Zu Fabers Animationen

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zu Fabers Animationen

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 10. Feb 2011, 08:47

Hallo Faber,

Zitat von Kurt:

Naja, ich hätte mal ne dumme Frage.
Was soll denn die Transformation eigentlich bringen.
Soll sie zeigen wies an dem -anderem- Orte aussieht oder wies ein Beobachter sieht wies dort aussieht/sehen würde.

Ich schließe mich der "dummen Frage" von Kurt an und möchte seinen Ansatz aus meiner Sicht weiter eruieren.

Über die Verformungen von bewegten Körpern, wovon es in der SRT die Rede ist, gab mir Dr. Markus Pössel folgende Erläuterungen:

Zitat Dr. Markus Pössel:

Zur Realitaet der Laengenkontraktion: Das Ergebnis einer Laengenmessung ist in der Speziellen Relativitaetstheorie keine intrinsische Eigenschaft eines Koerpers, sondern vom Bezugssystem abhaengig (denn, wie gesagt: Laenge ist relativ). Die Laengenkontraktion geht nicht mit materiellen Veraenderungen des Koerpers einher; die Verschiedenheit der Werte ergibt sich allein daraus, dass von unterschiedlichen Bezugssystemen aus gemessen wird – ganz analog dazu, wie sich die verschiedenen Werte fuer Relativgeschwindigkeiten ergeben. Die gemessenen Laengenwerte sind selbstverstaendlich real – so real wie die Messungen von Relativgeschwindigkeiten. Es handelt sich nicht um optische Taeuschungen oder dergleichen, sondern um die Ergebnisse konkreter Messungen. [Hervorhebung durch Lopez]

Die von mir hervorgehobene Aussage möchte ich hier näher durchleuchten: "Es handelt sich nicht um optische Täuschungen oder dergleichen".

"Optische Täuschungen" sind hier explizit von Dr. Markus Pössel als Ursache der von Beobachtern wahrgenommen Verformungen ausgeschlossen, aber was bedeutet hier Ihrer Meinung nach „oder dergleichen“? Bei optischen Wahrnehmungen könnte man neben optischen Täuschungen nämlich auch das Sehen unter verschiedenen Blickwinkeln (Wechsel der Perspektive) einordnen, oder nicht? Was könnte sonst noch in der Kategorie „optische Täuschungen oder dergleichen“ eingeordnet werden?

Falls aber Dr. Markus Pössel auch das Sehen unter verschiedenen Blickwinkeln als Ursache der wahrgenommenen Verformungen ausschließt, dann wären Ihre folgenden Ausführungen mit seiner Auffassung der SRT nicht konform:

Zitat von Faber:

Ein Beobachter, der in demselben Inertialsystem ruht, sieht je nach Blickwinkel irgendeine Projektion derselben Beschreibung - sofern die SRT die Wirklichkeit korrekt beschreibt.
[…]
Im Zusammenhang mit der SRT ist oft die Rede von Beobachtern, die angeblich dies oder jenes sehen. Das ist fast immer irreführend. Zum einen sehen Beobachter, die in ein und demselben Bezugssystem ruhen i.a. Unterschiedliches, zum anderen impliziert Sehen Licht und damit zeitliche Verzögerungen. Zwischen der Darstellung einer Szene, die sich in der Wirklichkeit abspielt, in bezug auf ein Inertialsystem und dem, was ein Beobachter sieht, der in demselben Inertialsystem ruht, bestehen Zusammenhänge, die noch komplizierter sind, als die Zusammenhänge zwischen zwei Darstellungen derselben Szene in zwei gegeneinander bewegten Inertialsystemen. Zu den Lichtlaufzeiten kommen Projektionen hinzu.

Es handelt sich hier meiner Meinung nach um die Beschreibung des Sehens aus verschiedenen Perspektiven (die von der klassischen Physik gut beschrieben wird – wenn es auch sehr komplizierte Berechnungen erfordert - und in der figurativen Malerei ohne komplizierte Berechnungen beherrscht wird ;) ), was jedoch Dr. Markus Pössel als Ursache der Wahrnehmung von Verformungen in der SRT auszuschließen scheint, wenn er sagt: „Es handelt sich nicht um optische Täuschungen oder dergleichen“.

