Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 3. Jun 2011, 08:17

Zur Vorabinformation: Ich habe soeben folgenden Eintrag im Blog von Dr. Markus Pössel Was ist eine gute Maßeinheit? geschrieben:

@ Dr. Markus Pössel

Ihre Ausführungen über eine gute Maßeinheit gehen meiner Meinung nach schon im ersten, einleitenden Absatz Ihres Blogtextes an das Wesentliche vorbei bzw. sind missverständlich und irreführend:

Was ist eigentlich eine gute Definition für eine Maßeinheit?


Eine Maßeinheit braucht keine Definition.

Eine Maßeinheit ist völlig willkürlich gewählt, ursprünglich hat man irgendeinen Gegenstand ausgewählt und als Maßeinheit erklärt, zum Beispiel einen Stock, einen Knochen, drei hintereinandergelegte Gerstenkörner oder auch einen Daum, einen Fuß, eine Elle, die breite einer gespreizter Hand, den Abstand zwischen den ausgestreckten Armen usw. Während der französischen Revolution haben französische Wissenschaftler den „Meter“ erfunden und als Maßeinheit festgesetzt. Das war ein Holzbalken und seine Länge sollte 1/40 Millionste des Erdumfangs darstellen. Ich sage die Definition auf Französisch, weil sie sprachlich so gut auswendig zu lernen ist und so wunderschön wissenschaftlich klingt, dass man es wohl nie vergisst: „la dix millionième partie du quart du méridien terrestre“.

Natürlich hat dieser Holzbalken nie und niemals genau das 1/40 millionste des Erdumfangs betragen, man hätte sich das Auswendiglernen und das Gefühl des wissenschaftlichen Wissens gerne sparen können. Kein Mensch hat je mit diesem Holzbalken den genauen Erdumfang gemessen, das ist auch nicht möglich, den Umfang der Erde auf ein Meter genau zu messen. Diesen Holzbalken hat ein Zimmermann angefertigt, er wurde „Meter“ genannt und er wurde als Maßeinheit der Länge erklärt. Punkt, fertig, mehr kann man darüber nicht sagen. Und mehr wäre auch nicht notwendig gewesen zu sagen, die Sache mit dem Erdumfang hätte man sich ruhig sparen können. Inzwischen wurde die Länge des Meters mehrmals geändert (zuletzt 1983, wo er verkürzt wurde), sowie seine Definition auch mehrmals geändert – was man sich genauso hätte sparen können wie mit dem Erdumfang.

Eine Maßeinheit braucht keine Definition, sie definiert sich selbst als Unikum mit ihrer physischen Ausdehnung, ihre physische Ausdehnung muß nur per Konvention als Maßeinheit erklärt und von allen anerkannt werden. Man könnte auch die Länge einer Cola-Dose „Meter“ nennen und sie als Maßeinheit erklären, das würde genauso gut funktionieren.

Das ist genauso für die Lichtgeschwindigkeit als Maßeinheit. Zum ersten Mal in der Geschichte der Maßeinheit „Meter“ wurde die Länge immateriell durch eine Relation festgesetzt, durch eine Geschwindigkeit, was zu vielen Verwirrungen geführt hat. Die Lichtgeschwindigkeit als Maßeinheit muß auch nicht eine richtige, gemessene Geschwindigkeit des Lichts entsprechen (man kann auch nicht eine Maßeinheit messen…), sie könnte genauso gut völlig erfunden werden, ihr Wert spielt hier gar keine Rolle, Hauptsache, sie wird per Konvention als Maßeinheit von allen anerkannt und dient durch Vergleich zur Quantifizierung von noch unbekannten Längen. Man hätte auch c=600.000.000 km/s als Maßeinheit festsetzen können, das würde genauso gut funktionieren – nur die Länge des Meters wäre halb so lang, man müsste eine Zeit lang umdenken, um unsere Umgebung räumlich abzuschätzen.

Die Lichtgeschwidigkeit als Maßeinheit muss nicht die richtige Geschwindigkeit des Lichts in der Natur sein, die willkürlich gewählte Geschwindigkeit bestimmt nur die physische Ausdehnung des Meters, mehr nicht.

