Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Sebastian Hauk » Sa 18. Jul 2009, 23:05

Hallo Herr Kemme,

Das klingt alles ähnlich wie "double bound" in den Erziehungswissenschaften, d.h. wie Hassliebe, indem man jemand liebt, indem man ihn von ganzem Herzen hasst oder "komm' her aber bleib' mir vom Halse". In diesem Falle gewinne ich den Eindruck, dass du die SRT etwas rational kritisieren aber dann per verbaler Prägung stärken willst - aber das ist deine Sache


dieses tue ich doch gar nicht. Die SRT argumentiert beim Zwillingsparadoxon indirekt mit der Fomel Zeit = Weg / Geschwindigkeit. Dieses führt dann automatisch zu einem Bruch des RPs. Dieses ist aber noch nicht mal das Schlimmste. Es kommt dann sogar noch schlimmer. Die SRT kann nicht mit dieser Formel argumentieren. Es würde mathematisch nicht immer funktioneren.

Aus diesem Grund habe ich doch die HET entwickelt.
Sebastian Hauk
 
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 19. Jul 2009, 08:34

Sebastian Hauk hat geschrieben:Kommen wir nun zur Zeitdilatation. Diese ist laut der SRT real und wirklich. Es passiert hier wirklich.


Das ist nicht richtig, auch die Zeitdilatation wurde als Beobachtereffekt von Albert Einstein in seiner SRT verankert, siehe Seite 897:

Wir sehen also, daß wir dem Begriffe der Gleichzeitigkeit keine absolute Bedeutung beimessen dürfen, sondern daß zwei Ereignisse, welche, von einem Koordinatensystem aus betrachtet, gleichzeitig sind, von einem relativ zu diesem System bewegten System aus betrachtet, nicht mehr als gleichzeitige Ereignisse aufzufassen sind. [Hervorhebung durch Lopez]


Zwei gleichzeitige Ereignisse sind also für Einstein auch tatsächlich gleichzeitig - er leugnet nicht die Existenz einer absoluten Gleichzeitigkeit - sie erscheinen jedoch einem bewegten Beobachter nicht als gleichzeitig.


Sebastian Hauk hat geschrieben:Eine Uhr geht wirklich und wahrhaftig langsamer. Es ist alles real und ein Mensch der zu den Sternen fliegt altert wirklich langsamer.


Dass Uhren je nach Bauarten unter bestimmten Umweltbedingungen langsamer gehen ist für sich allein kein relativistisches Effekt, sondern eine rein technische Gegebenheit, die die Uhrmacher übrigens auch technisch weitgehend verhindern können.

Die Veränderung des Ganges einer Uhr ist vor allem für sich allein gar keine „Relation“ zu einem Organismus, eine Relation setzt ja grundsätzlich eine erkennbare Reziprozität zu irgendetwas voraus. Damit man also diese Verlangsamung des Ganges von bestimmten Uhren als relativistischen Effekt gemäß SRT ansehen könnte, müsste man nachweisen, dass die Zeit für alle Beobachter (relativ oder absolut bewegt) entsprechend langsamer läuft, sprich dass ihre biologischen Prozesse langsamer verlaufen. Nicht nur, dass dieser Nachweis nie erbracht wurde ( und es wird wohl ewig unmessbar sein), es gibt sogar im Gegenteil beobachtbare Hinweise darüber, dass die Geschwindigkeit der biologischen Funktionen eines Organismus sich nicht nach der Geschwindigkeit des Körpers in Raum (relativ oder absolut) richtet, siehe zum Beispiel mein Blog-Eintrag:

Widerlegung der Speziellen Relativitätstheorie durch Ärzte und Biologen?
http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2009/ ... -biologen/

