Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon agave » Mi 4. Aug 2010, 22:58

Chief hat geschrieben:Könnten Sie dazu ein paar Beispiele nennen?


Die Lebensdauer von Vertretern diverser Bewohner des Teilchenzoos?

Grüße
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon agave » Mi 4. Aug 2010, 23:40

Hallo Mordred,

Mordred hat geschrieben:Die gemessene „Verzerrung der Zeit“ wäre real, ..jedoch gäbe es keine reale „Dehnung der Zeit“

Hm, die Uhren waren doch einstmals synchronisiert. Eigentlich sind sie es jetzt irgendwie auch noch, sonst würde die mathematische Herstellung einer Beziehung nicht funktionieren. Die reale Dehnung der Zeit manifestiert sich in der unterschiedlichen Zeigerstellung, wenn die Uhren nach ihrem Abenteuer wieder in einem gemeinsamen Bezugssystem friedlich im Gleichtakt vor sich hin Ticken.

Mordred hat geschrieben:Wieso sehen kann, ..und warum, sehen MUSS ??

Das hängt doch alleine von Deiner erkenntnistheoretischen Position ab. Du MUSST auch nicht, wenn Du beispielsweise die Position des Skeptikers aus der Erkenntnistheorie einnimmst. In diesem Fall dürftest Du aber größere Probleme in Deiner täglichen Lebensbewätigung haben, so dass ich davon mal nicht ausgehe.

Mordred hat geschrieben:
Agave hat geschrieben:Die Lorenztransformation hat sich ja bei der Beschreibung bestimmter Effekte bewährt.

Wenn also, dann höchstens bei einer Beschreibung !?
Wenn ich etwas beschreibe, wie Nahe komme ich dann dem Realen ?
Wenn ich aber etwas Reales habe, brauche ich dann eine Beschreibung ?

Ich denke mal schon, Du benötigst eine Beschreibung. Das sog. Reale ist ja außerhalb von Dir und stellt sich in unzähligen Einzelphänomenen dar. Wahrscheinlich "baust" Du Dir eine "Abbildung" mit Deinen intellektuellen Fähigkeiten zusammen. "Beschreibung" bezieht sich auf beobachtete als auch auf noch nicht beobachtete Ereignisse. Wie nahe man mit dieser Methode dem Realen kommt, ist leider nicht zu ermitteln. Trotzdem scheint die Methode irgendwie auf systematische Art zu funktionieren. Stichwort "Putnams Wunderargument".

Mordred hat geschrieben:
Agave hat geschrieben:Möglicherweise befinden sich neue Messungen auch im Einklang mit der SRT.
Möglicherweise.
Möglicherweise aber auch nicht, ...
Das ist die Eigenschaft, von Möglichkeiten. Sie können zutreffen, oder eben auch nicht.

Ja, das ist die Unsicherheit, in der die Welt uns zurücklässt.

Mordred hat geschrieben:
Agave hat geschrieben:Die Frage wäre: Welche Hypothese steht mit den Beobachtungen im Einklang und beschreibt die bekannten Beobachtungen auf eine sparsamere Weise: "Licht ohne Träger" oder "Licht mit Träger"?
Wenn Du mich fragst, dann definitiv Licht mit Träger !
Die Frage ist nur, bist Du bereit eine „dunkle“, uns noch unbekannte, aber doch anscheinend erforderliche Materie, als Träger in Betracht zu ziehen ?

Die Frage ist nicht, ob ich dazu bereit bin, sondern ob es gute Gründe dafür gibt, sie als Träger in Betracht zu ziehen.

Grüße
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Do 5. Aug 2010, 08:46

Harald Maurer hat geschrieben:Offenbar sind alle Erklärungen der LK, die ich in der Literatur gefunden habe, falsch. Denn in allen wird als Ursache der LK die RdG angeführt.

Nein, die sind nicht falsch. Denn die Erklärungen, die du gefunden hast, sind immer im Rahmen der SRT formuliert. Wenn man die SRT als gültig erachtet, ist die RdG tatsächlich die anschaulichste Erklärung für die Längenkontraktion.

