Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Mirko » Fr 30. Apr 2010, 09:34

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Mirko hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Und es sind ja keine Einzelfälle, sondern die Regel, wenn man sich traut, in der Öffentlichkeit die RT zu kritisieren oder zu hinterfragen. Hat der Staat hier zum Schutz dieser Bürger Deiner Meinung nach keine Verpflichtung? Sind die Hetze und die Diskriminierung einer Minderheit für Dich "wenig wichtig" und verfassungskonform?


So gesehen: am besten, der Staat schafft das Internet ab. Oder zensiert ähnlich wie in China.

Wenn sich Privatpersonen in irgendwelchen Foren gegenseitig virtuellen Dreck an den Kopf werfen, dann ist das deren Problem und nicht das des Staates.

Ja, ich bagatellisiere jetzt. Aber du bauschst dafür gewaltig auf.



Nun, es ging nicht um mich, wie unschwer zu erkennen war, sondern hauptsächlich hier um den Fall Harald Maurer. Du solltest also bitte richtig schreiben: Harald Maurer "bauscht gewaltig auf". Sei bitte ein bisschen sorgfältiger mit Deinen Aussagen, okay? :?



Nein, das bezog sich schließlich nicht auf den kopierten Text von Harald Maurer, sondern auf die Linkliste, die du gepostet hast und ich weggelassen habe.


Und es ging nicht nur um Hetze und Diskriminierung der Kritiker der Relativitätstheorie im Internet, sondern seit ca. 80 Jahren, also schon lange bevor das Internet zur Verfügung stand. Und diese Hetze und Diskriminierung wurden schon lange ohne Internet durchgezogen, wie berichtet, und waren ohne Internet extrem erfolgreich, da es den Relativisten gelungen ist, die Kritik der Relativitätstheorie aus der Bildung und Forschung (also folglich auch aus den etablierten Medien, die nur nachplappern, was die Unis sagen) vollständig durch Verleugnung, Verleumdung und Hetze auszuschalten -


Die Dokumentation von GOM listet irgendetwas mit knapp 4000 Büchern auf, richtig? Wenn ich mich nicht irre, werden auch Vorträge erwähnt, alles ziemlich lange zurückliegend. Es ist eine Dokumentation vor allem der Vergangenheit. Wo aber ist der Beleg, dass diese Menschen vor ca. 100 Jahren unter "Hetze und Diskriminierung" litten?
Ich bezweifle, dass du Ausssagen darüber machen kannst, wie der Umgangston vor 50 oder 70 oder gar 100 Jahren innerhalb der Wissenschaftsgemeinde war. Oder ob da Vorlesungen boykottiert wurden, Kritiker bedroht oder was auch immer. Das ist nämlich der Hauptunterschied zu dem, was hier läuft: die Diskussion lief in einem verhältnismäßig kleinen Kreis von Wissenschaftlern. Das einzige, was man sehen kann: die eine Seite hat sich durchgesetzt, die Kritik war offenbar nicht erfolgreich. Daraus kann man aber nicht schließen, dass es an Hetze und Diskriminierung lag. Man müsste sich die einzelnen Positionen und Gegenpositionen gezielt ansehen. Eventuell käme man dann ja auch zu dem Schluss, dass viele dieser Kritikpunkte einfach nicht haltbar waren.- Man kann nicht einfach alles in einen Topf werfen.


Nicht nur, dass Du tüchtig "bagatellisierst", Du verbreitet vielmehr am laufenden Band unbedachte und unbegründete Behauptungen... :? Hier ist also nicht das Internet als Drohung oder als Hinderniss für die Freiheit der Wissenschaft und den Schutz der Grundrechte von Menschen anzusehen, sondern eher im Gegenteil. Sei also bitte ein bisschen sorgfältiger mit Deinen Behauptungen, okay? Sonst entwickelt sich jeglicher Austausch mit Dir zu Geplänkel und zum belanglosen Chat. Das mache ich dann bestimmt nicht lange mit, ich mag nicht chaten. :(



Wo sind unbedachte und unbegründete Äußerungen? - Wo offenbar etwas unklar war, habe ich die Erklärung geliefert.

