Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Sebastian Hauk » Fr 23. Jul 2010, 19:50

Hallo,

Die Längenkontraktion und Zeitdilatation ist also eine direkte Folge der RdG und ist damit natürlich nicht einfach nur scheinbar.


um so wichtiger ist ein Verständnis der RdG.

§ 9 Die Relativität der Gleichzeitigkeit

Bisher haben wir unsere Betrachtung auf einen bestimmten Bezugskörper bezogen, den wir als „Bahndamm“ bezeichnet haben. Es fahre nun auf dem Geleise ein sehr langer Zug mit der konstanten Geschwindigkeit v in der in Abb. 1 angegebenen Richtung. Menschen die in diesem Zug fahren, werden mit Vorteil den Zug als starren Bezugskörper (Koordinatensystem) verwenden; sie beziehen alle Ereignisse auf den Zug. Jedes Ereignis, welches längs des Geleises stattfindet findet dann auch an einem bestimmten Punkte des Zuges statt. Auch die Definition der Gleichzeitigkeit lässt sich in Bezug auf den Zug in genau derselben Weise geben, wie in Bezug auf den Bahndamm. Es entsteht aber nun naturgemäß folgende Frage: Sind zwei Ereignisse (z.B. die beiden Blitzschläge A und B), welchen in Bezug auf den Bahndamm gleichzeitig sind, auch in Bezug auf den Zug gleichzeitig? Wir werden sogleich zeigen, dass die Antwort verneinend lauten muss.

Wenn wir sagen, dass die Blitzschläge A und B in Bezug auf den Bahndamm gleichzeitig sind, so bedeutet dies: Die von den Blitzorten A und B ausgehenden Lichtstrahlen begegnen sich in dem Mittelpunkte M der Fahrdammstrecke A – B. Den Ereignissen A und B entsprechen aber auch Stellen A – B auf dem Zuge. Es sei M‘ der Mittelpunkt der Strecke A – B des fahrenden Zuges. Dieser Punkt M‘ fällt zwar im Augenblick der Blitzschläge mit dem Punkte M zusammen, bewegt sich aber in der Zeichnung mit der Geschwindigkeit v des Zuges nach rechts. Würde ein bei M‘ im Zuge sitzender Beobachter diese Geschwindigkeit nicht besitzen, so würde er dauernd im M bleiben, und es würden ihn dann die von den Blitzschlägen A und B ausgehenden Lichtstrahlen gleichzeitig erreichen, d.h. diese beiden Strahlen würden sich gerade bei ihm begegnen. In Wahrheit aber eilt er (vom Bahndamm aus beurteilt) dem von B herkommenden Lichtstrahl entgegen, während er dem von A herkommenden Lichtstrahl vorauseilt. Der Beobachter wird also den von B ausgehenden Lichtstrahl früher sehen, als den von A ausgehenden. Die Beobachter, welche den Eisenbahnzug als Bezugskörper benutzen, müssen also zu dem Ereignis kommen, der Blitzschlag B habe früher stattgefunden als der Blitzschlag A. Wir kommen also zu dem wichtigen Ergebnis:

Ereignisse, welche in Bezug auf den Bahndamm gleichzeitig sind, sind in Bezug auf den Zug nicht gleichzeitig und umgekehrt (Relativität der Gleichzeitigkeit). Jeder Bezugskörper (Koordinatensystem) hat seine besondere Zeit, eine Zeitangabe hat nur dann einen Sinn, wenn der Bezugskörper angegeben ist, auf den sich die Zeitangabe bezieht.

Die Physik hat nun vor der Relativitätstheorie stets stillschweigend angenommen, dass die Bedeutung der Zeitangaben eine absolute, d.h. vom Bewegungszustande des Bezugskörpers unabhängige, sei. Dass diese Annahme aber mit der nächstliegenden Definition der Gleichzeitigkeit unvereinbar ist, haben wir soeben gesehen; lässt man sie fallen, so verschwindet der in § 7 entwickelte Konflikt des Gesetzes der Vakuum-Lichtausbreitung mit dem Relativitätsprinzip.