Auch in der Natur in unserer Dimension gibt es keine Hinweise und keine erkennbaren Zusammenhänge, dass ein Organismus, der sich schnell bewegt, langsamer altert. Es gibt zum Beispiel Tiere, die sich sehr langsam bewegen und lange leben (Schildkröte) und Tiere, die sich schnell bewegen und extrem kurzlebig sind (Fliege). Auch in der Humanmedizin gibt es keine Hinweise darüber, dass biologische Prozesse im Organismus systematisch langsamer laufen, wenn der Körper sich im Raum schnell bewegt. Die Geschwindigkeit der biologischen Funktionen richtet sich nicht nach der Geschwindigkeit des Körpers im Raum. Mein Puls kann sich zum Beispiel extrem beschleunigen, wenn ich bewegungslos beim Zahnarzt auf dem Stuhl sitze oder im Gegenteil verlangsamen, wenn ich im rasenden ICE schlafe.


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Sebastian Hauk » So 19. Jul 2009, 12:38

Hallo Frau Lopez,

Das ist nicht richtig, auch die Zeitdilatation wurde als Beobachtereffekt von Albert Einstein in seiner SRT verankert, siehe Seite 897:


dieses gilt nicht für das Zwillingsparadoxon.

Hier altert immer derjenige Zwilling am wenigsten, der eine Beschleunigung durchgeführt hat und aus diesem Grund den längsten Weg zurückgelegt hat. Dieser Zwilling bewegt sich nach der Äthertheorie also am schnellsten durch den Äther. Und dieses gilt mathematisch gesehen immer. Das Zwillingsparadoxon lässt sich also perfekt mit einem Äther erklären.

Und bei Einstein liegt es daran, dass der eine Zwilling beschleunigt hat und somit immer den längsten Weg zurücklegt. Den zweiten Teil liest ein Relativist aber nicht so gerne und möchte deshalb im Grunde nur bei der Beschleunigung bleiben.

Gruß

Sebastian
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 19. Jul 2009, 13:29

Sebastian Hauk hat geschrieben:Hallo Frau Lopez,

Das ist nicht richtig, auch die Zeitdilatation wurde als Beobachtereffekt von Albert Einstein in seiner SRT verankert, siehe Seite 897:


dieses gilt nicht für das Zwillingsparadoxon.

Hier altert immer derjenige Zwilling am wenigsten, der eine Beschleunigung durchgeführt hat und aus diesem Grund den längsten Weg zurückgelegt hat. Dieser Zwilling bewegt sich nach der Äthertheorie also am schnellsten durch den Äther. Und dieses gilt mathematisch gesehen immer. Das Zwillingsparadoxon lässt sich also perfekt mit einem Äther erklären.


Dies gilt für Zwillinge wie für Stäbe, für Myonen oder für sonstige Körper: Einstein hat keine Einschränkung bei der Natur der bewegten Objekte für die Gültigkeit seiner Meßvorschrifte gemacht.

Und bei der SRT gibt es keinen Äther bzw. werden die physikalischen Eigenschaften eines Äthers nicht benötigt.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Trigemina » So 19. Jul 2009, 13:53

Beim Zwillingsparadoxon sind die Bezugssysteme nicht mehr äquivalent zueinander, weshalb der (phasenweise) beschleunigte Zwilling jünger zurückkehrt. Die Zwillinge können nicht mehr gleichberechtigt voneinander behaupten, die Uhr des jeweils anderen wäre dilatiert so wie dies bei inertialen und gleichförmig bewegten Bezugssystemen der Fall wäre.

Für die Zeitdilatation ist nach der SRT die relative Geschwindigkeit im Verhältnis zu c verantwortlich, für die Asymmetrie ist dies der Wechsel der Inertialsysteme des beschleunigenden Zwillings. Eine nicht symmetrische Weglänge kann nur durch Beschleunigung erreicht werden. Diese stellt einen Wechsel der Inertialsysteme beim reisenden Zwilling voraus.