Belanglos sind eher so Äußerungen wie "Schon klar".

Ich habe hier ein Buch liegen von einem Physiker "Schneller als die Lichtgeschwindigkeit" - Der Mann eckt überall an, aber offenbar weniger aufgrund seiner oft konträren Ideen als vielmehr wegen seiner Art. Aber niemand hindert ihn daran, seine Ideen zu veröffentlichen, seine Bücher kommen bei renommierten Verlagen heraus. Wissenschaft ist kein leichtes Geschäft und da gibt es durchaus auch mal böse Worte. Aber das hat trotzdem nichts damit zu tun, was in Internetforen zwischen irgendwelchen Laien abläuft.

Es gibt viele Theorien, Ideen, die sehr lange gebraucht haben, um sich durchzusetzen, manchmal 200 Jahre, manchmal 1000 Jahre. Da sind 80 Jahre "unterdrückte" Kritik nichts dagegen. Das unterdrückt steht deshalb in "...", weil Gegenwind und Nicht -Akzeptieren einer Meinung keine Unterdrückung sind.

"Der Ausdruck Unterdrückung bezeichnet vor allem das Niederhalten einer bestimmten sozialen Gruppe durch missbräuchlichen Einsatz gesellschaftlicher Organe, ihrer Autorität oder sozialer Maßnahmen." Wikipedia

Auf den ersten Blick wirst du dich bestätigt fühlen: du wirst unterdrückt.
Aber: Sind die Kritiker der Relativitätstheorie eine soziale Gruppe?
Welche gesellschaftlichen Organe sind daran beteiligt?
Wo wird Autorität tatsächlich missbraucht? Welcher Physiker mit echter Autorität macht gezielt Kritiker nieder? Unter welchen sozialen Maßnahmen leiden die Kritiker?
Selbst wenn man von den Einzelpersonen ausgeht: wer unterdrückt genau dich? Markus Pössel? Frau Schavan? Wohl eher nicht.
Du hast Probleme mit irgendwelchen Leuten im Internet - in einer virtuellen Welt. Die Art, wie mit dir in Foren umgegangen wird, ist sicher nicht die feine Art. Aber weil du diese Probleme hast - und auch noch ein paar andere - ist das nicht gleich eine Unterdrückung der Kritik an sich. (ja, ich weiß, es gibt angeblich keine Lehre der Kritik - aber ich kann mich durchaus an Forschungsberichte in diversen Zeitschriften erinnern, die nicht konform mit der Relativitätstheorie waren).

Du betonst immer wieder, dass es viele prominente Kritiker gäbe - frag die doch mal, ob sie sich wirklich unterdrückt fühlen, angefeindet, verleumdet, gehetzt.
Ich glaube, das ist eine Übertragung der eigenen Erfahrungen auf andere.


Warum engagierst du dich da überhaupt so?
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 30. Apr 2010, 09:45

Mirko hat geschrieben:Die Dokumentation von GOM listet irgendetwas mit knapp 4000 Büchern auf, richtig? Wenn ich mich nicht irre, werden auch Vorträge erwähnt, alles ziemlich lange zurückliegend. Es ist eine Dokumentation vor allem der Vergangenheit.


Du irrst Dich. Du hast wohl die GOM-Dokumentation nicht gelesen, wohl nicht mal den Titel. :lol: Sie untersucht nämlich weltweit die Zeitspanne von 1908 bis 2003. Dein Problem, nicht meins.

