Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 26. Mai 2009, 11:34

bertram hat geschrieben:Hallo Frau Lopez,
Na ja, gemäß Informationen von Fachleuten aus Wikipedia, die über die Funktionalität von Lasermeßgeräten schreiben, scheinen doch Umwelteinflüße in der Atmosphäre eine Wirkung auf die Lichtgeschwindigkeit zu haben, und das schon feststellbar bei sehr kurzen Distanzen in unserer Alltagsdimension...

Und jetzt schicken wir mal das Radiosignal eines UKW-Senders durch eine Steinmauer und dann ein sichtbares Laser-Lichtsignal.
Raten Sie mal , was auf der anderen Seite noch ankommt . Beides sind EM-Wellen.
Merke : GPS funktioniert auch im dicksten Nebel, bei "Licht" bleibt's aber dunkel in der Suppe. So paradox ist die Welt der Physik.


Natürlich kommen die Signale auch durch eine Steinmauer an. Und natürlich kommen sie auch beim Empfänger meines Navigators an, das habe ich auch nie bestritten.

Der behandelte Punkt war aber hier im Zusammenhang mit den atmosphärischen Einflußbedingungen: Sie kommen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten an (unterschiedlichen Brechungsindexe).

Und wie gesagt funktioniert GPS zwar fantastisch und bewunderswert als Technologie, es handelt sich aber nicht um Experimentalphysik, nicht um Messungen der Lichtgeschwindigkeit, und schon gar nicht um Hochgenauigkeitsmessungen der Lichtgeschwindigkeit... Dafür ist GPS weder konzipiert noch geeignet.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Zuletzt geändert von Jocelyne Lopez am Di 26. Mai 2009, 11:37, insgesamt 1-mal geändert.
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: GPS

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 27. Mai 2009, 13:19

webfox hat geschrieben:
Hallo Frau Lopez,
mit Vorstellungen ist das machnmal so eine Sache, vieles ist möglich, aber wem sag ich das.
Nu, offensichtlich haben Sie in Ihrer Antwort, ausversehen, GPS und LG durcheinadergewürfelt. Kann halt passieren, wir sind ja alle nur Menschen.


Ich habe nicht "aus Versehen" GPS und LG durcheinandergewürfelt, ich bin von der in der Physik anerkannten Erkenntnis ausgegangen, dass sichtbares Licht und Radiosignale gleichermaßen elektromagnetische Wellen sind und - was die Geschwindigkeit angeht - sich gleich verhalten.

Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Gerhard Kemme » Mi 27. Mai 2009, 19:09

acadam hat geschrieben:Slebstverständlich MUSS auch ich mit unseren, menschlichen Möglichkeiten (Satzbau, Wörter, etc.) etwas ausdrücken, was es in unserem menschlichen "Universum" (unsere Umwelt, Erfahrung, etc.) gar nicht gibt. Also gibt es auch kein Wort dafür.

Dass etwas in unserem menschlichen Universum nicht vorhanden ist, stellt erstmal eine Behauptung dar. Du kennst genauso wenig wie ich sämtliche Denkinhalte von Menschen weltweit.
acadam hat geschrieben:Deshalb steckt in dem Begriff "Geschwindigkeit" bezogen auf die "Spanne" zwischen zwei Planck-Zeit-Einheiten keine "ZEIT". Sie ist dort nicht enthalten. Es ist aber auch keine "Spanne". Es ist eben etwas nicht Ausdückbares, für uns nicht Vorhandenes - eine verborgene Dimension.

