Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Faber » So 15. Feb 2009, 21:43

pauli hat geschrieben:
Faber hat geschrieben:Die Phrase für den jeweiligen beobachter ist die LK völlig real ist kein sinnvoller Satz. (Auch) Einstein meinte, ein jeder Naturwissenschaftler muss voraussetzen, dass es da draußen die eine objektive Wirklichkeit gibt, die er beschreiben will. Multiple Realitäten sind ausgeschlossen, solange wir von Wahrheit im Sinne der von Aristoteles bis Tarski gepflegten Korrespondenztheorie der Wahrheit ausgehen, wie sie von den Naturwissenschaftlern seit den alten Griechen vorausgesetzt wird.

Gibt es dazu einen Quellennachweis/Link, was (auch) Einstein da genau meinte bezüglich der "einen objektiven Wirklichkeit"?


Diese Frage hatte ich bisher übersehen.

Leider kann ich keinen Quellennachweis geben. Das weiß ich aus einem Buch, das mir vor langer Zeit vorlag. Im Netz finden sich allerdings diverse Bestätigungen wie z.B. diese hier:

scinexx hat geschrieben:[...]
Einstein glaubte jedoch nicht daran, dass der Mond gewissermaßen nur am Himmel steht, wenn jemand zu ihm aufschaut. Wie er sind nun immer mehr Wissenschaftler davon überzeugt, dass das bisherige Verständnis der Quantenwelt unzureichend ist. Im Gegensatz zur subjektivistischen Lehrbuch-Meinung von Bohr soll sich die künftige Quantentheorie auf eine objektive Wirklichkeit beziehen, die unabhängig von Beobachtungen und Messungen existiert. bild der wissenschaft berichtet über diese neuen Entwicklungen, die eine Art Ehrenrettung für Einsteins Zweifel sind.
[...]

scinexx (meine Hervorhebungen)

Gruß
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Britta » So 15. Feb 2009, 21:48

Bruno,

machen wir ein Experiment:

Wir nehmen einen Stab und bauen eine verschließbare Hülle, die nach oben offen ist. Die Hülle soll um soviel kleiner im Durchmesser sein wie der Stab in der Länge durch Bewegung verkürzt werden müßte. Mathematiker können das ja bestimmt ausrechnen.

Nun befestigen wir den Stab an einer Drehvorrichtung, setzen den Beobachter drauf und lassen den Stab sich drehen. Wenn die vorher berechnete Geschwindigkeit erreicht ist, schließen wir die Hülle. Entweder geht sie zu oder aber sie bremst den Stab ab und der Beobachter fällt runter.

Was meinst du? Schließlich können wir heute solch präzise Vorrichtungen bauen. Da könnten wir sogar auf den Beobachter verzichten. Oder funktioniert das Experiment zur LK nur mit Beobachter? :mrgreen:
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Sebastian Hauk » So 15. Feb 2009, 22:13

Hallo Britta,

ich habe das Experiment noch nicht so ganz verstanden. Könntest Du das noch einmal genauer beschreiben? Wie soll der Stab in diesem Beispiel genau gedreht werden? Wobei ich hier der Meinung bin, dass sich der Stab bei diesem Beispiel gar nicht verkürzen kann.

Gruß

Sebastian
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Britta » So 15. Feb 2009, 22:32

Sebastian Hauk hat geschrieben:Hallo Britta,

ich habe das Experiment noch nicht so ganz verstanden. Könntest Du das noch einmal genauer beschreiben? Wie soll der Stab in diesem Beispiel genau gedreht werden? Wobei ich hier der Meinung bin, dass sich der Stab bei diesem Beispiel gar nicht verkürzen kann.

Gruß

Sebastian


Der Stab soll sich drehen, so wie damals die Schallplatte, bei der angeblich die LK festgestellt wurde - oder besser gesagt, wo die Idee herkommt.

Meiner Meinung nach kann das auch nicht funktionieren, da es die LK nicht real gibt. Der Stab würde abgebremst.
Britta
 
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Sebastian Hauk » So 15. Feb 2009, 22:41

Hallo Britta,

Der Stab soll sich drehen, so wie damals die Schallplatte, bei der angeblich die LK festgestellt wurde - oder besser gesagt, wo die Idee herkommt.


davon habe ich noch nie etwas gehört. Hast Du dazu einen Link?


Meiner Meinung nach kann das auch nicht funktionieren, da es die LK nicht real gibt. Der Stab würde abgebremst.


Ich würde hier eher sagen, dass der Stab durch die Drehbwegung kaputt gehen könnte. Leg z.B. mal ein Objekt auf eine Schallplatte und drehe die Schallplatte dann mal ganz schnell.

Gruß

Sebastian
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Britta » So 15. Feb 2009, 23:07

Sebastian Hauk hat geschrieben:Hallo Britta,

Der Stab soll sich drehen, so wie damals die Schallplatte, bei der angeblich die LK festgestellt wurde - oder besser gesagt, wo die Idee herkommt.


davon habe ich noch nie etwas gehört. Hast Du dazu einen Link?