Und bei der Bestimmung der physischen Ausdehnung des Meters ist das Bestreben sinnlos, die Maßeinheit mit einer Definition zu versehen, die die irrige Vorstellung suggeriert, man könne die Länge eines Objektes bis in seine molekulare oder atomare Struktur hinein messen. Das kann man nicht, auch wenn die Definition es mathematisch erlaubt. Diese Exaktheit ist eine Illusion, das ist lediglich eine trügerische mathematische Exaktheit und sie ist konkret bei einer Messung nicht realisierbar. Man degradiert dabei das Messen, das das Fundament der Physik darstellt, zu Mathematismus.

Auf diese aus meiner Sicht wichtige Problematik, die ich schon im „Blogteil I Einstein verstehen“ ausführlich und mehrfach angesprochen habe, sind Sie bis jetzt nicht eingegangen, auch in diesem separaten Blogtext über Maßeinheiten nicht, siehe meine Beiträge im Teil I:

Beiträge vom 20.05.11:

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/r ... ment-27065

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/r ... ment-27109

Beitrag vom 21.05.11:

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/r ... ment-27139

Könnten Sie hier in diesem speziell für Maßeinheiten eingerichteten Blog auf diese Problematik eingehen?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Hannes » Fr 3. Jun 2011, 09:57

Hallo Herr Veritatibus !

Ich halte das Zwillingsparadoxon und auch die Invarianz im Rahmen der SRT nicht für falsch.

Das Zwillingsparadoxon ist Ergebnis der Festlegung der Invarianz.
Da man das Zwillingsparadoxon nicht nachmessen kann, fällt es in den Bereich des Glaubens. Und da bin ich sehr tolerant.
Die Invarianz ist eine willkürliche Festlegung der LG und ist im lokalen Bereich
gar keine schlechte Idee.
Erst wenn man den lokalen Bereich verlässt, kommen die Probleme, wie man an dem Zwillingsparadoxon erkennen kann.
Ausserdem ist es total unzulässig, Maßeinheiten, die auf einer Übereinkunft beruhen, willkürlich zu verändern. Bei Gericht sagt man Betrug dazu.
(ich meine hier Lorentzkontraktion und Zeitdilatation)
Da ist es so wie bei der Diskussion um das geozentrische oder heliozentrische
Weltmodell: Erst wenn man den Standort Erde verlässt, kann man klar sehen.

Man weiß, dass die Ausbreitung und Weiterleitung des Lichtes von mehreren Faktoren abhängt und spricht nicht viel darüber.
Welche Faktoren ?

In jedem Medium, ob Glas, Wasser, Luft,Vacuum messen wir einen mediumspezifischen Wert der LG. Jeder Himmelskörper trägt sein Medium mit sich.

Ich bemühe mich, meine Kommentare so kurz wie möglich zu halten, ich hoffe, es ist in Ihrem Sinne.l

Mit bestem Gruß
Hannes
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Hannes » Fr 3. Jun 2011, 10:55

Hallo Herr Veritatibus !
Die ZD wird tagtäglich durch kosmische Strahlung und in den Beschleunigern bestätigt, auch mit hochpräzisen Atomuhren. Die ZD konnte bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten also für die SRT und auch für unterschiedliche Gravitationsfelder also für die ART sehr exakt bestätigt werden.

Gravitationsabhängige LG ist nichts Neues.
Klar können sich auch mal Viele irren, und klar können auch mal Wenige recht haben, aber es ist nun mal so, dass der Bildungsstand der Physiker in der Regel höher ist, als der Stand der Zweifler, und das meine ich ohne hier jemanden zunahe treten zu wollen.

Sie tun es aber ! Ich glaube, mir kommt die Ausdrucksweise bekannt vor.
Vakuum ist kein Medium.

Da steht Meinung gegen Meinung.
Da wurden keine Maßeinheiten verändert. Ein Meter ist ein Meter, wie eine Sekunde eine Sekunde ist, und das in jedem Bezugssystem. Bitte schließen Sie den Fall nicht aus, dass auch Sie etwas falsch verstehen können.

Was wird denn sonst gemacht ?
Maßeinheiten dürfen nicht verändert werden.