Ihr wollt hier doch die SRT kritisieren, dann müssen auch andere Theorien einbezogen werden. Meine hier präsentierten, aus einem weiter gefassten Rahmen abgeleiteten Aussagen mit der SRT zu "widerlegen" ist originell.

Harald Maurer hat geschrieben:
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Die Längenkontaktion wird auch gemessen, wenn die Uhren mittels langsamen Uhrentransports systemintern synchronisiert werde. Die Längenkontraktion wird auch gemessen, wenn die Uhren systemextern so synchronisiert werden, dass absolute Gleichzeitigkeit gewährleistet ist (Selleri-Transformation), wobei in diesem Fall die Lichtausbreitung nur im bevorzugten "Äthersystem" (wobei dieses willkürlich gewählt werden kann) isotrop gemessen wird, in allen dazu bewegten Inertialsystemen aber anisotrop (siehe Mansouri, Sexl, A Test Theory of Special Relativity I, II und III, 1976).

Deine Ausführungen haben einen kleinen Schönheitsfehler: die Längenkontraktion wurde noch nie gemessen. Wird nicht gemessen und wird auch nie gemessen werden!

Das stimmt natürlich nicht. Es gibt eine Vielzahl von Messungen sowohl der Zeitdilatation als auch der Längenkontraktion, direkt bzw. indirekt (siehe Mansouri, Sexl, A Test Theory of Special Relativity II und III, 1976, oder Schröder, Spezielle Relativitätstheorie).
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon scharo » Do 5. Aug 2010, 10:16

Hallo fb557....,

„Die Längenkontraktion ist kein Effekt, der durch die Synchronisation der Uhren mit Lichtsignalen zustande kommt. Sie ist auch kein Effekt, der durch die Relativität der Gleichzeitigkeit zustande kommt. Die Längenkontaktion wird auch gemessen, wenn die Uhren mittels langsamen Uhrentransports systemintern synchronisiert werde. Die Längenkontraktion wird auch gemessen, wenn die Uhren systemextern so synchronisiert werden, dass absolute Gleichzeitigkeit gewährleistet ist (Selleri-Transformation), wobei in diesem Fall die Lichtausbreitung nur im bevorzugten "Äthersystem" (wobei dieses willkürlich gewählt werden kann) isotrop gemessen wird, in allen dazu bewegten Inertialsystemen aber anisotrop (siehe Mansouri, Sexl, A Test Theory of Special Relativity I, II und III, 1976).“


Ich bin auch nicht Haralds Meinung. Es ist schon richtig, dass die relativistischen Effekte aufgrund der Invarianzannahme (Postulat) angeblich hervorkommen, eine Vorschrift, die Endpunkte sollen gleichzeitig gemessen werden, ist mir unbekannt, bzw. handelt es sich um Interpretationen, die quantitativ nicht der LT entsprechen können. Stammt vielleicht aus Einsteins ZEBK – dort hat er was von
„... Anfang und Ende des auszumessenden Stabes zu einer bestimmten Zeit t befinden“ geschrieben, wobei völlig unklar bleibt, wer was misst. In Verbindung mit den nachfolgenden Sätzen, ergibt sich eine Messung, die im Endeffekt eine identische mit der Ruhlänge Länge ergibt. Null Problemo, die Enden des Stabes gleichzeitig in „ruhendem“ IS zu messen.
Die Synchronisation der Uhren nach Poincaré/Einstein ergibt t´ = t/y², somit ist kein Platz für eine LK, erst wenn die LK (einmal Gamma) eingeschmuggelt wird, erhält man die LT. Bei Minkowski gibt es keine o.g. Synchronisation, dort laufen die Uhren synchron.
In Deinem Beitrag sagst Du auch nichts, wie, woher soll die LK kommen. Sie wird gemessen, schreibst Du – meinst Du nicht, dass so eine Behauptung frei erfunden ist? Noch niemals wurde eine LK gemessen. Genauso falsch ist auch die theoretische Behauptung, IS A misst in IS B verkürzte Maßstäbe oder Längen. Exakt nach den SRT wird jede „bewegte“ Länge identisch mit der Ruhlänge gemessen. Wo ist das Problem? Ein Lichtstrahl wird zum auf der x-Achse bewegten Stab geschickt, am Anfang und Ende des Stabes je ein Spiegel, die gespiegelten Rücksignalen werden zeitlich registriert, v ist bekannt und invariant, LG = c. Dann rechnen – es kommt die Ruhlänge heraus.
Noch keinem ist gelungen, eine standfeste Erklärung für die LK zu liefern. Eine reale, aber einseitige LK wurde von Lorentz erfunden, um den Äther zu retten. Alle nach ihm haben sie stillschweigend übernommen, obwohl sie die Grundlage dieser LK verworfen haben.
Real soll sie sein – ja wie denn, woher soll sie kommen, wenn Lorentz Annahme verneint wird?
Scheinbar soll sie sein (Messeffekt) – die gleiche Frage – wie kommt es zu diesem Messfehler? Einer soll das erklären!
Ergibt sich nach der LT? – Ja, sauber, in der LT ist die LK postuliert, erfunden, Geschenk von oben, nichts wird damit erklärt, Zirkelschluss.
In jedem Fall ist die LK scheinbar – das ergibt sich nach elementarer Logik in Verbindung mit der Relativitätsprinzip. Aber wie kommt sie mit diesem Wert zustande, ist hier die Frage.