Somit sind die beiden Zwillinge nicht mehr äquivalent zueinander. Die gegenseitige Rückführbarkeit ins jeweils andere System führt nun nicht mehr zu identischen und gegeneinander austauschbaren Grössenverhältnissen, wo jeder vom andern behaupten könnte, dessen Uhren und Massstäbe wären dilatiert und kontrahiert; diese Asymmetrie hat nun zur Folge, dass Eigenzeiten und Eigenlängen innerhalb ihrer damit beschriebenen Koordinatensysteme weder in linearen noch in identischen Relationen auf andere Koordinatensysteme übertragen werden dürfen. Der eine beschleunigt (wechselt das Inertialsystem), der andere tut dies nicht. Was Einstein gefordert hat, ist die Äquivalenz von Intertialsystemen, und der beschleunigende Zwilling ist definitiv kein solches.



Zwei gleichberechtigte Systeme S und S' seien gleichförmig mit v1 gegeneinander bewegt. Nach einer Zeit t1 beträgt die Zeit im System S'

t1' = t1/gamma1

und die zurückgelegte Strecke

x1' = x1/gamma1


Nach der Zeit t1 (resp. t1') beschleunige das System S' instantan von v1 auf v2. Dabei wechselt das Inertialsystem des beschleunigten Systems von S' nach S". Die Eigenzeit t1' bleibt während dieser instantanen Beschleunigung beim Übergang ins System S" natürlich unverändert (es vergeht ja keine Zeit).

t1" = t1'

jedoch kontrahiert die zurückgelegte Strecke x1 mit der neuen Geschwindigkeit v2 zu

x1" = x1/gamma2

womit die Symmetrie eindeutig gebrochen ist. Nur S und S' sind äquivalent; S" dagegen ist asynchron zu S und S'.


Gruss
Trigemina
 
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 19. Jul 2009, 15:46

Trigemina hat geschrieben:Beim Zwillingsparadoxon sind die Bezugssysteme nicht mehr äquivalent zueinander, weshalb der (phasenweise) beschleunigte Zwilling jünger zurückkehrt.


Natürlich sind die Bezugssysteme äquivalent. Beschleunigungen oder Bremsungen spielen dabei keine Rolle. Man kann nämlich genauso betrachten, dass der ruhende oder aber der reisende Zwilling Beschleunigungen oder Bremsungen durchlebt.
Es handelt sich im Grunde genommen um eine Rundreise: Der Weg ist absolut gleich (es gibt ja keine materielle Längenkontraktion von bewegten Objekten) und die Zeitdauer ist absolut gleich: Die beiden Zwillingen treffen sich genau zum selben Zeitpunkt wieder - sonst würden sie sich verpassen, logisch. Es ist notwendig, dass sie sich am gleichen Ort zum gleichen Zeitpunkt wiedertreffen, und diese Koordinate sind absolut equivalent, ob man der eine oder der andere Zwilling als bewegt oder als ruhend betrachtet.

Wäre der Weg des reisenden Zwillings kürzer (wegen Längenkontraktion) würde es die SRT widerlegen, da in der SRT keine materielle Längenkontraktion existiert (siehe Markus Pössel). Die relativistischen Effekte "Längenkontraktion" und "Zeitdilatation", die in strenger mathematische Relation stehen, dürfen sich nicht in der Wirklichkeit realisieren, sonst bedeutet es ein Widerspruch und eine Widerlegung der Theorie.

Wäre die Zeitdauer des reisenden Zwillings länger (wegen Zeitdilatation) würde es die SRT widerlegen, da in der SRT die Zeitdilatation lediglich ein Beobachtereffekt ist.

Die beiden Zwillinge sind also während genau derselbe Zeitdauer getrennt und legen genau dieselbe Strecke zurück (absolut oder relativ).

Außerdem ist nicht bewiesen - und auch extrem unglaubwürdig, wenn nicht haarsträubend - , dass die Geschwindigkeit der Bewegung des Körpers im Raum einen Einfluß auf die Geschwindigkeit der Alterungsprozesse im Organismus hat.

