Längenkontrahierter Zug

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Hannes » Mo 25. Okt 2010, 09:20

Hallo Trigemina !

Die Zerfallsrate der kreisenden radioaktiven Ionen lässt sich über deren Massenverlust und der Änderung des elektrischen Feldes beim Zerfall sehr gut über die induzierte Änderung der magnetischen Feldstärke messen.
Grusssuum cuiqueTrigemina


Ich bin überzeugt davon, dass du sehr wohl eine Vorstellung hast, warum
die Zerfallsrate der kreisenden Ionen höher ist.
Nur mit deinem Kaffeekränzchenmärchen der ZD kannst du uns nicht überzeugen.
Die wahren physikalischen Ursachen dieses Phänomens liegen ganz wo anders.
Leider ist die Erforschung dieser Ursachen durch das Märchen blockiert.

Mit Gruß
Hannes
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Ernst » Mo 25. Okt 2010, 11:28

Trigemina hat geschrieben: Zwei zueinander beschleunigte Bezugssysteme ,... die keine synchronen Flugmanöver durchführen, sind asymmetrisch zueinander und deswegen nicht mehr gleichberechtigt.
Finden jedoch sämtliche Flugmanöver synchron statt, sind nach ihrer Wiedervereinigung auch ihre Weltlinien spiegelsymmetrisch und somit laufen ihre Uhren identisch,....

Nachfrage:
Situation 1: Zwillinge ruhen anfangs in einem gemeinsamen IS. Zwillinge A un B beschleunigen instantan in diesem IS synchron in entgegengesetzte Richtung auf 0,5v und entfernen sich danach voneinander mit v.
Situation 2: Zwillinge ruhen anfangs in einem gemeinsamen IS. Zwilling A bleibt in diesem System und Zwilling B beschleunigt instantan auf v. Beide entfernen sich danach voneinander mit v.

Frage: Sind beide Situationen bezüglich der gegenseitigen ZD gleichwertig?

Gruß
Ernst
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Trigemina » Mo 25. Okt 2010, 19:32

galactic32 hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Man kann nach ihrer Wiedervereinigung definitiv sagen, dass der Raumfahrer mit der längeren Weltlinie (Raumzeit, im Minkowski-Diagramm auf eine Raumdimension reduziert) jünger ist.

Wird mit Äther argumentiert, wie die „freien“ Authoren der „freien“ Encyclopädie?


Nein. Meine Argumentation bezieht sich auf die SRT.

galactic32 hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Finden jedoch sämtliche Flugmanöver synchron (nach einem gemeinsamen Flugplan) statt, sind nach ihrer Wiedervereinigung auch ihre Weltlinien spiegelsymmetrisch und somit laufen ihre Uhren identisch, jedoch nachgehend gegenüber einem zurückgebliebenen Drilling.

Nun, da könnte ein Vierter wiederum Gegenteiliges messen, beobachten, zumindest ohne abs. Äther!


Ja. Die Uhr eines Vierten würde je nach seinem Bewegungszustand von den identisch laufenden Uhren der Zwillinge abweichen.



Hannes hat geschrieben:Ich bin überzeugt davon, dass du sehr wohl eine Vorstellung hast, warum
die Zerfallsrate der kreisenden Ionen höher ist.


Ja.

Nur mit deinem Kaffeekränzchenmärchen der ZD kannst du uns nicht überzeugen.


Zur Kenntnis genommen! Der Pflaumenkuchen war fantastisch.

Die wahren physikalischen Ursachen dieses Phänomens liegen ganz wo anders.


Du darfst mir/uns die physikalischen Ursachen dieses Phänomens gerne kundtun.

Leider ist die Erforschung dieser Ursachen durch das Märchen blockiert.


Stell dir einfach mal probehalber vor, dieses "Märchen" erklärt die experimentellen Befunde dermassen erfolgreich, dass man pragmatischerweise gerne darauf zurückgreift.