Zu jenem Konflikt führt nämlich die Überlegung des § 6, die nun nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Wir schlossen dort, dass der Mann im Wagen, der relativ zu diesem die Strecke w in einer Sekunde durchläuft, diese Strecke auch relativ zum Bahndamm in der einer Sekunde durchläuft. Da nun aber die Zeit, welche eine bestimmter Vorgang mit Bezug auf den Wagen braucht, nach den soeben angestellten Überlegungen nicht gleich gesetzt werden darf der vom Bahndamm als Bezugskörper aus beurteilten Dauer desselben Vorganges, so kann nicht behauptet werden, dass der Mann durch sein Gehen relativ zum Geleise die Strecke w in der einer Zeit zurücklegt, welche – vom Bahndamm aus beurteilt - gleich einer Sekunde ist.

Die Überlegung des § 6 ruht übrigens noch auf einer zweiten Voraussetzung, die im Lichte einer strengen Überlegung als willkürlich erscheint, wenn sie auch der Aufstellung der Relativitätstheorie stets (stillschweigend) gemacht wurde.


Gruß

Sebastian
Sebastian Hauk
 
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon galactic32 » Fr 23. Jul 2010, 21:26

Quadrat hat geschrieben:Würdest du dich bitte bemühen deutsch zu schreiben.

Ich seh mal zuer,
allerdings ist die Umsetzung von einem Gedanken einer Vorstellung in so eine mathematisch diffuse Sprache ein übles UnterFangen!
Unsereins bittet um Verständnis

Gruß
galactic32
 
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Gerhard Kemme » Sa 24. Jul 2010, 19:03

Quadrat hat geschrieben:
Unter der Annahme der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit zu allen Beobachtern (ob ruhend oder bewegt) folgert Einstein, dass l und l’ verschieden gemessen werden bzw. dass man sie verschieden „findet“, obwohl die Ruhelänge l des Stabes sich während der 2. Messung, wo der Stab absolut oder relativ bewegt war, materiell nicht verändert hat.

Die Geschwindigkeit ist begrenzt. Dem entsprechend begrenzt ist die Geschwindigkeit der Information.

Dies wären Behauptungen. Konsens besteht, dass bezüglich eines bestimmten Mediums sich Licht mit konstanter Geschwindigkeit c ausbreitet.
Quadrat hat geschrieben:Zwei Ereignisse sind dann gleichzeitig, wenn sich deren Signale in der Mitte treffen.

Die gemessene Zeit ist eine Abbildung der real ablaufenden Zeit. Insofern würde ich es als "gleichzeitig" bezeichnen, wenn zwei Ereignisse auf dem Zeitstrahl einer übergeordneten Zeit, zum gleichen Zeitpunkt passieren. Zeitmessungen mit Laufzeitunterschieden dazwischen sind schlechte Abbildungen der realen und übergeordneten Zeit - entsprechend Zeitmessungen mit Pendeluhren.
Quadrat hat geschrieben:Daraus resultiert, dass anfangs synchronisierte Uhren in der Bewegung nicht mehr synchronisiert sind.

Wenn zwei Uhren am selben Ort sind und per "uhrenvergleich" synchronisiert werden, dann an zwei verschiedene Orte transportiert werden - dort jeweils den Zeitpunkt der am jeweiligen Ort stattfindenden Ereignisse messen - dann zurück transportiert und verglichen werden, dann zeigen beide Uhren die gleiche Zeit an, d.h. sind nicht verstellt und damit auch noch synchronisiert. Wenn irgendwelche Messfehler eingebaut werden, kann alles aus dem Takt geraten.
Quadrat hat geschrieben:Man kann eine Länge auf zwei Wegen messen.
Eine davon ist nunmal man so: Man misst die Strecke zwischen dem Ereigniss "Anfang an Stelle x2" und "Ende an Stelle x1".
Die Längenkontraktion und Zeitdilatation ist also eine direkte Folge der RdG und ist damit natürlich nicht einfach nur scheinbar.