Vielleicht solltest Du darüber Gespräche (oder Selbstgespräche) mit unserem "nocheinpoet" führen, dann wirst Du bestens darüber informiert, ich habe dazu weder Zeit noch Lust. :lol:

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Mirko » Fr 30. Apr 2010, 12:58

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Mirko hat geschrieben:Die Dokumentation von GOM listet irgendetwas mit knapp 4000 Büchern auf, richtig? Wenn ich mich nicht irre, werden auch Vorträge erwähnt, alles ziemlich lange zurückliegend. Es ist eine Dokumentation vor allem der Vergangenheit.


Du irrst Dich. Du hast wohl die GOM-Dokumentation nicht gelesen, wohl nicht mal den Titel. :lol: Sie untersucht nämlich weltweit die Zeitspanne von 1908 bis 2003. Dein Problem, nicht meins.

Vielleicht solltest Du darüber Gespräche (oder Selbstgespräche) mit unserem "nocheinpoet" führen, dann wirst Du bestens darüber informiert, ich habe dazu weder Zeit noch Lust. :lol:

Viele Grüße
Jocelyne Lopez



Nein, ich habe diese Dokumentation nicht komplett gelesen, denn sie ist in weiten Teilen völlig uninteressant und unleserlich.


Nichtsdestotrotz kann man die wissenschaftliche Debatte in den 1920er Jahren nicht mit den Diskussionen in irgendwelchen Internetforen vergleichen und aus letzteren schließen, dass damalige Kritiker diffamiert worden wären. Man kann aus Internetdiskussionen nicht einmal schließen, dass dies in entsprechenden Kreisen der Physik der Fall ist.

Ich neige nicht dazu, Selbstgespräche zu führen. Keine Ahnung, warum jetzt solche Unterstellungen kommen.
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 30. Apr 2010, 13:09

Mirko hat geschrieben:
Nein, ich habe diese Dokumentation nicht komplett gelesen, denn sie ist in weiten Teilen völlig uninteressant und unleserlich.

Nichtsdestotrotz kann man die wissenschaftliche Debatte in den 1920er Jahren nicht mit den Diskussionen in irgendwelchen Internetforen vergleichen und aus letzteren schließen, dass damalige Kritiker diffamiert worden wären. Man kann aus Internetdiskussionen nicht einmal schließen, dass dies in entsprechenden Kreisen der Physik der Fall ist.

Ich neige nicht dazu, Selbstgespräche zu führen. Keine Ahnung, warum jetzt solche Unterstellungen kommen.


ist schon klar, Mirko, ist schon klar. :lol:
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon contravariant » Fr 30. Apr 2010, 18:51

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Hier z.B. weitere dokumentierte Fallbeispiele:

Ich habe da noch ein weiteres Beispiel ganz schlimmer Unterdrückung. Herr Friebe hat, nach eigener Darstellung, in den Jahren 1983 bis 1999 16 Vorträge auf Tagungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft gehalten. Also wenn das keine Unterdrückung seitens der akademischen Physik ist, dann weiß ich auch nicht.
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 30. Apr 2010, 19:39

contravariant hat geschrieben:Ich habe da noch ein weiteres Beispiel ganz schlimmer Unterdrückung. Herr Friebe hat, nach eigener Darstellung, in den Jahren 1983 bis 1999 16 Vorträge auf Tagungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft gehalten. Also wenn das keine Unterdrückung seitens der akademischen Physik ist, dann weiß ich auch nicht.


Das ist sehr zu relativieren... Du solltest z.B. hier lesen, was die FAZ vor kurzem über die Alibi-Veranstaltungen für die Kritiker der Relativitätstheorie bei der DPG sagt: Die Verantwortung des Herrn Dr. Peter Genath

Zitat FAZ - "Toleranz“ vom 24.03.10

[..] Doch während Mediziner und die Gemeinde der Klimaforscher nicht „etablierte“ Forscher oft noch immer wie Störenfriede behandeln, bietet zumindest die Deutsche Physikalische Gesellschaft auf ihren Jahrestagungen Grüblern, Bastlern und unbelehrbaren Querköpfen regelmäßig Gelegenheit ihre Ideen zu präsentieren – vorausgesetzt, sie sind Mitglied. Die Vorträge sind für das Publikum zwar eher ein Amüsement als eine Erhellung.