Lorentz: Äther real, LK real, als Folge ZD = Schein-, Messeffekt
Einstein: Nein, die Zeit ist es, nicht die Länge = Invarianz und ZD real, als Folge LK = Schein-, Messeffekt
Minkowski: Nein, die Krümmung des Raumes ist es = Invarianz und Krümmung real, als Folge ZD und LK = Schein-, Messeffekt.

„Denn die Erklärungen, die du gefunden hast, sind immer im Rahmen der SRT formuliert. Wenn man die SRT als gültig erachtet, ist die RdG tatsächlich die anschaulichste Erklärung für die Längenkontraktion.“

Wir reden ja im Rahmen der SRT, und da klappt es mit den „Erklärungen“ nicht. Eine Erklärung mit der RdG ist eine Zirkelschluss-Erklärung, solange die Werte der RdG aus der LT abgeleitet sind.
Etwas muss man sich hinter den Ohren schreiben: Primäreffekte (Postulaten) = Invarianz der LG und RP; die Folgen daraus sind ZD und LK; die Folge aus ZD und LK ist die RdG. Oder, RdG ist Folge aus den Folgen der Primärphänomene. Es muss sich um einen Witz handeln, wenn die LK mit der RdG, bzw. als Folge der RdG erklärt wird.

Gruß
Ljudmil
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 5. Aug 2010, 10:33

Harald Maurer hat geschrieben:
Wie ich schon oft betont habe, ist es für beide Seiten, sowohl für Anhänger der SRT als auch für deren Kritiker wichtig, die Grundzüge der SRT richtig aufzufassen und zu verstehen. Befürworter der SRT verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn sie an die Richtigkeit dieser Theorie lediglich glauben, ohne sie überhaupt zu beherrschen. Dasselbe gilt für Kritiker, wenn sie die SRT als falsch bezeichnen, ohne zu wissen, worum es überhaupt geht...

Ich finde den Vorwurf, die man aus beiden Lagern ergiebig hört, dass sowohl die meisten Anhänger als auch die meisten Kritiker der SRT die Grundzüge der Theorie nicht verstanden haben, ungerecht sowie auch völlig kontraproduktiv und nicht weiterbringend. Tatsache ist vielmehr, dass weder die Anhänger noch die Kritiker die Grundzüge der Theorie falsch verstehen und es ist weder deren Irrtum noch deren Schuld, wenn sie zwei widersprüchliche Auslegungen der Theorie jeweils vertreten, sondern

1) der Widerspruch ist in der Theorie selbst verankert und
2) die zwei widersprüchlichen Auslegungen werden auch jeweils als richtig gelehrt!!