Wenn die richtigen Leute am physikalischen Steuerruder sind, dann wird es bald keinerlei Einheiten mehr geben und die Anzahl der physikalischen Größen nähert sich dann auch langsam der Zahl Null. Insbesondere ist das alles Wikipedia-Schreibe, d.h. da steht dann etwas davon, dass die Zeit durch die Geschwindigkeit - insbesondere der Lichtgeschwindigkeit - ersetzbar wäre. Das ist einfach Ausdruck der Mischung unterschiedlicher physikalischer Konzepte und manche träumen davon, dass ihr eigenes Konzept dann die unbestrittene Weltnorm wird - nur dort findet heutzutage Pluralismus statt, d.h. ein physikalisches Konzept wird unvermittelt neben dem anderen stehen, d.h. der eine wird hübsch brav sein "m/s" schreiben und der andere notiert dann die Einheit "1".
acadam hat geschrieben:Beispiel:
Ein Strichmännchen (2 Dimensional) auf einer Klarsichtfolie wird mit einer Taschenlampe "durchleuchtet". Das Männchen kennt die 3. Dimension nicht, es hat nur zwei! Also kann es nicht erklären, warum das Licht bei ihm plötzlich einfach DA ist, und wenn die Taschenlampe ausgeschaltet wird einfach wieder WEG ist (in der Physik wird das al sNullpunkternergie/Fluktuation des Raumes bezeichnet). Das Männchen kann auch nicht sagen, dass das Licht aus der 3. Dinension (der Tiefe) kommt, es KENNT keine Tiefe.

Erstmal existieren diese klugen Strichmännchen genauso wenig wie die Zwillinge des "Zwillingsparadoxons" des Herrn Einstein. Du willst hier ein alles erklärendes mystisches Moment ins Spiel bringen, so dass dann irgendwie alles und nichts erklärbar ist. Nur erstmal kommt die Erklärung des Dimensions-Begriffes und danach kämen die Folgerungen und Beispiele. Dimensionen im geometrischen Sprachgebrauch beziehen sich auf Strecken oder Längen und die nächste Dimension zeichnet sich durch die vorhergehende dadurch aus, dass sie extrem weit entfernt ist, d.h. es geht um ein Größenverhältnis. Insofern sind die Menschen auch zweidimensionale Flächenwesen auf der Erdoberfläche, wenn das Größenverhältnis zu den nächsten Fixsternen außerhalb des Sonnensystems benutzt wird. Allerdings sehen diese irdischen Flächenwesen das Licht der Sterne und es kennt durchaus den Raum, weil die körperliche Existenz etwas anderes ist als seine Signal- und Informationsverarbeitung.
acadam hat geschrieben:Wie sollen wir nun erklären, was "zwischen" zwei Planck-Zeiten ist? Wahrscheinlich eine für uns nicht sichtbare Dimension.

Erstmal existieren diese Planck-Zeiten nur in sehr speziellen Fällen, wo physikalische Fachleute mit ihnen arbeiten wollen. Andere denken lieber schön anschaulich über das Urmeter in Paris. Was zwischen zwei Planck-Zeiten ist, darüber wird seit langem bezüglich der "Lücken" in der Menge der Reellen Zahlen debattiert. Wenn Zeit in Reellen Zahlen angegeben wird, dann würde ich behaupten, dass es Definitionslücken gibt.

mfg
Gerhard Kemme
 
Beiträge: 1136
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 19:19
Wohnort: Hamburg

Re: GPS

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 27. Mai 2009, 21:38

webfox hat geschrieben:
Besonders möchte ich jenen Passus in Wiki zitieren:
Für Deutschland wurde SAPOS-HEPS (Hochpräziser Echtzeit Positionierungs-Service) entwickelt. Er bietet eine Lagegenauigkeit von ca. 1–2 cm und eine Höhengenauigkeit von ca. 2–3 cm.


gut, 1cm entspricht nicht Ihren gewünschten 1 millimeter, aber immerhin, oder?

webfox


Der relativistische Effekt "Längenkontraktion" ist in unserer Dimension nicht messbar, er wurde auch nie gemessen, nicht mal bei Labor-Hochgenauigkeitsmessungen, er liegt in unserer Dimension außerhalb der Messbarkeit. Er würde also auch nicht differenzierbar sein, wenn mein GPS-Navigator die Position meines Autos auf der Erdoberfläche auf ein Bruchteil von Millimeter genau berechnen würde, was in der Praxis sowieso völlig sinnfrei ist.

Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: GPS

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 29. Mai 2009, 09:04

webfox hat geschrieben:

Der folgenden Link wird Ihre Unklarheiten sich beseitigen helfen.
http://homepage.univie.ac.at/franz.embacher/Rel/Effekte/

der webfox


Es bestehen keine Unklarheiten bei mir über die Aussagekraft der GPS-Technologie für die Bestätigung der Relativitätstheorie: Diese Technologie ist definitiv nicht geeignet, den relativistischen Effekt „Längenkontraktion“ (des Autos oder der Strecke, je nach Auslegung) zu falsifizieren, also weder zu bestätigen noch zu widerlegen.

Die behauptete Längenkontraktion von Objekten (oder von Strecken?) ist in unserer Alltagdimension nicht messbar, sie liegt außerhalb des Messbarkeitsbereiches: sie spielt sich, wenn überhaupt, im Quantenbereich ab. Was kann bitteschön mein GPS-Navigator über eine vermeintliche Längenkontraktion meines Autos im Quantenbereich aussagen?

Ganz unabhängig davon, dass diese behauptete Längenkontraktion sowieso nicht materiell ist und folglich auch absolut irrelevant bei materiellen Ereignissen in der Realität. Die Genauigkeit oder Ungenauigkeit des Ganges von Satellitenuhren tangiert diese Tatsache überhaupt nicht und ist m.E. nur Ablenkund und Vernebelung, um zu vertuschen, dass die GPS-Technologie eine Null-Nummer für die Falsifizierung der Speziellen Relativitätstheorie ist.

Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: GPS

Beitragvon Jocelyne Lopez » Sa 30. Mai 2009, 07:16

webfox hat geschrieben:ach Frau Lopez, sind wir hier nicht konform?

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Es bestehen keine Unklarheiten bei mir über die Aussagekraft der GPS-Technologie für die Bestätigung der Relativitätstheorie: Diese Technologie ist definitiv nicht geeignet, den relativistischen Effekt „Längenkontraktion“ (des Autos oder der Strecke, je nach Auslegung) zu falsifizieren, also weder zu bestätigen noch zu widerlegen.

GPS dient zu meiner/unser Orts- und Positionsbestimmung und nicht um Effekte nachzuweisen.

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Die behauptete Längenkontraktion von Objekten (oder von Strecken?) ist in unserer Alltagdimension nicht messbar, sie liegt außerhalb des Messbarkeitsbereiches: sie spielt sich, wenn überhaupt, im Quantenbereich ab. Was kann bitteschön mein GPS-Navigator über eine vermeintliche Längenkontraktion meines Autos im Quantenbereich aussagen?


Soll GPS doch gar nicht.


Ja, sind wir konform: Die GPS-Technologie ist nicht geeignet, die Relativitätstheorie zu bestätigen.

Die seit Jahrzehnten im Bildungssystem und in den Medien massiv verbreitete Behauptung, die GPS-Technologie bestätige tagtäglich die Relativitätstheorie ist also ein Märchen und eine Irreführung der Öffentlichkeit.
Nichts Anderes sagen die Kritiker seit Jahrzehnten.

Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 31. Mai 2009, 08:19

bertram hat geschrieben:Hallo Frau Lopez,
Sie meinen
Die seit Jahrzehnten im Bildungssystem und in den Medien massiv verbreitete Behauptung, die GPS-Technologie bestätige tagtäglich die Relativitätstheorie ist also ein Märchen und eine Irreführung der Öffentlichkeit.

Das ist falsch und wird von RT-Insidern nicht behauptet.
GPS beweist gar nichts, GPS benutzt die RT , um möglichst genau sein zu können.