Diese Vorträge fanden auch alle bei der Sektion „Didaktik der Physik“ der Jahrestagungen statt, die nichts mit der Sektion „Gravitationsphysik“ zu tun hat und außer eine Eintragung ins Tagungsband nichts bewirken. Keine Bange, die DPG weiß schon wie sie die "unbelehrbaren Querköpfen", die die Relativititästheorie kritisieren, einordnen, "tolerieren" und behandeln soll, damit sie bloß keine "belehrbaren Köpfe" stören können. 8-)

Und wie findest Du dagegen das Verhalten der DPG, die die Anfrage von Herrn Friebe über die Prüfung der Vorwürfe der Datenmanipulation beim Experiment Hafele-Keating mit propagandistischen Floskeln niedergeschmettert hat, nach anfänglicher Zusage des Präsidenten (auch ein Anfänger-Fehler?) die Angelegenheit prüfen zu lassen?
Deutsche Physikalische Gesellschaft: Weder wissenschaftlich, noch glaubwürdig, noch vertrauenswürdig

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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon contravariant » Fr 30. Apr 2010, 19:46

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Diese Vorträge fanden auch alle bei der Sektion „Didaktik der Physik“ der Jahrestagungen statt, die nichts mit der Sektion „Gravitationsphysik“ zu tun hat und außer eine Eintragung ins Tagungsband nichts bewirken. Keine Bange, die DPG weiß schon wie sie die "unbelehrbaren Querköpfen", die die Relativititästheorie kritisieren, einordnen, "tolerieren" und behandeln soll, damit sie bloß keine "belehrbaren Köpfe" stören können. 8-)

Wenn sich Herr Friebe durch halten eines Vortrages selber lächerlich macht, dann liegt das an Herrn Friebe und nicht an der DPG. Oder meinen sie, die DPG sollte die Kritiker vor sich selber schützen und sie keine Vorträge alten lassen?
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Gerhard Kemme » Fr 30. Apr 2010, 19:55

Mirko hat geschrieben:Zum einen will mir nicht einleuchten was "die Machthabenden" davon haben sollten, eine naturwissenschaftliche Theorie zu stützen, die nichts mit Gesellschaftsstrukturen zu tun hat.

Artikel aus Wikipedia:
Relativismus ist eine philosophische Denkrichtung, in der davon ausgegangen wird, dass die Wahrheit von Aussagen stets bedingt ist. Das bedeutet, dass jede Aussage auf Bedingungen aufbaut, deren Wahrheit jedoch wiederum auf Bedingungen fußt und so fort. Diese Reihe von Bedingungen endet laut dem Relativismus letztendlich in historischen und damit willkürlichen Festsetzungen oder in bloß subjektiven Überzeugungen, nicht aber in un-bedingten, also absolut gültigen Wahrheiten. Wahrheit ist damit relativ.
Relativisten vertreten daher die Auffassung, dass es keine absoluten Wahrheiten gibt, sowie keine absoluten ethischen Werte. Ähnliche Auffassungen gibt es im Nihilismus, Skeptizismus und Amoralismus, wobei hier jedoch die Zurückweisung absolut gültiger Wahrheiten nicht durch Hinweis auf eine unendliche Bedingtheits-Reihe geschieht.

Die Relativitätstheorie ordnet sich in den philosophischen Denkansatz des Relativismusses ein. Der Relativismus steht einer werteorientierten und moralischen Auffassung als Grundlage eines Gesellschaftssystems im Wege. Wenn die vorherrschende Doktrin eher atheistisch, nihilistisch oder revolutionär geprägt ist, dann gehört die Relativitätstheorie mit zur ganzheitlichen Erziehung des neuen und beliebig formbaren Menschen, der ausschließlich auf Weisung handelt.
Mirko hat geschrieben:Ich habe es in keiner Uni je erlebt, dass in irgendeiner Bibliothek ganze Seminarsätze angeschafft worden wären, nur weil ein bestimmtes Seminar angeboten wird.