Die RdG geht von Laufzeitunterschieden von Signalen aus - und das sind Messfehler. Die materielle Länge von Objekten hat nichts mit den Messungen zu tun, d.h. wenn ein sehr genau gearbeitetes Werkstück mit dem Zollstock gemessen wird, dann gibt es Abweichungen zur materiellen Länge des Werkstücks. Fazit wäre, dass sowohl rechnerische Längen-Abweichungen als auch Längen-Abweichungen aufgrund von Messfehlern die materielle Länge von Festkörpern nicht verändern - d.h. andersherum, dass solche Längenabweichungen nur scheinbare sind, weil es sich bei Rechnungen oder Messungen um Abbildung der realen Länge handelt.
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon galactic32 » Sa 24. Jul 2010, 20:22

Hallo,
Sebastian Hauk Fr 23. Jul 2010, 20:50 hat geschrieben:
§ 9 Die Relativität der Gleichzeitigkeit
...Blitzschläge A und B in Bezug auf den Bahndamm gleichzeitig... Die von den Blitzorten A und B ausgehenden Lichtstrahlen begegnen sich

Gegensätzlich dazu wird heutig eine genaue Bestimmung einer RaumZeit-Koordinate, eher u. a. mit mindestens VIER TriggerImpulsen ermittelt, so daß der Empfänger/Beobachter am EmpfangsOrt sich seine Koordinaten logisch nachvollziehbarer triangulirt!

Quadrat » Fr 23. Jul 2010, 20:16 hat geschrieben:Eine davon ist nunmal man so: Man misst die Strecke zwischen dem Ereigniss "Anfang an Stelle x2" und "Ende an Stelle x1".

Ist das tasächlich eine Messung eines StreckenInhalts, oder werden genaugenommen zwei RaumZeitKoordinaten ausgemittelt?
Und ist nicht alles weitere MatheMathische Informations-Verwandlung, spekulativeres InterPretieren?

Quadrat Fr 23. Jul 2010, 20:16 hat geschrieben:
Unbekannte Quelle hat geschrieben:Unter der Annahme der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit zu allen Beobachtern (ob ruhend oder bewegt) folgert Einstein, dass l und l’ verschieden gemessen werden bzw. dass man sie verschieden „findet“, obwohl die Ruhelänge l des Stabes sich während der 2. Messung, wo der Stab absolut oder relativ bewegt war, materiell nicht verändert hat.


So ist es eine reinere Mathematische Spekulation , wenigst durch Erfahrung gefestigt.
Was hilft eine solche Konstanz beim experimentellen ermitteln derartiger Meßgrößen?

In dem ZusammenHang:
scharo Fr 23. Jul 2010, 20:44 hat geschrieben:...Die SRT postuliert eine Übereinstimmung: Messen und rechnen wir so, als ob die LG zu jedem IS sich konstant mit c ausbreitet. Eichen wir auch unsere Geräte nach dieser Annahme. Wenn wir aber das machen, dann entstehen die Messeffekte, genannt ZD und LK....