Was meinen Sie?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Zu Fabers Animationen

Beitragvon Ernst » Do 10. Feb 2011, 10:47

Faber hat geschrieben:Im Prinzip dasselbe wie von Anfang an. Die Animation dazu ist im Eingangsbeitrag dieses Strangs verlinkt. Ist zwar V1.11, V1.12 liefert aber dasselbe. Nur die Struktur der Software und kleinere Designangelegenheiten wurden seitdem geändert, nicht die Art und Weise der Berechnung. Alle Animationen dort arbeiten nach unserem Ansatz. Er liefert das bekannte Ergebnis für Luftballon und Lichtsphäre.

Dann meine ich nun auch, daß Ihr Algorithmus die Sache trifft.

Gruß
Ernst
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Re: Zu Fabers Animationen

Beitragvon Ernst » Do 10. Feb 2011, 17:18

Es ist aber meines Erachtens so, daß diese Verfahrensweise bei Beschleunigungen zu grotesken Ergebnissen führen kann (Ehrenfestparadoxon). Wiki:

Max Born versuchte 1908, auch beschleunigte Bewegungen in die spezielle Relativitätstheorie zu integrieren, wobei er auf das Konzept des starren Körpers zurückgriff. Dies führte jedoch zu einem prinzipiellen Widerspruch, der 1909 von Paul Ehrenfest aufgezeigt wurde. In seiner ursprünglichen Formulierung geht er von einem "starren" Zylinder aus, der in Rotation versetzt wird. Der Radius R des Zylinders, gemessen im Laborsystem, verändert sich bei der Beschleunigung nicht. Aber der Umfang U unterliegt der Lorentzkontraktion. Unabhängig von Ehrenfest wurde dieser Zusammenhang von Gustav Herglotz und Fritz Noether erkannt, welche 1910 eine relativistische Theorie der Elastizität entwickelten. Sie bemerkten dass ein Bornscher "starrer Körper" nur 3 Freiheitsgrade besitzt. Damit ist aber die Möglichkeit von "starren Körpern" kaum mehr gegeben. Max von Laue zeigte tatsächlich 1910, dass von starren Körper überhaupt nicht mehr gesprochen werden kann, da jede Richtungsänderung sofort Deformationen im Körper auslöst und somit eine Einschränkung der Freiheitsgrade wie in der newtonschen Mechanik nicht möglich ist. Dieser scheinbare Widerspruch zeigt also, dass starre Körper im Allgemeinen nicht kompatibel zur Relativitätstheorie sind.

Gegen die Empörung mancher folgere ich; die SRT versagt bei der Transformation von Beschleunigungen. Die Erklärungen treffen nicht, weil die besagten Verformungen nicht mteriell, sondern virtueller Natur sind, was auch schon auf die LK zutrifft. Würde ein Stab nämlich tatsächlich materiell gestaucht, dann würde er irgendwann bersten. Dieses Bersten wäre ausschließlich dadurch ausgelöst, daß der Stab aus einem anderen IS beobachtet wird. Grotesk.
Dieser immaterielle Charakter der LT steht außer Frage. Wenn dazu die LT bei Beschleunigungen versagt, steht zudem die SRT in Frage.

Gruß
Ernst
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Re: Zu Fabers Animationen

Beitragvon Trigemina » Do 10. Feb 2011, 19:08

Ernst hat geschrieben:Gegen die Empörung mancher folgere ich; die SRT versagt bei der Transformation von Beschleunigungen. Die Erklärungen treffen nicht, weil die besagten Verformungen nicht mteriell, sondern virtueller Natur sind, was auch schon auf die LK zutrifft. Würde ein Stab nämlich tatsächlich materiell gestaucht, dann würde er irgendwann bersten. Dieses Bersten wäre ausschließlich dadurch ausgelöst, daß der Stab aus einem anderen IS beobachtet wird. Grotesk.
Dieser immaterielle Charakter der LT steht außer Frage. Wenn dazu die LT bei Beschleunigungen versagt, steht zudem die SRT in Frage.

Gruß
Ernst


Nana, nur nicht so vorschnell. Mich dünkt, dass du hier die Kinematik und Dynamik miteinander verquirlst. Ich erlaube mir kein endgültiges Urteil betreffend materieller Verspannungen, die dynamisch mit der SRT beschrieben werden. Bewegen wir uns auf der rein kinematischen Ebene wie es du in der Vergangenheit zu Recht stets konsequent gefordert hast, so stellen auch beschleunigte Objekte kein Problem dar!