Dann kennst du keine Fachbereichs- oder Universitätsbibliotheken – soll ich jetzt mit dem Fotoapparat herum laufen und die Seminarsätze an Fachbüchern knipsen? Wie stellst du dir die Situation in einer Universitäts-Buchhandlung oder Universitäts- Bibliothek vor, wenn im Grundkurs der Mathematik für Physiker der Dozent „den Bronstein“ als grundlegend und unverzichtbar empfohlen hat: Dann machen sich 300 Studenten auf den Weg, sich den „Bronstein“ zu besorgen – zum Glück sind dann 150 ausleihbar und die Buchhandlung hat auch das gesamte Schaufenster voller „Bronsteins“.
Mirko hat geschrieben:Übrigens gilt auch für staatliche Hochschulen, dass sie in ihrer Verwaltung frei sind. Da darf nicht mal die Polizei aufs Gelände, wenn sie nicht gerufen wird.

Das klingt doch eher nach Sprüchen, die man immer wieder hört:
Die Polizei hat auch kein Zugangsrecht zu Privatwohnungen oder sonstige Gebäude – es sei denn, es läge ein bestimmter Grund vor und die Einsatzzentrale gibt eine entsprechende Anweisung. Zweifellos geht die Polizei, z.B. in der Nacht, auch Streife auf dem Uni-Campus – die Uni ist kein Botschaftsgelände, d.h. Wenn ein Straftäter auf der Flucht ist und sich auf die Treppe der Uni setzt, dann wird er genauso geschnappt als ob er sich im Bahnhof hingesetzt hätte. Der Großeinsatz von Polizei auf dem Unigelände stellt immer ein Politikum dar und wird weitgehend vermieden – aber es gibt ellenlang Berichte, dass Polizei auf dem Campus eingesetzt wird – der Hausherr – vermutlich der Dekan – muss wie sonst bei Hausbesetzungen der Hauseigentürmer meistens die Anforderung machen – aber dies bezieht sich alles auf minderschwere Situationen.
http://www.bo-alternativ.de/2007/01/
http://www.fr-online.de/top_news/?em_cnt=2169619&
Mirko hat geschrieben:Auch private Hochschulen bekommen Geld vom Staat. Die Uni Herdecke ca. 15 Mio € im Jahr. Ändert nichts daran, dass Unis Verwaltungshoheit besitzen.

Sie haben Selbständigkeit im Rahmen vielfältiger Regeln, die zu beachten sind. Insbesondere wäre zu beachten, dass sie ihre Finanzierung und ihre Gründung den parlamentarischen Beschlüssen verdanken und dass es Bundes- und Landesminister für Wissenschaft und Forschung gibt. Insofern sind solche Staatlichen Universitäten Bestandteile des Staates selber, die wie jede Einrichtung in einer bestimmten Form organisiert sind. - aber selbstverständlich sind die Einflussmöglichkeiten der Minister und der Parteien groß.
Mirko hat geschrieben:aber wenn in einem Seminar nicht gerade ein bestimmtes Buch behandelt wird, steht es einem frei, welche Bücher man benutzt. Studenten sind normalerweise nicht so unfähig, dass sie sich nicht das zusammensuchen könnten, was sie interessiert.

Hast wohl noch nicht Mathematik oder Physik studiert. Die Studenten mit dem Superüberblick über das Fachgebiet – die wissen noch nicht mal, wo das Klo im Fachbereich ist. Ich kenn es eigentlich nur so, dass mindestens zwei Bücher empfohlen wurden, die man auch absolut benötigte – was man sich ansonsten noch reinziehen wollte, war natürlich freigestellt.