Da liegt MeßTheoretisch genau eine grobe UnExactHeit vor!
Wir können nach dieser Annahme unsere Gräte so nicht eichen!Wie denn?
Und es wird bisher von „der“ SRT nicht konsistent so gerechnet und gemessen, als ob die LG zu jeder Messung mit c₀ stattfindet!
Nehmen wir ein Stab mit der Länge l.Also in irgendeiner NichtBewegtheit mit der RuheLänge l.
Jetzt haben wir bereits das Phänomen, daß wir NICHT eine reine Räumliche EntFernung zwischen den Enden des Stabes feststellen, so wie wir es mit den Augen scheinbar erfassen wollen, wie es OberFlächlich MatheMathiker nach Euklid als Geometrisches Axiom, als Forderung vorausgesetzt wird.
Es bleibt doch eine zeitliche EntFernung (AntwortZeit eines LichtImpulses!RadarEcho!), oder ?
Also:
c₀ * ∆t → ∆x (!)
Mit der nicht AusEinAnderPuzzleBarkeit einer räumlichen Länge aus der AntwortZeit mittles c₀- LICHT-Technik!
Das historische Pt/Pd-UR-METER ist eine Konsequenz aus den Zeit- c₀-GegebenHeiten die aus der Materie folgen, die eine ReferenzFrequenz eine ReferenzDauer also in sich birgt!
Allerdings mit den Augen erfassen wir zum Beispiel eine Euklidisch-Geometrische-Zeichnung, doch das geschieht durch Paralleleres DatenVerarbeiten.Wir „messen“ mit den Augen instantan ein Zwei-Dimensionales Bild.Hier sind geometrische Entfernungen durch Berechnungen oder Verarbeitungen der Signale der Empfangenen Informationen mit dem NeuronenNetz und Augen-Linsen-System erfolgt, über Winkel-Korrelationen etc...
Eine Variante der MatheMatik ist der AbstandsBegriff nach dem RechtwinkligKeitsPrinzip der DreiEcksGleichung im ZusammenHang beliebig dimensionierbarer „Cartesischer“ Räume:
a²+b²=c² (z.B. 3²+4²=5²)
x₀²+x₁²+x₂²+x₃²+...≤r² ; eine UmBeSchreibung für einen verallgemeinerten Kreis, bzw. Kugel
In wie fern matheMatische Überlegungen fruchten einen „Raum“ durch solche Bedingungen wie Folgendes festzulegen, müßte tiefergehend durchdacht werden:
x³+y³+z³=r³ (z.B. 3³+4³+5³=6³).

Weiters würde die SRT konsistent c₀²=CONSTANT verlangen, oder wir würden MeßErfahrungsTechnisch eine solche Gleichung passend und ganz funktionabel finden, so dürfte eine Einführung einer weiteren „Zeit“-artigen Variablen naheliegender sein!
Die Betrachtungen eines Bewegten IS aus der Warte eines absoluten, ruhenden Beobachters und eines MitReisenden, der ebenfalls c₀ „erlebt“, wird mathematisch logisch konsistent, indem die ZeitKoordinaten t_parallel (resultierend aus Messungen der LG zur linearen Bewegung (in +X-Achse)) und ZeitKoordinaten t_senkrecht (weil wir ja nicht LG senkrecht zur BewegungsRichtung „messtechnisch“ erfassen sondern ZeitWerte oder AntWortZeiten!) dazu angenommen werden:
t² → t_parallel²+t_senkrecht² ? ; c=1 und nach "Zudem muss die Differenz t² − x² − y² − z² bei beiden Beobachtern übereinstimmen" nach Wiki's Lorentz-Transformation

Also aus der Y-Achse käme uns das Licht ebenfalls mit c₀ entgegen!
Aber wenn, dann doch nur weil wir eint t_parallel gemessen haben!
Eine nochmals anderes Modell den MM-Interferometrie-Versuch und VerGleichliches auszuwerten.

dazu:
Wiki zur Lorentz-Transformation hat geschrieben:... Herleitung...
Unterstellen wir einfachheitshalber, dass die y- und z-Koordinaten beider Beobachter übereinstimmen, dann suchen wir eine lineare Transformation von (t,x) auf (t',x') mit
t'²-x'² = t²-x² . ...

Das ist logisch der springende Punkt.
Wie wäre denn jetzt eine exacte Lorentz'sche Transformation, also nicht übervereinfacht?
Die Eigenzeit t' wirkt auch noch für den ruhenderen Beobachter verlangsamt;die LichtUhr des bewegten IS hat ja „längere“ Laufwege für das ruhende IS-MeßGerät , was ein bevorzugtes absolut ruhendes IS erfordert um zu einer nachvollziehbar ZeitBeschleunigt-wirkenden absolut-Zeit t RückRechnen zu können!Womit sich angebliche ParaDoxie'n diesbezüglich eher als DatenMüll oder IntelligenzTest herausStellen!