Beschleunigt ein Objekt konstant mit der Eigenbeschleunigung alpha>0, beträgt seine Geschwindigkeitszunahme dv=alpha*dtau. Unter der Einhaltung der Lorentz-Transformation ist zwingend die relativistische Geschwindigkeitsaddition erforderlich:

v+dv=(v+alpha*dtau)/(1+v/c^2*alpha*dtau)

Für kleine Streckenabschnitte x gilt 1/(1+x)~1-x, woraus sich v+dv~(v+alpha*dtau)*(1-v/c^2*alpha*dtau) ergibt. Durch Ausmultiplizieren und Vernachlässigung der quadratischen Terme in dtau ergeben sich für die Differentiale:

v+dv=v+alpha*dtau-(v/c)^2*alpha*dtau

Mit β=v/c ergibt sich dv=alpha*dtau*(1-β^2) und nach Division mit c die separierte Differentialgleichung dβ/(1-β^2)=alpha/c*dtau. Diese lässt sich integrieren zu arctanh(β)=alpha/c*tau+const. Wenn bei tau=0 v=0 gelten soll, ergibt sich die erreichte Endgeschwindigkeit:

β(tau)=tanh(alpha/c*tau)


Da Faber nun ganz gezielt nach der Verzerrung eines Objektes entlang der x-Achse fragt, soll der Gammafaktor γ bestimmt werden, der in den Formeln der Längenkontraktion und Zeitdilatation auftritt und für ein konstant beschleunigtes Objekt keine Konstante mehr ist. Mit 1-tanh=1-(cosh^2-1)/cosh^2=1/cosh^2 ergibt sich der relativistische Verkürzungsfaktor γ zur Eigenzeit tau:

γ=cosh(alpha/c*tau)

Mit t=c/alpha*sinh(alpha*tau/c) kann die Zeit auf ein unbeschleunigtes Bezugssystem ausgerechnet werden.


Ich hoffe damit einigermassen behilflich gewesen zu sein!

Gruss


P.S. Ihr müsst meinen Wunsch (zwangsläufig) respektieren, dass ich mich hier auf keine langwierigen Diskussionen einlassen werde, sondern nur sporadisch mich zum einen oder anderen interessanten Punkt äussere.
Zuletzt geändert von Trigemina am Do 10. Feb 2011, 19:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zu Fabers Animationen

Beitragvon galactic32 » Do 10. Feb 2011, 19:26

Trigemina hat geschrieben:Da Faber nun ganz gezielt nach der Verzerrung eines Objektes entlang der x-Achse fragt, soll der Gammafaktor γ bestimmt werden, der in den Formeln der Längenkontraktion und Zeitdilatation auftritt und für ein konstant beschleunigtes Objekt keine Konstante mehr ist. Mit 1-tanh=1-(cosh^2-1)/cosh^2=1/cosh^2 ergibt sich der relativistische Verkürzungsfaktor γ zur Eigenzeit tau:
In dem Sinne hätte in der Tat die Frage nach Gamma auftauchen sollen.Denn so wie das Rad dreht, gäbe es tatsächlich Gamma-Werte, die relativ kleiner 1 werden.
Man darf sich klar darüber sein, daß im absoluten Äther (abs.Bezugssystem) das Rad gedreht wird.Zu der Drehung können noch lineare Geschwindigkeiten des Rades im Äther aufaddiert werden.
All das muß sorgfältig mitbdeacht werden.
Ernst hat geschrieben:
Max Born ...Aber der Umfang U unterliegt der Lorentzkontraktion...
Ebend ohne absoluten Äther stimmt diese Aussage gar nicht.
Hier wird die Beobachtung, mit dem System verwechselt.
Die Anwendung von Lorentz, beschreibt, wie eine Kamera sehen würde, nicht wie die Zustände im System als ganzes zu betrachten sind.
In der Klassik bei Gallilei war das einerlei.
Trigemina hat geschrieben:P.S. Ihr müsst meinen Wunsch (zwangsläufig) respektieren, dass ich mich hier auf keine langwierigen Diskussionen einlassen werde, sondern nur sporadisch mich zum einen oder anderen interessanten Punkt äussere
Absolut.

Gruß
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Re: Zu Fabers Animationen

Beitragvon Trigemina » Do 10. Feb 2011, 19:34

galactic32 hat geschrieben:In dem Sinne hätte in der Tat die Frage nach Gamma auftauchen sollen.Denn so wie das Rad dreht, gäbe es tatsächlich Gamma-Werte, die relativ kleiner 1 werden.
Man darf sich klar darüber sein, daß im absoluten Äther (abs.Bezugssystem) das Rad gedreht wird.Zu der Drehung können noch lineare Geschwindigkeiten des Rades im Äther aufaddiert werden.
All das muß sorgfältig mitbdeacht werden.


