Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Gerhard Kemme » Mo 29. Mär 2010, 19:23

nocheinPoet hat geschrieben:Schwachsinn wird nicht an den Universitäten unterrichten.


Wer wie Herr von und zu "nocheinPoet" nicht den Zwängen von Verantwortung und Humanität unterliegt und sich somit aus anonymer Deckung beliebiges verbales "Holzen" meint herausnehmen zu dürfen, der wird aus dem potentiell vorhandenen Möglichkeiten sprachlicher Formulierungen das Maxium an Unsinn heraus klauben.

Solche generalisierenden Aussagen sind etwas Feines, stellt dieser Satz doch eine Ehrenrettung für Philipp Lenard dar, dessen Lehrtätigkeit mit deiner Einlassung zur inhaltlichen Qualität universitärer Lehre auch von "nocheinPoet" wesentlich aufgewertet wurde und deinem und auch meinem positiven Urteil zu diesem deutschen Nobelpreisträger in Physik hat sich dann auch die Heidelberger Universität angeschlossen: "Im Jahre 1935 wurde das Physikalische Institut der Universität Heidelberg in 'Philipp-Lenard-Institut' umbenannt.

Im Gegensatz zu "nocheinPoet" bin ich mit Lehre und Situation an bundesdeutschen Universitäten nur teilweise einverstanden - aber in Puncto "Relativitätstheorie" dann absolut nicht.
Als Beispiel sei eine Übungsaufgabe zum Experiment von Hafele und Keating zitiert:
[url]
http://www.thp.uni-koeln.de/gravitation/courses.html[/url]
http://www.thp.uni-koeln.de/gravitation/courses/SS09/ART.html
http://www.thp.uni-koeln.de/gravitation/courses/SS09/ART/zettel1.pdf
Aufgabe 1 (5 Punkte): Uhren
Zwei Atomuhren werden in zwei Verkehrsflugzeugen in östlicher bzw. westlicher Richtung einmal um
die Erde transportiert. Berechnen Sie die jeweiligen Gangunterschiede, welche die Uhren bezüglich einer
auf der Erde zurückgebliebenen Uhr nach der Rückkehr aufweisen. Nehmen Sie dazu der Einfachheit
halber an, dass die Flugzeuge ¨uber dem Äquator fliegen, wo die Geschwindigkeit der Erdrotation
vE = 1667 km/h beträgt, und setzen Sie eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von vF =800
km/h sowie eine mittlere Flughöhe von 10 km an.
Hinweis: Beachten Sie den separaten Beitrag von Gravitationseffekt und Geschwindigkeitseffekt.


Die Aufgabe stellt einen Zusammenhang zwischen der behaupteten Zeitdilatation der Relativitätstheorie und behaupteten Verstellungen von drei Atomuhren her, von denen eine stationär aufgestellt sein soll, eine zweite in westlicher und eine dritte in östlicher Richtung per Flugzeug transportiert werden sollte. Als Kritik an dieser Aufgabenstellung könnte vorgebracht werden:

    Die Zeitdilatation ist theoretisch nicht begründet - so dass die Behauptung, es gäbe eine Zeitdilatation, beliebig in der Luft hängt und es sich bei eventuellen Unterschieden der Zeitmessungen um völlig banale Ursachen handelt, die auf die Bauweise der Atomuhren zurückzuführen sind oder es handelt sich um Umwelteinflüsse.

    Prinzipiell hängt solche Zeitmessung von der Bedienungsmannschaft ab - da eine Atomuhr keine Armbanduhr ist, die wartungs- und bedienungsfrei tickt.

Aus http://de.wikipedia.org/wiki/atomuhr
Bild

mfg
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Britta » Mo 29. Mär 2010, 20:30

Gerhard Kemme hat geschrieben:... und es sich bei eventuellen Unterschieden der Zeitmessungen um völlig banale Ursachen handelt, die auf die Bauweise der Atomuhren zurückzuführen sind oder es handelt sich um Umwelteinflüsse.

Wenn man damit diese 'Umwelteinflüsse' berechnen kann, dann ist es doch völlig in Ordnung wenn die Studenten beigebracht bekommen, wie man das berechnen kann. Hauptsache das Ergebnis stimmt - oder? Und schaden tuts auch nicht.
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Gerhard Kemme » Mo 29. Mär 2010, 20:56

Britta hat geschrieben:
Gerhard Kemme hat geschrieben:... und es sich bei eventuellen Unterschieden der Zeitmessungen um völlig banale Ursachen handelt, die auf die Bauweise der Atomuhren zurückzuführen sind oder es handelt sich um Umwelteinflüsse.