Gruß soweit
1/√(ε₀µ₀) ⟹ c₀
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Quadrat » Sa 24. Jul 2010, 22:26

Dies wären Behauptungen.

Zum Teil. Es geht aus der LT hervor. Die Invarianz der LG ist in der Tat zunächst nur eine Annahme.
Zum Rest: Nö

Deine Folgerung, dass die Längenkontraktion "nicht einfach nur scheinbar ist" finde ich nicht nachvollziehbar. Was meinst Du genau damit?

Es wird die Strecke zwischen dem Anfang und dem Ende berechnet, indem man den Raumabstand zwischen den beiden Ereignissen bestimmt. Und die Orte, an dem die Ereignisse in diesem BS stattfinden sind nicht scheinbar. Die Strecke daher auch nicht.

Ist das tasächlich eine Messung eines StreckenInhalts,

Ja.

oder werden genaugenommen zwei RaumZeitKoordinaten ausgemittelt?

Nein. Klassisch ist der Rechenweg genau gleich. Der Unterschied besteht nur bei der Hinzufügung des Gamma-Faktors (der auch die klassische Annahme t=t´ aufhebt).
Mit dieser Transformationsformel:
dx=y(dx´)
können ohne zusätzlicher Informationen keine Koordinaten ermittelt werden.
Dafür gibt es andere Transformationsgleichungen und Bedingungen.

Und ist nicht alles weitere MatheMathische Informations-Verwandlung, spekulativeres InterPretieren?

Nö.
Wo spekuliert man denn da? Wo interpretiert man denn da? Das sind ganz gewöhnliche Berechnungen, wie sie jeden Tag in der Schule im Mathe- und Physikunterricht gemacht werden und bei weitem harmloser, als andere Operationen, die wir beherrschen und anwenden können müssen.
Das ist die ganz elementare Logik.

Klassisch würde das nach der GT so aussehen:

dx=x2´+v*t2´-(x1´+v*t2´) /da t=t´ und t2=t1
dx=dx´

Ergebnis: Invarianz der Raumabstände
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 25. Jul 2010, 08:53

Quadrat hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Deine Folgerung, dass die Längenkontraktion "nicht einfach nur scheinbar ist" finde ich nicht nachvollziehbar. Was meinst Du genau damit?

Eine davon ist nunmal man so: Man misst die Strecke zwischen dem Ereigniss "Anfang an Stelle x2" und "Ende an Stelle x1".
Die Längenkontraktion und Zeitdilatation ist also eine direkte Folge der RdG und ist damit natürlich nicht einfach nur scheinbar.

Es wird die Strecke zwischen dem Anfang und dem Ende berechnet, indem man den Raumabstand zwischen den beiden Ereignissen bestimmt. Und die Orte, an dem die Ereignisse in diesem BS stattfinden sind nicht scheinbar. Die Strecke daher auch nicht.

Wenn ich die einzige, einmalige materielle Länge l eines Stabes ermitteln möchte, geht es mir nicht darum zu bestimmen, wo im Raum die beiden Ende x1 und x2 des Stabes sich gerade befinden, weil die Orte immer variieren können, sondern geht es mir darum, den materiellen Abstand zwischen den beiden Ende zu bestimmen. Das ist ja auch sinnvoll, weil der materielle Abstand zwischen den beiden Enden sich nicht verändert, wobei die Positionen des beiden Ende im Raum dagegen immer unterschiedlich sein dürfen, ohne dass es eine Auswirkung auf den materiellen Abstand zwischen den beiden Enden hat. Einverstanden?

Es ist z.B. klar, dass bei einem bewegten Stab die beiden Enden x1 und x2 sich fortlaufend woanders im Raum befinden, das hat aber gar keine Auswirkung auf die Tatsache, dass sich der materielle Abstand zwischen den beiden Ende x1 und x2 nicht verändert. Das interessiert nicht, wo die beiden Enden sich im Raum befinden, das ist ja nicht der Zweck der Messung der materiellen Länge eines Stabes.