Da muss man sorgfältig zwischen Translations- und Rotationsbewegungen unterscheiden. Erstere lassen sich in euklidischen Koordinatensystemen beschreiben, letztere leider nicht.

Die Diskussion über rotierende Scheiben (Ehrenfest-Paradoxon) wurde hier bereits geführt. Allerdings bin ich zu faul um danach zu suchen. Lohnt sich aber durchaus!

Gruss
Trigemina
 
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Re: Zu Fabers Animationen

Beitragvon galactic32 » Do 10. Feb 2011, 19:52

Trigemina hat geschrieben:Da muss man sorgfältig zwischen Translations- und Rotationsbewegungen unterscheiden. Erstere lassen sich in euklidischen Koordinatensystemen beschreiben, letztere leider nicht.
Na na na , mathematisch kann man weit jenseits der Meßgenaugkeit schon wissenschaftlich exact rechenen (beschreiben).

Dazu ändert sich auch kein Pi, in dem Sinne, wie hier im Forum manche ( "flachsig" ) meinen das Geschehen um die Kreiszahl zu kennen.
Die Diskussion über rotierende Scheiben (Ehrenfest-Paradoxon) wurde hier bereits geführt. Allerdings bin ich zu faul um danach zu suchen. Lohnt sich aber durchaus!
Hatt ich whrscheinlich schon mal ein wenig nachgelesen, war so weit zu wenig relevantes.

Gruß derweil
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Re: Zu Fabers Animationen

Beitragvon Kurt » Do 10. Feb 2011, 21:01

Faber hat geschrieben:Die Situation ist folgende: Die Ruhegeometrie eines Körpers ist durch die Koordinaten einiger Eckpunkte des Körpers im Raum gegeben. Wird der Körper nun bewegt, d.h. beschleunigt, dann kann man gemäß der galileischen Bewegungslehre einfach zu allen gegebenen Ruhekoordinaten denselben zeitabhängigen Offset hinzuaddieren, um die Koordinaten des bewegten Körpers zu irgendeinem Zeitpunkt zu erhalten, denn der Körper bleibt trotz Bewegung starr.


Naja, hallo Faber, er hat wohl sehr vereinfacht.
So einfach/verallgemeinert lässt sich das nicht sagen.
Ein federndes Band, zu einem Kreis verbunden, unbewegt im IS, perfekt rund.
Nun kommt es auf die Beschleunigungsart an ob der Kreis zum Ei wird, dessen Spitze:
- vorne angezogen, nach vorne schaut,
- hinten angeschoben keine mehr ist, sondern einer Herzform weicht,
- überall gleich angeschoben, ein perfekter Kreis bleibt.

Ich meine das muss berücksichtigt sein wenn man Aussagen machen will.
Die Generalaussage dass es zu Verkürzung/Stauchung kommt ist nicht angemessen.


Faber hat geschrieben:Im Fall der einsteinischen Bewegungslehre (SRT) bleibt der Körper nicht starr. Die Geometrie des Körpers in Bewegung ist nicht kongruent zur Ruhegeometrie. Das Stichwort hierzu lautet Lorentzkontraktion.


Naja, sie haben wohl beide/alle drei, zu sehr vereinfacht.

Es sieht nach schwarz/weiss-Malerei aus, die Realität dürfte in der "Grauzone" liegen.

Ein unbeschleunigter Körper nimmt zweifelsfrei (ich meins) die gleiche Geometrie ein wie der Originale.
Denn was soll ihn dazu veranlassen dass er dies nicht tut.
Eine -Schiefsicht- eines Beobachters ist ja ausgeschlossen.
Er unterliegt keinerlei Kräften (IS) und somit gibt es keinen Grund dass er sich irgendwie verformt.
Das ändert sich/kann sich ändern, wenn er im Zielsystem Beschleunigung ausgesetzt ist.



Faber hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Spielt die beschleunigte Bewegung da eine Rolle oder ist die nicht vorgesehen/aussen vorgelassen?