Also die Theorie selbst und vor allem das Bildungssystem sind daran Schuld, wenn die Menschen, die sich für die Theorie interessieren, etwas Widersprüchliches darunter verstehen und sich ewig die Köpfe einschlagen... :|

Die Version von realen Effekten der Zeitdilatation kursiert zum Beispiel offiziell im Bildungssystem mit dem Zwillingsparadoxon bzw. mit der Originalversion dieses Paradoxons von Einstein aus dem Jahre 1911 mit den geschüttelten Käfern.

Die Version von nicht realen Effekten der Zeitdilatation vertritt zum Beispiel ein Gründungsdirektor vom Albert Einstein Institut im Jahre 2005, siehe: Prof. Dr. Jürgen Ehlers: “Steuergeld für fröhliche Wissenschaft?”:

Zitat Prof. Dr. Jürgen Ehlers:

Unter dem Titel „Unser Beitrag zum Einsteinjahr: Einstein” hat die Landesregierung von Baden-Württemberg in der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft” zwei Anzeigen veröffentlicht. In der ersten wird die Spezielle Relativitätstheorie, deren hundertjähriges Jubiläum allseits gefeiert wird, am Beispiel der Geschwindigkeits-Zeitdehnung erläutert – bedauerlicherweise falsch. Es heißt dort, in einem Zug oder Flugzeug sei man mit einer Lektüre schneller fertig, weil die Zeit bei schneller Bewegung langsamer vergehe. Tatsächlich gehen bewegte Uhren zwar, verkürzt gesagt, gegenüber ruhenden Uhren nach; aber für den Herzschlag oder die Lesegeschwindigkeit eines Reisenden gilt genau dieselbe Dehnung der Zeit, so daß sich für den Reisenden an der Lesedauer nichts ändert.


Auch Prof. Dr. Jürgen Ehlers stellt verbittert fest, dass die ganz große Mehrheit in der Öffentlichkeit (einschließlich der Regierungsebene) die Grundzüge der SRT nicht verstehen. Wer ist aber Schuld daran? Bestimmt nicht die Öffentlichkeit, sondern das Bildungssystem (einschließlich Albert Einstein Institut), das nicht in der Lage ist, die richtige Auslegung zu lehren und zu verbreiten.

Das monierte zum Beispiel auch die Forschungsgruppe G.O. Mueller in ihrer Dokumentation: http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2008/ ... sein-soll/

Zitat G.O. Mueller:

Fachliche Verdachtsmomente: Anschein oder Realität

Die Paradoxa – insbesondere das Uhren- oder Zwillingsparadoxon – erweisen sich nur als die Zuspitzung der behaupteten kinematischen Effekte der Längenkontraktion und der Zeitdilatation.

Wendet man sich diesen beiden grundlegenden Effekten zu, so stößt man auf eine Frage, die man bei einer angeblich bestätigten und allgemein akzeptierten Theorie nicht mehr vermuten würde: nämlich ob die behaupteten Effekte wirklich seien oder nur Scheineffekte.

Die Sachlage wird noch bunter dadurch, daß in dieser Frage eine groteske Uneinigkeit der Relativistik-Autoren festzustellen ist, so daß man zweckmäßigerweise besser von zwei Theorien sprechen sollte, von einer Theorie mit Scheineffekten und einer Theorie mit Realeffekten.

Man darf allerdings nicht erwarten, daß die Autoren sich nach reiflicher Überlegung eine begründete Auffassung gebildet, jeder seine Entscheidung in dieser Frage getroffen und sich auf eine der beiden Seiten geschlagen hat. Vielmehr wechseln manche Autoren ihre Entscheidung von einer Darstellung zur nächsten, ohne ein Wort darüber zu verlieren, und viele schwanken in demselben Buch zwischen beiden Positionen hin und her, wie es ihnen gerade gelegen erscheint.
Wenn schon unter den Anhängern der Theorie derartig gravierende Widersprüche auch heute noch bestehen, dann ist dies ein sicherer Hinweis darauf, daß irgendetwas mit der Theorie nicht stimmt.
—-
Seite 86:

Albert Einstein hat 1905 die Längenkontraktion mit eindeutig widersprüchlichen Aussagen eingeführt: mit einer Real-Version und einer Schein-Version.

