Neutrinos schneller als Licht?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 25. Sep 2011, 19:34

All hat geschrieben:
Anschauung und Logik sind etwas, was nicht unbedingt zusammen passt. Das sieht man doch schon an der Mathematik. Mathematik ist hochgradig unanschaulich, allerdings würde die heutige Welt ohne Mathematik zusammenbrechen.

Doch, Logik und Anschaulichkeit passen immer zusammen, sie sind unzertrennlich: Der Mensch erfasst und erforscht die Welt mit der Logik, schon bei den Frühmenschen, schon bei Kleinkindern. Logik ist uns angeboren, sie braucht weder gelernt noch gelehrt zu werden, sie hat unser Überleben als Spezies gesichert schon lange bevor die Mathematik erfunden wurde. Woher die Logik kommt ist zwar unverständlich, aber sie ist da und beherrscht unser Bewußtsein, siehe zum Beispiel mein Blog-Eintrag über kürzliche Austausche darüber im MAHAG-Forum: Woher kommt die Logik?

Mathematik basiert strikt auf der Logik und ist auch aus dem logischen Denken des Menschen entstanden, Mathematik ist der Logik untergeordnet.

Wenn zum Beispiel der Umfang eines drehenden Rades kleiner wird, dann kann der Radius des Rades nicht unverändert bleiben, weder logisch noch mathematisch. Punkt, fertig, aus. Das versteht jeder Mensch, ob er Mathematik gelehrt bekommen hat oder auch nicht. Ihm das Gegenteil schlucken lassen zu wollen würde ihn brechen. Einen herausragenden Physiker wie Paul Ehrenfest hat es gebrochen.

Viele Grüße
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RT Verteitiger

Beitragvon rmw » Mo 26. Sep 2011, 19:22

Also Herrn Bäckers Artikel ist ganz interessant zu lesen: http://www.scienceblogs.de/hier-wohnen- ... m-ende.php Klingt fast so als ober er sich selbst etwas einreden muss.
Und Herr Pössel hat auch schon zuversichtlicher geklungen zumindest was CERN angeht: http://www.scilogs.de/wblogs/blog/relat ... -neutrinos
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Re: RT Verteitiger

Beitragvon contravariant » Mo 26. Sep 2011, 23:19

Highway hat geschrieben:Klar, zuerst die Ode wie gut doch das System funktioniert und das es auch Physiker gibt die gegen die Theorie berichten dürfen usw.

Wie stellt der gemeine Verschwörungstheoretiker sich das eigentlich vor? War der Zensor grade pinkeln, oder wie?
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Re: RT Verteitiger

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 27. Sep 2011, 06:41

Highway hat geschrieben:
rmw hat geschrieben:Also Herrn Bäckers Artikel ist ganz interessant zu lesen: http://www.scienceblogs.de/hier-wohnen- ... m-ende.php Klingt fast so als ober er sich selbst etwas einreden muss.


Klar, zuerst die Ode wie gut doch das System funktioniert und das es auch Physiker gibt die gegen die Theorie berichten dürfen usw. Das ist wie das Erdbeben in Japan. Da sind alle Fundamente bis ins Mark erschüttert. Aber ich find's cool. Diese arroganten Schnösel - recht geschieht ihnen. ;-)

Ich sehe es so, dass das Einstein-Lobby im Hintergrund bröckelt.

Wikipedia zu Lobbyismus:
Lobbyismus ist eine aus dem Englischen übernommene Bezeichnung (Lobbying) für eine Form der Interessenvertretung in Politik und Gesellschaft. Mittels Lobbyismus versuchen Interessengruppen (Lobbys), die Exekutive und die Legislative zu beeinflussen (vor allem durch persönliche Kontakte); außerdem versuchen sie, die öffentliche Meinung durch Öffentlichkeitsarbeit zu beeinflussen. Dies geschieht vor allem mittels der Massenmedien.

Wie es aussah, als das Einstein-Lobby alle Hebel der Macht, der Zensur und der Manipulation der öffentlichen Meinung in der Hand noch hatte, kann man zum Beispiel hier sehen: Bundesministerium löscht Kritik auf der “Einsteinjahr”-Webseite

Dennoch…
Wikipedia zu Lobbyismus:
Lobbyismus ist eine Methode der Einwirkung auf Entscheidungsträger und Entscheidungsprozesse, vor allem durch Information, im Rahmen einer Strategie. In den meisten Staaten sind Bestechung und das Gewähren anderer Vorteile verboten. Es kommt häufig vor, dass hochrangige Entscheidungsträger aus Politik oder Exekutive (beispielsweise Ministerien) „die Fronten wechseln“, also ihre bisherige Stellung aufgeben und zu einem Verband oder einem Unternehmen wechseln.


