Jondalar hat geschrieben:. Wenn es wider Erwarten doch zulässig sein sollte und dazu auch noch jedes IS oder BS oder was auch immer eine konstante c hat, dann werden auch alle der jeweils in der jeweiligen Mitte stehenden die Gleichzeitigkeit behaupten, da in jedem System das Licht der Blitze von den jeweiligen Enden bis zur jeweiligen Mitte gleich lang brauchen.
Du siehst das schon richtig. Selbstverständlich kann sich in dem Beispiel Bahndamm und Zug, das wir hier behandelt haben, jeder der Beobachter im Moment der Blitzeinschläge als ruhend betrachten, wodurch sich aber ein Paradoxon ergibt, weil dann jeder Beobachter behaupten kann, er müsse die Blitze gleichzeitig wahrnehmen. Das Paradoxon ist nicht neu und Relativisten kennen es natürlich. Es wird mit der Behauptung umgangen, dass der Standort der Lichtquellen oder der Einschlagsort der Blitze ausschlaggebend für die Beurteilung des Ereignisses sei - damit ist man aber gezwungen, Einsteins Postulat von der Unabhängigkeit des Lichts von der Quelle zu missachten. Es heißt dann, Blitze schlagen eben nur im Bahndamm ein und niemals in den Zug oder umgekehrt. Die Abhängigkeit des Lichts von der Quelle gibt es in der SRT nicht. Durchschlägt ein Blitz Zug und Bahndamm bzw. die über einander liegenden definierten Endpunkte zweier Inertialsysteme gleichzeitig, dann muss man - um das Paradoxon zu vermeiden - eben eines der Systeme auswählen, in dem die Gleichzeitigkeit gelten soll. Und da heißt es eben dann, es sei unmöglich, dass der Blitz gleichzeitig durch beide Endpunkte fährt - und man übersieht dabei, dass nach wie vor die freie Wahl des Inertialsystems aufrecht bleibt.
Man kann aber dem Paradoxon nicht entkommen, wie man leicht zeigen kann, wenn man das Szenario derart umgestaltet, dass in dem Moment, wo sich die Inertialsysteme decken, ein Blitz in der Mitte ausgelöst wird und sich die Lichtimpulse zu den definierten Endpunkten der Systeme bewegen. Auch hier muss eines der Systeme ausgewählt werden, in welchem die SIgnale gleichzeitig die Endpunkte erreichen - und im relativ bewegten IS müsste das dann ungleichzeitig sein. Und das ergibt auch die LT.
Erhält der ruhend definierte Beobachter die Blitze in einem 2 LS langen IS die Blitze gleichzeitig nach 1 Sekunde an den Endpunkten, so ergibt sich für den mit 0,5 c bewegten Beobachter
x'= 173085,2563 km t'= 0,57735 s
x'= -519255,7689 km t'= 1,7320 s
Für den bewegten Beobachter kommen in seinem
Ruhesystem also die Lichtimpulse ungleichzeitig, mit einer Zeitdifferenz von 1,15465 s an den Endpunkten an. Auch von diesem Beobachter sind die Lichtimpulse gleichzeitig losgezogen und er befindet sich nach wie vor in der Mitte seines Systems. Hatte er seine Uhr beim Start der Lichtimpulse auf Null gestellt, so hat das Licht in seinem IS den einen Endpunkt nach 0,57735 s erreicht. Das ergibt eine Lichtgeschwindigkeit von c+v ! Und mit der Zeit am anderen Ende ergibt sich eine LG von c-v! Das wäre das Ende der SRT.
Und jetzt warten wir mal ab, wie die SRT-Spezialisten dieses Forums das Rätsel lösen...
Grüße
Harald Maurer