Das ist nicht falsch: Dieses Märchen kursiert massiv überall im Internet, dass die GPS-Technologie tagtäglich die Relativitätstheorie tausendfach bestätige, obwohl sie das nicht tut und grundsätzlich auch nicht tun kann: Eine Längenkontraktion von bewegten Objekten im Quantenbereich ist mit dieser Technologie nicht messbar, abgesehen davon, dass sie materiell sowieso nicht existiert. Auch das Militär kann also damit in der Praxis nichts anfangen. Sie sollten die Diskussionen über die Kritik der Relativitätstheorie im Internet verfolgen, da wird man quasi mit jedem 2. Beitrag mit der "täglichen tausendfachen Bestätigung" der Relativitätstheorie durch die GPS Messungen konfrontiert. :roll: Es ist also in der Öffentlichkeit eindeutig was falsch rübergekommen, das korrigiert werden müsste, oder?

Auch die etablierten Anhänger der Relativitätstheorie erwähnen explizit oder implizit diese Messungen als Bestätigung der SRT, wie zum Beispiel implizit Dr. Markus Pössel, siehe: Wo bleiben die „konkreten Messungen” der Längenkontraktion, Herr Dr. Markus Pössel?

17.08.08 - Zitat Dr. Markus Pössel:

Die Laengenkontraktion geht nicht mit materiellen Veraenderungen des Koerpers einher; die Verschiedenheit der Werte ergibt sich allein daraus, dass von unterschiedlichen Bezugssystemen aus gemessen wird - ganz analog dazu, wie sich die verschiedenen Werte fuer Relativgeschwindigkeiten ergeben. Die gemessenen Laengenwerte sind selbstverstaendlich real - so real wie die Messungen von Relativgeschwindigkeiten. Es handelt sich nicht um optische Taeuschungen oder dergleichen, sondern um die Ergebnisse konkreter Messungen. [Hervorhebung durch Lopez].


Ich wüsste nämlich außer GPS nicht, welche "konkrete Messungen" der Längenkontraktion Dr. Markus Pössel hier meinen würde, es gibt ja keine experimentellen Labor-Messungen der Längenkontraktion.

Auch hat zum Beispiel die Deutsche Physikalische Gesellschaft sich geweigert, die Vorwürfe der Datenmanipulation bei dem Hafele/Keating Experiment zu prüfen und hat pauschal mit den üblichen Floskeln über die "tausenden von Hochpräzisions-Experimenten" (????) jegliche Prüfung der Vorwürfe forsch zurückgewiesen, siehe zum Beispiel:
Der gute Herr Dr. Peter Genath von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft verkauft uns für dumm

06.08.08 - Zitat Dr. Peter Genath:

anbei schicken wir Ihnen hiermit (mit Verzögerung bedingt durch Sitzungs- und Urlaubszeiten) die Antwort des zuständigen Fachverbandes.

Dieser kommt zu folgendem Resultat: Die Ergebnisse von Hafele/Keating befinden sich erstens - innerhalb der Fehlergrenzen der damaligen Uhren - in Übereinstimmung mit den Vorhersagen aus Spezieller und Allgemeiner Relativitätstheorie. Zweitens wurden sie immer wieder mit wachsender Genauigkeit bestätigt. Es gibt nicht den leisesten Zweifel, dass die Ergebnisse der Speziellen und Allgemeinen Relativitätstheorie falsch sein könnten. Zusammenfassend stellt der Fachverband damit fest: Die Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie ist in tausenden von Hochpräzisions-Experimenten immer besser bestätigt worden. Viele Technologien des täglichen Lebens funktionieren nur, weil die Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie richtig berücksichtigt wurde. Es kann keinen Zweifel an der Gültigkeit dieser Theorien im Rahmen der heutigen Messgenauigkeit geben.


Da ist was falsch rübergekommen mit der experimentellen und empirischen Bestätigung der SRT, sowohl in der breiten Öffentlichkeit als auch bei den etablierten Experten der Relativitätstheorie, oder?
Diese falschen Vorstellungen sollten also offiziell korrigiert werden, oder?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 31. Mai 2009, 09:12

bertram hat geschrieben:Frau Lopez,
hinter GPS steht eine knallhart kalkulierende Industrie. Diese Leute wollen Geld verdienen ! Glauben Sie wirklich, daß die Millionen in spekulative Messungen investieren und die Ergebnisse dann auch noch teuer in ihre Produkte einbinden würden ?