Ernst hat geschrieben:Nachfrage:
Situation 1: Zwillinge ruhen anfangs in einem gemeinsamen IS. Zwillinge A un B beschleunigen instantan in diesem IS synchron in entgegengesetzte Richtung auf 0,5v und entfernen sich danach voneinander mit v.
Situation 2: Zwillinge ruhen anfangs in einem gemeinsamen IS. Zwilling A bleibt in diesem System und Zwilling B beschleunigt instantan auf v. Beide entfernen sich danach voneinander mit v.

Frage: Sind beide Situationen bezüglich der gegenseitigen ZD gleichwertig?


Ich denke du willst auf Nummer sicher gehen um allfällige Missverständnisse schon gar nicht erst aufkommen zu lassen. Die Antwort darauf sollte klar aus meiner Aussage hervorgehen:

Nein, die beiden von dir geschilderten Situationen gleicher Relativgeschwindigkeiten sind gerade wegen ihrer asynchronen Beschleunigungsphasen nicht gleichwertig. Die relative Endgeschwindigkeit zweier Bezugssysteme sagt noch nichts über die Vorgeschichte ihrer Beschleunigungsphasen (Stärke der Beschleunigung, deren Beginn und Ende) und der beschleunigungsfreien Flugphasen aus.

Gruss
Trigemina
 
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon galactic32 » Mo 25. Okt 2010, 21:01

Trigemina hat geschrieben:
galactic32 hat geschrieben:Wird mit Äther argumentiert, wie die „freien“ Authoren der „freien“ Encyclopädie?
wiki/Äther_(Physik) hat geschrieben:… neue Definition des Äthers
...Dabei sei der Äther der SRT weiterhin als absolut zu bezeichnen,...
Nein. Meine Argumentation bezieht sich auf die SRT.

Hm, ja eben, bezog sich nach meiner lesart auf SRT, also der SRT-Cheff sollte sich 1924 so geäußert haben:
wiki/Äther_(Physik) hat geschrieben:...„Auch nach der speziellen Relativitätstheorie war der Äther absolut,...

, hatte also 10..20 Jahre Gelegenheit sich sicherer zu werden, was er wohl meine.

Also Dein „Nein“ darf als ModellVorstellung völlig ohne Äther verstanden werden?

Damit verliert sich jede Orientierung!
Trigemina hat geschrieben:
galactic32 hat geschrieben:Nun, da könnte ein Vierter wiederum Gegenteiliges messen, beobachten, zumindest ohne abs. Äther!

Ja. Die Uhr eines Vierten würde je nach seinem Bewegungszustand von den identisch laufenden Uhren der Zwillinge abweichen.

Das hatte ich nicht direkt im Sinn!
Eher die Konsequenz aus dieser angeblichen TatSache.
Denn typischerweise bekämen diese Mehrlinge noch seltsamere Alterszustände aus der „Sicht“ eines Vierten.
Gehen wir von einem BasisSchiff aus das sich zu unserem Planeten bereits reichlich relativistisch schnell bewegt.
Mit diesem führen die Drei Reisendenden ihre UnterNehmung analog zum System Nordpol nach Chief's Plan durch.
Jetzt wird doch nach Deiner Methodique aus der Sicht des Vierten, also des Beobachter's auf der Erde, das Minkowski-Berechnen ziemlich unmathematisch bzw. unlogisch!
Lassen wir den einen von der BasisStation in seinem Scout-Schiff auf die Erde zusteuern, erhalten wir nach Deinen RechenRegeln doch wieder völlig asymmetrisches „Reise“-Altern.
Eine Bewegung senkrecht hierzu gäbe wieder andere RechenErgebnisse, oder?
Die Sicht des ErdenBeobachters ergibt völlig andere Ergebnisse als die des BasisSchiffBeobachters.

Ich meine, die Frage:
Die Ursache dieses ZeitDilatieren wäre die Geschwindigkeit und nicht die Beschleunigung, oder?
Nach dem Beschleunigen muß die Menge des „langsameren Altern's“, die GesamtDilatation der Zeit des Reisenden, nach Deiner Minkowski-Mathematik nur von der ReiseLänge (ReiseDauer) abhängig sein, oder?
Weil sich mit MatheMatik physikalisch gar nichts erklärt nach dem was Du zu Hannes erwiderst:
Trigemina hat geschrieben:
Hannes hat geschrieben:Leider ist die Erforschung dieser Ursachen durch das Märchen blockiert.