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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 19. Jul 2009, 17:16

Hallo zusammen,

Ich komme auf die in meiner E-Mail an Prof. Dr. Jürgen Richter zitierte Aussagen vom Autor Jay Orear zurück:

Über das Zwillingsparadoxon (es wird auch Uhrenparadoxon genannt) ist lange debattiert worden. Heutzutage akzeptieren fast alle Physiker die hier gegebene Interpretation. Lediglich einige Philosophen, Mathematiker und sogar ein oder zwei Physiker behaupten immer noch, daß beide Zwillinge auf dasselbe physikalische Alter kommen müssen. Der Autor dieses Buches ist so überzeugt von der Verlangsamung des Alterns bei Raumfahrern, wie er von irgend etwas in der Physik überzeugt ist.
Jay Orear: “Physik”. München. Carl Hanser 1982/1985. S. 162.


Diese Aussagen aus einem seit über zwanzig Jahren an den Hochschulen und Universitäten bei Physik- und Ingenieurstudenten verbreiteten einführenden Lehrbuch finde ich merkwürdig und hochgradig unwissenschaftlich.

Der Autor eines Lehrbuches spricht zwar exaltiert von seiner persönlichen "Überzeugung" von der Verlangsamung des Alterns bei Raumfahrern, jedoch sind persönliche Überzeugungen keine wissenschaftlichen Argumente, zumal keinerlei experimentelle Nachweise für diese Überzeugung vorliegen. Man darf also seine persönliche Überzeugung teilen, man muss es nicht.

Dafür erwähnt er äußerst vage Tatsachen, worauf er nicht sinnvoll und brauchbar eingeht:

1) Es soll über das Zwillingsparadoxon „lange debattiert“ worden sein.

Wie lange? Sind diese Debatten einzusehen? Wo? Wer hat entschieden, dass diese „langen Debatten“ zugunsten seiner eigenen, vorliegenden Interpretation abzuschließen seien?


2) Es sollen „einige Philosophen, Mathematiker und sogar ein oder zwei Physiker“ geben, die „immer noch behaupten“, dass beide Zwillinge auf dasselbe physikalische Alter kommen müssen.

- Welche Philosophen und welche Mathematiker „behaupten“ es? Namen? Wo sind ihre Arbeiten einzusehen?

- Gibt es „ein“ oder aber „zwei“ Physiker, die es auch „behaupten“? Name dieser ein oder 2 Autoren? Wo sind ihre Arbeiten einzusehen?

- Meint der Autor mit dieser Angabe "ein oder zwei Physiker" seine Aussage begründet zu haben, dass "heutzutage fast alle Physiker die hier gegebene Interpretation akzeptieren"? Akzeptieren alle Physiker diese Interpretation, bis auf diese ein oder zwei anonymen Physiker?


3) Haben diese anonym erwähnten Autoren lediglich „Behauptungen“ über ihre abweichende Interpretation geliefert, oder haben sie sie auch begründet? Was für Begründungen? Welche Argumente? Wo sind ihre Arbeiten nachzulesen?


Stellen diese Aussagen aus einem Lehrbuch eine seriöse Auseinandersetzung mit Gegenpositionen zu eigenen wissenschaftlichen Überzeugungen und Interpretationen dar? Auch nur im Ansatz? Haben damit die angehenden Physiker und Ingenieure überhaupt einen Einblick in einem umstrittenen Sachverhalt, der Anlaß zu „langen Debatten“ gegeben haben soll? Sind die angehenden Physiker und Ingenieure durch diese Diktion überhaupt motiviert, die Gegenpositionen in dieser Meinungsstreit selbst zu recherchieren und sich ihre eigene Meinung zu bilden? Wird im öffentlichen Bildungssystem die wissenschaftliche Wahrheit lediglich nach den persönlichen „Überzeugungen“ der Lehrbeauftragte und nach dem Mehrheitsverfahren entschieden und tradiert?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 19. Jul 2009, 20:02