Mit Gruß
Hannes
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 3. Jun 2011, 12:32

Hannes hat geschrieben:
Ausserdem ist es total unzulässig, Maßeinheiten, die auf einer Übereinkunft beruhen, willkürlich zu verändern. Bei Gericht sagt man Betrug dazu.
(ich meine hier Lorentzkontraktion und Zeitdilatation)


Bei der Frage von unzulässigen Veränderungen der Maßeinheiten muss man zwischen Lorentz und Einstein differenzieren:


    1. Lorentz verändert nicht die Maßeinheiten, weil seine Längenkontraktion real ist: die bewegten Objekte schrumpfen.
    Wenn man also eine Verkürzung zwischen der Länge eines Objektes im Ruhezustand und der Länge desselben Objektes bei Bewegung mit demselben Maßstab feststellt, ist es bei Lorentz ganz normal, weil man ja davon ausgeht, dass das Objekt geschrumpft ist. Dann ist der Maßstab unverändert geblieben und alles ist in besten Ordnung mit der Maßeinheit. Auch braucht Lorentz keine Zeitdilatation um die Schrumpfung zu rechtfertigen, weil seine Längenkontraktion ja real ist. Lorentz verändert also keine Maßeinheiten in seiner Theorie, das ist alles okay, nichts zu beanstanden.

    2. Bei Einstein steht noch offiziell die Frage offen, ob die Objekte schrumpfen wie bei Lorentz oder nicht schrumpfen, siehe zum Beispiel die noch unbeantworteten Fragen an Dr. Markus Pössel über die Realität der Längenkontraktion in der SRT seit meiner Korrespondenz mit ihm darüber aus dem Jahre 2008:
    - Frage von Peter Ripota und Antwort von Dr. Markus Pössel vom 10. Juli 2010
    - Meine Frage an Dr. Markus Pössel vom 26.05.11: Schrumpfen oder nicht schrumpfen?

Da es also noch eine ganze Weile dauern kann, bis Dr. Pössel sich dazu ringt die Frage unmissverständlich zu beantworten, können wir erst einmal davon ausgehen, dass anders als für Lorentz die bewegten Objekte für Einstein nicht schrumpfen, sondern dass die gemessene Verkürzung nur ein Meßeffekt ist (was Dr. Pössel auch angedeutet hat).

In diesem Fall liegt eine unzulässige Veränderung von Maßeinheiten vor, und zwar sowohl der Maßeinheit Länge als auch der Maßeinheit Zeit:

Wenn man nämlich eine Verkürzung zwischen der Ruhelänge und der bewegten Länge eines Objekts feststellt, gemessen mit demselben Maßstab, und wenn man davon ausgeht, dass das Objekt nicht geschrumpft ist, dann kann nur der Maßstab sich verändert haben, anders ist es nicht zu erklären.

Die Annahme Einsteins, dass die Objekte nicht schrumpfen jedoch als verkürzt gemessen werden basiert auf eine Veränderung der Maßeinheiten. Und es ist in der Tat unzulässig, man darf das Meßergebnis nicht als richtig und gültig erklären. Das nennt man Manipulation von Maßeinheiten - und in der Tat vor Gericht Betrug.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Zuletzt geändert von Jocelyne Lopez am Fr 3. Jun 2011, 16:52, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 3. Jun 2011, 14:55

Hannes hat geschrieben:
Ausserdem ist es total unzulässig, Maßeinheiten, die auf einer Übereinkunft beruhen, willkürlich zu verändern. Bei Gericht sagt man Betrug dazu.

Was zum Beispiel die Veränderung der Maßeinheit Zeit angeht, haben Relativisten gar keine Hemmung es in der Öffentlichkeit ganz offen zuzugeben, wie es z.B. in meinem Blog-Eintrag Die wahren „Cranks“ der Physik haben eine ganz junge Kundschaft dokumentiert ist:

    Am Anfang war die Ewigkeit
    Thomas Filk, Domenico J. Giulini
    C.H. Beck Verlag, 2004

    Aus der Buchbeschreibung:

    Zwar zählt die Zeit zu den selbstverständlichen Dingen des Alltags, aber bei genauerem Hinsehen zeigt sich schnell, dass sich hinter dem Phänomen "Zeit" eine Fülle spannender und ungewöhnlicher Fragen verbirgt, deren Beantwortung von grundlegender Bedeutung für unser Verständnis von Natur und Kosmos ist. Warum hat eine Minute manchmal 61 Sekunden? [...]
    [Hervorhebung durch Lopez]

Tja, warum hat eine Minute manchmal 61 Sekunden?
Die Frage sollten wir aber lieber nicht beim Eichamt stellen, sie würden uns hochkant fliegen lassen und womöglich für „cranks“ halten. ;)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Hannes » Fr 3. Jun 2011, 16:55

Hallo Herr Veripoeticus !
Man weiß, dass die Ausbreitung und Weiterleitung des Lichtes von mehreren Faktoren abhängt und spricht nicht viel darüber.
Welche Faktoren?

In jedem Medium, ob Glas, Wasser, Luft, Vacuum messen wir einen mediumspezifischen Wert der LG. Jeder Himmelskörper trägt sein Medium mit sich.

Vakuum ist kein Medium.
Ich halte mich an die Physik. Wer außer ihnen glaubt den, Vakuum wäre ein Medium? Warum sollte es eins sein, wie definieren Sie denn dann Medium?


Sie Herr Kandidat, Sie dort hinten ! Schaun Sie besser auf mich als auf die schönen Damen ! Was ist ein Medium ???????!!!!!
Ein Medium ?....ein Medium !.... was für Medium ?
Ich helfe Ihnen: Wie ist das mit den Wasserwellen ?
Ja, da sind die Wassermoleküle das Medium. Sie transportieren die Welle.
Ja und wie ist das bei Luft ?
Ja, dort ist es genau so.
Und wie ist es mit Lichtwellen ?
Ja, da muss auch etwas sein, weil sonst würden uns die Wellen davonfliegen
und nicht genau .........299000 km pro Sekunde vorangehen.
Ja, aber wenn wir nichts finden, das das machen kann ?
Dann haben wir auch keine Welle.
Also sagen sie jetzt, woraus besteht denn das Medium bei Lichtwellen?
Ja, das kann Glas sein...und... Wasser... und ... Luft.... und...
Wie ists denn mit dem Vacuum ?
Genau dort werde die Wlellen besonders genau weitergegeben.
Und was ist im Vacuum drinnen ? Da ist doch nichts drinnen !
Ja, das weiß ich auch nicht !
Sehr gut, Herr Kandidat, bestanden.
Wenn Sie gesagt hätten, sie wissen es wären Sie durchgefallen, denn ich weiß es auch nicht.
Ja....aber dann dürfte doch durch Vacuum kein Licht durchlaufen !

Was gemacht wird, müssen Sie mir erklären, Sie behaupten ja, da würde was verändert. Jeder misst in seinem BS Meter und Sekunden da wurde nichts verändert.

Ich behaupte das nicht, da müssen Sie schon den großen Albert fragen !
Der hat die Zeit dilatiert und an der Länge schnipselt er auch herum.
Darf er denn das ?

Hannes
Zuletzt geändert von Hannes am Fr 3. Jun 2011, 17:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 3. Jun 2011, 16:59

Hannes hat geschrieben:Das Zwillingsparadoxon ist Ergebnis der Festlegung der Invarianz.
Da man das Zwillingsparadoxon nicht nachmessen kann, fällt es in den Bereich des Glaubens. Und da bin ich sehr tolerant.
Die Invarianz ist eine willkürliche Festlegung der LG und ist im lokalen Bereich
gar keine schlechte Idee.
Erst wenn man den lokalen Bereich verlässt, kommen die Probleme, wie man an dem Zwillingsparadoxon erkennen kann.