Wenn man damit diese 'Umwelteinflüsse' berechnen kann, dann ist es doch völlig in Ordnung wenn die Studenten beigebracht bekommen, wie man das berechnen kann. Hauptsache das Ergebnis stimmt - oder? Und schaden tuts auch nicht.


Die Nennung einer falschen Ursache für ein sichtbares Phänomen, ist wissenschaftlich nicht akzeptabel. Die Zeitdilatation ist theoretisch nicht begründet worden und somit hängen die Zeitmessungen anlässlich des Experimentes von Hafele und Keating buchstäblich in der Luft - irgendwelche Phänomene beobachten und dann sagen, dass dies die Theorie von Herrn XY bestätigt, ist beliebig und kann von allen gesagt werden. Zum anderen ist eine schlüssige Bestätigung, dass die Zeitdauer von Flügen in westlicher und östlicher Richtung sich unterscheiden, bisher noch nicht erbracht worden - bewegte Atomuhren haben ihre Empfindlichkeiten.

mfg
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Britta » Di 30. Mär 2010, 08:12

Gerhard Kemme hat geschrieben:Die Nennung einer falschen Ursache für ein sichtbares Phänomen, ist wissenschaftlich nicht akzeptabel. Die Zeitdilatation ist theoretisch nicht begründet worden und somit hängen die Zeitmessungen anlässlich des Experimentes von Hafele und Keating buchstäblich in der Luft - irgendwelche Phänomene beobachten und dann sagen, dass dies die Theorie von Herrn XY bestätigt, ist beliebig und kann von allen gesagt werden. Zum anderen ist eine schlüssige Bestätigung, dass die Zeitdauer von Flügen in westlicher und östlicher Richtung sich unterscheiden, bisher noch nicht erbracht worden - bewegte Atomuhren haben ihre Empfindlichkeiten.

mfg

Was wäre denn ihrer Meinung nach die 'richtige Ursache' für dieses sichtbare Phänomen?

Gravitation und Bewegung sind Umwelteinflüsse und warum sollen diese nichts damit zu tun haben, ob Zeit langsamer oder schneller vergeht?
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Gerhard Kemme » Di 30. Mär 2010, 18:35

Britta hat geschrieben:
Gerhard Kemme hat geschrieben:Die Nennung einer falschen Ursache für ein sichtbares Phänomen, ist wissenschaftlich nicht akzeptabel.

Was wäre denn ihrer Meinung nach die 'richtige Ursache' für dieses sichtbare Phänomen?

Nach meiner Ansicht taugten die Uhren für das Experiment der Physiker C. Hafele und Richard E. Keating nicht. Es wäre so, als ob man eine Pendeluhr per Flugzeug bewegt und die beobachtete Zeitabweichung als Wirkung eines wundersamen Naturphänomens darstellt - in Wirklichkeit ist die Uhr einfach gravitationsempfindlich. Was eventuell die verwendeten Atomuhren beeinflusst hat, kann so nicht gesagt werden. Jedenfalls sind Atomuhren ziemlich empfindlich - anbei erste Notizen zur Funktionsweise eines bestimmten Typus von Atomuhr:

http://gerhardkemme.blogspot.com/2010/03/atomuhr.html
und bei Mahag:
http://www.mahag.com/allg/atomuhr.php

Britta hat geschrieben:Gravitation und Bewegung sind Umwelteinflüsse und warum sollen diese nichts damit zu tun haben, ob Zeit langsamer oder schneller vergeht?


Es wäre dann keine Verlangsamung der "Zeit", sondern eine Beeinflussung des "Zeitmessgerätes" - in diesem Falle also der Atomuhren. In der SRT allerdings wird eine Art Naturphänomen für unterschiedliche Ganggeschwindigkeiten zuvor synchronisierter Uhren verantwortlich gemacht.

mfg
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Britta » Di 30. Mär 2010, 18:56

Gerhard Kemme hat geschrieben:Nach meiner Ansicht taugten die Uhren für das Experiment der Physiker C. Hafele und Richard E. Keating nicht. Es wäre so, als ob man eine Pendeluhr per Flugzeug bewegt und die beobachtete Zeitabweichung als Wirkung eines wundersamen Naturphänomens darstellt - in Wirklichkeit ist die Uhr einfach gravitationsempfindlich. Was eventuell die verwendeten Atomuhren beeinflusst hat, kann so nicht gesagt werden. Jedenfalls sind Atomuhren ziemlich empfindlich - anbei erste Notizen zur Funktionsweise eines bestimmten Typus von Atomuhr:

http://gerhardkemme.blogspot.com/2010/03/atomuhr.html
und bei Mahag:
http://www.mahag.com/allg/atomuhr.php

Britta hat geschrieben:Gravitation und Bewegung sind Umwelteinflüsse und warum sollen diese nichts damit zu tun haben, ob Zeit langsamer oder schneller vergeht?