Die typischen Standardfälle, von denen in vielerlei Betrachtungen und Gedankenexperimenten im Zusammenhang mit der SRT die Rede ist, betreffen ruhende oder gleichförmig geradlinig bewegte Körper. Hier geht es um beliebige stetige, glatte Bewegungen im Raum, bzw. im Zusammenhang mit den 2D-Animationen in der Ebene. Da es jeweils um den Zusammenhang zwischen der Ruhegeometrie eines Körpers und der Geometrie desselben Körpers in Bewegung geht, sind besonders Bewegungsabläufe von Interesse, bei denen der Körper zunächst ruht und später dann beschleunigt wird.


Die Beschleunigung lass ich erstmal weg.

Code: Alles auswählen
Hier geht es um beliebige stetige, glatte Bewegungen im Raum, bzw. im Zusammenhang mit den 2D-Animationen in der Ebene


Das sind die Animationen die du erarbeitet hast (Gratulation).
Du zeigst die Ausbreitung von Licht.
Und da möcht ich einhaken, denn das sperrt sich was.

Ich nehm den Federring und sehe in transformiert, transformiert in ein bewegtes IS.
Dort ist er so wie er ist, rund.
Grund für (s)eine Verformung gibts keinen.
Der wäre vorhanden wenn er gegen einen Widerstand anrennen würde.
Er würde dann aber auch zur Ruhe erstarren.
Das, Bewegung im IS, ist aber durch das IS am Zielort ausgeschlossen.

Nun kommt eine pumpende Lichtquelle zum Zuge.
Im Quell-IS breitet sich das Licht kreisförmig aus (2d-Betrachtung).
Die Transformation ins Zielsystem gewährleistet das nicht.
Dort kann es sich kreisrund oder nicht rund ausbreiten.
Es kommt darauf an wie der Ort beschaffen ist, welche Umstände dort herrschen.
Wenn -dort- ein perfektes IS ist dann ist die Ausbreitung rund.

Meine weitere Frage ist:
- wird die Oberfläche eines sich nicht drehenden, geradlinig bewegten Körpers (Planet/Sonne), also idealisierten Körpers, als IS angenommen.
- die geradlinige, unbeschleunigte Bewegung einer kleinen Plaattform im Raum, Rakete etc. als IS angenommen.
- überhaupt unterschieden ob sich diese Rakete überhaupt bewegt oder nicht.

Faber hat geschrieben:Zur neu auftauchenden Frage: Die Darstellung des unbeschleunigt bewegten Körpers ist unverformt, wenn sie auf ein Ruhesystem des Körpers bezogen ist, ansonsten ist sie verformt. Wegen der unbeschleunigten Bewegung ist die Verformung aber zeitunabhängig.


Das heisst:
- flieg ich mit dem dem transformiertem Körper mit dann ist er kreisrund.
- schau ich von woanders aus hin dann ist er verformt.

Da beisst sich was denn es wurde ja "Fehlsichtigkeit", also -Übertragungsfehler- ausgeschlossen.


Gruss Kurt
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Re: Zu Fabers Animationen

Beitragvon Faber » Do 10. Feb 2011, 21:03

Ernst hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:Im Prinzip dasselbe wie von Anfang an. Die Animation dazu ist im Eingangsbeitrag dieses Strangs verlinkt. Ist zwar V1.11, V1.12 liefert aber dasselbe. Nur die Struktur der Software und kleinere Designangelegenheiten wurden seitdem geändert, nicht die Art und Weise der Berechnung. Alle Animationen dort arbeiten nach unserem Ansatz. Er liefert das bekannte Ergebnis für Luftballon und Lichtsphäre.

Dann meine ich nun auch, daß Ihr Algorithmus die Sache trifft.

Das freut mich.

Ernst hat geschrieben:Es ist aber meines Erachtens so, daß diese Verfahrensweise bei Beschleunigungen zu grotesken Ergebnissen führen kann (Ehrenfestparadoxon).

Unsere Methode transformiert völlig SRT-gemäß die Ruhegeometrie des Körpers aus einem jeweiligen Ruhesystem des Körpers per Lorentztransformation in das Zielsystem, in dem der Körper kurzfristig geradlinig gleichförmig bewegt ist. Was sie in der Animation zeigt, sind die von Weinstein, Phipps und anderen behaupteten kumulativen Effekte. Die Speichen eines Speichenrades krümmen sich mit der Zeit immer weiter. Das hängt irgendwie damit zusammen, dass der Körper ständig beschleunigt ist, der Beschleunigungsvektor aber senkrecht zum Geschwindigkeitsvektor steht.


