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Gezeitenkraft und Krümmkraft
und der Unterschied:
Eine Gezeitenkraft wird nach der
Gravitationstheorie Newtons durch die Gravitationswirkung eines schweren
(Himmels)körpers verursacht, und wirkt auf ein ausgedehntes Objekt in
diesem Gravitationsfeld. Sie entsteht, wenn an verschiedenen Stellen des
Objektes eine unterschiedlich starke Gravitationskraft wirkt.
Ein starres Objekt im Gravitationsfeld bewegt sich (zumindest im Rahmen
der klassischen Mechanik) als ob all seine Masse im Schwerpunkt vereint
sei. Da die Gravitation mit der Entfernung abnimmt, ist die
Anziehungskraft auf der Seite des Objekts, die der Gravitationsquelle näher
ist, höher als auf der gegenüberliegenden Seite. Deswegen entsteht im
Objekt eine Zugspannung: Offensichtlich bewirkt ein steiles Gravitationspotential,
wie es in der Nähe kleiner, sehr massiver Objekte auftritt, starke Gezeitenkräfte.
Daneben ist die Ausdehnung des Objektes von Bedeutung: Je
größer das Objekt, desto größer kann die Differenz der
Gravitationskraft an Vorder- und Rückseite werden. Der Name Gezeitenkraft rührt daher, dass es
dieser Effekt ist, der auf der Erde die Gezeiten hervorruft. Gezeitenkräfte
werden noch für eine Reihe weiterer Erscheinungen verantwortlich
gemacht:
So
kommen die Gezeitenkräfte ins Spiel: Ein Meerwassertropfen auf der
mondzugewandten Seite wird stärker „angezogen“ als der
Erdmittelpunkt, denn er ist näher am Mond. Und der Erdmittelpunkt wird
stärker als ein Tropfen auf der mondabgewandten Seite „angezogen“.
Würde man anstelle der Erde drei kleine Kugeln in den Weltraum setzen,
an den Positionen der beiden Wassertropfen und der Erdmittelpunkts, so würden
sie bei ihrem Fall in Richtung Mond auseinander driften.
Die
erste Kugel würde voraus fliegen, weil sie stärker angezogen würde
als die zweite an der Stelle des Erdmittelpunkts. Und die dritte Kugel würde
gegenüber der zweiten zurückbleiben. Die Folge: Es entstehen größere
Abstände zwischen den Kugeln. Genauso ist es mit der Erde und den
beiden Wassertropfen.
Für die geschilderten Gezeitenkräfte ist das
Gegenstück im Abstoßungsprinzip der „Druckschatten“, den die
beiden Körper zueinander bilden und aufgrund der Verformungen der Körper
die Gezeitenphänomene verursachen. Die Krümmkraft
entsteht
hingegen aufgrund der sphärischen Geometrie der Schubkräfte der
Felder. Es entsteht dabei erst als Effekt zweiter Ordnung eine
Zugspannung der Körper zueinander, und zwar aus dem
Verformungswiderstand der Körper. Dadurch wird die Abstoßung zwischen
den Körpern außer durch den Druckschatten auch durch diese
Verformungsspannung vermindert. Die Krümmkraft spielt umso mehr eine
Rolle, je kleiner und unterschiedlicher die Radien der Körper sind. Das
heißt, dass gerade im atomaren Bereich die Krümmkraft sogar eine
Hauptrolle bekommt. Weil die winzigen Felder sich meist a priori sehr
nahe sind und der Alldruck versucht, sie gemeinsam zu einem neuen sphärischen
Feld zu quetschen – sehr bildhaft gesagt. (Vielleicht hilft eine noch
bildhaftere Vorstellung: der Alldruck als die Hände eines Töpfers, die
zwei Tonkugeln zu einer neuen großen Tonkugel zusammendrücken...). Im
atomaren Verbund wird dieses Ideal allerdings nicht verwirklicht,
sondern kommt es eher zur Hantelbildung, wie dies im Buch beim
Wasserstoff-Molekel gezeigt wird.
In der
Newton’schen Theorie gibt es für die Krümmkraft keine Analogie (da
gibt es nur die Gezeitenkraft), wohl aber gibt es eine generelle
Entsprechung in der Allgemeinen Relativitätstheorie, da hier die
Geometrie der Raumzeit-Krümmung die Anziehung der Massen verursacht
(„Der Griff der Raumzeit auf die Masse“). Hier ist zB. Für die
Bildung eines Himmelskörpers, also das Zusammenballen einer Masse zur
Kugel ausschließlich die Raumzeitkrümmung verantwortlich – das hat
mit der Krümmkraft eine sehr starke Ähnlichkeit!
Wie man später
in meinem Buch lesen kann (im Kapitel Relativität) ist das auch kein
Zufall.
Die Krümmkraft
wirkt gegen die Gezeitenkraft Newtons: während die Gezeitenkraft einen
Körper in die radiale Länge zieht, wird durch die Krümmkraft der Körper
tangential verbogen!
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