Viele Grüße
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Re: RT Verteitiger

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 27. Sep 2011, 06:54

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Wie es aussah, als das Einstein-Lobby alle Hebel der Macht, der Zensur und der Manipulation der öffentlichen Meinung in der Hand noch hatte, kann man zum Beispiel hier sehen: Bundesministerium löscht Kritik auf der “Einsteinjahr”-Webseite


... oder auch hier: Wissenschaftsjournalismus à la Ulf von Rauchhaupt: Spinner

Viele Grüße
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Re: RT Verteitiger

Beitragvon M.S » Di 27. Sep 2011, 08:33

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Wie es aussah, als das Einstein-Lobby alle Hebel der Macht, der Zensur und der Manipulation der öffentlichen Meinung in der Hand noch hatte, kann man zum Beispiel hier sehen: Bundesministerium löscht Kritik auf der “Einsteinjahr”-Webseite


Das war der Eintrag im Gästebuch , nicht wahr?
Mal sehen.
1. Der Eintrag im Gästebuch wurde gelöscht mit der Begründung, dass solche Einträge nicht in das Gästebuch gehören (was auch stimmt).
2. Die "Anfrage" wurde an Dr. Pössl "weitergeleitet".
3. Dieser hat die "Fragen" mit einer wahren Engelsgeduld beantwortet.
4. Schlussendlich wurde Dr. Pössel unterstellt, er sei zu blöd, die "Fragen" überhaupt zu verstehen.
5. Danach wurde die "Diskussion" von Dr. Pössel eingestellt.


Und genau diese Vorgehensweise ist der Grund, warum dich(und Konsorten) niemand mehr ernst nimmt.
Da kannst du noch tausend Emails schreiben. Keine Institution/Uni wird sich die Mühe machen, darauf zu antworten (ok, vielleicht bekommst du
eine vorgefertigte Standard "Abwimmelungs" Mail, aber das wars auch schon).

Das Schöne daran ist: Du kannst niemanden dazu zwingen, mit dir oder deinesgleichen auch nur zu diskutieren.
Das ist eben gelebte Demokratie.
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Re: RT Verteitiger

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 27. Sep 2011, 08:35

M.S hat geschrieben:Und genau diese Vorgehensweise ist der Grund, warum dich(und Konsorten) niemand mehr ernst nimmt.
Da kannst du noch tausend Emails schreiben. Keine Institution/Uni wird sich die Mühe machen, darauf zu antworten (ok, vielleicht bekommst du
eine vorgefertigte Standard "Abwimmelungs" Mail, aber das wars auch schon).

Das Schöne daran ist: Du kannst niemanden dazu zwingen, mit dir oder deinesgleichen auch nur zu diskutieren.
Das ist eben gelebte Demokratie.


... die schon wieder :mrgreen:
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Re: RT Verteitiger

Beitragvon Jocelyne Lopez » Di 27. Sep 2011, 09:52

Highway hat geschrieben:
Klar, zuerst die Ode wie gut doch das System funktioniert und das es auch Physiker gibt die gegen die Theorie berichten dürfen usw. Das ist wie das Erdbeben in Japan. Da sind alle Fundamente bis ins Mark erschüttert.

Es besteht aber meiner Meinung nach noch die Möglichkeit, dass sich alles in Schall und Rausch bei den angekündigten Wiederholungen des Experiments auflöst, dass diese Ergebnisse als Messfehler erklärt werden und dass noch einmal groß in den Massenmedien in ein paar Monaten triumphal angekündigt wird, dass die Relativitätstheorie wieder einmal auch mit den Neutrinos bestens bestätigt wurde, das kennen wir schon…

Aber immerhin ist es ein gewaltiger Schuß vor den Bug für die Relativisten und die Kritik der RT ist auf einmal salonfähig bzw. "politically correct" geworden, was für ein Wunder. Es sieht doch so aus, als ob die Einstein-Lobby im Hintergrund bröckelt.

Man kann darüber spekulieren, was die „Freigabe“ der Zweifel an der RT in den Massenmedien ausgelöst hat. Die Einstein-Lobby besteht erst einmal in Deutschland ganz ersichtlich aus dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, dem Max-Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. In wie weit die Einstein-Lobby in den Universitäten im Hintergrund stark ist, kann man von außen nicht beurteilen. Dass es Machtkämpfe gibt kann man jedoch mit Sicherheit davon ausgehen - wie halt überall. Die Universitäten sind offensichtlich auch nicht frei, wenn man das Appell Freiheit aus dem Jahren 2007 eines Insiders zur Kenntnis nimmt:

Prof. Dr. Christoph Markschieß, ehemaliger Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin:

Wenn Studierende nicht mehr dazu erzogen werden, ihre abweichenden Meinungen frei und offen zu äußern, wenn potentielle kritische Geister gleich gar nicht zugelassen werden, dann decken laute Mißtöne den Silberton zu [Bezugnahme auf eine eingangs zitierte Zeile von Montesquieu: "O Freiheit, Silberton dem Ohre ..."]. Und Heinrich August Winkler hat in seiner Abschiedsvorlesung noch einmal deutlich gemacht, wie lange es in Europa und insbesondere hierzulande brauchte, bevor man sich nachhaltig und glaubwürdig zur Freiheit bekannte, die Winkler als zentrales Element der westlichen Wertegemeinschaft vorstellte.
[...]
Wenn in den Universitäten also dann und wann sehr emphatisch von Freiheit gesprochen wird, dann ist das keine rührselige Rückschau auf die Vergangenheit und auch kein abstraktes Beschwören von hehren Idealen, sondern ein unmittelbar gegenwartsrelevanter Hinweis auf die bedrohte akademische Freiheit.