Wieso das denn? Ein irrelevanter, wirkungsloser und effektloser Faktor in Berechnungen einzubinden kostet doch kein Cent, oder? Was kostet das die knallhart kalkulierende Industrie, den Relativisten diesen Gefallen zu tun, die soooo viel Wert darauf legen, weil sie sonst keine andere Verwendung und "Bestätigung" für ihre tolle Theorie hätten. ;)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » So 31. Mai 2009, 09:22

bertram hat geschrieben:GPS beweist gar nichts, GPS benutzt die RT , um möglichst genau sein zu können

Auch diese Behauptung ist unrichtig. Das GPS benutzt die RT nicht, sondern behandelt die Effekte, welche aufgrund der Aussagen der Relativitätstheorien erwartet werden, als Fehlereinflüsse, die zu korrigieren sind. Die GPS Benutzung ohne diese Effekte bzw. ihrer Korrekturen wäre prinzipiell einfacher - aber einer dieser Effekte existiert tatsächlich im anderen Sinne, weil nicht konsistent mit der Allgemeinen Relativitätstheorie, die ja keine konkrete Veränderung eines Uhrengangs, sondern eine Fehleinschätzung desselben vom Erdboden, also vom anderen Gravitationspotenzial aus, voraussagt (was sich als Gravitationsblauverschiebung und nicht als schneller laufende Uhren in den Satelliten erklärt). Der echte ZD-Effekt der ART, nämlich die Veränderung eines Signals über die gekrümmte Raumzeit hinweg und die damit verbundene Fehleinschätzung einer Senderfrequenz könnte mit manipulativem Eingriff in den Gang einer Uhr deshalb nicht korrigiert werden, weil sie dadurch kontinuierlich nachlaufen würde und der Abstand der Zeitanzeigen zwischen Satelliten - und Empfängeruhr immer größer würde, obwohl die nach unten ausgestrahlten Frequenzen korrigiert wären.

Andererseits laufen Uhren dieser Bauart (wenngleich je nach Konstruktion unterschiedlich) im höheren Gravitationspotenzial tatsächlich schneller (was sich deshalb einfach zeigt, weil im GPS Zeitdaten in digitaler Form verbreitet werden - GPS-Time -, die keinerlei Effekten unterliegen) und die prophylaktische Verlangsamung ihres Gangs hat daher durchaus ihren Sinn - aber man kann weder von einer "relativistischen" Korrektur noch von einer Anwendung der RT sprechen - sondern es handelt sich eben bloß um eine Fehlerbearbeitung im Rahmen der Korrektur vieler anderer, wesentlich größerer Fehler. Dazu wird ein aufwändiges Korrektursystem ( http://www.mahag.com/srt/gps2.php ) betrieben und mittels Polynomen aus mehreren Daten, auch aus solchen aus dem Uhrverhalten der Vergangenheit, die Zeitangabe der Uhren ergänzt und dem Empfänger übermittelt, der erst dadurch überhaupt damit arbeiten kann. Auch ohne die Korrektur der angeblich relativistischen Effekte würde das GPS klaglos funktionieren, weil es keine Rolle spielt, wie die Korrekturpolynome aussehen.

Interessanterweise scheint hingegen die von Pound & Rebka nachgewiesene Blauverschiebung von SIgnalen innerhalb der unterschiedlichen Gravitationspotenziale von den Konstrukteuren des GPS glatt vergessen worden zu sein, was auch keine Rolle spielt, weil alle diese kleinen Effekte (auch der winzige SRT-Effekt) ohnehin - falls vorhanden - durch die Korrektur der Fehlersumme mitkompensiert werden, vor allem durch die Berechnung aus dem bisherigen und dem zukünftigen Verhalten der Uhren.

