Highway hat geschrieben:Hallo Jocelyne,Jocelyne Lopez hat geschrieben:...Oder vielleicht die Absicht, die Gültigkeit der SRT psychologisch zu suggerieren, indem man einem willkürlich festgesetzten Wert der LG den Status einer Naturkonstante verleiht?...
Wem suggeriert das was? Ob nun ein Urmeter mit temperaturabhängiger Längenungenauigkeit oder Lichtgeschwindigkeit mit Ungenauigkeiten durch Gravitation, Übertragungsmedium oder was sonst noch, ist doch im Grunde wurscht.
Eben, es ist wurscht, man kann nicht verhindern, dass ein Maßstab sich geringfügig ändert, denn nichts im Universum ist unveränderlich. Ist nun mal so. Man muss sich prinzipiell damit abfinden und geringfügige Änderungen des Maßstabes im Kauf nehmen. Dass die Länge des Urmeters aus Platinlegierung geringfügig temperaturabhängig war musste man also im Kauf nehmen, da hilft nichts, und es hat vor diesem Hintergrund kaum einen Sinn, den Urmeter durch ein Verfahren zu ersetzen, was noch mehr Veränderungsquellen in der Länge des Meters mit sich bringt: Die Lichtgeschwindigkeit ist nun mal abhängig von Gravitation, Medium, Materialen, Farben, Distanzen und Umwelteinflüssen, wobei diese „Störfaktoren“ und Fehlerquelle beim Licht weniger erforscht und schwieriger abzugrenzen und einzuschätzen sind als Änderungen des Urmeters durch Temperaturschwankungen. Siehe zum Beispiel Hinweise aus Wikipedia über Präzisionseinschränkungen beim Messen mit Lasermessgeräten:
Die optische Abstandsmessung (auch: Laserentfernungsmessung) wird benutzt um die Distanz zwischen einem Abstandssensor und einem Objekt zu messen. Die Präzision hängt von verschiedenen Faktoren ab:
• von der Oberfläche der beiden Objekte (Material, Farbe)
• von der zu messenden Distanz
• von Umwelteinflüssen
Die Einschränkung der Veränderlichkeit des Urmeters kann also nicht der Grund für die Umstellung der Festsetzung und der Definition auf die Lichtgeschwindigkeit gewesen sein.
Highway hat geschrieben:
Wahrscheinlich hat man nur rausgefunden das die neue Definition einfacher zu handhaben und zu reproduzieren ist, bei mindestens gleicher Genauigkeit. Ich denke das ist alles was dahinter steckt.
Ja, das habe ich auch erwähnt, da ich mir in Foren erzählen lassen hatte, dass jetzt hochgenaue Reproduktionen des Urmeters nicht mehr von der Pariser Zentralstelle auf Reise zu allen Instituten der Welt zu Eichungszwecken geschickt werden mussten, weil seit 1983 jedes Institut seine eigenen Prototypen des Meters für die Massenanfertigung von Messinstrumenten mit der Lichtgeschwindigkeit selbst erstellen darf. Wobei sich hier die Frage stellt, ob jetzt wiederum die dabei von den Instituten verwendeten Uhren von einer Zentralstelle geeicht werden müssen? Keine Ahnung. Vielleicht werden eben weder Meter-Prototypen noch Uhren jetzt zueinander geeicht, weil diese ganze Präzisionshysterie in der Empirie und der Technologie in unserer Dimension gar keine Rolle spielt.
Eine Theorie jedoch, die wie die SRT grundsätzlich die Veränderlichkeit des Maßstabes voraussetzt und zum Prinzip erhebt, ist in der Physik als messende Wissenschaft restlos fehl am Platz.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