Meiner Meinung nach kann das auch nicht funktionieren, da es die LK nicht real gibt. Der Stab würde abgebremst.


Ich würde hier eher sagen, dass der Stab durch die Drehbwegung kaputt gehen könnte. Leg z.B. mal ein Objekt auf eine Schallplatte und drehe die Schallplatte dann mal ganz schnell.

Gruß

Sebastian


Ich weiß nicht mehr wo ich das gelesen habe. Es ging darum wie die Idee zur LK entstand. Er soll auf eine Schallplatte geschaut haben, die einen großen Kratzer hatte und machte sich dabei darüber Gedanken, dass die drehende Schallplatte kleiner wirke wie im Ruhezustand und der Kratzer dabei kürzer wirken würde.

Wenn der Stab aus Metall ist und starr an einer rotierenden Vorrichtung befestigt ist, kann er nicht kaputt gehen. Er kann sich nur drehen und ansonsten nicht bewegen. Wird er durch das Schließen der Hülle abgebremst ist klar dass es keine LK gibt. Also wäre die LK ganz einfach zu beweisen und man brauchte nicht mehr drüber zu diskutieren ob sie real oder scheinbar ist.
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Sebastian Hauk » Mo 16. Feb 2009, 00:19

Hallo Britta,


Ich weiß nicht mehr wo ich das gelesen habe. Es ging darum wie die Idee zur LK entstand. Er soll auf eine Schallplatte geschaut haben, die einen großen Kratzer hatte und machte sich dabei darüber Gedanken, dass die drehende Schallplatte kleiner wirke wie im Ruhezustand und der Kratzer dabei kürzer wirken würde.



davon habe ich noch nie etwas gehört. Finde Dein Gedankenexperiment jetzt aber wirklich bemerkenswert. Da bin ich selber gar nicht drauf gekommen. Alle Achtung.

Gruß

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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 16. Feb 2009, 15:48

Dietmar hat geschrieben:
Zitat Lopez:

Wie kann sich die Länge eines Objektes „raumzeitlich verändern“, ohne sich "materiell" zu verändern? Können Sie mir bitte das Kunststück erklären?

Haben wir hier schon zigfach getan - hat etwas mit der Relativität der Gleichzeitgkeit zu tun.


Dass die Längenkontraktion und die Zeitdilatation zwangsläufig unzertrennbar miteinander verknüpft sind bräuchte eigentlich nicht näher erläutert zu werden: Eine Geschwindigkeit ist ja der Produkt einer Relation zwischen Strecke (Länge) und Zeitdauer. Erkennt und erklärt man die "Längenkontraktion" als ein Scheineffekt ohne Realitätsbezug ist zwangsläufig auch ihr Pendant „Zeitdilatation“ ein Scheineffekt ohne Realitätsbezug, logisch, oder nicht?

Das führt meiner Meinung nach der Kritiker Manfred Lang besonders einleuchtend in seinem Vortrag von 2003 bei der Gesellschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Physik e.V. aus, siehe: Die logischen Fehler der Relativitätstheorie

mfg
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon contravariant » Mo 16. Feb 2009, 19:54

Nur so ein kleiner Hinweis am Rande. Den starren Körper, wie er in der klassischen analytischem Mechanik verwendet wird, gibt es in der SRT nicht, weil er eine instantane Übertragung einer Wirkung vorraussetzt. Diese Erkenntnis löst eine Menge Paradoxa auf (übrigens auch das mit dem Läufer, der Stange und dem Stall...).
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon rippi » Di 17. Feb 2009, 10:00

Bei allen Diskussionen über Schein und Wirklichkeit vergesst ihr eines: Die SRT (spezielle Relativitätstheorie) ist eine Theorie voller Widersprüche und damit zu nichts nütze. Ob ich etwas sehe oder nicht, ist für die Welt belanglos. Ob aber eine Kugel durch die Lücken eines Gartenzauns passt oder nicht, hat unmittelbare, reale, physikalische Konsequenzen. Und, wie das Gartenzaun-Paradoxon so schön zeigt, die SRT sagt beides voraus: Dass die Kugel durch geht, und dass sie (von einem anderen Standpunkt aus) zu dick ist. Ähnliches gilt für das Altern der Zwillinghe: Je nach Standpunkt altert der eine oder der andere. Ersetzt man die Zwillinge durch Uhren, die mit einer Bombe gekoppelt sind, dann explodiert die Bombe im einen Fall, im anderen nicht. Von "scheinbar" kann da keine Rede mehr sein.
Aus einer Theorie, die auch nur einen einzigen Widerspruch enthält, kann man alles ableiten. So ist das mit der SRT, und insofern sind auch alle Diskussionen um experimentelle Ergebnisse belanglos: Alles wird durch sie bewiesen oder auch nicht. So wird das Relativitätsprinzip auf die Spitze getrieben - oder sollten wir es "Prinzip der Gleichgültigkeit" nennen?
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