Ernst hat geschrieben:Gegen die Empörung mancher folgere ich; die SRT versagt bei der Transformation von Beschleunigungen.

Wie kommen Sie denn jetzt darauf? Lassen Sie sich doch nicht von Wikipedia-Texten verwirren. Unser Ansatz zeigt doch, was bei Beschleunigungen passiert. Wir können Körper absolut SRT-konform beschleunigt durch die Gegend bewegen. Was wir nun brauchen, ist eine saubere mathematische Herleitung der Effekte, die die Animation zeigt. Schauen Sie sich mal das Ehrenfest-Paper an. Das ist ganz kurz. Er sagt nur kurz, dass das mit Radius und Umfang euklidisch nicht hinhaut. Die gesamten in der Wikipedia zusammengefassten Aussagen der Fachleute zum Ehrenfest-Paradoxon basieren auf der Idee `Körper werden in Bewegungsrichtung kontrahiert'. Diese Idee hat aber niemand bewiesen. Sie gilt für den unbeschleunigten Fall. Was für den beschleunigten Fall gilt, das haben wohl allein Weinstein, Phipps und andere herausgefunden. Weil deren Ergebnis grotesk ist (kumulative Effekte), fingen die Relativisten an, von Rigidität, nicht-euklidischer Metrik und dergleichen zu reden. Sprich: Die Relativisten weichen dem Thema einfach aus. Der Ehrenfest-Artikel in der Wikipedia zeigt das deutlich. Man vermischt fleißig ART und SRT. Lesen Sie mal die ersten paar Zeilen von Phipps. Der würde uns loben, dass wir auf reiner Kinematik bestehen. Sein Artikel fängt so an: "Kinematik ist definiert als die Wissenschaft der reinen Bewegung, die ganz ohne die Ursachen betrachtet wird."

Die Animationen zeigen, dass es kein Ehrenfest-Paradoxon gibt. Wir wenden die Lorentztransformation in infinitesimalen Zeitintervallen an und erhalten die Lösung. Die ist zwar grotesk, nicht aber paradox.

Schauen Sie sich die Animation mit der Zahnradbahn im Eingangsbeitrag dieses Stranges noch einmal an: So grotesk das ganze aussehen mag, die Spitzen der Zahnräder treffen exakt die Spitzen der Zwischenräume der Zahnschienen. Sowohl oben als auch unten. Und das trotz kumulativer Effekte. Nein, man muss sagen, wegen der kumulativen Effekte. Die kumulativen Effekte sind nötig, damit dieses Wunder geschehen kann. Das Bild ist ein recht starkes Indiz dafür, dass unser Ansatz absolut SRT-konform ist. Die beschleunigten Zahnspitzen passen perfekt zu den unbeschleunigten Zwischenräumen der Zahnschienen.


Ernst hat geschrieben:Würde ein Stab nämlich tatsächlich materiell gestaucht, dann würde er irgendwann bersten. Dieses Bersten wäre ausschließlich dadurch ausgelöst, daß der Stab aus einem anderen IS beobachtet wird. Grotesk.

Genau. Und der Physikprofessor, um dessen Zeigestab es geht, dem fiele vor versammelter Studentenschaft die Kinnlade runter. Wenn jetzt der bewegte Beobachter aber so schlau ist, sein Messergebnis per LT zu entzerren, dann bleibt der Stab des Professors verschont.

Gruß
Faber

P.S.: Herr Maurer, besitzen Sie den Artikel von Phipps? T. E. Phipps, Do metric standards contract?, Foundations of physics pp. 289-307, (1980)
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Re: Zu Fabers Animationen

Beitragvon Faber » Do 10. Feb 2011, 21:23

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Was meinen Sie?

Ich mache das so: Ich nehme ein Lineal und vermesse damit meinen Bildschirm. Dann schreibe ich die Maße mit einem Filzstift auf den Bildschirm. Kommt jetzt ein Beobachter vorbeigeflogen, dann braucht er nicht zu messen, er kann die Maße einfach ablesen. Wenn die Ziffern zu stark in Bewegungsrichtung gestaucht erscheinen, so dass sie unleserlich sind, dann kann er sie per LT entzerren um besser lesen zu können. ;)

Nee, Scherz beiseite: Die SRT halte ich für insgesamt inakzeptabel. Ernst nennt oben den Grund: Ein Objekt zerbricht nicht, weil in der Nachbargalaxie irgendein Asteroid herumfliegt, auf dem ein Beobachter sitzen könnte.

Gruß
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