Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 12. Feb 2009, 11:44

Hallo zusammen,

Ich stelle hier zur Diskussion eine Aussage von Dr. Markus Pössel, Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik / Albert Einstein Institut in Potsdam in einer Korrespondenz, die 2008 über mehrere Monate geführt wurde und in meinem Blog komplett veröffentlich ist:

http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2008/ ... s-poessel/

Am 17.08.08 hat Dr. Markus Pössel diese wichtige und klärende Aussage über die Längenkontraktion in der SRT getroffen:

Die Laengenkontraktion geht nicht mit materiellen Veraenderungen des Koerpers einher;


Mit dieser Aussage hat er jedoch selbst die SRT ad absurdum geführt:

Sie kann logischerweise nur zu dem Schluß führen, dass dieser grundlegende Effekt der Speziellen Relativitätstheorie lediglich ein Scheineffekt ist. Allein durch diese grundlegende Klärung ist die Spezielle Relativitätstheorie völlig gegenstandlos und es ist nicht nötig, weitere Aussagen dieser Theorie zu untersuchen, sie ist physikalisch irrelevant: Die Physik befasst sich mit Sein und nicht mit Schein, diese Theorie hat in der Physik nichts verloren.

Für mich ist die SRT nicht falsch, sondern gegenstandslos, oder wie es im Buch “Requiem für die Spezielle Relativität” von Georg Galeczki und Peter Marquardt so zutreffend heißt: “Sie ist nicht einmal falsch“.

Was meint Ihr?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon scharo » Do 12. Feb 2009, 12:49

Hallo Frau Lopez,

„Am 17.08.08 hat Dr. Markus Pössel diese wichtige und klärende Aussage über die Längenkontraktion in der SRT getroffen:
Mit dieser Aussage hat er jedoch selbst die SRT ad absurdum geführt:“

Nein, liebe Frau Lopez, er hat weder eine „wichtige und klärende Aussage“ gemacht, noch „die SRT ad absurdum geführt“.
Dass die Längenkontraktion nur ein Scheineffekt ist, wissen alle und es ist ein Bestandsteil der SRT. Dass auch die Zeitdilatation ein Scheineffekt ist, ist nicht bei allen durchgedrungen, ist aber so in der SRT. Deswegen schreiben einige, dass wenn einer das ZP als vorhanden, bzw. real glaubt, hat auch die SRT noch nicht kapiert.
Und, dass beide Effekte nur Scheineffekte sind, krümmt kein Haar an der SRT. Die Probleme liegen wo anders.

Liebe Grüße
Ljudmil
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 12. Feb 2009, 13:24

scharo hat geschrieben:
Und, dass beide Effekte nur Scheineffekte sind, krümmt kein Haar an der SRT. Die Probleme liegen wo anders.



Eigentlich liegt das Problem gar nicht woanders, sondern gerade bei dieser Feststellung.

Ist es akzeptabel, eine Theorie, die

1) unbestritten gegen die elementarste Logik verstößt
2) keinen Realitätsbezug in der Natur hat

als richtig zu erklären und als alleingültig zu lehren - und damit Erkenntnisfortschritt und schlüssige Alternativtheorien über 100 Jahren zu blockieren?

Was hat das mit Wissenschaft zu tun? :?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon scharo » Do 12. Feb 2009, 14:51

Hallo Frau Lopez,

„Eigentlich liegt das Problem gar nicht woanders, sondern gerade bei dieser Feststellung.“

Nein, das Problem ist die aus der Luft gegriffene Invarianz der LG.
Die scheinbaren LK und ZD sind nur die logischen Folgen dieser unbegründeten Annahme. Die geforderte Symmetrie in der SRT bedingt auch nur scheinbare LK und ZD.

An das, was Sie dann weiter schreiben, kann ich mich nur anschließen.

Liebe Grüße
Ljudmil
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 12. Feb 2009, 15:24

scharo hat geschrieben:
Die geforderte Symmetrie in der SRT bedingt auch nur scheinbare LK und ZD.



Sie bedingt es aber leider nicht „scheinbar“ in der offiziellen Lehre der SRT…

Einerseits wird offiziell zugegeben, dass Längenkontraktion und Zeitdilatation Scheineffekte sind - die folglich in der Natur nicht existieren und in keiner Weise eine materielle physikalische Auswirkung haben können - andererseits wird zum Beispiel offiziell gelehrt:

- dass der reisende Zwilling real jünger bleibt
- dass eine Strecke sich relativistisch real verkürzen kann, so dass zum Beispiel ein physikalisches Ereignis an einem Ort und zu einem Zeitpunkt real nach den relativistischen Voraussagen in der Natur stattfindet.