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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Gerhard Kemme » Fr 30. Apr 2010, 20:28

contravariant hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Diese Vorträge fanden auch alle bei der Sektion „Didaktik der Physik“ der Jahrestagungen statt, die nichts mit der Sektion „Gravitationsphysik“ zu tun hat und außer eine Eintragung ins Tagungsband nichts bewirken. Keine Bange, die DPG weiß schon wie sie die "unbelehrbaren Querköpfen", die die Relativititästheorie kritisieren, einordnen, "tolerieren" und behandeln soll, damit sie bloß keine "belehrbaren Köpfe" stören können. 8-)

Wenn sich Herr Friebe durch halten eines Vortrages selber lächerlich macht, dann liegt das an Herrn Friebe und nicht an der DPG. Oder meinen sie, die DPG sollte die Kritiker vor sich selber schützen und sie keine Vorträge alten lassen?


Sicherlich wäre ein von den Medien viel beachteter Hauptvortrag von Ekkehard Friebe bei der DPG ein Signal von Öffnung, Freiheit und Wissenschaftlichkeit gewesen - diese Chance ist vertan worden. Ein Ekkehard Friebe kann sich absolut nicht "lächerlich machen" dafür ist seine Qualifikation über alle Zweifel zu sehr erhaben. Du tust hier so, als ob es da eine prinzipiell anerkannte und nachvollziehbare (Relativitäts-)Theorie gebe, die dann von irgendwelchen Kritikern abgelehnt wird. Fakt ist, dass es eine Theorie ist, die uns per Gedankenexperiment das "Zwillingsparadoxon" beschert hat und es somit darum geht, eine Kritik an solchen Unsinnigkeiten zuzulassen.

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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Jocelyne Lopez » Sa 1. Mai 2010, 08:36

Gerhard Kemme hat geschrieben:
Wie an anderer Stelle bereits gesagt, gibt es nicht die Abholstelle für wissenschaftliche oder juristische Wahrheit. Was hier trägt und zählt ist das überzeugende begründete Argument. Nehmen wir einmal die Bundesrepublik Deutschland, dann handelt es sich um ein pluralistisches Gemeinwesen, welches weltweiten Einflüssen sehr unterschiedlicher Gruppen unterliegt. Insbesondere ist es ein wiedervereinigtes Land, welches diametral entgegengesetzte Gesellschaftssysteme in einem vereinten Deutschland friedlich integrierte. Das Land ist von einer starken Einwanderung geprägt und von der Ausbreitung neuer Religionen. Die Kriminalität ist hoch. Für weltweit operierende Organisationen, Ideologien und Religionen ist es völlig klar, dass die Bevölkerung ausschließlich den Doktrinen solcher Leute zu gehorchen hätte. An dieser Stelle setzt der Staat, vertreten durch eine Vielzahl von Einrichtungen auf allen gesellschaftlichen Hierarchiestufen ein, die vom Bezirk oder Landratsamt bis zum Bundeskanzleramt reichen. Wenn machthabende Organisationen die Bevölkerung nur noch auf eine enge Richtung kanalisieren wollen, dann kann und sollte es durchaus so sein, dass der Freiheitsaspekt dadurch betont wird, dass sich die staatlichen Organe auch einmal für die permanent und immer Unterdrückten und deren Kultur oder Lehre einsetzen.