Stell dir einfach mal probehalber vor, dieses "Märchen" erklärt die experimentellen Befunde dermassen erfolgreich, dass man pragmatischerweise gerne darauf zurückgreift.

Was soll denn denn die ZeitVerlangsamung aufrechterhalten nach der BeschleunigungsPhase, ohne Äther?

Aus technisch wissenschaftlicher Sicht „schreit“ doch der Umstand eines Extremum's in der ZeitDilatation
nach Erklärung!

Ich meine mit Lichtgeschwindigkeit wären wir zeitlich Eingefroren, und mit minimal'ster Geschwindigkeit würden wir eine zeitlich maximale Grenze (schnellstes Altern) erreichen.
Dieses wird in einer SRT ohne Äther nicht funktionieren!
Zumindest brauchen wir einen übergordneten Parameter aller Materie dieses Universum's, oder?

Gruß
galactic32
 
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Trigemina » Mo 25. Okt 2010, 23:12

galactic32 hat geschrieben:Was soll denn denn die ZeitVerlangsamung aufrechterhalten nach der BeschleunigungsPhase, ohne Äther?

Aus technisch wissenschaftlicher Sicht „schreit“ doch der Umstand eines Extremum's in der ZeitDilatation
nach Erklärung!


In der SRT kann vollständig auf einen Äther verzichtet werden, da sich die Lorentz-Transformation aus den beiden Postulaten der Konstanz und Invarianz von c ableiten lässt. Albert Einstein formuliert das recht prägnant:

„Die Einführung eines „Lichtäthers“ wird sich insofern als überflüssig erweisen, als nach der zu entwickelnden Auffassung weder ein mit besonderen Eigenschaften ausgestatteter „absoluter Raum“ eingeführt, noch einem Punkte des leeren Raumes, in welchem elektromagnetische Prozesse stattfinden, ein Geschwindigkeitsvektor zugeordnet wird.“

...um ihn später, ab dem Jahre 1918, quasi durch die Hintertür wieder einzuführen. Der von ihm postulierte "Neue Äther" der ART darf nicht mit dem Lorentz-Äther gleichgesetzt werden, da auf Einsteins Gravitationsäther der Bewegungsbegriff nicht angewendet werden darf. Einstein attestiert seinem Gravitationsäther zwar inhärente physikalische Eigenschaften, die von der Materie (Energie) mitgeprägt werden und ihm seine lokalen Eigenschaften verleihen, reduziert diesen jedoch auf die physikalischen Eigenschaften im Raum und weist ihm – im Gegensatz zu den klassischen Äthermodellen – eine nichtstoffliche Qualität zu.

„Indessen lehrt ein genaueres Nachdenken, daß diese Leugnung des Äthers nicht notwendig durch das spezielle Relativitätsprinzip gefordert wird. […] Nach der allgemeinen Relativitätstheorie ist der Raum mit physikalischen Qualitäten ausgestattet; es existiert also in diesem Sinne ein Äther. Gemäß der allgemeinen Relativitätstheorie ist ein Raum ohne Äther undenkbar; denn in einem solchen gäbe es nicht nur keine Lichtfortpflanzung, sondern auch keine Existenzmöglichkeit von Maßstäben und Uhren, also auch keine räumlich-zeitlichen Entfernungen im Sinne der Physik. Dieser Äther darf aber nicht mit der für ponderable Medien charakteristischen Eigenschaft ausgestattet gedacht werden, aus durch die Zeit verfolgbaren Teilen zu bestehen; der Bewegungsbegriff darf auf ihn nicht angewendet werden.“


Aus heutiger Sicht wird Einsteins qualitativer "Gravitationsäther" mit der aus der Energie-/ und Massenverteilung geformten nicht-euklidischen Metrik gleichgesetzt, die sich auf die Dynamik materieller Teilchen auswirkt.