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ich komme auf die in meiner E-Mail an Prof. Dr. Jürgen Richter zitierte Aussagen vom Autor Jay Orear zurück:

Über das Zwillingsparadoxon (es wird auch Uhrenparadoxon genannt) ist lange debattiert worden. Heutzutage akzeptieren fast alle Physiker die hier gegebene Interpretation. Lediglich einige Philosophen, Mathematiker und sogar ein oder zwei Physiker behaupten immer noch, daß beide Zwillinge auf dasselbe physikalische Alter kommen müssen. Der Autor dieses Buches ist so überzeugt von der Verlangsamung des Alterns bei Raumfahrern, wie er von irgend etwas in der Physik überzeugt ist.
Jay Orear: “Physik”. München. Carl Hanser 1982/1985. S. 162.


Aus meiner Sicht verstoßt diese Art der Wissensvermittlung in einem Lehrbuch gegen die Bestimmungen des Grundgesetzes, zumal beiläufig zugegeben wurde, dass ein wissenschaftlicher Meinungsstreit lange stattgefunden hat („Über das Zwillingsparadoxon (es wird auch Uhrenparadoxon genannt) ist lange debattiert worden“). Ich erinnere, dass bei der Wissensvermittlung an die nachfolgenden Generationen das Grundgesetz eindeutige Pflichte für den Staat im öffentlichen Bildungssystem vorgesehen hat, siehe zum Beispiel mein Blog-Eintrag: Der Staat verstösst seit Jahrzehnten gegen das Grundgesetz

Nachstehend einige Auszüge aus dem Bonner Kommentar zum Grundgesetz, Art. 5 § 3 [Hervorhebungen im Fettdruck durch mich]:

Für die “freie wissenschaftliche Entfaltung” … “reicht es nicht aus, in Art. 5 Abs. 3 GG nur den Schutz der individuellen Freiheit des beamteten Wissenschaftlers zu erblicken” (S. 21)

Die Wissenschaftsfreiheit ist mehr als ein Spezialfall der Meinungsfreiheit des beamteten Hochschullehrers” (Seite 40)

Die Wissenschaftsfreiheit zwingt nicht zuletzt dazu, die Vielfalt der wissenschaftlichen Ansätze im Sinne eines Wissenschaftspluralismus mit dem darin liegenden Innovationspotential zu respektieren, zu schützen und zu fördern; für den Staat führt dies zu einem Gebot der Nicht-Identifikation (Seite 41).

“Der Wissenschaftler muss das eigene Forschungsresultat zum bisherigen Stand der Erkenntnisse in Bezug setzen und sich zumindest ansatzweise mit Gegenpositionen auseinandersetzen. [...] Das Verfassungsgericht verfährt bei der Anwendung dieser Kriterien sehr großzügig (”weit zu verstehende(r) Wissenschaftsbegriff”) und spricht einem Werk die Wissenschaftlichkeit nur dann ab, wenn “es nicht auf Wahrheitserkenntnis gerichtet ist, sondern vorgefaßten Meinungen und Ergebnissen lediglich den Anschein wissenschaftlicher Gewinnung oder Nachweisbarkeit verleiht”. Indiz dafür ist “die systematische Ausblendung von Fakten, Quellen, Ansichten und Ergebnissen, die die Auffassung des Autors in Frage stellen” (S. 42)

Der Staat (hat) durch geeignete organisatorische Maßnahmen dafür zu sorgen, dass das Grundrecht der freien wissenschaftlichen Betätigung so weit unangetastet bleibt …” (S. 22).

Die Förderung der Wissenschaft durch den Staat muß dem “Gebot meinungsneutraler Wissenschaftspflege” entsprechen (Seite 34).



