Chief hat geschrieben:Auch hier nochmal die Frage: Werden diese 10,23MHz empfangen weil die Uhr oben schneller schwingt oder schwingt die Uhr oben und unten gleich schnell?
Die Uhr oben schwingt schneller! Das hier strapazierte Argument, man müsse im jeweiligen Bezugssystem messen, ist Unsinn. Alle Messungen finden im Bezugssystem Erde, genauer im nicht mitrotierenden IS Erdmittelpunkt statt.
Ich kann ja einem Polizisten, welcher mir wegen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit einen Strafzettel ausstellt, nicht mit dem Argument kommen, ich hätte diese Geschwindigkeit nur in seinem Bezugssystem gehabt, in meinem wäre ich hingegen stillgestanden!

Auch das Argument, man müsse die auf dem Boden herabgestimmte Frequenz 10,229999995453 MHz mit der Uhr im Bezugssystem Orbit beurteilen, geht fehl, denn die Uhren im Orbit laufen schneller, und 10,229999995453 MHz gemessen mit einer kürzeren Sekunde wären rotverschoben, also noch mal vermindert auf 10,229999990906 MHz. Eine bestimmte Frequenz gemessen mit einer verlangsamten Uhr wird höher gemessen, mit einer schnelleren Uhr hingegen wird sie niedriger. D.h. der auf 10,229999995453 MHz in Bezug zur Zeit am Boden herabverstimmte Sender würde im Orbit in Bezug zur Zeit im Orbit mit 10,229999990906 MHz senden und nicht mit der korrigierten Frequenz.
Die korrigierte Frequenz 10,229999995453 MHz bezieht sich auf die Zeit am Boden. Will der Sender diese Frequenz im Orbit ebenfalls ausstrahlen, dann muss er diese Zeit quasi dorthin mitnehmen, denn nur in Bezug zur Bodenzeit sind es diese 10,229999995453 MHz, also gemessen mit der dilatierten Uhr am Boden. Deshalb geht auch das Argument Lübeckers daneben, der vermeint, nur gemessen mit der dilatierten Uhr am Boden errechneten sich 10,23 MHz, denn das kann natürlich nicht zutreffen, wenn just zu dieser Uhr bezogen der Sender auf 10,229999995453 MHz verstimmt wurde! Bezogen und berechnet mit der Uhr am Boden können daher aus den 10,229999995453 MHz nur dann 10,23 MHz werden, wenn Uhr samt Sender im Orbit
schneller laufen!
Für die Konstrukteure des GPS ist das alles kein Problem. Sie wussten, dass die Atomuhr im Orbit schneller laufen wird und die Uhr daher eine höhere Frequenz als 10,23 MHz generieren würde. Also stellten sie die Uhr etwas langsamer ein, im Orbit läuft sie nun schneller und die Frequenz wird dadurch wieder zu 10,23 MHz. Ob diese Korrektur überhaupt Sinn macht, nachdem die Daten ohnehin ständig durch Korrekturpolynome korrigiert werden müssen, ist eine andere Frage. Sie macht keinen Sinn, weil Boden- und GPS-Uhren ohnehin zu jedem Messzeitpunkt synchronisiert werden und daher nicht die ganze Zeit über synchron laufen müssten und die von den Satelliten verbreitete GPS-Zeit gar nicht mit den Uhren in den Satelliten generiert wird, sondern mit Uhren am Boden! Der Versuch, Einsteins RT "alltagsrelevant" zu machen bzw. zu bestätigen, misslingt aber, weil die Rot-bzw. Blauverschiebung, die sich lt. ART aufgrund des Äquivalenzprinzips und der Energieerhaltung durch das Fallen des Lichts nach unten bzw. Hochsteigen nach oben ergeben muss, also auf dem Weg von einem Potenzial zum anderen, ganz offensichtlich nicht stattfindet. Die im Orbit schneller laufende Uhr schiebt die Frequenz bereits auf 10,23 MHz und so kommt sie am Boden auch an.
Die ART benötigt zur Erklärung des Effektes zwei unterschiedliche Erklärungen, die einander ausschließen. Entweder die unterschiedlich laufenden Uhren (wobei das Äquivalenzprinzip und die Energieerhaltung verletzt sind)
oder keine unterschiedlich laufenden Uhren, aber Energiegewinn oder Energieverlust auf dem Weg nach unten oder oben.
Das nennt man einen "inneren Widerspruch" !
Grüße
Harald Maurer