, wie man "googelt". :)



"Zweitens aber zeigt diese Konsequenz, dass nach der allgemeinen Relativitätstheorie das schon oft erwähnte Gesetz von der Konstanz der Vakuumlichtgeschwindigkeit, das eine der beiden grundlegenden Annahmen der speziellen Relativitätstheorie bildet, keine unbegrenzte Gültigkeit beanspruchen kann. Eine Krümmung der Lichtstrahlen kann nämlich nur dann eintreten, wenn die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichtes mit dem Orte variiert."

Albert Einstein – „Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie (Gemeinverständlich)" – Seite 51 - Braunschweig, Druck und Verlag von Friedr. Vieweg & Sohn - 1917
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Mo 27. Jul 2009, 11:15

Uli hat geschrieben:Zudem ein völlig überflüssiger Streit, Hannes, denn die Invarianz der Vakuumlichtgeschwindigkeit ist ein beobachtetes Faktum, das die Physik nicht ignorieren darf !!


Wieso behauptest Du das? Machst Du es wider besseres Wissen oder glaubst Du wirklich, dass die Invarianz der Vakuumlichtgeschwindigkeit ein beobachtetes Faktum sei?
Forderst Du uns allen Ernstes auf, selbst nach den "Quellen" zu googeln, weil Du hoffst, es gäbe diese Quellen? Die gibt es nämlich nicht. Kein einziges Experiment hat bislang die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit gegenüber dem bewegten Beobachter bestätigt. Es handelt sich daher nach wie vor um ein Postulat, und nicht um ein "beobachtetes Faktum".
Eigentlich solltest Du das wissen. Oder Du tischst uns hier bewusst eine Unwahrheit auf und rätst zum "selber googeln", weil Du weißt, dass es diese Quellen nicht gibt. Das wäre ja ganz schön frech :evil:

Grüße
Harald Maurer
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Uli » Mo 27. Jul 2009, 12:13

Harald, das ist einfach albern, was du da schreibst: du tust, als sei ich hier derjenige, der Privatphysik "präsentiert".
Veröffentlichungen über Beobachtungen der Konstanz von c sind kein Geheimnis und können leicht gefunden werden.

Ganz im Ernst: ich sehe die Kritiker in der Pflicht sich selber zu informieren. Es geht um Standardphysik, die überall nachschlagbar ist.
Es ist keine Frechheit, euch das zuzumuten !

Okay, ich gebe ein Stichwort aus neuerer Zeit zur uabhängigkeit von c von der Geschwindigkeit der Quelle, aber das war's denn auch:

Prof. Dragon hat geschrieben:Bei der Supernova 1987a hat man alles Licht, das gleichzeitig gestartet
war, hier auch gleichzeitig eintreffen gesehen. Es war mit gleicher
Geschwindigkeit zu uns unterwegs. Die Lichtgeschwindigkeit hängt nicht
von der Geschwindigkeit der Quelle ab.

Dennoch war das Licht von Materie, die in unsere Richtung geschleudert
wurde und in der Mitte der Explosion sichtbar war, anders blauverschoben,
als Licht vom Rand des Explosionszentrums, das von Materie stammt, die
quer zur Beobachtungsrichtung weggeschleudert wurde.

Die Dopplerverschiebung ist demnach nicht durch eine Bewegung des
Beobachters "gegenüber dem Licht" erklärbar.


aus
http://groups.google.com/group/de.sci.p ... 985197d863

Ich werde keine weiteren Zitate und Veröffentlcihungen ausgraben.
Glaubt doch, was ihr wollt !

Uli
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