Ausserdem ist es total unzulässig, Maßeinheiten, die auf einer Übereinkunft beruhen, willkürlich zu verändern. Bei Gericht sagt man Betrug dazu.
(ich meine hier Lorentzkontraktion und Zeitdilatation)


Zur Manipulation der Maßeinheit Zeit in der SRT mit ihrer unzähligen, lukrativen Auswucherungen, sowohl in der vom Staat finanzierten akademischen Physik und offiziellen Forschung, als auch in der Science-Fiction-Branche (zusammen Jahr für Jahr ein Milliardengeschäft aus der Tasche der Bürger) zitiere ich zum Beispiel G.O. Mueller:
Zweiten Tätigkeitsbericht des Forschungs-projekts G.O. Mueller „ 95 Jahre Kritik der Speziellen Relativitätstheorie (1908-2003)“ im November 2004:

Zitat G.O. Mueller:

Unter Berufung auf die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie wird mit Bezug u.a. auch auf Ernst Gödel ernsthaft die Möglichkeit von Zeitreisen erörtert (weil Gödel die Möglichkeit der Zeitreise für „logisch“ nicht unmöglich erklärte): in die Vergangenheit und in die Zukunft, oder möglicherweise nur in die Vergangenheit und nicht in die Zukunft (oder umgekehrt, je nach Autor). Mit den Phantasien über entsprechende Zeitmaschinen, interdisziplinär unterstützt von der schönen Literatur, Abteilung Science fiction, mutiert diese Physik zur Esoterik, die sich auf Albert Einstein beruft und auf Ernst Gödel und meterlange Regale in unseren Buchhandlungen füllt. So gewinnt die Physik die Herrschaft sogar über die Phantasie – und deshalb hat man noch nichts davon gehört, daß die Physiker diesem Unsinn entgegentreten: vielmehr schreiben einige von ihnen selbst die lukrativen Bücher.

Damit ist ein zweiter Grund geliefert, warum die Öffentlichkeit sich für die Freiheit der Forschung auf dem Spezialgebiet der theoretischen Physik interessieren muß. Wenn das Publikum mit Hilfe und Autorität der Physik ins ersehnte Traumland der Esoterik befördert wird, so müßte es wenigstens eine Chance erhalten, das Wesen seines irrationalen Tuns zu erkennen, und die einzige Chance hierzu ist die Eröffnung einer rationalen Diskussion mit der kritischen Tradition seit nunmehr 95 Jahren.

Wenn – für ein breites Publikum der Esoterik – die Physik als praktisches Vehikel der Phantasie in eine andere Welt ihren Dienst getan hat, so wird dieses Publikum nicht mehr einsehen, warum man sich dann noch ernsthaft mit den nüchternen, als „hart“ und „exakt“ geltenden Naturwissenschaften abmühen soll. Die Ausbreitung einer solchen irrationalen Haltung darf die Öffentlichkeit nicht zulassen oder gar fördern.


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 3. Jun 2011, 18:25

Veritatibus hat geschrieben:
Hannes hat geschrieben:
Hallo Herr Veripoeticus !

Ich habe hier nun mehrfach erklärt, dass ich nicht Herr Kanenberg bin. Dass nun auch Sie noch damit anfangen meinen Nicknamen zu veralbern finde ich wirklich ausgesprochen enttäuschend, ich hätte das nun nicht von ihnen erwartet. So kann man sich eben in den Menschen täuschen. Soviel mal zum "sachlich" bleiben. Viel Freude noch im Dialog mit Frau Lopez, das Niveau scheint da doch besser zu harmonieren, als ich gedacht habe. Ich bin wirklich traurig. Ich kenne Herrn Kanenberg nicht, und ich finde diese ganzen Spekulationen wirklich unangemessen. Es scheint hier offensichtlich Methode zu sein, Menschen die sich nicht kritisch zur SRT äußern, persönlich anzugreifen und über sie zu spekulieren und Anstelle von Argumenten dann Unterstellungen zu liefern. Ich hoffe Sie haben Verständnis dass ich ihnen auf ihren Beitrag nicht mehr antworte. Ich habe dieses nun doch noch in den Thread geschrieben (neben der PN), da ich wirklich verärgert bin.


Roland


Wie Du uns, so wir Dich. 8-)
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Arthur Schmitt » Fr 3. Jun 2011, 20:52

Hallo Hannes,
Hannes hat geschrieben:Hallo Herr Veritatibus !
Was wird denn sonst gemacht ?
Maßeinheiten dürfen nicht verändert werden.

Mit Gruß
Hannes


Das Maßeinheiten nicht verändert werden dürfen ist so nicht richtig. In der langen Geschichte des Zählens, Messen und Wiegens sind die Maßeinheiten ständig verändert worden. In anderen Ländern und in der Vergangenheit gab und gibt es unzählige Maßeinheiten. In Deutschland sind Zoll, Braunschweiger Elle, Fuß etc. seit Anfang des letzten Jahrhunderts durch die Arbeit des Normenausschuss der deutschen Industrie verschwunden und es ist hier von den Längenmaßen nur noch der Meter übrig geblieben.
Das hatte für die Industriebetriebe in Deutschland erhebliche Vorteile. Die Festlegung auf das Meter und die Einführung von Normen erspart der Industrie erhebliche Kosten und gibt Sicherheit in der Produktion. Man kann sich bei der Konstruktion, Planung und Lieferung eben darauf verlassen, dass der Norm entsprechende Gegenstände z.B. Schrauben , egal von welchem Lieferanten man sie bezieht, immer den gestellten Anforderungen entsprechen.
Ziel einer Messung nach der DIN Norm 1319 ist es, ein Messergebnis als verlässliche Aussage zu erhalten über eine unbekannte Größe eines Objekts. „Die Tätigkeiten des Messens sind überwiegend praktischer (experimenteller) Art, schließen jedoch theoretische Überlegungen und Berechnungen ein.
Die Längeneinheit Meter ist per Definition festgelegt worden. Ebenso hätte man die Längeneinheit Meter als Kaffeesatz, Lütje Lage ( 1 Meter Bier mit Schnaps) oder sonst wie nennen können. Am Ziel und an der Durchführung von Messungen ändert sich dadurch gar nichts. Das Kind hätte nur einen anderen Namen bekommen.
Auch wenn „Länge“ des Meters die jetzt genau einen Meter beträgt, nur 50 cm betragen würde, würde am Prinzip der Messung nichts ändern und alle Gegenstände, die jetzt die Länge von 1m haben, hätten dann eben die Länge 2 m und der Äquatorumfang der jetzt 40.000 km beträgt, betrüge dann 80.000 km ohne das sich der tatsächliche Umfang auch nur ein Stückchen geändert hätte.
Wichtig ist nur, wenn man von Maßeinheiten spricht, das beide Seiten von den gleichen Voraussetzungen ausgehen, z.B. der DIN-Norm 1319.
Für Juristen gilt, ein Blick ins Gesetz ist aufschlussreicher als in das Dekolleté einer schönen Frau. Für Ingenieure gilt, das gleich für einen Blick in die DiN-Normen.
Mit freundlichen Grüßen
Arthur Schmitt
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Re: Bitte um Klärung an Dr. Markus Pössel

Beitragvon Hannes » Fr 3. Jun 2011, 21:46

Hallo Arthur Schmitt !
Für Juristen gilt, ein Blick ins Gesetz ist aufschlussreicher als in das Dekolleté einer schönen Frau. Für Ingenieure gilt, das gleich für einen Blick in die DiN-Normen.

Ich habe gesagt, Maßeinheiten sind das Ergebnis von Übereinkünften und dürfen wieder nur durch Übereinkünfte verändert werden- nicht durch einseitige Maßnahmen.Das, was du in deinem Beitrag beschrieben hast, sind lauter Übereinkünfte.
Einseitige Änderungen sind unstatthaft. Besonders Ingenieure müssen sich auf verlässliche Maßeinheiten verlassen können.
Ausserdem ist es total unzulässig, Maßeinheiten, die auf einer Übereinkunft beruhen, willkürlich zu verändern. Bei Gericht sagt man Betrug dazu.

Das ist meine Aussage !

Du kennst vielleicht die Geschichte vom Teppichhändler ?
Der ist mit seiner Ware in einen Regen gekommen und als er auspackte, fehlte ihm ein Stück des Teppichs.Ich hab doch 10 Ellen eingepackt, müssen es auch wieder 10 Ellen sein. Da hat er seinen Maßstock ein klein wenig abgeschnipselt und schon hat es wieder gepasst. Wie sagt man zu einem solchen Vorgang?

Mit Gruß
Hannes
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