Falls du dieses Thema vertiefen möchtest, wäre es wegen der Übersichtlichkeit hilfreich, hierzu einen neuen Thread zu eröffnen.

Gruss


P.S. @Chief: Halt dich da raus! Deine destruktiven Angriffe auf meine Person ohne weitere stichhaltige und nachvollziehbare Argumente nachzuliefern sind eine Unverschämtheit und Ausdruck als allerletztes Stilmittel der Unterlegenheit.

Chief hat geschrieben:Das ist überhaupt nicht mit der SRT sondern mit dem "erdgebundenen" Äther vereinbar. Entweder versuchst du die Leute hier zu betrügen oder verstehst du die SRT tatsächlich nicht (aber ich glaube das hatten wir schon). :? :? :?
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon galactic32 » Di 26. Okt 2010, 00:58

Trigemina hat geschrieben:Falls du dieses Thema vertiefen möchtest, wäre es wegen der Übersichtlichkeit ...

Tendenziell ist mir ein tieferes, umfassenders Verstehen der Physik sehr willkommen.
Welches Thema hattest Du im Sinn?
In der SRT kann vollständig auf einen Äther verzichtet werden, da sich die Lorentz-Transformation aus den beiden Postulaten der Konstanz und Invarianz von c ableiten lässt.

Was sich mit Deinen bisherigen Beiträgen, Hinweisen nicht nachvollziehen läßt.
Weil ,
... qualitativer "Gravitationsäther" mit der aus der Energie-/ und Massenverteilung geformten nicht-euklidischen Metrik gleichgesetzt, die sich auf die Dynamik materieller Teilchen auswirkt.

wäre eigentlicher das Thema, nachdem etwa damit relevantere Erklärungen für unterschiedliche ZerfallsRaten radioaktiver Kerne erst in Frage kämen.
Worauf Hannes wohl auch eigentlich hindeuten wollte.

Denn ganz im Gegenteil würde ich zu solchen Aussagen:
"" Dieser Äther darf aber nicht mit der für ponderable Medien charakteristischen Eigenschaft ausgestattet gedacht werden, aus durch die Zeit verfolgbaren Teilen zu bestehen; der Bewegungsbegriff darf auf ihn nicht angewendet werden. ""
Da dachte wohl jemand an absolut ruhenden Äther.
Der mitgeführte Äther hat eben eine „Bewegung“, einen Bewegungsbegriff!

Ich meine, wenn ich deinen Beitrag versuche zu verstehen, lese ich nicht hinreichend klar heraus, was Du im Sinn hattest.
Um konstruktiv sich HinterGrund-Prinzipien zu solch einem Thema bewußt(er) zu machen, wären wohl geschicktere Übersichtsätze angebracht.
Welche Fragen werden angegangen, wie weit geht das Gebiet, das Thema, das Modell, nach dem „Erklärt“ wird?
Aus Deinen zitierten Aussagen, entnehme ich, daß der KenntnisStand „unserer“ öffentlichen gelehrten Physik äußerst unentwickelt ist.
Eine öffentliche Darstellung eines solchen Thema's wäre angemessener mehr aus einer umgekehrten Perspektive erfolgt, in dem ehrlicher zusammengefasst wird, was alles unbekannt, unerforscht, ungeklärt, offen ist.

In diesem Sinne ist "sich selber in Kenntnis setzen" angesagter.

In einem passenderen „Thread“ wäre sicherlich noch reichlich „Diskussions“-Stoff übrig, um die Physik hierzu zu vertiefen, zu erweitern.

Gruß
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Trigemina » Di 26. Okt 2010, 06:10

galactic32 hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:In der SRT kann vollständig auf einen Äther verzichtet werden, da sich die Lorentz-Transformation aus den beiden Postulaten der Konstanz und Invarianz von c ableiten lässt.