Die Real-Version findet sich S. 896: die “allgemein gebrauchte Kinematik” (womit er die Newtonsche meint) wird damit charakterisiert, daß sie annimmt, “daß ein bewegter starrer Körper … in geometrischer Beziehung vollständig durch denselben Körper, wenn er in bestimmter Lage ruht, ersetzbar sei.” Diese Identität der Geometrie des Körpers in der Newtonschen Kinematik bei allen verschiedenen Bewegungszuständen hält Albert Einstein für irrig und will sie mit seiner Kinematik-Theorie bestreiten: in der SRT-Kinematik soll der Körper diese geometrische Identität verlieren, weil durch Bewegung oder Ruhe eine reale Änderung des starren Körpers bewirkt werden soll; vom Relativitätsprinzip ist keine Rede.

Eine Schein-Version findet sich S. 903: “Ein starrer Körper, welcher in ruhendem Zustande ausgemessen die Gestalt einer Kugel hat, hat also in bewegtem Zustande – vom ruhenden System aus betrachtet – die Gestalt eines Rotationsellipsoides …”
Im übernächsten Absatz wird die Reziprozität ausdrücklich festgestellt.
Dieser Widerspruch zieht sich durch die gesamte Relativistik: jeder Autor kann sich eine Alternative aussuchen. Solange dieser Widerspruch von der Relativistik nicht anerkannt wird und ausgeräumt ist, ist die behauptete Längenkontraktion für die Kritik in keiner der beiden Versionen gültig; es ist nicht Aufgabe der Kritik und auch nicht möglich, den Relativisten zu einer konsistenten Theorie zu verhelfen, deren Hinfälligkeit offenbar ist, und die Kritik wäre auch nicht verpflichtet, vorsorglich beide Versionen zu widerlegen.
—-
Seite 137:
Schein und Sein:


AE 1905 wechselt in seinen Aussagen über Längenkontraktion und Zeitdilatation mehrfach zwischen “scheint” und “ist” und pflanzt seiner Theorie damit einen Grundwiderspruch ein. Damit trägt Albert Einstein selbst eine Unbestimmtheit in die Theorie, die weder er selbst noch einer seiner maßgeblichen Anhänger jemals ausgeschaltet hat. Die Kritik hat beide Möglichkeiten A (= Anschein) und R (= Realität) widerlegt: (A) wenn die Effekte nur “scheinbar” sein sollen, so könnten sie nicht gleichzeitig als real behauptet werden; (R) wenn die Effekte “real” sein sollen, so können sie nicht nachgewiesen und auch keine Ursachen angegeben werden.
[...]
Autoren der A-Gruppe (Symmetrie, Reziprozität, Anschein der Effekte): H. Dingle; Nordmann; Sexl 1978.
Autoren der R-Gruppe (Asymmetrie, keine Reziprozität, Realität der Effekte): Langevin; McCrea; Rindler: Essential relativity.
Autoren der A/R-Gruppe (alle denkbaren Varianten vermischt): Albert Einstein; Born.


Es ist also meiner Meinung nach ungerecht und kontraproduktiv, sich gegenseitig vorzuwerfen, man habe die Grundlagen der SRT nicht verstanden... :| Die beiden widersprüchlichen Auslegungen werden im Bildungssysstem als richtig gelehrt! Kein Wunder, wenn man ganz verschiedene Grundsätze der Theorie dabei zu "verstehen" glaubt. :?

Und es wird auch im Bildungs- und Forschungssystem nichts getan, um diesen Widerspruch auszuräumen und die irreführende Lehre zu berichtigen, siehe zum Beispiel mein heutiger Blog-Eintrag: Die Natur der Längenkontraktion soll nicht eindeutig geklärt werden oder meine Ansprache an das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Zuletzt geändert von Jocelyne Lopez am Do 5. Aug 2010, 10:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Harald Maurer » Do 5. Aug 2010, 10:39

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Das stimmt natürlich nicht. Es gibt eine Vielzahl von Messungen sowohl der Zeitdilatation als auch der Längenkontraktion, direkt bzw. indirekt (siehe Mansouri, Sexl, A Test Theory of Special Relativity II und III, 1976, oder Schröder, Spezielle Relativitätstheorie).


