Jondalar hat geschrieben:Das Problem dabei ist, dass die Rt INNERHALB der RT natürlich stimmt und gültig ist und auch mathematisch schlüssig ist.
Aber stell Dir mal vor, ich sitze in dem Zug und habe einen Stab mit der Länge 1m dabei. Den siehst Du natürlich verkürzt. Bis hierher sind wir uns - denke ich - unbesehen einig.
Jetzt aber werfe ich den Stab aus dem Fenster, so, dass er vor Deinen Füßen landet. Hat er dann 1m oder weniger, weil Du das vorher so GESEHEN hast ?
Herzliche Grüße
Die Situation ist in der Tat interessant - allerdings glaub ich nicht, das da eine Antwort gegeben werden kann die auch wirklich zufriedenstellen ist.
Das erste ist mal, dass der Zug "unreal" schnell fahren muss. Selbst wenn die Relativbewegung mit 0,1c erfolgt verkürzt sich ein 1 m Stab nur auf 99,5 cm.
Also dann schau ich mir die Situation an:
1) Du fährst an mir mit 0,1 c vorbei, hast einen Stab bei Dir - ich messe die Länge dieses Stabes und finde dass er 99,4 cm lang ist.
Wenn der Stab bei Dir sogar eine Maßeinteilung hat, sehe ich diese Maßeinteilungen und denke mir
A) entweder "So was, der hat da Maßeinteilungen bis 100cm obwohl der Stab nur 99,4 cm lang ist"
B) "Oha, die SRT scheint ja doch zu stimmen und bei der Geschwindigkeit ergibt sich durch Berechnung das der Stab eine Ruhelänge von 1 m hat und die Maßeinteilung also doch stimmt.
Entscheidend ist aber auch, das ich den Stab eben messen muss während er sich bewegt . Ich kann ihn also nicht nehmen, hinlegen und mit einem 1 m Stab von mir vergleichen.
2) Danach wirfst Du den Stab aus dem Fenster und er wird abgebremst und landet auf der Wiese.
3) Ich geh hin - und nun kann ich ihn durch direktes anlegen an mein Maßband messen und werde feststellen, dass er 1 m lang IST.
Nur, was ist daran wirklich so entsetzlich schlimm?
Ich weiß, das der Vergleich wahrscheinlich hinkt aber ich bring ihn mal, weil er die Richtung zeigt wie ich mir das vorstelle.
Ich steh am Fenster, hab einen Maßstab in der Hand und "meß" mal die Länge eines parkenden Autos. Hab ich gerade mal gemacht und komme auf 10 cm.
Auch hier kann ich das Auto NICHT anfassen und direkt neben meinen Maßstab legen, bin also darauf angewiesen "indirekt" zu messen.
Dann geh ich hin zum Auto und messe das es 5 m lang ist.
Da hab ich doch auch keine Probleme damit.
Nur ist das Ergebnis für "meinen Verstand" eben nicht "paradox". Ich versteh, was die Dimension "Entfernung" bedeutet. und weiss das hier perspektivische Effekte zu berücksichtigen sind. Und aus Augenposition, Massstabposition und Autoposition kann ich mit Hilfe einfacher mathematischer Regeln (der Perspektive) aus den " am Fenster gemessenen" 10 cm die wirkliche Autolänge von 5 m berechnen.
Und NICHTS anderes macht die SRT.
Da Du vorbeifährst, kann ich auch nicht "direkt" messen, sondern muss das über Lichtstrahlen irgendwie hinkriegen.
Damit stelle ich fest, dass der Stab 99,4 cm lang ist.
Nun kann ich mir leider ein 4-dimensionales Raum-Zeit-Kontinuum nicht vorstellen, das ist der Unterschied zum vorigen Beispiel.
Aber aus diesen gemessenen 99,4 cm und der (bestimmbaren) Geschwindigkeit von 0,1 c kann ich mit Hilfe von eigentlich auch sehr simplen mathematischen Regeln (der SRT) feststellen, das der Stab eine Ruhelänge von 1 m hat!
Und wenn ich auch einen 1m Stab in der Hand halte, würdest DU messen dass er 99,4 cm lang ist und berechnen das mein Stab eine Ruhelänge von 1 m hat.
Passt doch alles oder?
Mit Ausnahme dessen, das ich mir die 4 Dimensionen nicht vorstellen kann, ist alles andere gleich wie beim Umgang mit perspektivischen Ansichten.
Ich bin seit einigen Wochen im Forum weil ich halt auch nicht "glücklich" mit der SRT bin - aber so langsam fang ich an die SRT sogar irgendwie zu "verstehen".
Trotzdem würde ich gerne ein Beispiel finden wo man die SRT in Widersprüche verwickelt.
Also wenn bei so einem Beispiel wie Du es beschreibst, unter irgendwelchen Umständen herauskommt, das Du als relativ zu mir bewegter Beobachter MEINEN 1 m Stab dennoch mit 1 m lang misst, und ich DEINEN 1 m Stab mit 99,4 cm.
Das wär ein Widerspruch und ich hätte die SRT am Ar...
Aber bisher war alles, was ich mir dabei ausgedacht hatte immer widerspruchfrei im Rahmen der SRT zu erklären/"beweisen"/berechnen.
Und wenn ich Probleme gesehen hatte, dann nur weil ICH definitiv Denkfehler gemacht habe.