Was sich mit Deinen bisherigen Beiträgen, Hinweisen nicht nachvollziehen läßt.
Weil ,
Trigemina hat geschrieben:... qualitativer "Gravitationsäther" mit der aus der Energie-/ und Massenverteilung geformten nicht-euklidischen Metrik gleichgesetzt, die sich auf die Dynamik materieller Teilchen auswirkt.

wäre eigentlicher das Thema, nachdem etwa damit relevantere Erklärungen für unterschiedliche ZerfallsRaten radioaktiver Kerne erst in Frage kämen.
Worauf Hannes wohl auch eigentlich hindeuten wollte.


Du hast den Äther aufgegriffen, und ich habe geschrieben weswegen ihn Einstein in der SRT nicht benötigte, aber für die ART sozusagen wieder einführt. Wenn du eine Erklärung möchtest, wie sich die Lorentz-Transformation aus den Postulaten Einsteins ergibt, kann ich gerne weiterhelfen. Aber was deine Verknüpfung der ART mit Kernzerfallsprozessen zu tun haben soll, ist doch sehr schleierhaft.


Die Galileischen Bewegungsgleichungen für einen beliebigen Punkt in den Systemen S und S' ergeben folgende Koordinaten:

in S : x=x'+v*t
in S': x'=x-v*t

Wenn zwei Koordinatensysteme S und S' zum Zeitpunkt t0 die gemeinsamen Ursprungskoordinaten x=x'=0 und t=t'=0 haben und ein Lichtstrahl entlang der x-Achse ausgestrahlt wird, hat er nach dem Zeitpunkt t die Koordinaten:

in S: x=c*t
in S': x'=c*t

mit der absoluten Zeit t nach der Galilei-Transformation. Wir sehen sofort, dass hier etwas nicht stimmt, denn nach obigen Gleichungen müssten x und x' gleich sein, was sie offensichtlich nicht sind.

Dieser historische Widerspruch führt auf einen Ansatz zurück, der die beiden ganz oben stehenden Gleichungen mit einem Faktor (also das noch unbekannte γ) multipliziert, um ein widerspruchfreies Gleichungssystem zu erhalten:

in S : x=γ*(x'+v*t) Gleichung 1
in S': x'=γ*(x-v*t') Gleichung 2

Wenn nun das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit gelten soll und der absolute Charakter der Zeit zwangsläufig aufgegeben werden muss um diese Bedingung zu erfüllen, gilt:

in S : x=c*t
in S': x'=c*t'

Setzen wir x und x' in die Gleichungen 1 und 2 ein, erhalten wir:

in S : c*t=γ*(c*t'+v*t') -> t=γ*t'*(1+v/c) -> t/t'=γ*(1-v/c)
in S': c*t'=γ*(c*t-v*t) -> t'=γ*t*(1-v/c) -> t'/t=γ*(1+v/c)

Multiplizieren wir die oberen Gleichungen, erhalten wir:

t/t'*t'/t = 1 = γ²*(1-v/c)*(1+v/c)

Nach γ aufgelöst ergibt das nach ein bisschen Umformen:

γ=1/sqrt(1-v²/c²)


Lösen wir Gleichung 1 nach x' auf, erhalten wir:

x'=x/γ-v*t

und Gleichsetzen mit Gleichung 2 führt zu:

x/γ-v*t=γ*(x-v*t')

nach t' aufgelöst ergibt:

t'=γ*(t-v/c²*x)

Indem wir nach t auflösen, erhalten wir:

t=γ*(t'+v/c²*x')


Die Lorentz-Transformation entstammte tatsächlich aus den anfänglich gescheiterten Bemühungen, die Dynamik der Maxwell-Gleichungen widerspruchsfrei mit der Galilei-Transformation zu erklären. Also aus der Not geboren. Physik ist Knochenarbeit und kein Wunschkonzert!

Gruss
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 26. Okt 2010, 08:31

Trigemina hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Nein, es sind nicht "nur 2 Bezugssysteme", Du selbst hast ja nach und nach weitere Bezugssysteme im Laufe der Diskussion eingeführt und in Deine Argumentation eingebracht: Zielorte A und B, Raumschiff und eigener Körper der Zwillinge als Selbstbezug. Du kannst also nicht behaupten, dass es nur 2 Bezugssysteme gibt bzw. dass Du nur zwei untersucht hast...