Welches der von Mansouri/Sexl untersuchten Experimente würdest Du denn als konkrete Messung der Längenkontraktion ansehen? Bzw. welches wird von Schröder als ein solches angeführt?

Grüße
Harald Maurer
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Do 5. Aug 2010, 11:22

Harald Maurer hat geschrieben:
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Das stimmt natürlich nicht. Es gibt eine Vielzahl von Messungen sowohl der Zeitdilatation als auch der Längenkontraktion, direkt bzw. indirekt (siehe Mansouri, Sexl, A Test Theory of Special Relativity II und III, 1976, oder Schröder, Spezielle Relativitätstheorie).


Welches der von Mansouri/Sexl untersuchten Experimente würdest Du denn als konkrete Messung der Längenkontraktion ansehen? Bzw. welches wird von Schröder als ein solches angeführt?

Grüße
Harald Maurer

Welches dieser Experimente würdest du NICHT als Messung der Längenkontraktion ansehen?
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 5. Aug 2010, 11:26

scharo hat geschrieben:
Es ist schon richtig, dass die relativistischen Effekte aufgrund der Invarianzannahme (Postulat) angeblich hervorkommen, eine Vorschrift, die Endpunkte sollen gleichzeitig gemessen werden, ist mir unbekannt, bzw. handelt es sich um Interpretationen, die quantitativ nicht der LT entsprechen können. Stammt vielleicht aus Einsteins ZEBK – dort hat er was von
„... Anfang und Ende des auszumessenden Stabes zu einer bestimmten Zeit t befinden“ geschrieben, wobei völlig unklar bleibt, wer was misst.

Genau, wer was misst bleibt in der "Aufklärung" der Relativisten über die angeblichen konkreten Messungen der Längenkontraktion völlig unklar und sogar völlig surrealistisch. :?

Wie zum Beispiel in der Aufklärung von Dr. Joachim Schulz - von Harald zitiert: viewtopic.php?f=6&t=296&start=810#p16841

"[...] Die vom Messenden gleichzeitig vorgenommenen Messungen von Spitze und Ende finden aus der Sicht des Objekts zunächst an der Spitze statt und erst später am Ende. Hierdurch wird das Objekt kürzer gemessen als es im Ruhesystem ist."

Was bedeutet hier bitteschön in der Beschreibung dieser Messung der Ausdruck „aus der Sicht des Objekts“??? Ein Objekt hat ja keine „Sicht“ und kann keine Messungen vornehmen. Nur der „Messenden" (der Beobachter) in dieser Beschreibung kann eine Messung vornehmen, nicht aber das zu messende Objekt selbst.

Ich habe auch nichts von konkreten Längenmessungen von bewegten Objekten gehört, wo man zum Beispiel jeweils eine Uhr an beiden Enden des zumessenden Objekts fixiert hätte. Gibt es experimentell solche Längenmessungen mit zwei auf beiben Enden des Objektes fixierten Uhren?

Ich habe zwar von so einer Messung gehört, aber sie scheint mir irgendwie nicht so direkt kompatibel mit der SRT zu sein... siehe Nanu? Die Zeitdilatation der Relativitätstheorie verursacht durch Ätherorkane? :P :

Der mit der Bewegung der Uhren gegen den Äther einsetzende ‚Ätherorkan‘ hemmt das ‚Räderwerk‘ sämtlicher Uhren, und zwar ganz naturgemäß das der vorn befindlichen, die den Hauptprall abzuhalten haben, am meisten. So kommt es, daß jetzt, beim gleichmäßigen Ätherstrom, die Uhren, jede Vorderuhr gegen die Hinteruhr, nachgehen.“

Hans Witte: Raum und Zeit im Lichte der neueren Physik. Wolfenbüttel 1914. 82 S. (Wolfenbüttel, Herzogl. Gymnasium, Jahresbericht. 1914, Wiss. Beilage.) S. 62. (Zitiert nach: O. Kraus: Fiktion und Hypothese … Annalen der Philosophie. 2. 1921, S. 356.)