An externe politische Einflüsse auf den universitären Betrieb glaube ich nicht und habe auch darüber gar keine Meinung. Ich glaube vielmehr, dass die Entstehung des Dogmatismus nach dem II. Weltkrieg im Fachbereich Theoretische Physik universitätsintern ist (wenn schon vielleicht opportunistisch), dass der Dogmatismus auf die Vorteile der wenigen betroffenen universitären Vertreter der Theorie zurückzuführen ist und auch durch reinen Eigennutz sich weiter tradiert. Ich glaube, dass das Problem der Unterdrückung der Kritik der Relativitätstheorie ein internes, universitäres Problem der Machtgier, Geldgier und Ruhmgier von einigen Universitätsbonzen ist, so wie der Insider Karl Popper, der es ganz nah miterlebt und möglicherweise in gewissermaßen auch mitgemacht hat, es am Ende seines Lebens ganz plausibel darstellt als er in einem Interview sagte: „Wir Intellektuellen haben schauerliche Dinge gemacht, wir sind eine große Gefahr“:

Zitat Karl Popper:

Wir Intellektuellen haben schauerliche Dinge gemacht, wir sind eine große Gefahr. Wir bilden uns viel ein – wir wissen nicht, wie wenig wir wissen. Und wir Intellektuellen sind nicht nur anmaßend, sondern auch bestechlich.
[...]
Ich meine nicht nur mit Geld, sondern auch bestechlich durch Ansehen, Macht, Einfluß und so weiter. Das ist leider so. Man müßte auch hier eine neue Mode schaffen. Ich hoffe, daß es für Intellektuelle einmal modern werden wird, bescheiden zu sein. Das ginge schon. Natürlich bin ich nicht der beste Mann, um eine neue Mode zu kreieren.
[...]
Sie machen aus Theorien Ideologien. Selbst in der Physik und in der Biologie gibt es leider viele Ideologien. [...] Überall, auch in diesen Fachbereichen, gibt es einen Dogmatismus, gegen den es schwierig ist, sich durchzusetzen. [...] Die Intellektuellen sind unkritisch und gehen mit den Moden, und es gibt einen starken Druck. Das heißt: Wer nicht mit der Mode geht, der steht bald außerhalb des Kreises derer, die ernst genommen werden.
[...]
Ich bin ein begeisterter Anhänger der Wissenschaft. Physik und Biologie sind für mich großartige Wissenschaften, und ich halte die meisten Physiker und Biologen für sehr gescheit und gewissenhaft. Aber: Sie stehen unter Druck. Diesen Druck gibt es erst seit dem zweiten Weltkrieg, seitdem so viel Geld für die Wissenschaft ausgegeben wird.


Und es wird in der Tat enorm viel Geld in der theoretischen Physik ausgegeben. Den Kuchen möchten die etablierten Vertreter der Relativitätstheorie nicht gerne teilen, sie leben ja gut und hoch davon. Bezeichnet ist nämlich die gewaltige Diskrepanz zwischen der völligen Bedeutungslosigkeit der Relativitätstheorie sowohl in der Lehre also auch in der Technologie, die sogar vom Direktor vom Max-Planck Institut attestiert wird (nur 2 Lehrstühle, kein Bedarf an Relativitäts-Spezialisten in der Wirtschaft, Ausbleiben des Nachwuchs) und dem regelrechten Goldregen von Steuergeldern, das im Fachbereich Theoretische Physik der Relativitätstheorie beschert wird (zum Beispiel 10 Mio Euro allein für die Werbung und die Feierlichkeiten des Einsteins-Jahr 2005, extrem teuere Experimente zu erneuten Bestätigungen der RT, die dafür angeblich schon tausend Mal triumphal mit 40 Kommastellen und sogar tagtäglich bestätigt wurde...).

Auch ein anderer Nobelpreisträger, der wissenschaftlich alles erreicht und nichts mehr zu verlieren hat, sagt es kürzlich unverhüllt: Robert Laughlin: Der Urknall ist nur Marketing.

Ich glaube, es ist alles nur eine Frage der Geld-, Macht- und Ruhmgier von ein paar wenigen Menschen, die gerade in günstigen und geschützten Positionen sind. Wie immer. :(

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Zuletzt geändert von Jocelyne Lopez am Sa 1. Mai 2010, 09:47, insgesamt 2-mal geändert.
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