Bei der Interpretation des Zwillingsparadoxons haben wir also ein Beispiel, wo diese gesetzlichen Bestimmungen im öffentlichen Bildungssystem nicht respektiert wurden, wobei hier sogar eine falsche Auslegung der Theorie sich lediglich aufgrund von persönlichen Überzeugungen durchgesetzt hat (materielle Realität der relativistischen Effekte), die jedoch von einer als kompetent und zuständig vom Bundesministerium für Bildung und Forschung genannten öffentlichen Institution (Albert Einstein Institut) verneint wurde.

Viele Grüße
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Trigemina » So 19. Jul 2009, 22:00

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Beim Zwillingsparadoxon sind die Bezugssysteme nicht mehr äquivalent zueinander, weshalb der (phasenweise) beschleunigte Zwilling jünger zurückkehrt.

Natürlich sind die Bezugssysteme äquivalent. Beschleunigungen oder Bremsungen spielen dabei keine Rolle. Man kann nämlich genauso betrachten, dass der ruhende oder aber der reisende Zwilling Beschleunigungen oder Bremsungen durchlebt.


Beschleunigte Systeme sind deshalb nicht gleichberechtigt, weil der Zeitpunkt einer instantanen Beschleunigung oder das Zeitintervall des Ereignisses "Beschleunigungsphase der Rakete" nicht mit dem unbeschleunigten System zusammenfällt. Auch hier macht die Relativität der Gleichzeitigkeit der Symmetrie ein Ende.

Gruss
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 20. Jul 2009, 07:25

Trigemina hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Beim Zwillingsparadoxon sind die Bezugssysteme nicht mehr äquivalent zueinander, weshalb der (phasenweise) beschleunigte Zwilling jünger zurückkehrt.

Natürlich sind die Bezugssysteme äquivalent. Beschleunigungen oder Bremsungen spielen dabei keine Rolle. Man kann nämlich genauso betrachten, dass der ruhende oder aber der reisende Zwilling Beschleunigungen oder Bremsungen durchlebt.


Beschleunigte Systeme sind deshalb nicht gleichberechtigt, weil der Zeitpunkt einer instantanen Beschleunigung oder das Zeitintervall des Ereignisses "Beschleunigungsphase der Rakete" nicht mit dem unbeschleunigten System zusammenfällt. Auch hier macht die Relativität der Gleichzeitigkeit der Symmetrie ein Ende.


Es handelt sich hier um eine kinematische Beschreibung von Bewegungen. Hier spielen Kräfte keine Rolle - soweit ich die Worte "Kinematik" und "Dynamik" richtig verstanden habe (sie sind Physiklaien nicht geläufig) bzw. den Unterschied zwischen den beiden Beschreibungen.

Ich will damit sagen: Egal welche Geschwindigkeiten, egal welche Beschleunigungen oder Bremsungen der reisende Zwilling durchlebt, egal welche Strecke er zurücklegt, egal in welcher Form, die Relativgeschwindigkeit zwischen den beiden bleibt immer zu jedem Zeitpunkt aufgrund des Relativitätsprinzips genau dieselbe: Zwei zueinander bewegte Objekte können nur eine einzige Relativgeschwindigkeit zu jedem Zeitpunkt zueinander haben, und keine zwei. Da die Strecke auch genau gleich ist (es gibt keine materielle Längenkontraktion von bewegten Objekten) ist die Bewegung der beiden zu jedem Zeitpunkt genau symetrisch. Die jeweiligen Koordinate "Ort" und "Zeitpunkt" zum Zeitpunkt des Zusammentreffens sind auch genau gleich, wie sie auch zum Zeitpunkt der Trennung genau gleich waren. Die Zwillinge haben genau die gleiche Zeitdauer während der Trennung durchlebt, sie treffen sich genau gleichaltrig wieder. Wäre die Zeitdauer der Reise für die beide Zwillingen verschieden, könnten sie sich auch nie wieder am selbe Ort zur selben Zeit wiedertreffen: Sie würden sich ewig verpassen.

mfg
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