Wenn also Einstein die beiden Längen l und l’ (ruhende Länge und bewegte Länge eines Stabes) misst und vergleicht, und dabei „findet“, dass sie verschieden sind, handelt es sich eindeutig um einen Messfehler aufgrund eines ungeeigneten Messverfahrens, da es klar ist, dass l und l’ als materieller Abstand zwischen den beiden Enden des Stabes jederzeit gleich bleiben: Es gibt ja keine Ursache, die die materielle Länge verändern könnte. Einverstanden?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Hannes » So 25. Jul 2010, 09:47

Hallo Jocelyne !

Wenn also Einstein die beiden Längen l und l’ (ruhende Länge und bewegte Länge eines Stabes) misst und vergleicht, und dabei „findet“, dass sie verschieden sind, handelt es sich eindeutig um einen Messfehler aufgrund eines ungeeigneten Messverfahrens, da es klar ist, dass l und l’ als materieller Abstand zwischen den beiden Enden des Stabes jederzeit gleich bleiben: Es gibt ja keine Ursache, die die materielle Länge verändern könnte. Einverstanden?


Wenn du die Diskussion zwischen Scharo und mir verfolgt hast, würdest du sagen:
Nicht ein Messfehler infolge eines ungeeigneten Messverfahrens ist die Folge der angeblichen Messung verschiedener Längen von bewegten und unbewegten Objekten, sondern es ist BEWUSSTE Irreführung, nur um eine " konstante" Lichtgeschwindigkeit zu erhalten.Die konstante LG brauchte man als Rechengröße in den Formeln und hat dafür die Konstanz von Strecke und Zeit aufgegeben.
Einstein und Kollegen wußten ganz genau, was sie machten, als sie die Invarianz postulierten und dafür LK und ZD erfanden.

Mit Gruß
Hannes
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Britta » So 25. Jul 2010, 10:55

Sebastian Hauk hat geschrieben:
das finde ich prima. Jetzt fehlt nur noch die RdG.

http://www.politik-sind-wir.de/showthre ... #post40924

Gruß

Sebastian

Prima, mir fehlt da auch noch eine Antwort von dir: http://www.politik-sind-wir.de/f24/welc ... #post40843
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Harald Maurer » So 25. Jul 2010, 10:58

Hannes hat geschrieben:Nicht ein Messfehler infolge eines ungeeigneten Messverfahrens ist die Folge der angeblichen Messung verschiedener Längen von bewegten und unbewegten Objekten, sondern es ist BEWUSSTE Irreführung, nur um eine " konstante" Lichtgeschwindigkeit zu erhalten.Die konstante LG brauchte man als Rechengröße in den Formeln und hat dafür die Konstanz von Strecke und Zeit aufgegeben.
Einstein und Kollegen wußten ganz genau, was sie machten, als sie die Invarianz postulierten und dafür LK und ZD erfanden.


Wer hätte denn bewusst irregeführt werden sollen?
Es ging nicht darum, eine konstante LG zu "erhalten", sondern man hat sie aus pragmatischen Gründen einfach vorausgesetzt. Aus diesem Postulat folgt unmittelbar die RdG, weil die LG in jedem IS als konstant angenommen wird. Diese Vereinfachung hat - wie schon Poincaré betonte - praktischen Zweck und macht dann Sinn, wenn man die Relation der LG zu den Geschwindigkeiten unseres Erlebnisraums bedenkt. Die RdG ist ein Ergebnis aus dieser vereinfachenden Annahme, weil die Synchronisation von Uhren bezugssystemabhängig wird: Uhren können nicht gleichzeitig in zueinander bewegten IS synchron sein, wenn man in jedem IS von der Konstanz der LG ausgeht und mit diesem Licht synchronisiert!