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Harald Maurer » Do 5. Aug 2010, 12:23

fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:Welches dieser Experimente würdest du NICHT als Messung der Längenkontraktion ansehen?


Alle. Keines dieser Experimente enthält eine Messung eines bewegten, kontrahierten Objekts!
Es gibt keine direkten Tests der Lorentz-Kontraktion durch Messung der Länge eines bewegten Objektes, weil das technisch gar nicht machbar wäre.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Britta » Do 5. Aug 2010, 12:52

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Also die Theorie selbst und vor allem das Bildungssystem sind daran Schuld, wenn die Menschen, die sich für die Theorie interessieren, etwas Widersprüchliches darunter verstehen und sich ewig die Köpfe einschlagen... :|

Die Version von nicht realen Effekten der Zeitdilatation vertritt zum Beispiel ein Gründungsdirektor vom Albert Einstein Institut im Jahre 2005,
Zitat Prof. Dr. Jürgen Ehlers:

Unter dem Titel „Unser Beitrag zum Einsteinjahr: Einstein” hat die Landesregierung von Baden-Württemberg in der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft” zwei Anzeigen veröffentlicht. In der ersten wird die Spezielle Relativitätstheorie, deren hundertjähriges Jubiläum allseits gefeiert wird, am Beispiel der Geschwindigkeits-Zeitdehnung erläutert – bedauerlicherweise falsch. Es heißt dort, in einem Zug oder Flugzeug sei man mit einer Lektüre schneller fertig, weil die Zeit bei schneller Bewegung langsamer vergehe. Tatsächlich gehen bewegte Uhren zwar, verkürzt gesagt, gegenüber ruhenden Uhren nach; aber für den Herzschlag oder die Lesegeschwindigkeit eines Reisenden gilt genau dieselbe Dehnung der Zeit, so daß sich für den Reisenden an der Lesedauer nichts ändert.


Auch Prof. Dr. Jürgen Ehlers stellt verbittert fest, dass die ganz große Mehrheit in der Öffentlichkeit (einschließlich der Regierungsebene) die Grundzüge der SRT nicht verstehen. Wer ist aber Schuld daran? Bestimmt nicht die Öffentlichkeit, sondern das Bildungssystem (einschließlich Albert Einstein Institut), das nicht in der Lage ist, die richtige Auslegung zu lehren und zu verbreiten.


Und täglich grüßt das Murmeltier...
Das ist fast nicht mehr zum Aushalten.

Dann halt nochmal anders:

Jocelyne, es ist nicht wahr was du behauptest. Prof. Dr. Jürgen Ehlers beklagt sich darüber, dass in dieser Zeitschrift ein Artikel erschien, der nicht der offiziellen Lehrmeinung entspricht und das solche Artikel mit dazu beitragen, die Leseschaft zu verwirren.

Ob der Journalist der den Artikel verfasst hat überhaupt Physikunterricht hatte? Wenn, dann hat er halt nicht richtig aufgepasst. Soll es ja auch geben. Ein einzelner Journalist ist auch nicht die Mehrheit der Öffentlichkeit und Politiker sind eben keine Physiker - ausser in Ausnahmefällen. Dass du dann aber dann gleich dem Bildungssystem und dem Albert Einstein Institut die Schuld daran geben willst, das ein einzelner Journalist die Zeitdilatation in einem einzigen Artikel falsch darstellt, ist ganz schön weit hergeholt. Wo willst du das rauslesen? Das steht da nicht.

Prof. Dr. Ehlers sagt nicht das aus, was du behauptest. Du sinnentstellst seine Worte genauso wie die von Dr. Pössel.

Es wäre nett, wenn du das endlich verstehen und unterlassen würdest. Mir tun jedesmal die Augen weh, wenn ich diese Behauptung von dir lese. Ist ausserdem auch schlecht für den Blutdruck. ;-)
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