Punkte, Orte, Objekte sind keine Bezugssysteme!

Bezugssysteme sind Koordinatensysteme, mit denen Punkte, Orte, Objekte, Ereignisse raumzeitlich definiert werden können.

Ja, ist schon klar, dass Koordinatensysteme Punkte, Orte und Objekte räumlich und zeitlich definieren, das weiß jeder, der mal die Grundschule besucht hat, das weiß ich also auch. Koordinatensysteme sind aber abstrakte Denkmuster, wobei die Punkte, die Orte oder die Objekte, die sie definieren, im Gegenteil konkrete Dinge sind, einverstanden? Es ist also eine durchaus sinnvolle und anschauliche Sprachgewohnheit zu sagen, dass Punkte, Orte und Objekte sich gegenseitig im Ruhe- oder Bewegungszustand befinden, und nicht Koordinatensysteme. Du selbst hast sogar mehrmals diese Sprachgewohnheit angewandt, zum Beispiel für den Zielort hier:

    Das geht selbst bei klassischer Betrachtung nicht, da der Stubenhocker relativ zum Zielort unbewegt ist.“
    Du hättest also sagen müssen, wenn Du schon bei mir dieses Sprachgebrauch monierst:
    Das geht selbst bei klassischer Betrachtung nicht, da das Koordinatensystem des Stubenhockers relativ zum Koordinatensystem des Zielortes unbewegt ist“, okay?
oder hier für das Raumschiff:

    Wie bitte??? Du meinst also, dass du in einem Raumschiff nicht beschleunigen kannst?“.
    Du hast direkt die Objekte genannt, "Du" (hier war Ernst gemeint) und "Raumschiff", und nicht das Koordinatensystem der Objekte, sonst hättest Du dann sagen müssen:
    Wie bitte??? Du meinst also, dass Dein Koordinatensystem im Koordinatensystem des Raumschiffes nicht beschleunigen kann?“. Okay?
Dein Einwand ist also nur von rein rhetorischer Natur, weil ich jeweils die konkreten Dinge in Relation gesetzt habe, anstatt die Koordinatensysteme der konkreten Dinge, was Du Dir allerdings auch selbst erlaubst. Was Du Dir erlaubst solltest Du mir auch bitte erlauben, einverstanden? ;)

Also hat dieser ungerechtfertigte rhetorische Einwand Dich erst einmal leider gehindert, auf die Argumentierung in meinem letzten Beitrag gezielt einzugehen, was Du vielleicht jetzt nachholen könntest (Du kannst Dir gerne das Wort „Koordinatensystem“ vor jedem Objekt und Ort ausdenken, wenn es Dir geistig hilft, die Beziehungen richtig zuzuordnen):

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:
A zu A bezieht sich auf das gleichbleibende IS des Stubenhockers
B zu B bezieht sich auf das sich ändernde Bezugssystem (Ruhesystem) des Reisenden
A zu B und vice versa B zu A sind Relationen der beiden Bezugssysteme zueinander

Ja genau, wobei A zu B und vice versa B zu A Relationen von zwei Bezugssystemen zueinander sind, die gemäß Relativitätsprinzip (Galilei, Newton und Einstein) als kinematische Prozesse immer symmetrisch sind, und zwar:

Zielort A zu Zielort B ist symmetrisch mit Zielort B zu Zielort A (ruhend)
Zielort A zu Zwilling A ist symmetrisch mit Zwilling A zu Zielort A (ruhend)
Zielort B zu Zwilling A ist symmetrisch mit Zwilling A zu Zielort B (ruhend)
Zielort A zu Zwilling B ist symmetrisch mit Zwilling B zu Zielort A (bewegt)
Zielort B zu Zwilling B ist symmetrisch mit Zwilling B zu Zielort B (bewegt)
Raumschiff zu Zwilling A ist symmetrisch mit Zwilling A zu Raumschiff (bewegt)
Raumschiff zu Zwilling B ist symmetrisch mit Zwilling B zu Raumschiff (ruhend)
Raumschiff zu Zielort B ist symmetrisch mit Zielort B mit Raumschiff (bewegt)
Raumschiff zu Zielort A ist symmetrisch mit Zielort A mit Raumschiff (bewegt)
Zwilling A zu Zwilling B ist symmetrisch mit Zwilling B zu Zwilling A (bewegt)
Zwilling A zum eigenen Körper ist symmetrisch mit eigener Körper zu Zwilling A (ruhend)
Zwilling B zum eigenen Körper ist symmetrisch mit eigener Körper zu Zwilling B (ruhend)