Welche Machtkämpfe oder welche „Wechsel der Fronten“ bei einflußreichen Akteuren zu dieser spektakulären Wende im Hinblick auf die Rezeption der Kritik der Relativitätstheorie in den Massenmedien ausgelöst haben, kann man von außen nicht wissen. Die Medien haben ja bekanntlich immer nur nachgeplappert, was die monopolistische RT-Lobby erzählt. Möglicherweise ist aber im Ministerium für Bildung und Forschung bzw. in Kultusministerien langsam Nervosität bzw. Unsicherheit eingetreten und die RT-Lobby musste vielleicht hier einen Verlust an Einflußnahme einbußen: die Kritik der RT wird weltweit immer lauter und konnte im freien Medium Internet auch nicht verhindert werden. Außerdem hatten die RT-Lobbyisten die Hetze gegen die Kritiker der Relativitätstheorie in den letzten Jahrzehnten sehr weit getrieben bzw. gesteuert (Antisemiten, Rassisten, Nazis, Staatsfeinde, Spinner, cranks usw.) und dadurch eine brisante gesellschaftliche Eskalation in Deutschland verursacht – vor allem mit der Antisemitismus-Keule, ein hochempfindliches Thema im deutschsprachigen Raum. Zweifel an der Relativitätstheorie in den Massenmedien auf einmal als „politically correct“ zu erlauben könnte eine Maßnahme zur gesellschaftlichen Deeskalation sein - auch wenn man später die CERN-Ergebnisse als Meßfehler erklärt und triumphal ankündigt, dass die Wiederholungen des Experimente wieder einmal die Relativitätstheorie bestens bestätigen.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: LG bezogen auf

Beitragvon Kurt » Di 27. Sep 2011, 19:03

rmw hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Denn wenn man sie fragt worauf die jeweilige Geschwindgkeit denn bezogen ist, also falls jemand sie messen wollte und den Nullbezug sucht

Dass die LG auf alles bezogen c sein soll ist natürlich Unsinn, aber das ist ein bekanntes Thema.


Es gibt Bewegung.
Anscheinend sind nicht alle RT-ler -richtige- Rt-ler, sondern ganz -normale-.

----------AC-----
Die Experimente, mit denen die SRT überprüft wurde, testen zum großen Teil die iostropie der Lichtgeschwindigkeit. Das ist der Umstand, dass Licht in alle Richtungen gleich schnell ist. Die Grenzgeschwindigkeit in der SRT ist aber notwendig mit der isotropen Geschwindigkeit identisch. Jedes Objekt, das Langsamer als die Grenzgeschwindigkeit unterwegs ist, zeigt notwendig eine Anisotropie. Es ist nicht in jedem Inertialsystem gleich schnell.

Wenn Neutrinos tatsächlich signifikant schneller als Licht sein sollten, dann haben wir ein Problem mit der SRT, weil diese bisher mit Hilfe von Licht getestet wurde und keine zwei isotropen Geschwindigkeiten erklären kann.

Gruß,
Snus

und ff
---------------------------

-------------------------
[973]
Was auf alle Fälle und ohne Zweifel durch zahlreiche Experimente nachgewiesen wurde, ist daß die Grenzgeschwindigkeit 'sehr nahe' (bis auf die Genauigkeit der Experimente) der Lichtgeschwindigkeit entspricht.

Es ist aber fraglich, ob bzw. welche Experimente am sensibelsten sind, genau evtl. kleine Abweichungen der LG zur GG (im hier in Frage kommenden Bereich von unter 10⁻⁵) aufzuzeigen oder genau zu messen. Anders als zBsp Messungen des Laufzeitunterschiedes, geht bei anderen Experimenten wie dem MME eine solche Abweichung nur quadratisch ein ....
-----------------------

Der LG wird also eine Grenzgeschwindigkeit übergestülpt.
Das ist zwar ein Schritt aber warum geht man nicht gleich den richtigen Weg.
Den Weg das man eine Geschwindigkeit auf einen Nullbezug aufsetzt anstatt -von oben her- zu rechnen.
Der logikfeindliche relativistische Rechenspuk wäre damit gleich vorbei.
Auch die idiologisch gefärbten Behauptungen zur Lichtisotropie wären nicht mehr nötig, die peinsamen Auftritte wenn man nach Beweisen fragt, hinfällig.

Gruss Kurt
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Drehen und winden

Beitragvon rmw » Di 27. Sep 2011, 19:36

Kurt hat geschrieben:Das ist zwar ein Schritt aber warum geht man nicht gleich den richtigen Weg. Den Weg das man eine Geschwindigkeit auf einen Nullbezug aufsetzt anstatt -von oben her- zu rechnen.

Na ja die drehen und winden sich halt so gut sie können.
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