Die Lorentzkontraktion folgt letztlich aus der RdG. Unter der Voraussetzung, dass die Endpunkte einer Länge gleichzeitig zu messen sind, ergibt sich aus der RdG, dass diese Gleichzeitigkeit in zueinander bewegten IS nicht übereinstimmt. Damit wird auch die gemessene Länge abhängig vom Bezugssystem. Das gemessene Objekt verändert sich selbst dadurch in keinster Weise.

Verwunderlich ist nur, wieso das nicht verstanden wird. Es hat überhaupt keinen Zweck zu fragen, ob die LK real oder nicht real ist, weil das Messergebnis bloß von der Gleichzeitigkeitsdefinition abhängt. Es geht nie darum, welche Eigenschaften die LG HAT, sondern wie sie angenommen (postuliert) und unter welchen Vorschriften sie gemessen wird. Und es geht auch nie darum, welche Länge ein Objekt HAT, sondern mit welcher Länge das Objekt gemessen wird! Auch hier gibt es die entsprechende Vorschrift. Sinn und Zweck der Methodik soll sein, sich nicht um einen allfälligen Äther oder um eine absolute Bewegung in diesem kümmern zu müssen. Der Äther wurde nicht abgeschafft, sondern schlicht für den Phsiker überflüssig :!: Der Physiker Baut seine Naturbeschreibungen eben strikt auf Messungen auf!
Dass die Methode aber zu Widersprüchen führt, zeigt das ZP deutlich auf. Diesen Widerspruch beseitigte man, indem man den Bock zum Gärtner machte. ZD und LK sind aber keine Naturerscheinungen, sondern folgen aus einem Postulat, das logisch keine Beschreibung einer Naturerscheinung sein kann.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Hannes » So 25. Jul 2010, 11:44

Hallo Harald !

Hannes hat geschrieben:Nicht ein Messfehler infolge eines ungeeigneten Messverfahrens ist die Folge der angeblichen Messung verschiedener Längen von bewegten und unbewegten Objekten, sondern es ist BEWUSSTE Irreführung, nur um eine " konstante" Lichtgeschwindigkeit zu erhalten.Die konstante LG brauchte man als Rechengröße in den Formeln und hat dafür die Konstanz von Strecke und Zeit aufgegeben.
Einstein und Kollegen wußten ganz genau, was sie machten, als sie die Invarianz postulierten und dafür LK und ZD erfanden.

du schreibst:
Wer hätte denn bewusst irregeführt werden sollen?
Es ging nicht darum, eine konstante LG zu "erhalten", sondern man hat sie aus pragmatischen Gründen einfach vorausgesetzt. Aus diesem Postulat folgt unmittelbar die RdG, weil die LG in jedem IS als konstant angenommen wird. Diese Vereinfachung hat - wie schon Poincaré betonte - praktischen Zweck und macht dann Sinn, wenn man die Relation der LG zu den Geschwindigkeiten unseres Erlebnisraums bedenkt.


Deine Stellungnahme ist deswegen interessant, weil du die Denkweise der Leute vor mehr als 100 Jahren
sehr treffsicher charakterisierst.
Vielleicht hast du recht, wenn du sagst, diese Leute wollten doch gar niemanden irreführen, sondern sie haben sich
eine irreale Welt aufgebaut, an die sie selbst geglaubt haben.

Dass sich die Denkweise der Menschen wieder mehr der Realität zuwendet, konnten Albert &Co damals nicht wissen.
Diese Annäherung an die Realität ist bedingt durch bessere technische Möglichkeiten und andere Erfahrungen
in Raumfahrt und Astronomie.So ändert sich eben die Zeit !

Mit dem Aufzeigen des Zwillingsparadoxons hat man die Vertreter dieser Weltanschauung rechtzeitig aufmerksam gemacht.Trotzdem ist diese irreale Denkweise bis heute in den Lehrbüchern verankert.
Wenn man wenigstens sagen würde: Das sind nur ANNAHMEN und keine Realität !
Aber man behauptet weiterhin, diese Annahmen seien Realität und keine Vereinfachungen.
Und das auf höchster wissenschaftlicher Ebene !

Mit Gruß Hannes
Hannes
 
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