Was hat so was mit Wissenschaft zu tun? :(

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Joachim » Do 12. Feb 2009, 16:37

scharo hat geschrieben:Dass die Längenkontraktion nur ein Scheineffekt ist, wissen alle und es ist ein Bestandsteil der SRT. Dass auch die Zeitdilatation ein Scheineffekt ist, ist nicht bei allen durchgedrungen, ist aber so in der SRT. Deswegen schreiben einige, dass wenn einer das ZP als vorhanden, bzw. real glaubt, hat auch die SRT noch nicht kapiert.
Und, dass beide Effekte nur Scheineffekte sind, krümmt kein Haar an der SRT. Die Probleme liegen wo anders.


Hallo Ljudmil,

Mich würde in diesem Zusammenhang ja mal interessieren, was zu genau unter "scheinbar" verstehst. Vom empirischen Standpunkt ist ja die ganze Welt scheinbar. Wir können nur Aussagen über Erscheinungen treffen. Jedes Experiment gibt selbstverständlich nur Auskunft darüber, wie die Dinge scheinen. Wie sie sind ist eher eine metaphysische Frage.

Deshalb meine Frage: Worin unterscheidest du einen scheinbaren Effekt von einem unscheinbaren?

Gruß,
Joachim
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Joachim » Do 12. Feb 2009, 17:45

Dietmar hat geschrieben:Habe es im alten Forum zwar schon geschrieben,


Hallo Dietmar,

Ich weiß deine Mühe das hier herauszusuchen zu schätzen, habe aber nicht ohne Grund direkt Ljudmil angesprochen. Er scheint nämlich "scheinbar" als Gegensatz zu "real" zu sehen und muss deshalb wohl eine andere Definition haben.

Der Begriff "scheinbar" gilt hier also nur in dem Sinne, dass die Beobachtungen nicht für alle gültig sind, nicht jedoch im Sinne einer optischen Täuschung.


Würde man zur Beschreibung dieses Umstandes nicht eher den Begriff "relativ" verwenden?

Gruß,
Joachim
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 12. Feb 2009, 17:53

Dietmar hat geschrieben:So weit ich gesehen habe, wird "Realität" (in bestimmten physikalischen Texten) auf zwei Arten definiert:

1. Realität = Messbarkeit, und zwar mit möglichst am Ort der Ereignisse befindlichen Instrumenten.
2. Realität = Absolute Gültigkeit der Phänomene (z.b. im Sinne von mechanisch-materiellen Verformungen, die für alle gültig sind).


In dem zur Diskussion gestellten Kontext ist "real" definiert als "materiell". Es kann hier kein sprachliches Missverständnis geben, wie auch die Aussage von Dr. Pössel es eindeutig formuliert:

Die Laengenkontraktion geht nicht mit materiellen Veraenderungen des Koerpers einher;


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon pauli » Do 12. Feb 2009, 18:57

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Eigentlich liegt das Problem gar nicht woanders

richtig, in deinem Fall sitzt das Problem vor dem Monitor.

Was hat das mit Wissenschaft zu tun?

richtig, deine Widerlegungsversuche haben eben nichts mit Wissenschaft zu tun.

Was ist denn nun mit dem Kritiker-Aufkleber-Projekt?
pauli
 

Re: Die Längenkontraktion ist in der SRT nicht materiell

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 12. Feb 2009, 19:28

Dietmar hat geschrieben:
Das entspricht Punkt 1 meiner Schilderung des SRT-Standpunktes. D.h. Herr Pössel und auch Sie verwenden unterschiedliche Definitionen von "real" und "scheinbar".


Ist mir klar, dass „real“ und „scheinbar“ jeweils unterschiedliche Definitionen haben können – wie streng genommen jeden anderen abstrakten Begriff auch. Man muß sich eben in einem Austausch vorher über die verwendete Definition einigen.

Und es geht mir hier einzig und allein um die unmissverständliche Definition, die auch unmissverständlich von Dr. Pössel formuliert wurde, dass die Längenkontraktion nicht materiell sei, also weder Verkürzung noch sonstige materielle Verformungen.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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