So, ich glaube, ich habe das Relativitätsprinzip für alle Bezugssysteme dieser Konstellation richtig zugeordnet und die gegenseitigen Bewegungszustände richtig aufgeführt, oder? Man könnte natürlich wie gesagt unendlich viele anderen Bezugssysteme berücksichtigen, da alle Objekte des Universums in Relation zueinander stehen, aber bleiben wir erst einmal bei den jenigen, die schon in unserer Diskussion vorkamen, es reicht wohl, ist ja auch immer dasselbe Prinzip, man muss nur ein bisschen aufpassen, sie paarweisen mit dem richtigen Bewegungszustand zuzuordnen.

Bist Du nun mal einverstanden mit der symmetrischen (kinematischen) Relation dieser Koordinatensysteme zueinander gemäß Relativitätsprinzip von Galilei, das Einstein für seine Postulate explizit zugrunde gelegt hat? Oder anerkennst Du das kinematische Relativitätsprinzip von Galilei/Einstein nicht?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Zuletzt geändert von Jocelyne Lopez am Di 26. Okt 2010, 20:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Ernst » Di 26. Okt 2010, 15:27

Trigemina hat geschrieben: Nein, die beiden von dir geschilderten Situationen gleicher Relativgeschwindigkeiten sind gerade wegen ihrer asynchronen Beschleunigungsphasen nicht gleichwertig. Die relative Endgeschwindigkeit zweier Bezugssysteme sagt noch nichts über die Vorgeschichte ihrer Beschleunigungsphasen (Stärke der Beschleunigung, deren Beginn und Ende) und der beschleunigungsfreien Flugphasen aus.

So, liebe Tria. Die Antwort habe ich erwartet und mir geradezu gewünscht. Da haben wir ja zusammen mit dem folgenden alles beieinander:

Dieser historische Widerspruch führt auf einen Ansatz zurück, der die beiden ganz oben stehenden Gleichungen mit einem Faktor (also das noch unbekannte γ) multipliziert, um ein widerspruchfreies Gleichungssystem zu erhalten:
in S : x=γ*(x'+v*t) Gleichung 1
in S': x'=γ*(x-v*t') Gleichung 2

Diese beiden Grundgleichungen zur Herleitung der LT sind doch ganz hübsch symmetrisch. Wie wird denn nun die Vorgeschichte des v in diesen Gleichungen berücksichtigt. In Deiner und allen anderen Herleitungen der LT wird die Vorgeschichte, welche doch so wichtig ist, ganz einfach unterschlagen.
Damit ist entweder die Vorgeschichte nicht relevant und der Einfluß der Vorgeschichte ist beim ZP willkürlich hinzugefügt worden; das ZP ist dann folglich nicht SRT konform.
Oder aber die Vorgeschichte ist relevant; dann ist die ohne Vorgeschichte abgeleitete LT für die Katz.
Da sitzt Du nun ganz schön in der Patsche.

Gruß
Ernst
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Re: Längenkontrahierter Zug

Beitragvon Ernst » Di 26. Okt 2010, 15:47

Trigemina hat geschrieben: t'=γ*(t-v/c²*x)

Indem wir nach t auflösen, erhalten wir:

t=γ*(t'+v/c²*x')

So? Das rechne mal vor. Das ist keine mathematische Operation, sondern die willkürliche "relativistische Vertauschung"
Die Gleichungen zeigen die ZD und die RdG. Und zudem, daß ZD und RdG symmetrisch sind.

Gruß
Ernst
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