Immerhin hat es sich bereits herumgesprochen, dass die relativistischen Einflüsse bei der Positionsbestimmung gar keine Rolle spielen. Wikipedia schreibt dazu folgendes:

Oft wird irrtümlich darauf hingewiesen, dass diese Gangunterschiede zu einem Positionsbestimmungsfehler von mehreren Kilometern pro Tag führten, wenn sie nicht korrigiert würden. Ein solcher Fehler würde aber nur dann auftreten, wenn die Positionsbestimmung über die Ermittlung der Abstände des GPS-Empfängers zu 3 Satelliten anhand eines Uhrenvergleichs mit einer Uhr im Empfänger erfolgte. In diesem Fall würde sich bei jeder dieser Abstandsbestimmungen ein Fehler von ca. 12 km pro Tag anhäufen. Gewöhnliche GPS-Empfänger sind aber nicht mit einer Atomuhr ausgestattet. Stattdessen wird die präzise Zeit am Empfangsort auch aus dem C/A-Code der empfangenen Satelliten bestimmt. Aus diesem Grund sind für eine 3D Positionsbestimmung mindestens 4 Satelliten erforderlich (4 Laufzeitsignale zur Bestimmung von 4 Parametern, nämlich 3 Ortsparametern und der Zeit). Weil alle Satelliten den gleichen relativistischen Effekten ausgesetzt sind, entsteht hierdurch ein vernachlässigbarer Fehler bei der Positionsbestimmung, weil sich dieser Fehler nur über den Laufzeitunterschied auswirkt.

Damit die Satellitensignale des GPS außer zur Positionsbestimmung auch als Zeitstandard verwendet werden können, wird der relativistische Gangunterschied der Uhren allerdings kompensiert. Dazu wird die Schwingungsfrequenz der Satelliten-Uhren auf 10,229999995453 MHz verstimmt, so dass trotz der relativistischen Effekte ein synchroner Gang mit einer irdischen Uhr mit 10,23 MHz gewährleistet ist. Weitere relativistische Effekte, wie zum Beispiel der Sagnac-Effekt sind so klein, dass sie bei stationären Empfängern nicht gesondert berücksichtigt werden müssen. Darüber hinaus werden die Uhren mehrmals täglich synchronisiert, und damit auch alle sonstigen Effekte eliminiert, die einen synchronen Gang mit einer irdischen Uhr stören könnten.

Die Behauptung im letzten Absatz ist aber falsch. Die Satellitensignale und die GPS-Uhren in den Satelliten werden keinesfalls zur Erzeugung eines Zeitstandards benutzt, sondern dieser Zeitstandard - eben die GPS-Time - wird von den Stationen am Erdboden generiert und über die Satelliten lediglich verteilt. Und nur sinngemäß richtig ist der letzte Satz des Absatzes, wenngleich er der bedeutsamste in diesem Text ist: Darüber hinaus werden die Uhren mehrmals täglich synchronisiert, und damit auch alle sonstigen Effekte eliminiert, die einen synchronen Gang mit einer irdischen Uhr stören könnten.

Eine Nachsynchronisation der Uhren durch Eingriff in ihren Gang oder ihre Zeitdaten selbst erfolgt stets nur bei Umschaltungen auf die Zweituhren in den Satelliten oder zur Wartung (Ionenpumpe) - ansonsten ist während ihres Laufs kein Eingriff möglich. Dass das GPS millimetergenau arbeiten könnte, ist ebenfalls falsch, denn das Pseudorange-Verfahren ist nur im Umfang mehrerer Meter genau - wenn man es genauer will, muss man zum DGPS (Digital-Gps) greifen, welches zusätzlich Referenzstationen am Erdboden einbezieht, deren Standort genau bekannt ist.