Es wäre dann keine Verlangsamung der "Zeit", sondern eine Beeinflussung des "Zeitmessgerätes" - in diesem Falle also der Atomuhren. In der SRT allerdings wird eine Art Naturphänomen für unterschiedliche Ganggeschwindigkeiten zuvor synchronisierter Uhren verantwortlich gemacht.

Hier sind wohl alle ziemlich uhrenfixiert. :roll:

Wenn es ohne die Zeit keine Bewegung gibt, so hängen doch Zeit und Bewegung zusammen. Wieso ist es so unvorstellbar, dass Bewegung auch einen Einfluss auf die Zeit hat?
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Sebastian Hauk » Di 30. Mär 2010, 19:02

Hallo Britta,

in der Physik gibt es sogar die Gleichung:

Zeit = Weg/Geschwindigkeit.

Wobei Zeit m.E. mehr ist, nämlich die Geschwindigkeit der Informationsveränderung im Raum.

Gruß

Sebastian
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Hannes » Di 30. Mär 2010, 19:05

Hallo Britta !

    " Wieso ist es so unvorstellbar, dass Bewegung auch einen Einfluss auf die Zeit hat?Britta "

Wenn du dir vorstellen kannst, dass die Zeit stehenbleibt, wenn deine Uhr
stehenbleibt,
kann ich mir vorstellen, dass Bewegung Einfluss auf die Zeit hat.

Mit Gruß
Hannes
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Britta » Di 30. Mär 2010, 19:55

Hannes hat geschrieben:Hallo Britta !

Wenn du dir vorstellen kannst, dass die Zeit stehenbleibt, wenn deine Uhr
stehenbleibt,
kann ich mir vorstellen, dass Bewegung Einfluss auf die Zeit hat.

Mit Gruß
Hannes

Die Zeit bleibt nie stehen, egal wieviele Uhren kaputtgehen. :mrgreen:

Hängt nicht alles im Universum zusammen?

Als die Eisenbahn erfunden wurde, wollten viele Menschen erst gar nicht damit fahren, obwohl die damals noch ziemlich langsam war. Sie dachten, so schnell könnte sich kein Mensch bewegen ohne Schaden zu nehmen.

http://lexi-tv.de/themen/neuere_geschic ... sieges_zug
Doch dem Sieg der kapitalen Erfindung gab es nichts entgegenzusetzen; weder Bedenken von Ärzten, die meinten, Reisende müssten durch die hohen Geschwindigkeiten krank werden, noch die Sorge der Landbevölkerung, vorbeifahrende Züge könnten ihre Kühe schädigen, hielten die Entwicklung des metallenen Sinnbilds der Industrialisierung auf....
Eine völlig neuartige psychische Belastung stellte das moderne Fortbewegungsmittel dar: die Geschwindigkeit und die Fülle von Eindrücken, die durch das Fenster ins Abteil drängte, befremdeten den Erstreisenden.

Der Künstler Ludwig Richter schreibt in Erinnerung an seine erste Bahnfahrt: "Bäume und Felder sausten wie ein Wassersturz vorbei. Nahe Gegenstände konnte man nicht erkennen, der ferne Hintergrund verschob sich langsamer, so dass man daran noch die Formen ins Auge fassen konnte."

So scheint es heute auch für Viele unvorstellbar zu sein, dass Bewegung auf die Zeit wirkt und nicht nur auf die Uhr.
Britta
 
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Re: Einzug der Kritik der RT in die Universitäten

Beitragvon Kurt » Di 30. Mär 2010, 21:55

Britta hat geschrieben:So scheint es heute auch für Viele unvorstellbar zu sein, dass Bewegung auf die Zeit wirkt und nicht nur auf die Uhr.



Und wie wirkt Bewegung auf die Zeit?


Gruss Kurt
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