Uli schreibt:
Es mag ja in der Tat eine Herausforderung an die Materialien sein, mit einem Fahrrad eine relativistische Geschwindigkeit zu erreichen. Ich denke mal, das wird das Rad aber auch in Newtons Theorie kaum aushalten.
In Newtons Theorie hält das Rad das spielend aus, denn nicht das Rad muss eine relativistische Geschwindigkeit erreichen, sondern es reicht die relativistische Geschwindigkeit eines Beobachters relativ zum ruhenden Rad.
Das Problem der Stabilität eines Festkörpers betrachtet man doch nun am bestem in seinem Schwerpunktsystem, weil es dort am einfachsten ist. Hat man in diesem System seine Stabilität verstanden, so ist man fertig, denn man kann getrost davon ausgehen, dass er auch für andere, dazu bewegte Beobachter stabil ist. Dafür sorgt Galilei- bzw. Lorentz-Kovarianz aller Naturgesetze. Letztlich ist die Festkörperphysik nichts anderes als die Quantenelektrodynamik von Vielteichen-Systemen und die Gesetze der QED sind Lorentz-kovariant.
Wenn die Theorie (SRT) schon mal absurde Ergebnisse bringt, kann der Hinweis auf die QED auch nichts nützen. Ob eine Theorie Lorentz-kovariant ist oder nicht, ist bloß eine akademische Betrachtung ... und allein damit kann man nicht beweisen, dass eine Theorie, wie SRT oder QUED, eine tatsächlich zutreffende Naturbeschreibung ist.
Nur wer sich und andere verwirren will, diskutiert die Stabilität des Vielteilchen-System eines starren Körpers von einem Bezugssystem aus, in dem er sich schnell bewegt. In den genannten Diagrammen geht es einzig um eine Veranschaulichung der Lorentz-Kointraktion; selbst die "Relativisten" wissen, dass ein Fahrradfahrer in der Praxis keine relativistische Geschwindigkeit erreichen kann.

Aber Myonen können es zum Beispiel. Und die kommen auch an Fahrrädern vorbei.

Aus der Tatsache, dass diese (aus der Sicht der Myonen!) nicht biegen und brechen, kann man ersehen, dass die SRT keine Beschreibung der Natur mit relativen Räumen und Zeiten ist, sondern bestenfalls Messfehler an bewegten Objekten behandelt. Zeitdilatation und Lorentzkontraktion finden demnach im realen Sinn nicht statt - und relativistisch vorbeifahrende Fahrräder auszumessen, hat bislang auch noch keiner versucht.
Es ist immer wieder ein Problem der Kritiker, dass sie unfähig oder nicht Willens sind, sich auf Gedankenexperimente einzulassen.
Es ist ein Problem für die Relativisten, dass Kritiker sich mehr auf die Gedankenexperimente einlassen, als ihnen lieb ist.
Grüße
Harald Maurer