Es ist leider so, dass viele Einstein-Fans sich bemüßigt fühlen, die Mythen um die RT zu verteidigen und den Mythos des GPS als RT-Anwendung immer wieder ins Gespräch bringen, ohne über die Funktion dieses Navi-Systems informiert zu sein. Diese Mythen der RT leben auch von der Uninformiertheit der Öffentlichkeit, fast alles, was als Bestätigung dieser Theorien präsentiert wird, hält einer genauen Nachprüfung nicht stand. Man darf nicht übersehen, dass viele der RT-Experimente, wie zB der berühmte MM-Versuch (auch in modernen Varianten) die SRT gar nicht ausschließlich bestätigen, sondern auch mit anderen Theorien erklärbar sind. Die Allgemeine Relativitätstheorie (brauchbar zur Gravitationsberechnung innerhalb unseres Erfahrungsbereiches weil weitgehend übereinstimmend mit Newton) ist sehr komplex und mathematisch kompliziert - daher bleibt sie bei Debatten nicht nur überhaupt außen vor sondern wird auch aus völliger Unkenntnis heraus debattiert (auch unter Fachleuten). Nur so kann erklärbar sein, dass man meint, schneller oder langsamer laufende Atomuhren seien eine Bestätigung der RT. Aber solche Uhren, speziell jene des GPS, bestätigen nicht Einsteins RT-Variante, sondern jene von Lorentz, weil nur in dieser solche Effekte absolut sind. Man hat seinen Äther nicht gefunden, aber eines Tages wird man etwas anderes finden...

Man hat das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Die mangelnde Nachweisbarkeit eines Äthers hat zu voreiligen Schlüssen geführt. Einstein hat nichts anderes getan, als die Äthertheorie von Lorentz vereinfacht. Aber mit den a priori eingebauten Widersprüchen (ungleichzeitige Gleichzeitigkeit, beobachterunabhängige Beobachtung der Lichtgeschwindigkeit) hat er eine zirkelschlüssige und kontradiktorische Theorie entwickelt, die wohl niemals aus den Debatten verschwinden wird - schon weil sie seit langem als Ideologie verbreitet wird, weil sie in der Physik selbst gar keine besondere Rolle spielt.

Gut dass es sie gibt. Wir hätten sonst ein äußerst interessantes Thema weniger.

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 2983
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » So 31. Mai 2009, 10:52

Chief hat geschrieben:Fragen zu GPS sollten von GPS-Spezialisten beantwortet werden (z.B. Hatch, Ronald R. GPS Scientist).


Ja, deshalb habe ich auch mit Hatch korrespondiert. Er sandte mir alle seine Arbeiten und u.a. diese klare Antwort:

hatch_gps.gif
Hatch: "Das GPS widerlegt Einstein und bestätigt Lorentz."
hatch_gps.gif (6.52 KiB) 2683-mal betrachtet


bertram hat geschrieben:Mit Dialektik hab' ich's nicht so.


Mit Dialektik hat das nichts zu tun. In einer Anwendung eine Theorie benutzen heisst, dass sie für den Erfolg dieser Anwendung anabdingbar ist, weil sie der Anwendung selbst zugrunde liegt. Flugzeugbauer benutzen in diesem Sinn die Aerodynamischen Gesetze von Bernoulli, Schiffsbauer jene von Archimedes und ebenso werden in diesem Sinn die Hebelgesetze, die Gesetze der Thermodynamik oder der Mechanik benutzt, um die technischen Anwendungen unseres Alltags zu realisieren.

Im GPS werden die RT nicht für die Anwendung selbst unabdingbar, weil die technische Konstruktion auch ohne die Berücksichtigung der RT funktionieren würde. Die RT werden hier lediglich für das Auftreten von Fehlern verantwortlich gemacht, die man zu korrigieren versucht.

Eine Anwendung der ART wäre z.B. die Berechnung der Perihelverschiebung des Merkur. Eine Bestätigung der ART ist das jedoch auch nicht, weil sich dieses astronomische Phänomen auch mit anderen Theorien berechnen lässt.

Dr. Peter Genath hat geschrieben:Viele Technologien des täglichen Lebens funktionieren nur, weil die Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie richtig berücksichtigt wurde


Das kann man wirklich nur den Dummen vormachen :)

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 2983
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

VorherigeNächste

Zurück zu Relativitätstheorie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste